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Wahrheit über Tod von Benno Ohnesorg vertuscht (gezielte Tötung)

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Wahrheit über Tod von Benno Ohnesorg vertuscht (gezielte Tötung)

Beitrag  Gast am So Jan 22, 2012 5:18 am

DPA Pressemeldung vom22.01.2012 um 15:58 Uhr

Berlin (dpa/bb) - Der tödliche Schuss gegen den Studenten Benno Ohnesorg 1967 in West-Berlin könnte nach Recherchen des «Spiegels» doch gezielt abgefeuert worden sein. Der Polizist Karl-Heinz Kurras, der 2009 als Stasi-Spitzel enttarnt worden war, hatte sich stets auf Notwehr in einem Handgemenge berufen. Der heute 84-Jährige war 1967 und 1970 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung mangels Beweisen freigesprochen worden.

Das Nachrichtenmagazin schreibt, Polizistenkollegen sollen damals Spuren verwischt, Akten gesäubert und falsche Angaben gemacht haben, um Kurras zu schützen. Die Erkenntnisse stützen sich demnach auch auf neu ausgewertete Fotos und Filmsequenzen vom Tatort. So soll Kurras den Schuss unbedrängt aus nächster Nähe und umgeben von mehreren Polizisten abgegeben haben.

Auf einem in dem Magazin veröffentlichten Foto ist neben der Leiche von Ohnesorg auf dem Hof eines Mietshauses der damalige Polizeieinsatzleiter von Kurras zu sehen, der dann ausgesagt habe, dass er Kurras erst später gesehen habe. Erstmals ist nun am Rande des Fotos Kurras in unmittelbarer Nähe zu sehen.

Kurras sollte als Angehöriger eines «Greiftrupps» in Zivil der West-Berliner Polizei am 2. Juni 1967 «Rädelsführer» der Proteste gegen den Schah-Besuch dingfest machen. Ohnesorg war am Rande dieser Demonstration erschossen worden. Sein Tod hatte zur Radikalisierung der westdeutschen Studentenbewegung beigetragen.

Nach der Enttarnung von Kurras als Stasi-Agent hatten die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sowie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Das Berliner Verfahren war im vergangenen November wieder eingestellt worden.

Trotz neuer Erkenntnisse reiche es für eine Wiederaufnahme nicht, hieß es damals in der Begründung. Für ein neues Verfahren gegen einen rechtskräftig Freigesprochenen gebe es «engste rechtliche Voraussetzungen». Dafür hätte beispielsweise eine Kurras entlastende Falschaussage nachgewiesen werden müssen. Etliche der damals Prozessbeteiligten seien aber inzwischen gestorben.

Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Sonntag auf dpa-Anfrage, eine detaillierte Foto-Auswertung habe sich erst durch neue technische Möglichkeiten ergeben.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte, es gebe keinen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Schuss von Kurras und seiner Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit. Es war spekuliert worden, ob Kurras den Studenten im Auftrag der Stasi erschoss.

In Juristenkreisen war am Sonntag zu hören, wenn bei den damaligen Prozessen sämtliche Erkenntnisse von heute vorgelegen hätten, wäre das Urteil womöglich anders ausgefallen.

Laut Spiegel zeigt eine bislang unbekannte Filmsequenz, dass ein Mann mit ruhigen Schritten in Richtung Ohnesorg geht, während sich in seiner Hand ein pistolenförmiger Gegenstand abzeichne. Das Magazin zitierte Ermittler: «Die Konturen legen dabei nahe, dass es sich um Kurras handelt.»

Der in Berlin lebende pensionierte Kriminalbeamte, der als Waffennarr galt, war noch 2009 wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Über Kurras hatte sein damaliger Stasi-Führungsoffizier notiert: «Den überwiegenden Teil seiner Freizeit verbringt er auf dem Schießstand», monatlich gebe er allein für Munition 300 bis 400 Mark aus.

Laut «Spiegel» ist auf einem anderen Bild zu sehen, wie sich Kurras beim Schießen auf einen anderen Polizisten stütze. Dessen Name sei wohl aus den Akten herausgehalten worden, er sei nie vernommen worden. Auch im Krankenhaus Moabit sei der Tod von Ohnesorg noch verschleiert worden. Ärzte sollen Schädelteile um das Einschussloch entfernt und die Kopfhaut wieder zugenäht haben. Als Todesursache habe die Polizei dann lediglich «Schädelverletzung durch stumpfe Gewalteinwirkung» vermerkt.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte dem Magazin: «Es ist schlimmer als das Übelste, was wir damals vermuteten, so weit ging unsere Phantasie nicht.» Er sehe einen «hinreichenden Verdacht, dass es sich bei der Erschießung von Benno Ohnesorg um eine vorsätzliche Tat mit Tötungsabsicht gehandelt habe».

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Tödliche Schüsse auf Studenten Benno Ohnesorg

Beitrag  Gast am So Jan 22, 2012 5:49 am

Der tödliche Schuss auf den Studenten Benno Ohnesorg 1967 in West-Berlin könnte doch gezielt abgefeuert worden sein. Das jedenfalls berichtet der "Spiegel". Darüber hinaus sollen auch Spuren verwischt und falsche Angaben gemacht worden sein.


Der verletzte Student Benno Ohnesorg wird am 2. Juni 1967 auf einer Trage ins Krankenhaus gebracht.


Die West-Berliner Polizei hat nach Informationen des „Spiegel“ womöglich die Hintergründe des tödlichen Schusses auf den Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 vertuscht - um den Todesschützen Karl-Heinz Kurras zu schützen. Der Kriminalbeamte Kurras habe den Schuss offensichtlich unbedrängt aus nächster Nähe und umgeben von mehreren Polizisten abgegeben, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf neue Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und eigene Recherchen.

Kurras hatte sich hingegen auf Notwehr berufen und beteuert, er sei von Demonstranten mit Messern bedroht worden. Eine neue Auswertung alter Filme und Fotos mittels hochauflösender Abtastung zeige jedoch, dass dies nicht den Tatsachen entspreche, berichtete der „Spiegel“. So sei auf einer bislang unbekannten Filmsequenz zu sehen, wie ein Mann mit ruhigen Schritten in Richtung Ohnesorg geht, während sich in seiner Hand ein pistolenförmiger Gegenstand abzeichnet. Die Ermittler stellten dem Bericht zufolge dazu fest: „Die Konturen legen dabei nahe, dass es sich um Kurras handelt.“

Schuss aus kurzer Distanz

Zudem hatte laut „Spiegel“ der damalige Einsatzleiter als Kurras“ Vorgesetzter erklärt, er habe den Schützen erst erheblich später gesehen. Nun zeigen dem Bericht zufolge Fotos den leitenden Beamten der Berliner Polizei wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Kurras aus kurzer Distanz den Schuss abfeuerte. Ein weiteres Bild zeigt demnach den Einsatzleiter, den verwundet am Boden liegenden Ohnesorg und in unmittelbarer Nähe auch den Todesschützen Kurras.

Prügel auf den toten Ohnesorg

Auf einem weiteren bislang unbekannten Bild ist dem Magazin zufolge die Situation der Schussabgabe zu sehen. Dabei stütze sich Kurras mit der linken Hand auf einen Kollegen der Polizei, während er mit der rechten Hand schieße. Der Name dieses Kollegen von Kurras sei offenbar gezielt aus den Akten herausgehalten worden, er wurde laut „Spiegel“ nie vernommen.

Ebenfalls nicht vernommen wurden demnach drei Schutzpolizisten, die wahrscheinlich noch nach dem tödlichen Treffer auf den bereits am Boden liegenden Ohnesorg eingeprügelt hatten. Ihre Namen seien bis heute nicht ermittelt, berichtete das Magazin.
Für ein Verfahren gegen einen rechtskräftig Freigesprochenen Kurras gebe es „engste rechtliche Voraussetzungen“. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft sagte am Sonntag auf dpa-Anfrage, eine detaillierte Foto-Auswertung habe sich erst durch neue technische Möglichkeiten ergeben. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sagte, es gebe keinen Anhaltspunkt für eine Verbindung zwischen dem Schuss von Kurras und seiner Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit.

http://www.fr-online.de/politik/toedliche-schuesse-auf-studenten-wurde-gezielt-auf-benno-ohnesorg-geschossen-,1472596,11493250.html

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"Spiegel": Polizei vertuschte Hintergründe des Ohnesorg-Todes

Beitrag  Gast am Mo Jan 23, 2012 7:40 am



Es ist ein Schlüsselereignis der bundesdeutschen Geschichte: 1967 wurde bei einer Demonstration der Student Benno Ohnesorg erschossen. Offenbar gezielt - das haben jetzt Recherchen von Ermittlern und "Spiegel"-Redakteuren ergeben. Die Polizei deckte den Schützen Karl-Heinz Kurras; sogar die Leiche des Opfers wurde manipuliert.

Die West-Berliner Polizei hat offenbar die Hintergründe des tödlichen Schusses auf den Studenten Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien am 2. Juni 1967 vertuscht. Damit wurde der Kriminalbeamte Karl-Heinz Kurras, der Ohnesorg erschossen hatte, geschützt. Neue Ermittlungen der Bundesanwaltschaft und Recherchen des "Spiegel" haben ergeben, dass Kurras den Schuss offensichtlich unbedrängt aus nächster Nähe und umgeben von mehreren Polizisten abgegeben hat.

Kurras hatte sich dagegen bisher stets auf Notwehr berufen und beteuert, er sei von Demonstranten mit Messern bedroht worden. Eine neue Auswertung alter Filme und Fotos mittels hochauflösender Abtastung zeigt hingegen, dass dies nicht den Tatsachen entspricht.

Auf einer bislang unbekannten Filmsequenz, die von einem SFB-Team gedreht wurde, sieht man einen Mann mit ruhigen Schritten in Richtung Ohnesorg gehen, während sich in seiner Hand ein pistolenförmiger Gegenstand abzeichnet. Die Ermittler stellten dazu fest: "Die Konturen legen dabei nahe, dass es sich um Kurras handelt."

Falschaussagen führender Beamter

Der am Ort des Geschehens im Innenhof eines Hauses der Berliner Krumme Straße verantwortliche Einsatzleiter, der Staatsschutzbeamte Helmut Starke, hatte als Kurras' Vorgesetzter erklärt, er habe den Schützen erst erheblich später gesehen. Nun zeigen Fotos den leitenden Beamten der Berliner Polizei wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Kurras aus kurzer Distanz den Schuss abgefeuert hat. Den Aussagen Starkes widerspricht insbesondere ein weiteres Foto, das jetzt im "Spiegel" erstmals vollständig veröffentlicht wird: Es zeigt nicht nur Starke und den verwundet am Boden liegenden Ohnesorg, sondern in unmittelbarer Nähe auch den Todesschützen Kurras.

Auf einem weiteren bislang unbekannten Bild ist die Situation der Schussabgabe zu sehen. Dabei stützt sich Kurras mit der linken Hand auf einen Kollegen der Polizei, während er mit der rechten Hand schießt. Der Name des Kollegen ist offenbar gezielt aus den Akten herausgehalten worden, er wurde nie vernommen. Ebenfalls nicht vernommen wurden drei Schutzpolizisten, die wahrscheinlich noch nach dem tödlichen Treffer auf den bereits am Boden liegenden Ohnesorg eingeprügelt hatten. Ihre Namen sind bis heute nicht ermittelt.

