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Zerstörte Hoffnung

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Zerstörte Hoffnung

Beitrag  Andy am Sa Nov 09, 2013 9:15 pm

Temporäres Memorial rekonstruiert Einweihungsfeier der Braunschweiger Synagoge von 1875.



Braunschweig. Eine atmosphärisch dichte Aufführung erinnerte gestern an die Einweihung und damit auch an die Zerstörung der Braunschweiger Synagoge.
Der Saal der Stadthalle ist komplett dunkel, in der Mitte ein großer Kubus, mit Tüchern bespannt. Auf dem flimmern anfangs Szenen von lachenden Menschen, spielenden Kindern – Alltagsleben der Jüdischen Gemeinde in Braunschweig. Dann beginnt die im Original nachgestellte Einweihungsfeier der Braunschweiger Synagoge von 1875. Rezitation, Chorgesang und konzertante Elemente – genau wie damals.
„Heute, 75 Jahre nach der Zerstörung der Synagoge, wollen wir an die Freude, die Zuversicht und die große Hoffnung erinnern, die 63 Jahre später in tiefster Barbarei endete“, sagte Renate Wagner-Redding, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde.

Selbst Anfang 1938 hätten viele jüdische Mitbürger noch geglaubt, „dass es möglich sein müsste, langfristig in dem Deutschland zu bleiben, wo sie seit vielen Generationen lebten“, sagte Wagner-Redding zu Beginn des Abends. „Ende 1938 aber war eine jüdische Zukunft in Deutschland nicht mehr vorstellbar.“
Für die Stadt sprach Bürgermeisterin Friederike Harlfinger von dem „unendlichen Leid“, von der Pflicht, die Erinnerung zu bewahren, von der Dankbarkeit, dass heute wieder eine jüdische Synagoge zu Braunschweig gehört.

„Zerstörte Hoffnung – Ein temporäres Memorial“ ist ein Projekt der Braunschweigischen Landschaft mit dem Staatstheater. Maßgeblichen Anteil an der Rekonstruktion hat Jonah Sievers, Landesrabbiner in Niedersachsen. Ihm ist auch der Fund der Originalbeiträge zu verdanken, ohne den das Memorial nicht möglich gewesen wäre.

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