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Politisch Verfolgte

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Politisch Verfolgte

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:32 pm

Ernst Böhme



geb.: 21.01.1892 in Magdeburg

gest.: 21.07.1968 in Braunschweig

Der als Sohn einer Arbeiterfamilie geborene Böhme legte 1912 die Reifeprüfung ab. Im selben Jahr trat er in die SPD ein und nahm das Studium der Rechts- und Staatswissenschaft auf. Im ersten Weltkrieg war Böhme Kriegsteilnehmer. 1917 legte er das erste, 1922 das zweite Staatsexamen ab. Von 1923 - 1929 war er beim Magdeburger Magistrat beschäftigt, zuletzt als besoldeter Stadtrat. Böhme wurde am 23.01.1929 zum Braunschweiger Oberbürgermeister gewählt. 1930 wurde er als SPD-Abgeordneter Mitglied im Landtag. Am 13.03.1933 verfügte Klagges Böhmes Amtsenthebung und ließ ihn in "Schutzhaft" nehmen. Kurz nachdem er entlassen wurde, wurde er von SS-Leuten im Volksfreundhaus misshandelt. Sie erpressten eine Mandatsverzichtserklärung. Böhme wurde, nachdem man ihn durch Braunschweigs Straßen getrieben hatte, wieder in Haft genommen. Nach seiner Entlassung verließ Böhme Braunschweig und nahm ein Studium der Betriebs- und Volkswirtschaft auf. Danach arbeitete er als vereidigter Buchprüfer. 1945 wurde Böhme von der amerikanischen Militärregierung zum Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig ernannt. Dieses Amt nahm er bis 1948 war. Böhme war 1946 SPD-Abgeordneter des Braunschweiger Landtags und von 1947 - 1955 Mitglied des Niedersächsischen Landtags.



Q.:Bein (2000); Reinowski (1933); Jarck,Scheel (1996)
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Gustav Gassner

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:33 pm

Gustav Gassner



Der Botanik - Professor Gustav Gassner (1881 - 1955) trat 1932 die Nachfolge Otto Schmitz' im Rektorenamt an.

Im Wintersemester 1932/33 bauschte sich der Hochschulkonflikt erneut auf.Die ständigen Provokationen des NSDStB - welcher sich der Unterstützung der Partei ohne Zweifel bewusst war - führten zu einem Verbot dieser Studentengruppe durch den Senat. Der Volksbildungsminister Klagges erteilte dem amtierenden Rektor Gassner eine "Ordnungsstrafe der Warnung".

Mit der Machtübernahme der NSDAP 1933 verschärfte sich die Situation.Der durch die Nationalsozialisten ausgeübte Druck auf den Hochschulsenat und seine Person veranlassten Gassner, am 31.03.33 außerhalb Braunschweigs seinen Rücktritt zu erklären. Am 1. April wurde er bei seiner Rückkehr nach Braunschweig am Bahnhof verhaftet - aufgrund des dringenden Verdachts, "vorbereitend an hochverräterischen Unternehmungen mitgewirkt zu haben" (1). Während Gassner bis zum 11. April in Schutzhaft gehalten wurde, trat der Senat am 5. April geschlossen und mit dem "Bekenntnis zum nationalen Deutschland und seiner Regierung" zurück. Gassner wurde "wegen politischer Unzuverlässigkeit" am 30. September 1933 entlassen.

Klagges setzte Paul Horrmann (1878-1942) als Rektor ein. Von 1936 bis 1943 folgte das Rektorat Emil Herzigs (1898-1962); bis 1945 hatte Fritz Gerstenberg das Amt inne. Prof. Dr. Gustav Gassner, der letzte Rektor vor dem Krieg, der gemäß der Hochschulverfassung durch das Konzil gewählt worden war, wurde auch der erste Rektor nach dem Krieg. Die zu dem Zeitpunkt geschlossene TH war zu etwa 75% zerstört und arbeitsunfähig. Prof. Gassner organisierte die Trümmerräumung durch Hochschullehrer und Studenten sowie die dringendsten Instandsetzungen, so dass der Hochschulbetrieb im Wintersemester 1945/46 wieder aufgenommen werden konnte. Die Immatrikulation am 14. Januar 1946 eröffnete er mit einer Ansprache an die Studenten, in der er auf die nationalsozialistische Zeit der Hochschule zurückblickt.