Der makaberste Akt der Vertuschung ereignete sich im Krankenhaus Moabit: Dort entfernten Ärzte Schädelteile um das Einschussloch herum und nähten die Kopfhaut wieder zu. Im Totenschein ist als Todesursache angegeben: "Schädelverletzung durch stumpfe Gewalteinwirkung." Dies, so sagte jetzt der Arzt, der den Schein ausstellte, dem "Spiegel", habe er "nicht aufgrund eigener Feststellungen, sondern auf Anweisung meines damaligen Chefs gemacht."

Der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele reagierte geschockt auf die Ermittlungsergebnisse: "Es ist schlimmer als das Übelste, was wir damals vermuteten, so weit ging unsere Phantasie nicht", so der Grünen-Politiker. Ströbele sieht einen "hinreichenden Verdacht, dass es sich bei der Erschießung von Benno Ohnesorg um eine vorsätzliche Tat mit Tötungsabsicht gehandelt habe".

http://nachrichten.t-online.de/benno-ohnesorg-polizei-vertuschte-laut-spiegel-die-hintergruende-des-ohnesorg-todes/id_53388254/index


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Tötete Kurras Benno Ohnesorg doch vorsätzlich?

Beitrag  Gast am Sa Jan 28, 2012 7:46 am

Neue Erkenntnisse zum Tod von Benno Ohnesorg: Der Todesschütze Karl-Heinz Kurras könnte die Schüsse auf den Studenten doch gezielt abgefeuert haben.


http://www.tagesspiegel.de/images/ohnesorg_dpa/6096916/2.jpg
Benno Ohnesorg starb am 2. Juni 1967 durch Schüsse von Karl-Heinz Kurras


Die Diskussion um die Todesschüsse auf Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 reißt nicht ab. Neue Erkenntnisse und Recherchen des „Spiegels“ könnten den Schluss zulassen, dass die Schüsse auf den Studenten doch gezielt abgefeuert worden sind. Zudem werfen sie den Verdacht auf, dass Kollegen des Polizisten Karl-Heinz Kurras, der die Schüsse abgegeben hatte, dazu beigetragen haben, die wahren Umstände des Geschehens am Rande der Anti-Schah-Demonstration in der Krummen Straße in Charlottenburg zu verschleiern. Kurras wurde 2009 als Stasi-Spitzel enttarnt. Bereits 1967 und 1971 war der heute 84-Jährige mangels Beweisen vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden.

Über die Hintergründe zur Enttarnung von Kurras und über neue Erkenntnisse zum Tod von Benno Ohnesorg berichtete der Tagesspiegel 2009 ausführlich.

Fotos und Filmaufnahmen des Tatortes von damals wurden jetzt neu ausgewertet. Durch Vergrößerungen dieser bekannten Bilder habe man Details entdecken können, die gegen die von Kurras vorgetragene Begründung sprachen, er habe in Notwehr gehandelt, sagt der Publizist Uwe Soukup, der unter anderem das Buch „Wie starb Benno Ohnesorg? Der 2. Juni 1967“ geschrieben hat.


http://www.tagesspiegel.de/images/ohnesorg2_schoene/6097558/2.jpg
Liefert dieses Foto neue Indizien zum Schuss von Kurras auf Benno Ohnesorg?

Beispielsweise sei jetzt auf einem Pressefoto des Tatortes an einer Seite Kurras zu erkennen; bislang war das Bild immer beschnitten zu sehen gewesen. Eine bisher unveröffentlichte Filmsequenz zeigt zudem, wie ein Mann, von dem man annimmt, dass es Kurras ist, völlig unbedrängt, den Tatort, einen Parkplatz, betritt. In der Hand hält er eine Waffe. Als er die Schüsse abgab, soll er den Bildern zufolge von anderen Polizisten umgeben gewesen sein. Laut Soukup war dieser Film stets Teil der Ermittlungsakte; man hätte ihn also schon vor Jahren – auch ohne Digitalisierung auswerten können. Auch an dem Leichnam des erschossenen Studenten wurde durch Operationen manipuliert.

