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Erster G8-Jahrgang Aus "nicht bestanden" wird "bestanden"

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Erster G8-Jahrgang Aus "nicht bestanden" wird "bestanden"

Beitrag  Andy am Mo Jun 06, 2011 9:27 pm

Der erste G8-Jahrgang in Bayern war ungenügend auf das Abitur vorbereitet: Die schriftlichen Prüfungen fallen so schlecht aus, dass das Kultusministerium nun nachträglich die Standards für die Prüfungen korrigiert - damit mehr Schüler bestehen.



Am Mittwoch dieser Woche - am letzten Arbeitstag vor der Rückgabe der Arbeiten - ging bei den Direktoren der Gymnasien im Freistaat ein Schreiben vom Ministerium ein: Die Anforderungen würden korrigiert, die Schulleiter möchten ihre Oberstufenbetreuer doch bitten, die Arbeiten erneut zu prüfen und neue Mitteilungen an die Schüler zu schreiben. Aus "nicht bestanden" wurde in vielen Fällen "bestanden" - die Betroffenen dürften Luftsprünge gemacht haben.

Bisher mussten in zwei von drei Kernfächern - Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache - fünf Punkte erreicht werden - also die glatte Note 4. Jetzt (und in Zukunft) genügt es, wenn der Prüfling in einem Kernfach mindestens fünf Punkte hat. In einem weiteren Kernfach muss er mindestens vier Punkte erreichen. Das Ministerium weicht damit von seiner härteren Gangart ab und schwenkt auf eine Linie ein, die in anderen Bundesländern verfolgt wird und die den allgemeinen Richtlinien der Kultusministerkonferenz entspricht. Die Korrektur bedeutet zwar nur eine Senkung des Niveaus um ein Drittel einer Note, scheint aber doch etliche Schüler gerettet zu haben, wie aus verschiedenen Schulen zu hören ist. Denn gerade Deutsch und Mathe sind die schweren Fächer, in denen jetzt wieder jeder Abitur schreiben muss, und für die die Vorbereitungszeit nach Meinung vieler Lehrer zu kurz war.

Das abrupte Vorgehen von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat Schulleiter und Oberstufenbetreuer verärgert. Schon die Korrekturzeit für das schriftliche Abitur war um drei Tage verkürzt worden, damit die Schüler noch länger Zeit hatten, sich auf die mündlichen Prüfungen vorzubereiten. Und nun auch noch diese "Nacht- und Nebel-Aktion", moniert ein fränkischer Gymnasiallehrer, die beweise "dass das G 8 nicht funktioniert". Er hat Abiturienten in zwei Fächern betreut und ebenso wie seine Kollegen "ohnehin schon schön gefärbt, um den Schülern zu helfen". Ähnliche Stimmen sind aus dem ganzen Land zu hören.

Die Änderung sei mit Eltern- und Lehrerverbänden abgesprochen, hieß es in dem Ministerschreiben. Max Schmidt, der Vorsitzende des bayerischen Philologenverbandes, kann sich allerdings an kein Gespräch erinnern: "Wir wurden eine Stunde vor dem Versand des Briefes in Kenntnis gesetzt." Seine Meinung zu dem Vorgang ist eindeutig: Jetzt räche sich die mangelnde Sorgfalt bei der Einführung des achtjährigen Gymnasiums. Wenn ständig nachjustiert werden müsse, auf was könnten sich dann Lehrer und Schüler noch verlassen? fragt er.

Der Kultusminister weist sämtliche Vorwürfe zurück. Dass das G 8 "bis zum letzten Tag des Abiturs" feinjustiert werden könne, sei von Anfang an geplant gewesen, betont Spaenle. Bei jeder Umsetzung eines Konzeptes in die Wirklichkeit gebe es eben Korrekturbedarf. Deshalb habe man in einem Monitoringverfahren immer wieder Probleme und Schwachstellen abgefragt und notfalls korrigiert. Dieser Prozess werde auch im nächsten Schuljahr noch fortgesetzt, indem etwa die neunten und zehnten Klassen einem Monitoring unterzogen würden.

Dass jetzt aber einfach die Anforderungen nach unten gesetzt werden, meint ein Gymnasiallehrer, sei reine Makulatur. "Das ist ja so, als ob Günther Jauch seine 10000-Euro-Frage zu einer 1000-Euro- Frage machen würde." Man müsse viel mehr überlegen, wie man die offensichtlich unzureichende Lernzeit wieder einrichten könne und schickt auch gleich hinterher: Das geht nur mit dem neunjährigen Gymnasium.

Max Schmidt vom Philologenverband hat noch andere Ideen. Vier Wochenstunden in den Kernfächern hält er für zwingend nötig, um den Stoff fürs Abitur ausreichend zu üben. Doch er meint, wenn endlich landesweit mehr Ganztags-Gymnasien geschaffen würden, dann stünde diese Zeit im Stundenplan auch wieder zur Verfügung.

Die Kritik der Opposition im Landtag zu Spaenles "Feinsteuerung" kam prompt. "Dieser Skandal zeigt, dass die Anforderungen an die Schüler und Schülerinnen des G8 deutlich zu hoch sind, auf Leistungskursniveau eben", meint SPD-Bildungssprecher Hans-Ulrich Pfaffmann. Um "das Versagen der Staatsregierung in der Schulpolitik" zu vertuschen, werde nun kurzerhand in laufende oder bereits abgeschlossene Prüfungen eingegriffen".

Pfaffmann fordert ebenso wie der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Thomas Gehring, den Minister dazu auf, im Landtag Rede und Antwort zu stehen. Es habe sich gezeigt, so Gehring: "Das

G 8 bleibt ein Feldversuch, und der erste Jahrgang darf sich wieder einmal als Versuchskaninchen missbraucht fühlen. Bis zum Schluss wird an der Versuchsanordnung herumgedoktert."

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