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Mein Schulfreund, der Diktator

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Mein Schulfreund, der Diktator

Beitrag  checker am Mo Apr 08, 2013 7:13 am

Kim Jong Un, Assad und Gaddafi junior: Sie alle besuchten Schulen und Universitäten in Europa, einer promovierte sogar über Demokratie. Wieso hat das nichts gebracht?
Blöde Frage, schon mal was von rechten strukturen in der Uni gehört.Studentenbewegung,RAF usw.




Wenn Kim Jong Un, der Diktator von Nordkorea, dem Westen demnächst wieder mit Krieg droht, wird er vermutlich Koreanisch sprechen. Er wäre aber auch in der Lage, auf Schweizerdeutsch zu drohen.

Von 1998 bis 2001 ging ein koreanischer Junge namens Pak Un auf die Schule Liebefeld Steinhölzli nahe der Schweizer Hauptstadt Bern. Der örtlichen Schulbehörde war Pak als Sohn eines Mitarbeiters der Botschaft von Nordkorea gemeldet.

Seit 2009 kursieren Gerüchte, dass es sich bei Pak Un um den jungen Kim Jong Un gehandelt haben soll. Ausgelöst durch eine Meldung der japanischen Zeitung Mainichi, fiel die Presse in dem Berner Vorort Köniz ein. Ein ehemaliger Sitznachbar erzählte dem Schweizer Tagesanzeiger, Kim Jong Un habe sich ihm anvertraut. Eines Nachmittages, als die beiden zusammen Musik hörten, habe Kim gesagt: "Ich bin nicht der Sohn des Botschafters, ich bin der Sohn des Präsidenten." Er habe ein Foto gezeigt, auf dem er zusammen mit seinem Vater zu sehen ist, dem damaligen Staatsoberhaupt Kim Jong Il. Der Sitznachbar erzählte, Kim und er hätten fast jeden Nachmittag zusammen Basketball gespielt: "Das war seine ganze Leidenschaft." Außerdem habe Kim sehr oft die nordkoreanische Nationalhymne gehört.

Ob die Geschichte tatsächlich stimmte, ließ sich damals nicht klären. Doch letztes Jahr lieferte der französische Anthropologe Raoul Perrot den Beweis. Er verglich im Auftrag der Schweizer SonntagsZeitung das Gesicht von Pak Un auf einem Klassenfoto aus dem Jahr 1999 mit einem aktuellen Bild von Kim Jong Un anhand der Position von 17 Gesichtsmerkmalen. Das Ergebnis: eine Übereinstimmung von 95 Prozent. Die Abweichung von fünf Prozent führt der Wissenschaftler auf Alterung und Gewichtszunahme zurück.

Kim Jong Un ist also in der Schweiz zur Schule gegangen. Schon als die ersten Gerüchte aufgekommen waren, hatten Beobachter und Experten gehofft, die Begegnung mit der westlichen Demokratie könnte den Thronfolger zu einer Öffnung seines Landes verleiten. Diese Hoffnung wird spätestens in diesen Tagen enttäuscht. Wie kann es sein, dass sein Bildungsaufenthalt in Europa scheinbar wirkungslos blieb?


Gesichtsvergleich: Kim Jong Un 2012 (links) und Pak Un 1999. Quelle: sonntagszeitung.ch

Der Sozialpsychologe Ulrich Wagner vermutet, dass in solchen Fällen das westliche Demokratiemodell "subjektiv außer Kraft gesetzt wird". Im persönlichen Umgang könnten solche Menschen sehr angenehm auftreten, häufig pflegten sie auch ein westliches Familienmodell. Politisch nähmen sie allerdings eine besondere Situation für sich in Anspruch, mit der sie ihr Handeln rechtfertigen würden.

Ähnlich muss es auch bei Saif al-Islam Gaddafi gewesen sein, dem Sohn des inzwischen gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi. Er wurde ganz offiziell im Westen ausgebildet. Zwischen 1998 und 2000 absolvierte er ein MBA-Programm an der privaten IMADEC University in Wien. Der Libyer brachte sogar seine beiden weißen Tiger mit nach Wien, die im Tiergarten Schönbrunn untergebracht wurden. Später promovierte Saif al-Islam Gaddafi an der renommierten London School of Economics. Der Titel seiner Dissertation von 2007: Die Rolle der Zivilgesellschaft für die Demokratisierung globaler Regierungsinstitutionen.

Zwischenzeitlich hatte sich der Gaddafi-Sohn reformorientiert gegeben, doch im entscheidenden Moment unterstützte er doch den Kurs seines Vaters im libyschen Bürgerkrieg. Auch bei ihm blieb die europäische Bildungskarriere offenbar wirkungslos.

Silberbesteck und Sturmgewehr

Die jungen Tyrannen übernähmen zwar westliche Gepflogenheiten, nicht aber Werte, analysiert Robert Danin, der sich beim amerikanischen Council on Foreign Relations mit dem Nahen Osten befasst. Der Auslandsaufenthalt würde ein Gefühl der Exklusivität und Überlegenheit gegenüber der eigenen Bevölkerung sogar verstärken. "Sie mögen gelernt haben, wie man etwa beim Dinner im Palast die Gabel halten muss. Genauso sicher sind sie allerdings im Umgang mit einer AK-47."

Diese Beschreibung trifft auch auf den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu. Ab 1992 studierte er in London an einer Hochschule für Augenheilkunde. Als sein älterer Bruder 1994 bei einem Autounfall ums Leben kam, stieg er zum Nachfolger auf und wurde von seinem Vater zurück nach Damaskus geholt, wo er im Jahr 2000 die Macht übernahm. Inzwischen führt er einen Krieg gegen das eigene Volk.

Die Soziologin Huda Zein hat selbst in Damaskus und Freiburg studiert. Für sie ist es eine Illusion zu glauben, ein paar Jahre in Europa könnten Reformen anstoßen. "Das gesamte System beruht auf Gewalt und Unterdrückung. Die Herrscherfamilie betrachtet das Land als ihr Privateigentum. Jede Reform ist da nur Kosmetik."


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