Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Die Phantasmagorie
Gestern um 9:55 pm von Andy

» ** Phantasma **
Gestern um 9:51 pm von Andy

» Johannes de Fontana
Gestern um 9:43 pm von Andy

» Das Megaskop oder die "Wunderkammer"
Gestern um 9:11 pm von Andy

» ** Namtaru **
Gestern um 9:02 pm von Andy

» Der Polytheismus
Gestern um 8:51 pm von Andy

» Der Egozentrismus
Gestern um 8:39 pm von Andy

» Das Naturrecht
Gestern um 8:33 pm von Andy

» Das Vernunftrecht
Gestern um 8:26 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
März 2017
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Kalender Kalender


Katholische Reform

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Katholische Reform

Beitrag  checker am Mi Okt 15, 2014 4:01 am

Der Begriff Katholische Reform bezeichnet im Unterschied zur Reformation eine unabhängig und davor einsetzende kirchliche Reform des römischen Katholizismus, besonders des spanischen Staats- und Ordenskatholizismus (ab 1478: Nationalkonzil von Sevilla), die nicht zuletzt dadurch an gesamteuropäischer Bedeutung gewann, dass ein „spanischer“ Kaiser, (ab 1519: Karl V.) der höchste weltliche Beschützer der sog. "alten Kirche" wurde. Er war Förderer und Fortsetzer der katholischen Reform zu Hause und in Übersee, und - auf gesamteuropäischer Ebene - führender Bekämpfer der Reformation und Hauptinitiator des Trienter Reformkonzils (Gegenreformation).

Lange vor der Reformation wurden in Spanien unter den sog. „Katholischen Königen“ (Isabella I. (Kastilien); Ferdinand II. (Aragón)) und Regent-Kardinal Gonzalo Jiménez de Cisneros (1439–1517) viele von jenen kirchlichen Missständen behoben oder zurückgedrängt, die zur Reformation führten (Ablasshandel, Residenzpflicht der Pfarrer, Einfluss des Papstes) und im Konzil von Trient (1545–63) angegangen wurden (spanische Inquisition ab 1478, später auch in Süditalien; römische ab 1532). Diesem Bestreben nach Abschaffung der innerkirchlichen Gravamina kam auch das Reformpapsttum entgegen. Es ging schließlich auch um eine Standpunktbestimmung des Papsttums gegenüber der eigenen Zukunft, dem mächtigen spanischen Katholizismus (unter Karl V. und Philipp II.) und der Reformation.

Ein Hauptgegenstand der katholischen Reform war die Verbesserung der Priesterausbildung durch die Gründung von Priesterseminaren und die Bekämpfung von Simonie und Ämterhäufung. Für weitere Inhalte sei auf die Beschlüsse des Konzils von Trient verwiesen. Auch der Handel mit dem Ablass wurde streng reformiert, der ja ein wesentlicher Reibungspunkt bei Luther und für die Auslösung der Reformation mit verantwortlich war.
Begriffsgeschichte

Diese innerkirchliche Reformbewegung hat als erster der protestantische Historiker Wilhelm Maurenbrecher in seinem Buch: Geschichte der katholischen Reformation, Bd. I, Nördlingen 1880 beschrieben. Das heißt nicht, dass es nicht vorher das Bedürfnis nach einer Reformierung der kirchlichen Zustände gegeben hätte. Carl Ullmann schrieb 1841 ein zweibändiges Werk mit dem bezeichnenden Titel Reformatoren vor der Reformation. Der Begriff „Katholische Reformation“ war jedoch bereits durch die Lutherische Reformation besetzt, so dass der Begriff von Maurenbrecher ersetzt werden musste. So jedenfalls sah er es. Die Kritik an Maurenbrecher ließ nicht lang auf sich warten. Nicht nur der protestantische Historiker Hermann Baumgarten kritisierte das. In den Reihen seiner Kritiker befand sich auch der Theologe August Ebrard. Nicht nur aus dem protestantischen Spektrum der Geschichtswissenschaft wurde der Begriff kritisiert, sondern auch von katholischer Seite wie von Franz Dittrich und Alfons Bellesheim. Der katholische Historiker Ludwig von Pastor reagierte darauf und führte den Begriff Katholische Restauration in seiner Geschichte des Papsttums ein.

Die Kritik von Baumgarten an Maurenbrecher war die Basis für die durch den Kirchenhistoriker Hubert Jedin eingeführten Begriff der Katholischen Reform. Dieser wiederum führt somit die Begriffstrias zur Beschreibung der Kirchengeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts ein: Reformation-katholische Reform-Gegenreformation. Das Begriffspaar Reformation-Gegenreformation wird also erweitert. Jedins Begriffsschema orientiert sich dabei an der Kirchengeschichte. Trotz der erwiesenen Unhaltbarkeit von Maurenbrechers Begriffsschöpfung katholische Reformation ist doch seine Erkenntnis, dass Reformation, katholische Reform und schließlich Gegenreformation in den Zuständen der spätmittelalterlichen Kirche ihre gemeinsamen Wurzeln haben, unbestritten.

Quelle - Literatur & Einzelnachweise
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 31864
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten