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Amazon zu Arbeitmaßnahmen ohne Bezahlung "Das ist gängige Praxis"

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Beitrag  Andy am So Dez 04, 2011 12:23 pm

Der Versandhändler Amazon lässt jedes Jahr Tausende Erwerbslose wochenlang für sich arbeiten - auf Kosten des Staats. Armin Cossmann, Leiter der deutschen Logistikzentren, verteidigt im Interview mit SPIEGEL ONLINE die Methode. Sie biete Menschen ohne Arbeit eine Perspektive.

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SPIEGEL ONLINE: Sie stellen jedes Jahr tausende Arbeitslose mit befristeten Verträgen als Saisonarbeitskräfte ein. Viele von ihnen arbeiten vor allem jetzt in der Weihnachtszeit sechs Wochen, erhalten aber nur für vier Wochen Lohn. Der Rest ist staatlich alimentiert, da die ersten zwei Wochen als unbezahlte Trainingsmaßnahme deklariert sind. Ist die Arbeit so komplex oder wollen Sie schlicht Lohnkosten sparen?

Cossmann: Wir stellen in diesem Jahr 10.000 saisonale Mitarbeiter ein. Wir müssen mit einer großen Anzahl von Saisonarbeitskräften arbeiten, da wir zum Jahresende einen Großteil des Volumens zu bewältigen haben. Deshalb stellen wir in den letzten Monaten des Jahres viele Kollegen mit einem befristeten Vertrag bis Weihnachten ein. Ein Teil dieser Mitarbeiter wird dann bei uns bleiben können, weil wir von Jahr zu Jahr wachsen.

SPIEGEL ONLINE: Wie viele werden unbefristet übernommen?

Cossmann: Erfahrungsgemäß werden pro Standort mehrere Hundert Mitarbeiter nach der Saison weiterbeschäftigt.

SPIEGEL ONLINE: Und warum müssen sie - auch die befristet engagierten Aushilfen - erst eine Trainingsmaßnahme machen?

Cossmann: Diese Maßnahme machen nur etwa ein Drittel der Saisonkräfte und sie wird von den Arbeitsagenturen in jedem Einzelfall geprüft. Sie dient dazu, den Langzeitarbeitslosen eine verbesserte Chance auf den Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen. Die müssen nicht nur lernen, bei Amazon den Hebel umzulegen, sondern das geht viel weiter: Pünktlichkeit, geregelter Tagesablauf, Zuverlässigkeit. Ein Mitarbeiter, der aus der Langzeitarbeitslosigkeit kommt, ist nicht so einsetzbar wie ein Mitarbeiter, der schon länger bei uns arbeitet. Aber noch mal: Arbeitsagenturen und Jobcenter sind involviert. Wir können niemanden in eine Trainingsmaßnahme zwingen oder sie gar nutzen, wenn sie nicht zuvor von der Arbeitsagentur oder vom Jobcenter genehmigt wurde.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann es dann sein, dass viele Aushilfen diese staatlich bezahlten Trainingsmaßnahmen mehrfach machen müssen - also auch dann, wenn sie bereits zuvor mal bei Ihnen gearbeitet haben?

Cossmann: Das ist auf jeden Fall kein Massenphänomen. Wir prüfen derzeit, ob es Einzelfälle gab, in denen das der Fall ist oder war. Bisher haben wir keinen gefunden. Manchmal kommt das auch zustande, weil die erste Trainingsmaßnahme von einem Mitarbeiter abgebrochen wurde und er deshalb eine zweite machen konnte. Wo sich herausstellt, dass eine Trainingsmaßnahme tatsächlich mehrfach durchgeführt wurde, werden wir das selbstverständlich korrigieren und den Arbeitsvertrag rückwirkend ändern. Das wäre dann ein Fehler, der passiert ist. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Fakt ist, dass wir das nicht strukturell ausnutzen, das entspricht nicht unserer Philosophie.

SPIEGEL ONLINE: Sie sagen, dass sei kein Massenphänomen. Arbeitnehmervertreter und Erwerbslosen-Initiativen sprechen von tausenden Fällen.