Nach den jetzt bekannt gewordenen Darstellungen werde die Staatsanwaltschaft jetzt „neue Erkenntnisse und Rechercheergebnisse prüfen“, sagte am Sonntag Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, dem Tagesspiegel. „Sehr schwer“ sei generell die Wiederaufnahme eines Verfahrens zuungunsten eines rechtskräftig Freigesprochenen, sagte Steltner.

Anfang November 2011 stellte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ein erneutes Ermittlungsverfahren gegen Karl-Heinz Kurras ein. Für eine Wiederaufnahme eines Verfahrens gegen Kurras, der nach dem Schuss auf Ohnesorg 1971 rechtskräftig freigesprochen worden war, hätten nicht nur Beweise für eine vorsätzliche oder fahrlässige Tat vorliegen müssen, sondern auch ein „spezieller Wiederaufnahmegrund“. Diese Voraussetzungen sah die Berliner Staatsanwaltschaft nicht erfüllt. Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Kurras auch damit, dass viele der Verfahrensbeteiligten verstorben seien oder sich in einem Gesundheitszustand befänden, der eine Vernehmung oder konkrete Erinnerung nicht mehr zuließe. Wegen Kurras’ Stasitätigkeit ermittelt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe weiter gegen Kurras wegen Landesverrats. Sie erklärte am Sonntag auf Anfrage, für eine Neubewertung des Falles Ohnesorg sei die Berliner Staatsanwaltschaft zuständig. Man selbst beschäftige sich nur mit Staatsschutzdelikten.

Eine Überprüfung der Todesumstände von Benno Ohnesorg habe aber ergeben, dass dieser Vorfall ,,in keinem Zusammenhang mit der Tätigkeit von Kurras als Stasi-Spitzel steht“. Allerdings hat die Bundesanwaltschaft sich nach Tagesspiegel-Informationen mit dem Fall Ohnesorg befasst und etliche von Kurras’ Kollegen erneut vernommen.

http://www.tagesspiegel.de/politik/fotos-und-filme-neu-ausgewertet-toetete-kurras-benno-ohnesorg-doch-vorsaetzlich/6096878.html

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Neue Indizien im Mordfall Benno Ohnesorg

Beitrag  Andy am So Feb 05, 2012 7:43 pm

Neue Indizien deuten darauf hin, dass der Student Benno Ohnesorg vom Polizisten Karl-Heinz Kurras gezielt getötet wurde. Der Tat folgte eine systematische staatliche Verschleierungskampagne der Westberliner Polizei, die in einen Freispruch Kurras mündete.

Benno Ohnesorg war in Berlin während den Auseinandersetzungen auf der Demonstration gegen den Besuch des persischen Schahs im Juni 1967 durch einen Kopfschuss getötet worden. Was seit über vierzig Jahren von vielen vermutet wurde, hat sich durch die jüngsten staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen und die Recherchen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel weiter erhärtet.

Erneut aufgerollt wurde der Fall Kurras, der bereits zweimal (1967 und 1970) frei gesprochen wurde, im Jahr 2009. Der Ausgangspunkt für die Wiederaufnahme der Untersuchungen durch die Berliner Staatsanwaltschaft und die Bundesanwaltschaft waren Stasi-Unterlagen, aus denen hervorging, dass der Polizist Kurras als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für die Staatssicherheit der DDR gearbeitet hatte. Der Verdacht kam auf, dass Kurras an jenem Tag sogar im Auftrag der Stasi gehandelt haben könnte. Doch derartige Spekulationen wurden durch weitere Untersuchungen nicht erhärtet.

