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Nacht und Nebel verurteilte

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Nacht und Nebel verurteilte

Beitrag  Andy am Sa Okt 12, 2013 8:54 pm

Im Dezember 1941 wurde ein geheimer „Führererlass“ erteilt. Des Widerstands Verdächtige aus westeuropäischen Ländern, die von den Militärgerichten nicht unmittelbar vor Ort zum Tode verurteilt und hingerichtet werden konnten, sollten „bei Nacht und Nebel“ über die Grenze gebracht werden. In Deutschland sollten sie dann in Geheimverfahren abgeurteilt werden, ohne dass die Angehörigen irgendwelche Auskünfte über ihr Schicksal erhielten. Ihr spurloses Verschwinden diente der Abschreckung. Insgesamt etwa 7000 Personen wurden bis Kriegsende Opfer dieser Verfahren. Ab dem Herbst 1944 wurden die „Nacht-und-Nebel-Gefangenen“ ohne Prozess in Konzentrationslager eingeliefert.

Im Strafgefängnis Wolfenbüttel waren insgesamt über 700 „Nacht-und Nebel-Gefangene“ inhaftiert, von denen 64 hingerichtet wurden. Mehr als 30 von ihnen starben zudem während der Haft. Sie stammten aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Norwegen. Eine Opfergruppe war die „Gruppe Renard“. Diese Widerstandsorganisation aus Professoren, Schülern und Studenten hatte im französischen Poitiers ab Herbst 1940 eine Untergrundzeitschrift herausgegeben und Kontakte zum englischen Geheimdienst unterhalten. Zwei Jahre später wurden zehn ihrer Mitglieder durch den Sicherheitsdienst der SS verhaftet und als „NN-Gefangene“ im Strafgefängnis Wolfenbüttel inhaftiert. Vom „Volksgerichtshof“ ohne Ausnahme zum Tode verurteilt, wurden sie am 3. Dezember 1943 unmittelbar nacheinander in Wolfenbüttel hingerichtet. Dabei wurden sie so weit anonymisiert, dass sie im Hinrichtungsbuch nur als fortlaufende Nummern auftauchen. Ihre Abschiedsbriefe und Testamente wurden zurückgehalten.

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