Cossmann: Dies ist falsch. Das zu kommunizieren sind sicherlich die Interessen einzelner Gruppen. Die begleiten das eben etwas kritischer als andere, wenn ein Unternehmen so wächst wie wir das tun. Wir erregen deshalb bei bestimmten Gruppen eben eine größere Aufmerksamkeit als andere Unternehmen. Etwa ein Drittel der Saisonkräfte absolvieren eine Trainingsmaßnahme - natürlich nur, wenn sie zuvor nicht schon mal bei Amazon gearbeitet haben. Saisonale Mitarbeiter werden bei uns zwischen 6 Monaten und 3 Wochen beschäftigt.

SPIEGEL ONLINE: Der Umsatz von Amazon hat sich seit 2006 verdreifacht. Warum haben Sie es überhaupt nötig, die Leistungen der Agenturen für Arbeit abzugreifen?

Cossmann: Amazon nutzt diese Maßnahme keineswegs exklusiv. Das ist gängige Praxis. Zudem ist es niemals eine Entscheidung, die Amazon allein trifft, sondern immer in Absprache mit den Arbeitsagenturen und den Jobcentern. Das Gesetz bietet diese Möglichkeit, es sieht sie ausdrücklich vor, um Arbeitslose wieder an das Erwerbsleben zu gewöhnen.

SPIEGEL ONLINE: Die meisten müssen doch gar nicht ans Erwerbsleben gewöhnt werden, weil ihr Job nach ein paar Wochen ohnehin wieder vorbei ist. Sie bieten doch nur in Einzelfällen eine langfristige Perspektive.

Cossmann: Wir bieten pro Standort Hunderten eine Perspektive. Die Chancen sind für alle zu Beginn ihres befristeten Jobs gleich hoch, einen Anschlussvertrag zu bekommen. Wir wissen am Anfang noch nicht, wer am Ende des Weihnachtsquartals der- oder diejenige sein wird, der oder die länger bleiben kann. Wir haben zum Beispiel zur Eröffnung unserer drei letzten Logistik-Zentren bekannt gegeben, dass wir dort 1000 unbefristete Arbeitsplätze schaffen wollen. Zusätzlich legt sich darüber das saisonale Wachstum. Das heißt, im kommenden Jahr werden an den einzelnen Standorten mehr feste Mitarbeiter sein als in diesem Jahr.

SPIEGEL ONLINE: Schüren Sie nicht gemeinsam mit den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern falsche Hoffnungen, wenn mit der Trainingsmaßnahme auch konkrete Jobs versprochen werden, die es am Ende doch nicht gibt?

Cossmann: Am Standort Werne haben 68 Prozent der eingestellten Mitarbeiter nach der Trainingsmaßnahme ein Angebot bekommen.

SPIEGEL ONLINE: Ja, aber nur ein befristetes über eine kurze Zeit.

Cossmann: Zwischen 8 Wochen und 6 Monaten. Aber Sie haben Recht - das ist nun mal ein saisonales Geschäft. Ich würde alle dauerhaft behalten wollen, das können Sie mir glauben. Es ist keine leichte Aufgabe, den meisten Kollegen zu sagen, dass sie leider derzeit keine Chance haben, weiter beschäftigt zu werden. Die Leute kaufen nach Weihnachten nun mal keine Weihnachtsgeschenke mehr.

SPIEGEL ONLINE: Wenn Sie die Leute schon nur ein paar Wochen beschäftigen, warum bezahlen Sie ihnen dann nicht wenigstens die komplette Zeit Lohn, statt sich zwei Wochen von den Beitragszahlern der Arbeitslosenversicherung subventionieren zu lassen?

Cossmann: Die Trainingsmaßnahmen sind Ermessensspielraum der Arbeitsagenturen. Es kann auch mal nur eine Woche sein. Außerdem betrifft es nur einen Teil der Bewerber, die von der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern kommen - und zwar den, wo die Kundenbetreuer der Agenturen das ebenfalls für sinnvoll erachten. Im Übrigen bewähren sich sehr viele von denen und kommen Jahr für Jahr wieder, da entsteht eine richtige Community. Viele kommen gern wieder und nutzen die Chance - auch ohne Trainingsmaßnahme.