Gestützt auf neue Informationen, die im Rahmen der Stasi-Untersuchung bekannt wurden, und akribische eigene Recherchen veröffentlichte der Spiegel Ende Januar eine umfangreiche und detaillierte Darstellung des Tathergangs und des weiteren Verlaufs. Auch wenn diese neuen Informationen laut Staatsanwaltschaft nicht für ein erneutes Verfahren ausreichen – entweder sind die Zeugen verstorben oder nicht mehr vernehmungsfähig oder –willig, und das Video- und Bildmaterial ist allein nicht ausreichend – so wird doch eines deutlich: die Aussagen von Kurras, seines Vorgesetzten und Einsatzleiters bei der Demonstration, Helmut Starke, und vieler anderer Hauptzeugen der Polizei stimmen nicht mit den neuen Bilddokumenten überein.

Im Mittelpunkt steht unter anderem das Foto eines BZ-Reporters, Wolfgang Schöne, auf dem Kurras abgeschnitten aber deutlich am linken Rand zu erkennen ist. Schöne ist laut Spiegel „ein guter Freund von Kurras, [und] außerdem ein guter Bekannter von Starke, der den Polizeireporter regelmäßig mit Tipps versorgte“. Das Foto ist an sich nicht neu, es wurde bereits in Zeitungen publiziert und zeigt den Einsatzleiter Starke kurz nach dem Schuss, erschrocken in die Kamera blickend. Hinter ihm liegt Benno Ohnesorg auf dem Boden. Das Bild war bislang jedoch manipuliert und ohne Kurras veröffentlicht worden. Das vollständige Bild beweist nun, dass Kurras unmittelbar nach der Tat gemeinsam mit Kollegen in der Nähe des schwerverletzten Ohnesorg stand. Kurras hatte immer angegeben, er habe erst am folgenden Tag aus dem Fernsehen erfahren, welche Konsequenzen der Schuss gehabt habe.

Bedenkt man die Rolle, die die Springer-Presse während der Studentenproteste gespielt hat, ist es naheliegend, dass die Manipulation des Bildes Teil einer gezielten Kampagne war. Bei seiner medialen Hetze gegen die Studenten schreckte der Springer-Verlag offenbar auch vor der Vertuschung eines Mordes nicht zurück, um die Interessen des Establishments mit all ihren antidemokratischen Traditionen der deutschen Nachkriegsgesellschaft zu verteidigen.

Auch weitere Fotos zeigen, dass sich Kurras, Starke und weitere Polizisten und wichtige Entlastungszeugen wie Horst Geier zur Tatzeit in Sichtkontakt in der Nähe des Opfers aufhielten. Ihre Aussagen, sie hätten einander nicht gesehen und nicht gewusst, dass ein Polizist geschossen hätte, sind nun als Falschaussagen entlarvt, die zur Entlastung von Kurras dienen sollten. Die Bilder legen nahe, dass alle von Beginn an involviert waren und die Tatumstände kannten.

Aus dem neuen Bildmaterial wird auch ersichtlich, dass Kurras weder aus Notwehr noch in Panik handelte, sondern ruhig, frei und gezielt aus kurzer Distanz schießen konnte. Neue Auswertungen eines alten Videobands sollen ihn schemenhaft und mit einem glatten, einer Schusswaffe ähnlichen Gegenstand in der Hand zeigen, wie er allein den Hof des Hauses Krumme Str. 66/67 betritt. Obwohl Kurras zweimal vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen wurde, lässt die neue Indizienlage auf eine gezielte Exekution Benno Ohnesorgs durch Kurras schließen.

Die neuen Untersuchungen zeigen auch auf, dass sowohl Beamte der Kriminalpolizei als auch die schlampige Arbeit der Staatsanwaltschaft für die Vertuschung der Tat eine große Rolle spielten.

Zeugen wie der Polizist Paul-Gerhard Schulz, auf den sich Kurras auf einem weiteren Foto unmittelbar vor dem Schuss aufzustützen scheint, waren lediglich polizeiintern und telefonisch befragt worden. Weitere Zeugen waren nicht einmal vernommen worden. Das Magazin Fokus berichtet von dem Arbeiter Herbert Dieters, der eine Gruppe diskutierender Männer unmittelbar nach dem Ereignis auf der Straße beobachtet hatte. Bei der Diskussion ging es um eine Schusswaffe und einen Ausweis. Obwohl Dieters zweimal Meldung bei der Polizei machte, war seine Aussage offenbar weder für das Revier noch später für die Staatsanwaltschaft von Interesse.