Ansprache

(1) BLZ 31.3.1933 In: Ketz, Walter
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Dr. Heinrich Jasper

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:35 pm

Dr. Heinrich Jasper



1875-1945

Rechtsanwalt, seit 1903 sozialdemokratischer Stadtverordneter

1919/20 Abgeordneter der Nationalversammlung

1919/20, 1922-24, 1927-30 Braunschweigischer Landesminister und Ministerpräsident des Landes Braunschweig

1918-33 Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag

Am 18.3.33 verhaftet. Verweigerte trotz schwerer Misshandlungen die Unterschrift für den Mandatsverzicht.

"Schutzhaft" bis 19.4.1933, zwei Monate später Inhaftierung im Gefängnis Rennelberg. Klagges vermerkte auf einem Entlassungsgesuch Jaspers: "Eine Entlassung aus der Schutzhaft ist nach Lage der Dinge nicht zweckmäßig, vielmehr ist eine Überführung in ein preußisches Konzentrationslager beabsichtigt, sobald die Verhandlungen mit Preußen abgeschlossen sind. Auch kann eine Aufhebung der Besuchs- und Briefsperre nicht erfolgen." (1)

Bis 1935 war Jasper in Rennelberg inhaftiert und hatte keinen Kontakt zur Außenwelt. Anschließend wurde er In das Konzentrationslager Dachau gebracht.

1938 wurde er wieder freigelassen. Wer dies veranlasste, ist nicht bekannt. Zurück in Braunschweig musste sich Jasper jeden Tag bei der Gestapo melden und wurde ständig überwacht.

1944 wurde Jasper wie alle ehemaligen sozialdemokratischen Funktionäre, die noch in Freiheit waren, erneut eingesperrt. Als Vorwand hierfür diente das Attentat auf Hitler. Jasper, der "inzwischen durch Folter und Haft gezeichnet(e)" war, wurde ins KZ-Sachsenhausen gebracht. 1945 wurde er im Zuge der Auflösung dieses KZs nach Bergen-Belsen verlegt. Er starb dort am 19.2.1945. Jaspers Leiche wurde in ein Massengrab verscharrt.

(1) zitiert nach Bein, R.: Zeitzeichen, S. 50
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August Merges

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:36 pm

August Merges



geb.: 03.03.1870 in Malstadt-Burbach/Saar

gest.: 06.03.1945 Braunschweig

Merges übte längere Zeit eine parteipolitische und gewerkschaftliche Tätigkeit in Holzminden aus, bevor er 1911 als Expedient des "Brsger Volksfreundes" nach Braunschweig kam. Hier verstärkte er den ohnehin starken radikalen Flügel der SPD. Während des Ersten Weltkriegs sammelte er den "Braunschweiger Revolutionsklub" um sich, eine Gruppe von etwa 15 Sozialdemokraten, die zielbewußt auf eine Revolution hinarbeiten. Die politischen Streiks dieser Zeit sind stark von ihm beeinflußt worden, und er trug massiv dazu bei, dass Herzog Ernst August am 08.11.1918 zur Abdankung veranlaßt wurde. Am 10.11. diesen Jahres wurde Merges zum Präsidenten der "Sozialistischen Republik" Braunschweig ausgerufen, 1919 schloss er sich der KPD an. Nach 1933 versuchte er, eine Widerstandsgruppe aufzubauen. Er wurde mehrfach inhaftiert und mißhandelt und starb an den Folgen der ihm zugefügten Verletzungen.