Das Interview führte Janko Tietz

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Amazon zu Arbeitmaßnahmen ohne Bezahlung "Das ist gängige Praxis" Empty Amazon Skandal weitet sich aus

Beitrag  Andy am So Dez 04, 2011 12:41 pm

Amazon-Mitarbeiter berichten über schwerwiegende Abzocke und schlimmen Arbeitsbedingungen

In zwei Artikeln (1,2) berichteten wir bereits über die Geschäftspraktiken des Internetgiganten Amazon. Nachdem wir, das Erwerbslosen Forum und zahlreiche weitere Medien berichteten, dass der Konzern mit Hilfe des Jobcenters während der Vorweihnachtszeit Hartz IV Bezieher zunächst ohne Lohn für zwei Wochen beschäftigt, um dann die überwiegende Mehrheit der „Vermittelten“ nach dem Weihnachtsgeschäft wieder zu entlassen, weitet sich der Skandal anscheindend aus. Das Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO) berichtet nun von „schlimmsten Formen des Abzockens“ und unhaltbaren Zuständen für die Beschäftigen.

Zwei Wochen sollen vermittelte Hartz IV Bezieher im Lager und im Versand ohne Lohn arbeiten, um dann eine minder-bezahlte und zeitlich begrenzte Tätigkeit bei Amazon anzunehmen. Nach Angaben des Sprechers der Regionaldirektion NRW der Arbeitsagentur, Werner Marquis, sparte das Unternehmen im letzten Jahr 2010 „durch die Regelung etwa 950.000 Euro“. Nach Protesten und Berichten in regionalen und überregionalen Zeitungen stoppte die Arbeitsagentur Werne die Zuweisungen von Aushilfskräften für die Vorweihnachtszeit. Im Grundsatz wolle man aber die Zusammenarbeit mit Amazon nicht stoppen, wie eine Behördensprecherin mitteilte. Die nun neuerlich erhobenen Vorwürfe des Erwerbslosen Forums Deutschland könnten die Arge Werne und den Internetdienstleister Amazon in schwere Bedrängnis führen. Die Initiative wirft Amazon beispielsweise vor, dass die Saisonkräfte bereits im letzten Jahr ein Zweiwöchiges „Praktikum“ absolvieren mussten. Die gleichen Menschen mussten – obwohl sie eigentlich schon ein Praktikum unternahmen – auch in diesem Jahr erneut zwei Wochen ohne Lohn arbeiten. Die Sinnhaftigkeit eines Praktikums, zumal es sich nicht um komplexe Tätigkeiten handelt - ist daher äußerst fraglich. Hinzukommt, dass derzeit Beschäftigte nach Angaben des Erwerbslosen Forums Deutschlands die Arbeitsbedingungen vor Ort mit denen eines „Arbeitslagers“ vergleichen.

Hans-Peter Klein (Name geändert) war bereits im letzten Jahr bei Amazon Werne zwischen dem 15. November und 31. Dezember als Mitarbeiter im Versand tätig. Eine Entlohnung hat Klein allerdings nur für den Dezember erhalten, weil er ja im November das ominöse Praktikum unternehmen musste. Im Sommer diesen Jahres bewarb sich Hans-Peter Klein erneut. Eine Stelle bei Amazon bekam er jedoch nur unter der Voraussetzung, erneut zwei Wochen umsonst zu arbeiten, obwohl ihm die Arbeitsabläufe vom letzten Mal sehr gut in Erinnerung waren. Dieses Mal hatte er sich selbstständig auf die Stelle beworben und dennoch musste Klein das Praktikum machen. Damit er während der zwei Wochen das Arbeitslosengeld weiter bekommt, hatte Amazon laut ELO die „Maßnahme“ im Nachhinein beim Jobcenter „absegnen lassen“.

Martin Behrsing von der Erwerbsloseninitiative bezeichnet eine solche Vorgehensweise als „systematisches Abgreifen von Fördermitteln“. Damit werden „den Sozialversicherungen hohe Beiträge vorenthalten und den Mitarbeitern der Lohn“ so Behrsing. Amazon ginge es nicht um die Einarbeitung von Mitarbeitern, sondern ausschließlich um Gewinnmaximierung auf Kosten der Allgemeinheit und der Mitarbeiter, meint die Initiative.