Im Verlauf des Verfahrens selbst wurden 83 Zeugen verhört. Keiner von ihnen untermauerte die Aussagen von Karl-Heinz Kurras zu den Umständen, die angeblich zu dem Schuss geführt hatten. Die meisten sagten, sie hätten weder etwas gesehen noch etwas gewusst. Dieters selbst wurde nie befragt. Über ihn ist lediglich ein Vermerk in den Ermittlungsakten der Berliner Staatsanwaltschaft von 2009 nachzulesen.

Viele Indizien ließen auch schon 1967 auf eine kriminelle Vertuschung des Mords schließen. Aus Benno Ohnesorgs Schädeldecke war z. B. das Stück mit dem Einschussloch im Krankenhaus herausgebrochen und die Wunde darüber zugenäht worden. Ohnesorgs Totenschein war mit „Tod durch stumpfe Gewalteinwirkung“ gezeichnet worden war. Die neuen Indizien rücken den Vorfall nun in einen größeren Zusammenhang. Vieles deutet darauf hin, dass von staatlichen Organen wie der Einsatzpolizei oder der Kriminalpolizei vorsätzlich und systematisch Verschleierungen, Vertuschungen und Falschaussagen initiiert wurden, um den Mörder aus ihren eigenen Reihen zu decken. Von der ermittelnden Staatsanwaltschaft sind darüber hinaus zumindest grobe Fehler und Fahrlässigkeit an den Tag gelegt worden.

Der Fall Benno Ohnesorg ist kein Einzelfall. Bis heute gibt es immer wieder Fälle, in denen die deutsche Polizei Gewalt von Kollegen deckt. Erst kürzlich gingen Einsatzkräfte mit brutaler Gewalt gegen die Teilnehmer einer Demonstration zum Gedenken an Oury Jalloh vor. Der Asylbewerber Oury Jalloh war 2005 unter sehr mysteriösen Umständen in einer Dessauer Gefängniszelle nach Misshandlungen verbrannt. Auch dieses Verfahren strotzt vor widersprüchlichen Aussagen. Wichtige Beweismittel sind verschwunden, und die Ermittlungen können nur als schlampig bezeichnet werden.

Laut Berichten von Amnesty International aus dem Jahr 2004 und 2010 werden bei Meldungen von Polizeigewalt in vielen Fällen die Taten der Beamten nie aufgeklärt, die strafrechtlichen Ermittlungen nicht gründlich oder zu spät aufgenommen und nicht alle Beweise erhoben oder Ermittlungen zügig wieder eingestellt.

Wie tief staatliche Organe in die Vertuschung und Verheimlichung von Verbrechen verstrickt sind, zeigen auch die jüngsten Enthüllungen um die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ der drei Zwickauer Rechtsterroristen Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt. Die drei konnten über zehn Jahre lang mithilfe eines weiten Netzwerkes, zu dem auch V-Männer gehörten, morden und rauben.

Die Nähe der Polizei und Geheimdienste zu rechtsradikalen Kreisen hat in Deutschland eine lange Tradition. Die Studentenproteste der 1960er Jahre richteten sich vor allem gegen die Verbrechen der Nazizeit und deren Verursacher. Nicht wenige von ihnen waren nach dem Krieg wieder in Amt und Würden gehievt worden und hatten die Politik, das Justizwesen und die Wirtschaft maßgeblich geprägt. Im November 1966, nur ein halbes Jahr vor der Ermordung von Benno Ohnesorg, war mit Kurt Georg Kiesinger ein ehemaliges NSDAP-Mitglied Bundeskanzler geworden.

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