Q.: Braunschweiger Biographisches Lexikon, S. 410
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Nowack

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:37 pm

Nowack

geb.: nicht bekannt

gest.: nicht bekannt

Nowack war Führer des Braunschweiger Stahlhelms, der seinen Sitz im Gebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) hatte. Der Jugendleiter des Reichsbanners, Hedermann, trat im März 1933 mit ihm in Kontakt, damit der Stahlhelm Reichsbannerleute aufnehme. Man versprach sich davon einen Schutz vor dem wachsenden Terrorregime der NS gegen politische Gegner. Der Aufnahmeversuch endete in der folgenschweren Besetzung der AOK durch die SA am 27.03.1933.
Nowack versuchte, über Klagges ein Telegramm an Reichsminister Franz Seldte zu schicken, um die Verhaftungen und Misshandlungen der Reichsbanner- und Stahlhelmleute zu stoppen, doch Klagges lehnte dies ab. Nowack wurde bald verhaftet und erhielt durch einen Sondergerichtsprozess einige Monate im Rennelberg-Gefängnis.



Q.: Gehrke (1961)
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Christian August Riekel

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:38 pm

geboren: 13. Septemper 1897 in Wolfsanger bei Kassel

Studium: Philosophie, Psychologie, Pädogogik

Doktorarbeit: 1922 "Arbeit über die physiologische Psychologie von Tieren und Kleinkindern"(Note:"sehr gut")

Tätigkeit als Privatdozent und Dozent an der TH Braunschweig

1927: Lehrauftrag für Erziehungswissenschaften an der technischen Hochschule, Braunschweig

02.02.1930: Dr August Riekel, Professor für allgemeine Erziehungswissenschaften, wird Leiter des Instituts im Salve-Hospes-Haus

15.04.1931: Dr. August Riekel wird vom Braunschweigischen Staatsministerium seiner Amtspflichten enthoben und mußte die Leitung des Institutes aufgeben; er gilt als das erste Berufsverbotsopfer der Nazionalsozialisten, allerdings verloren auch eine Reihe von Lehrer, Schulräte und anderen Beamte in Land Braunschweig bereits 1931 ihre Stelle.

Lesetip: "Lehrer machen Geschichte, Das Institut für Erziehungswissenschaften und das Internationale Schulbuchinstitut" Schrieftreihe zur Geschichte und Politischen Bildung
A.Henn Verlag Ratingen Wuppertal, Kastellaun

Q.:
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Hans Saile

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:39 pm

Hans Saile

geb.: nicht bekannt, um 1905

gest.: 09.03.1933 in Braunschweig

Über das Leben des Hans Saile ist wenig bekannt. Aus den Quellen zum Überfall auf das Volksfreundhaus geht jedoch hervor, dass Hans Saile Berliner Kaufmann war und bei seiner Ermordung 1933 etwa 28 Jahre alt war. Reinowski schreibt 1933:

"Dabei [Anm.: gemeint ist hier der Überfall auf da Volksfreundhaus] wurde der etwa 28jährige Kaufmann Hans Saile, beauftragter Werbeleiter der Inseraten-Union, Berlin (Konzentration AG.), durch Bauchschuß getötet. Er hatte von seiner vorgesetzten Stelle den Auftrag erhalten, den gefährdeten Bezirk Braunschweig zu verlassen und am gleichen Tag nach Saarbrücken zu reisen..."

