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"taz" muss Sarrazin 20.000 Euro zahlen

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"taz" muss Sarrazin 20.000 Euro zahlen

Beitrag  Andy am Fr Aug 16, 2013 9:32 pm

Das Landgericht Berlin hat die "taz" dazu verurteilt, dem früheren Bundesbanker Thilo Sarrazin eine Entschädigung zu zahlen. Er hatte wegen einer Kolumne gegen die Zeitung geklagt.


Das Landgericht Berlin hat die Berliner "tageszeitung" dazu verurteilt, dem Ex-Bundesbanker und SPD-Politiker Thilo Sarrazin wegen einer Kolumne eine Entschädigung von 20.000 Euro zu zahlen. Zudem darf wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts die am 6. November 2012 veröffentlichte Kolumne über Sarrazin nicht weiter verbreitet oder veröffentlicht werden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Berliner Landgerichts. (27 O 183/13)
Es ging um eine Kolumne, in der irrtümlicherweise behauptet wurde, Sarrazin habe wegen eines Schlaganfalls eine halbseitige Gesichtslähmung erlitten. Der Autor wünschte Sarrazin zudem indirekt einen weiteren Schlaganfall. Die "taz" hatte außerdem eine ursprünglich in der "Frankfurter Rundschau" verwendete Formulierung aufgegriffen, in der Sarrazin als "lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur" bezeichnet wurde.
Der frühere Berliner Finanzsenator Sarrazin steht seit dem Erscheinen seines Bestsellers "Deutschland schafft sich ab" (2010) immer wieder in der öffentlichen Kritik. In seinem Buch hatte er Überfremdungsängste aufgegriffen und unter anderem die Sorge geäußert, dass "Staat und Gesellschaft im Laufe weniger Generationen von den Migranten übernommen" werden könnten.
Im vergangenen Jahr war Thilo Sarrazin mit dem Versuch gescheitert, der "taz" Aussagen über sein Verhältnis zu den Medien verbieten zu lassen. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hatte im September 2012 entschieden, die "taz" habe mit der Aussage, der ehemalige Bundesbank-Vorstand werde "inzwischen von Journalisten benutzt wie eine alte Hure, die zwar billig ist, aber für ihre Zwecke immer noch ganz brauchbar" die Grenze zur Schmähkritik nicht überschritten.

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