Amazon hingegen befindet eine solche Praxis als „Training zur Wiedereingliederung“. So sagte eine Sprecherin des Konzerns: „Bewerber, die über die Arbeitslosenvermittlung zu uns kommen, erhalten für eine kurze Trainingszeit weiterhin ihre Bezüge von der Agentur für Arbeit, da das Training die Wiedereingliederungsaussichten in den Arbeitsmarkt verbessert.“

Überkapazitäten für kritische Phasen
Eine weitere „Sauerei“ ist das Schaffen von Überkapazitäten. So sagte ein ebenfalls momentan Beschäftigter: „Derzeit wird im Lager Werne dermaßen viel Überkapazität aufgebaut, dass ich schon mehrfach einfach freigestellt wurde. Was nichts anderes heißt, als dass ich nach Hause gehen kann oder gar nicht erst kommen braucht. Es gibt für diese Massen an Versandmitarbeitern – so die einheitliche Berufsbezeichnung – schlicht nicht genügend Arbeit. Das hält diese Firma aber nicht davon ab, unablässig weitere Bewerbungsrunden zu veranstalten.“ Nach Ansicht des Betroffenen sei es sehr unwahrscheinlich, dass „auch nur ein Bruchteil“ der Menschen übernommen wird. Das Amazon-Werk in Werne hätte noch nicht einmal jetzt zur frühen Vorweihnachtszeit genug Auslastung, um alle Angestellten ausreichend zu beschäftigen. Wahrscheinlich, so die Vermutung des Beschäftigten, gehe es dem Unternehmen darum, für die kritischen Tage „genug Reservepersonal“ zu haben.

Angst unter den Angestellten
Laut Recherchen des ARD Magazins „Report Mainz“ haben viele Mitarbeiter bei Amazon regelrecht Angst. Angestellte der Standorte Leipzig und Bad Hersfeld hatten den Journalisten berichtet, „dass sie teilweise über mehrere Jahre immer wieder befristete Arbeitsverträge bekommen hätten und aus Furcht, nach dem Auslaufen des Vertrags nicht übernommen zu werden, trotz Krankheit zur Arbeit erschienen.“ Laut des Magazins werden bei Vertragsverlängerungen über 12 Monate der Stundenlohn von 9,65 auf 11 Euro erhöht. Selbst die Vorarbeiter (bei Amazon „Co-Workers“) arbeiten in den meisten Fällen nur mit Zeitverträgen und geben den Druck an die Untergebenen weiter.

Totale Mitarbeiter-Kontrolle?
Einige Angestellte berichteten gegenüber der Initiative, dass die Mitnahme von persönlichen Dingen am Arbeitsplatz verboten ist. Lediglich eine Flasche Wasser darf mitgebracht werden. Armbanduhren, Geldbörse, Butterbrot oder Autoschlüssel müssen in einem Raum abgelegt werden. Einen abschließbaren Spind gibt es nicht. Sechs Stunden lang darf der Arbeitsplatz nicht verlassen werden. Muss jemand auf die Toilette, muss dies erst erfragt und entsprechend genehmigt werden.
„Überhaupt würde darauf geachtet, dass ständig Höchstleistung gebracht würde und man wird ständig überwacht“, so Willy Schmitz*. Wer sich nicht genau an die Vorgaben von Amazon hält, riskiert Negativpunkte, die dann für jeden sichtbar an einer an der Kleidung zu befestigten Identitätskarte verzeichnet werden. Raucht ein Angestellter während der Arbeitszeit, so wird dieser sofort entlassen.