Q.:Reinowski (1933)
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Otto Thielemann

Beitrag  checker am Fr Apr 08, 2011 9:41 pm

Otto Thielemann



geb.: 12.01.1891 in Braunschweig

gest.: 17.03.1938 im KZ Dachau

Otto Thielemann war gelernter Kaufmann. Bevor er 1922 in die SPD eintrat, war er Mitglied der USPD. Von 1922 - 1933 war er Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung «Volksfreund», zuletzt Chefredakteur. Als überzeugter Gegner der Nationalsozialisten griff er die NSDAP in seinen Artikeln scharf an und zog so deren Hass auf sich. Thielemann war von 1924 - 1922 Abgeordneter des Braunschweiger Landtags. Thielemann hatte innerhalb der SPD, des Reichsbanners und der Deutschen Friedensgesellschaft wichtige Ämter inne. 1933 wurde er durch schwere Misshandlungen im Volksfreundhaus zur Niederlegung seines Mandats gezwungen. Danach wurde er inhaftiert. Dr. Heinrich Jasper gelang es, Thielemann aus der Haft zu bekommen. Thielemann flüchtete nach Hamburg. Klagges ließ ihn dort verhaften und zurück nach Braunschweig bringen. Bei einem angeblichen Fluchtversuch auf dieser Fahrt wurde Thielemann angeschossen. In Braunschweig wurde Thielemann im Gefängnis Rennelberg inhaftiert und im Juli 1936 in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Dort ließ man ihn von Juli 1936 bis zum Frühjahr 1938 in Dunkelarrest. Thielemann wurde am 17.03.1938 in seiner Zelle erhängt. Sein Tod wurde als Selbstmord verschleiert.



Q.: Jarck, Scheel (1996); Gehrke (1961), Reinowski (1933)
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Minna Faßhauer

Beitrag  Andy am Mi Apr 13, 2011 9:39 pm

Minna Faßhauer



Häufig gab es auch in Braunschweigs Geschichte Versuche von Seiten der Frauen, politisch aktiv zu werden, Frauenrechte durchzusetzen oder einfach nur Mitspracherecht zu erkämpfen. Zwar der Wunsch zu Veränderungen vorhanden, doch ließ häufig die berufliche und private Situation kaum noch Platz für Selbstverwirklichung und aktive Frauen-Politik. Hinzu kam ein "Politik-Verbot" für Frauen und eine Art selbstverständlicher Unmündigkeit, aus der sich "frau" erst befreien musste.



Als das Sozialistengesetzes (Verbot von sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Vereinen, u.a. auch Gewerkschaften, unter Bismarck am 21. Oktober 1878 beschlossen - aufgehoben 1890) aufgehoben wieder aufgehoben war, gewann die gewerkschaftliche Organisation Braunschweiger Frauen an Bedeutung. Man setzte sich für Arbeiterinnenschutz ein, neue Tarifverträge wurden unter anderem durch Streiks durchgesetzt, um nur einige der politischen Aktionen von Frauen zu nennen. Im folgenden werden drei in Braunschweiger Frauen vorgestellt, die maßgeblich an Veränderungen dieser für Frauen recht misslichen Situation hinsichtlich der Politik beteiligt waren.

Biographien Braunschweiger Politikerinnen:

Minna Faßhauer (1875 - 1949): engagierte sich in der Braunschweiger Frauenbewegung, Politik und für den Frieden

Minna Faßhauer ( 10. Oktober 1875, Juli 1949) lernte bereits in ihrer Kindheit nach dem Tod ihres Vaters, sich selbst durchzuschlagen und hart zu arbeiten. Mit der Heirat mit Georg Faßhauer erhielt sie Zugang zur braunschweigischen Arbeiterbewegung und las sozialistische Schriften, in illegalen Frauengruppen setzte sie sich für die Interessen der weiblichen Arbeiterjugend und Emanzipation ein und hatte an der Aufhebung des Verbots politischer Frauenarbeit 1908 in der Braunschweiger Region großen Anteil.



Die engagierte Frauen- und Arbeiterrechtlerin trat 1916 dem Spartakusbund (Vereinigung radikaldemokratischer Sozialisten, von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Franz Mehring 1916 in Berlin gegründet) bei und versuchte dessen Einfluss in Braunschweiger Betrieben zu vergrößern. Als "Volkskommissarin" übernahm sie ab 1918 die Aufgaben einer Kultusministerin, verantwortlich für die Volksbildung, wo ihr im November die Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht gelang. Auf ihr Betreiben hin wurde die Religionsmündigkeit auf das Alter von 14 Jahren heruntergesetzt - sie regierte resolut, schlicht und ohne bürokratischen Aufwand.