Wachschutz darf fristlose kündigen
Für den Objektschutz und für die „Sicherheit“ des Unternehmens in Werne ist die Wachschutzgruppe „Kötter Services“ zuständig. Die Mitarbeiter des Security-Unternehmens arbeiten selbst teilweise nach ELO-Angaben unter dem Hartz IV Niveau. Dennoch können die Wachleute jederzeit mündlich fristlose Kündigungen gegen Amazon-Angestellte aussprechen, ohne dass der Betroffene Einspruch erheben könnte. Die Wachschutz-Leute sollen dann im Anschluss für ein sofortiges Hausverbot sorgen. Ob die Kündigung dann schriftlich von Amazon bestätigt wird, ließ sich von der Redaktion nicht ermitteln. „Laut Arbeitsvertrag kann Amazon während der ersten drei Monate den Vertrag mit einer Frist von einem Tag kündigen. Nach Ablauf der ersten drei Monate beginnt dann erst die sechsmonatige Probezeit. Das heißt nichts anderes, dass der Internetgigant neun Monate Mitarbeiter unter erleichterten Bedingungen loswerden kann, ohne dass es einer Angabe von Gründen bedarf.“, wie Martin Behrsing berichtet.
Das Erwerbslosen Forum zeigte sich aufgrund der berichteten Zustände bestürzt. So sagte deren Sprecher Behrsing: „Wenn ehemalige Mitarbeiter die Arbeitsbedingen mit denen eines Arbeitslagers vergleichen, kann ich das zum Teil nachvollziehen. Staatliche Förderung für Arbeitsplätze hat Verantwortung für menschenwürdige Arbeitsplätze und die hat unserer Ansicht bei Amazon versagt. Der Internetversandhandel wirbt damit, dass Ziel sei, das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu sein. Ich glaube, dass informierte Kunden entscheiden werden, wo sie was kaufen wollen“. Von Amazon gibt es zu den Vorwürfen bislang keine Stellungnahme. (sb)

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Amazon zu Arbeitmaßnahmen ohne Bezahlung "Das ist gängige Praxis" Empty 1040 Praktikanten im Amazon-Lager

Beitrag  Andy am So Dez 04, 2011 12:43 pm

WERNE ▪ Bei der Vermittlung der großen Zahl von Saisonkräften für das Amazon-Lager in Werne werden zumindest für die kurzfristigen Aushilfen im Weihnachtsgeschäft in den Monaten November und Dezember keine der teils kritisierten Betriebspraktika bewilligt. Das haben die Arbeitsagentur Hamm und das Jobcenter Kreis Unna auf Anfrage der Redaktion bestätigt.

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Wie berichtet, hat die Arbeitsverwaltung im Herbst erneut eine konzertierte Aktion gestartet, um kurzfristig den enormen Arbeitskräftebedarf des Internet-Versandhandels decken. Das Unternehmen benötigt nach eigenen Angaben 2 000 Saisonkräfte; in der Spitze bis zu 3 000 Beschäftigte in Werne. Die Behörden haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um diese Stellen vor allem mit Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen zu besetzen. Für die Ämter eröffnet der Job in der Warendrehscheibe im Wahrbrink die Aussicht auf eine neue Erwerbstätigkeit und für den von jährlich 84 Millionen Euro Soziallasten geplagten Kreis Unna eine Entlastung um jeden nicht gezahlten Euro „Hartz IV“.

Obwohl die Verantwortlichen stets den großen Gewinn durch jede erfolgreiche Vermittlung betonen, wird immer wieder Kriktik daran laut, dass neue Mitarbeiter in den ersten beiden Wochen zur Einarbeitung Praktika absolvieren und noch Sozialleistungen statt Lohn beziehen.

Agentursprecher Martin Seiler und Thomas Neuhaus, Stellvertretender Leiter des Jobcenters, bekräftigten erneut, dass es sich dabei um ein gängiges gesetzliches Instrument der Jobvermittlung handle. Die Förderung werde nur nicht gewährt, wenn die Beschäftigung auf zwei Monate Saisongeschäft beschränkt sei und damt keine Aussicht auf eine Qualifizierung für eine Anschlussbeschäftigung schaffe. Amazon dürfe keinen Wettbewerbsvorteil durch solche Subvention erhalten.