Nach dem frühen Ende der Räterepublik 1919 wirkte Minna Faßhauer 1920 bis 1923 in einer Splittergruppe der KPD, der KAP (Kommunistische Arbeiterpartei), mit, wurde mehrfach verhaftet, angeklagt und vor Gericht gestellt.



Natürlich beteiligte sie sich auch aktiv am Widerstand gegen den Nationalsozialismus, war an Herstellung und Verteilung von Schriften wie beispielsweise "Kampfsignal", "Der rote Rebell" und "Deutscher Mann, was nun?" beteiligt. Dementsprechend wurde sie wieder verhaftet und wegen Vorbereitungen von hochverräterischen Handlungen verurteilt und ins Konzentrationslager Moringen (Göttingen) gebracht. Nach der Befreiung kehrte sie nach Braunschweig zurück und kandidierte dort ab 1946 mehrere Jahre auf den Listen der KPD.



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Carla Amalie Mathilde („Tilla”) von Praun

Beitrag  Andy am Mi Apr 13, 2011 9:51 pm

Carla Amalie Mathilde („Tilla”) von Praun



Nach einer behüteten Kindheit stand Tilla Prauns (* 26. Juli 1877, + 3. Dezember 1962) Leben im Zeichen der Hilfsbereitschaft und Aufopferung: Von 1908 an kümmerte sie sich um Strafgefangene in Wolfenbüttel, 1910 trat sie in den Vorstand des „Vaterländischen Frauenvereins“, reiste nach Edinburgh und besuchte dort Gefängnisse, Krankenhäuser, Wohlfahrtsanstalten und die Slums. Sie leitete während des Zweiten Weltkrieges viereinhalb Jahre die Sammelstelle des Roten Kreuzes in Braunschweig und verfügte dort über 1,5 Mio. Goldmark, bezahltes Personal sowie freiwillige Helferinnen, mit deren Hilfe Tilla von Praun zwei Lazarettzüge einrichtete und unter anderem 75.000 Pakete an die Front schickte.
( vielleicht an derStelle angebracht,dass sie mit Ihrer Arbeit zwar helfen wollte,aber dem Regime half.Das sollten wir hier nicht vergessen,ansonsten wäre Sie in die Vernichtungslager gekommen)

Sie gehörte als einzige Frau unter elf Männern dem Verwaltungsrat der Neu-Erkeröder Anstalten bis zu seiner Auflösung durch die NSDAP 1944 an, erhielt bereits 1918 das Braunschweiger Verdienstkreuz wie auch die Rote Kreuz Medaille II. Klasse.

923 wurde sie schließlich in den Braunschweiger Landtag gewählt (DVP - Deutsche Volkspartei), bereicherte die Landespolitik durch Mitarbeit in unzähligen Vorstands- und Frauenausschüssen und anderen sozialen Einrichtungen. Sie wurde 1926 als einzige weibliche Abgeordnete des Freistaats Braunschweig von Reichspräsident Hindenburg im Schloss empfangen mit der Bemerkung „Frauen sieht man selten in den Parlamenten“.



Ab 1926 beschäftigte sie sich, wiederum als einzige Frau, im Landesvorstand des Evangelischen Bundes mit Konkordatsfragen, machte immer wieder in der Presse von sich hören. 1927 wurde sie erneut in den Landtag gewählt.



Dank ihres Engagements auf dem Kongress des Weltbundes für staatsbürgerliche Frauenarbeit (Berlin, Juni 1929) besuchten viele ausländische Frauen in führenden Positionen endlich auch Braunschweig.



Als Klagges (1891-1971, Regierungsrat im braunschweigischen Volksbildungsministerium, 1931 braunschweigischer Staatsminister für Inneres und Volksbildung, MdR für die NSDAP) beantragt hatte, Hitler zum Regierungsrat in Braunschweig zu ernennen und die DVP nur unter Protest zustimmte, wurden sämtliche Mitglieder der DVP verfolgt, Tilla von Praun stand fortan auf der schwarzen Liste der NSDAP.



Auch nach Kriegsende und Rückkehr nach Braunschweig 1949 trat sie keiner Partei mehr bei: „Ererbte Kräfte und neue Erkenntnisse ließen mich immer wieder den Boden finden, von dem das Leben seinen Fortgang nehmen konnte. Allerdings können fürstlicher Prunk, erworbener Reichtum und hohe Stellungen anderer Menschen mir nichts mehr bedeuten. Auf den Kern des Menschen kommt es an und die Triebfedern seiner Handlungen.“ (aus G. Armenat)



Dennoch widmete sie sich bis zu ihrem Tod Frauenverbänden, Frauen-Kulturkreisen und gründete sogar noch 82jährig die „Deutsch-Indische Gesellschaft“, in ihrem Haus trafen sich regelmäßig Studenten beider Länder. Kurz vor ihrem Tod bekam sie schließlich von Oberbürgermeisterin Martha Fuchs das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht. „Mein Stolz sind meine Jahre und das Leben, das sie umschließen. [D]ann hätte ich mein Leben vergebens gelebt, wenn es keine Spuren hinterlassen hätte!“ (aus: G. Armenat)

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Martha Fuchs

Beitrag  Andy am Mi Apr 13, 2011 9:56 pm

Martha Fuchs


Martha Fuchs (1892 - 1966): Erste und einzige Oberbürgermeisterin der Stadt Braunschweig

Durch ihren Vater, Sozialdemokrat und Gewerkschafter, erhielt Martha Fuchs, geb. Büttner ( 01. Oktober 1892, 08. Januar 1966) schon recht früh Einsichten in gesellschaftliche Zusammenhänge. Da ihre Mutter früh starb, konnte sie ihre Grundschulausbildung zunächst nicht beenden, sondern widmete sich der Versorgung und Erziehung ihrer vier jüngeren Geschwister. Später besuchte sie die Handelsschule und war als Kontoristin tätig. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete sie ehrenamtlich in der Armen- und Waisenpflege, bis sie mit ihrem Mann, Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung „Volksfreund“, nach Braunschweig zog. Dort wurde sie als Vertreterin der SPD zur Stadtverordneten (1925) und als zweite Frau nach Tilla von Praun in den Landtag (1927) gewählt. Ab 1933, verwitwet, verdiente sie den Lebensunterhalt für ihre Familie mit Kochvorführungen und Bürotätigkeiten und organisierte illegale politische Treffs. Zwar wurden diese nie entdeckt, dennoch wurde Martha Fuchs von der Geheimen Staatspolizei verfolgt und verhört und war schließlich vom August 1944 bis April 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert.



Gleich nach Kriegsende wurde sie bereits wieder politisch aktiv. Als Ratsfrau, Landtagsabgeordnete, Ministerin für Wissenschaft und Volksbildung. Nach der Gründung des Landes Niedersachsen war sie als Landtagsabgeordnete in Hannover und Staatskommissarin für das Flüchtlingswesen tätig, womit sie sich jedoch alleingelassen fühlte. Schwer krank verließ sie im Mai 1951 ihr Amt.



Nach ihrer Genesung Dezember 1951 startete sie erneut politische Aktivitäten, wirkte speziell im sozialen und kulturellen Bereich. 1959 wurde sie zur bislang ersten und einzigen Oberbürgermeisterin der Stadt gewählt. Fünf Jahre war sie im Amt, bis sie aus Altersgründen zurücktrat. Sie bekam das Große Verdienstkreuzes verliehen und wurde zur Ehrenbürgerin der Stadt Braunschweig ernannt.


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