Die Sprecher nannten erstmals Zahlen, um die Verhältnisse darzulegen. Seit Inbetriebnahme des Lagers Werne vor einem Jahr seien Amazon 6 551 Vermittlungsvorschläge gemacht worden. Beim Jobcenter wurden daraus 776 geförderte Praktika, bei der Arbeitsagentur 264. Die Erprobungen hätten zu 90 Prozent zu einer Beschäftigung geführt. Mit einem Stundenlohn von 9,65 Euro (plus Teamzulagen) biete das Unternehmen für Ungelernte Kräfte eine durchaus akzeptable Bezahlung, so Neumann. Es habe in keinem einzigen Fall Lohnzuschüsse, die bis zu 50 Prozent für sechs Monate betragen könnten, beantragt. Nach dem Gesetz seien zudem bis zu vier Wochen Praktikum zur Einstellungsanbahnung möglich.

Das Jobcenter habe aus seiner Klientel derzeit 616 Arbeitskräfte an Amazon vermittelt, bis Ende des Jahres rechnet Neumann mit 800 bis 900 Vermittlungen. ▪ bkr

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Amazon zu Arbeitmaßnahmen ohne Bezahlung "Das ist gängige Praxis" Empty Unbezahlte Praxisphasen für Arbeitslose: Beutet Amazon Aushilfen aus?

Beitrag  Andy am So Dez 04, 2011 12:45 pm

NRW-Arbeitsminister Schneider (SPD) im Clinch mit Amazon: Er kritisiert vermeintlich "skandalöse" Beschäftigungsverhältnisse bei den Logistikzentren des Versandhändlers. Alles legal, sagt die Arbeitsagentur. Doch auch die Gewerkschaften sind alarmiert.

"Ich verstehe die Aufregung um Amazon nicht", sagt Werner Marquis, Sprecher der Regionaldirektion der Arbeitsagentur in NRW. "Wir können froh sein, das wir hier in NRW einen Arbeitgeber wie Amazon haben, der besonders viele Arbeitsplätze für ungelernte Kräfte anbietet. Die brauchen wir nämlich." Doch der NRW-Arbeitsminister sieht das anders: Wie in Medienberichten bekannt geworden sei, "wendet der Internethändler Amazon offenbar skandalöse Praktiken bei der Beschäftigung von Aushilfen an", ließ Guntram Schneider (SPD) am 10. November mitteilen. Der Grund: Amazon betreibt zwei große Logistikzentren in NRW, eines in Werne und eines in Rheinberg. Dafür sucht der Konzern ständig neue Mitarbeiter - meist werden ihm von den Jobcentern arbeitssuchende oder erwerbslose Bewerber vermittelt. Diese arbeiten zunächst zwei Wochen unbezahlt zur Probe, erst danach bekommen sie ihr Gehalt von Amazon. Die zwei Wochen Probearbeit werden von der Arbeitsagentur, also letztlich vom Steuerzahler, bezahlt.
"Ungeheuerlicher Skandal"

"Es gibt berechtigten Zweifel daran, ob diese Praxis legal ist. Deshalb prüft mein Ministerium zusammen mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit derzeit die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens", ließ der nordrhein-westfälische Minister für Arbeit- und Soziales mitteilen. "Wenn sich dies bewahrheiten sollte, wäre das ein ungeheuerlicher Skandal." Doch Probearbeitszeiten oder Praktika sind für Betriebe, denen die Jobcenter erwerbslose Bewerber vermitteln, längst Gang und Gäbe. "Die Gesetzeslage dazu ist eindeutig", sagt Marquis. So sieht man das auch im Jobcenter im Kreis Unna, das zuständig ist für das Amazon-Logistikzentrum in Werne, wo gerade zweitausend neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Sprecherin Antonia Mega zitiert aus dem dritten Sozialgesetzbuch: Danach sind Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung im Rahmen eines Praktikums oder Probearbeitens beim Arbeitgeber zu unterstützen - sogar bis zu vier Wochen lang, wenn keine berufliche Fortbildung angeboten wird, ansonsten sogar bis zu acht Wochen. Der Bewerber erhält während dieser Zeit weiter sein Arbeitslosengeld I oder II, erst im Falle einer Weiterbeschäftigung muss der Arbeitgeber zahlen. Wie lange die Probezeit dauert, vereinbaren Jobcenter und Arbeitgeber untereinander.
Subventioniertes Weihnachtsgeschäft?

"Ich habe mir das Logistikzentrum in Werne selbst angesehen", sagt Mega. "Es ist eine körperlich fordernde Tätigkeit, die Mitarbeiter müssen in der Lage sein, bis zu 15 Kilo zu heben. So eine Probearbeitszeit ist eine Chance für die Bewerber, für sich selbst zu sehen ob sie das durchhalten und für die Tätigkeit geeignet sind. Viele Arbeitslose nutzen diese Probezeiten beim Arbeitgeber, das ist keine Seltenheit."

Doch Amazons Einstellungspraxis hat auch die Gewerkschaft Verdi alarmiert. "Wenn jemand erst einmal ein zweiwöchiges Praktikum absolvieren muss, und dann doch nur befristet für drei bis fünf Monate angestellt wird, ist das ein bisschen wenig gemessen an der Vorlaufzeit", sagt Julian Jädicke, zuständiger Referent bei Verdi. Er kritisiert, dass Amazon gezielt Hunderte neue Mitarbeiter für das boomende Weihnachtsgeschäft einstelle, die zwei Wochen von den Arbeitsagenturen subventioniert würden, die Arbeitskräfte aber nur für wenige Wochen oder Monate weiter beschäftigt würden. "Bekämen die Mitarbeiter im Anschluss unbefristete Verträge, wäre das natürlich etwas anderes", sagt Jädicke. "Wir kritisieren deshalb den wettbewerbsverzerrenden Effekt: Wenn Amazon bei Hunderten von Mitarbeitern von beispielsweise insgesamt drei Arbeitsmonaten jedes Mal zwei Wochen geschenkt bekommt, ist das eine Menge Geld".
Leistungsdruck und enttäuschte Hoffnungen auf Übernahme

Jädicke kritisiert zudem, dass Amazon befristete Stellen bewusst einsetze, um Leistungsdruck zu erzeugen: In den Logistikzentren würden Computer die Leistung jedes einzelnen Mitarbeiters dokumentieren: "Jedem wird auf diese Art und Weise mitgeteilt, ob er er über- oder unterdurchschnittlich gearbeitet hat, also beispielsweise wie viele Päckchen er pro Stunde geschafft hat", sagt Jädicke. Bei der Unsicherheit der befristeten Arbeitsverhältnisse sporne das die Leute an, noch mehr zu leisten. "Sie denken, wenn sie über dem Durchschnitt liegen, werden sie vom Konzern übernommen. Es entsteht ein gefühlter Leistungsdruck." In der Masse würden die Mitarbeiter aber dann enttäuscht: "Amazon übernimmt einen Großteil davon nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, sondern sucht wieder neue Mitarbeiter für befristete Verträge." Der Grund: Ab einer bestimmten Dauer der Beschäftigung greifen gesetzliche Regelungen, die den Arbeitgeber zwingen, den Mitarbeiter letztendlich unbefristet einzustellen. Amazon dagegen arbeite bewusst lieber mit befristeten Arbeitsverhältnissen. So seien in manchen Regionen rund um Amazons Logistikzentren kaum noch Kandidaten zu finden, die nicht schon einmal bei Amazon gewesen seien.

Auf den Vorwurf, Amazons Weihnachtsgeschäft über zweiwöchige Praktika neuer Mitarbeiter zu subventionieren, hat die Arbeitsagentur bereits reagiert. Ab dem 1. November stellen die Arbeitsagenturen diese Regelung ein. "Selbstverständlich stellen wir sicher, dass bei diesen Maßnahmen die Verhältnismäßigkeit gewahrt wird", sagt Regionaldirektionssprecher Marquis. Amazon selbst lässt dazu schriftlich mitteilen, nach der Weihnachtssaison sei es "Amazons Ziel, möglichst viele der saisonalen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in langfristige Arbeitsverhältnisse zu übernehmen. Je nach Geschäftsentwicklung können dies mehrere Hundert je Standort sein - dies zeigen Erfahrungswerte aus der Vergangenheit."

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