Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Friedrich Ernst Dorn
Gestern um 9:17 am von Andy

» **** Platin ****
Gestern um 9:11 am von Andy

» Der Aufruf der Kulturschaffenden
Gestern um 9:02 am von Andy

» Harry Rosenthal
Gestern um 8:54 am von Andy

»  BASF-Rückruf - Krebserregender Stoff in Matratzen gelandet?
Fr Okt 13, 2017 9:51 pm von checker

» Kasseler Schallkanone soll Angreifer abschrecken
Do Okt 12, 2017 10:14 pm von Andy

» *** Radon ***
Do Okt 12, 2017 10:00 pm von Andy

» Die Froschfische
Do Okt 12, 2017 9:54 pm von Andy

» Der Sternmull
Do Okt 12, 2017 9:46 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Oktober 2017
MoDiMiDoFrSaSo
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031     

Kalender Kalender


Ernst von Possart

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Ernst von Possart

Beitrag  Andy am Di Nov 11, 2014 10:11 pm

Ernst Heinrich Possart, seit 1897 Ritter von Possart (* 11. Mai 1841 in Berlin; † 8. April 1921 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Bühnenleiter.




Ernst Heinrich Possart, 1867. Grafik von Adolf Neumann.

Leben

Possart war der Sohn des Berliner Kaufmanns Johann Christian Possart und dessen Ehefrau Wilhelmine Angelica Göhren. Der spätere Maler Professor Felix Possart war sein Bruder.

Er absolvierte eine dreijährige Lehrzeit als Buchhändler und wurde anschließend Schüler des Berliner Hofschauspielers Wilhelm Kaiser. Bereits mit zwanzig Jahren debütierte Possart 1861 erfolgreich am Urania-Theater in Breslau in der Rolle „Siegfried von Mörner“ in Der Prinz von Homburg (Heinrich von Kleist). Sein erstes Engagement in Breslau begann er 1861 mit zweiten Charakterrollen, und er konnte bereits im darauffolgenden Jahr nach Berlin wechseln, wo er bis 1863 auch Hauptrollen spielte.

1863 wurde er als Ersatz für Karl August Görner als Regisseur an das Hamburger Stadttheater berufen. Ab 1864 wirkte er als erster Charakterdarsteller am Hoftheater in München und hatte seinen künstlerischen Durchbruch als „Franz Moor“ in Die Räuber (Friedrich Schiller). Dort lernte er die später zur Kammersängerin ernannte Anna Deinet kennen, die er 1868 heiratete. Mit ihr hatte er vier Kinder, darunter Anna, die später unter dem Pseudonym bekannte Sängerin Ernesta Delsarta. 1883 ließen sich Possart und Deinet scheiden, um dann fünf Jahre später in New York erneut zu heiraten.

Seit 1873 war er Oberregisseur an der Hofbühne zu München, und 1878 avancierte er zum Schauspieldirektor. Parallel zu dieser Beförderung ernannte man Possart auch zum Professor. Zahlreiche Gastspiele, ebenso die von ihm in München 1880 veranstalteten Gesamtgastspiele machten seinen Namen in weiteren Kreisen bekannt. Im Jahr 1887 nahm er seine Entlassung aus dem Verband der Münchener Hofbühne, um in Amerika Gastrollen zu geben; ab 1888 war er Regisseur des Berliner Lessingtheaters.

1893 kehrte Possart nach München zurück und wurde Generaldirektor und Intendant der königlichen Hoftheater, womit eine der glanzvollsten Perioden dieser Bühne ihren Anfang nahm. Er trat dort auch weiterhin als Schauspieler und Regisseur auf. Als Anerkennung für seine in der Presse überaus positiv beurteilte Tätigkeit wurde 1897 durch Prinzregent Luitpold mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone beliehen worden. Damit verbunden war die Erhebung in den persönlichen Adelsstand und er durfte sich nach der Eintragung in die Adelsmatrikel Ritter von Possart nennen. 1903 erhielt er das Komturkreuz zu diesem Orden.[1]

Nebenbei schrieb er ein modernes Schauspiel „Das Recht des Herzens“, das Ende 1898 in Köln und Anfang 1899 in Nürnberg aufgeführt wurde. 1897 begann eine intensive und sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Richard Strauss als Deklamator von dessen Melodram „Enoch Arden“, das beide in diesem und den nächsten Jahren auf mehreren Konzertreisen in Deutschland zum Besten gaben, ab März 1899 auch das zweite Melodram von Strauss „Das Schloß am Meer“1). Zwischen 1900 und 1901 war er durch seine intensive Öffentlichkeitsarbeit maßgeblich an der Realisierung des mit dem Architekten Max Littmann konzipierten Bau des Prinzregententheaters beteiligt. Mit 64 Jahren zog sich Possart 1905 von seinen Ämtern am Hoftheater zurück, war aber weiterhin sehr aktiv als Rezitator tätig. Als 1919 seine Ehefrau starb, ließ sich Possart noch im selben Jahr in seiner Heimatstadt Berlin nieder. Dort starb er dann im Alter von fast achtzig Jahren am 8. April 1921.


Ernst Possart als „Narziß“, ca. 1880

Als Charakterdarsteller waren seine besten Rollen „Hamlet“, „Jago“, „Mephisto“, „Franz Moor“, „Nathan“, „Richard III.“, „Shylock“ u.v.a. Von Possart sind einige Phonographen-Aufnahmen im Deutschen Rundfunkarchiv in Wiesbaden vorhanden.

Possart gilt als einer der einflussreichsten Theaterfunktionäre im 19. Jahrhundert und als typischer Repräsentant des Hofbühnenwesens im deutschsprachigen Raum. U. a. war er maßgeblich an der Entdeckung und Förderung des berühmten Schauspielers Josef Kainz beteiligt.

Auch für das Opern- und Musikleben seiner Zeit war Possart eine entscheidende Figur. Als Generalintendant der Münchner Hofbühnen führte er in Zusammenarbeit mit den Dirigenten Hermann Levi und Richard Strauss deutsche Neuübersetzungen der Opern Mozarts auf. Mit prunkvoll ausgestatteten Aufführungen der Werke Richard Wagners in München hatte er sehr großen Erfolg und machte den noch jungen Bayreuther Festspielen unter Leitung Cosima Wagners große Konkurrenz.

Daneben trat Possart immer wieder als Rezitator von Melodramen hervor. Nachdem 1868 die Darstellung der Titelrolle in Robert Schumanns Melodram Manfred ein wichtiger Markstein in Possarts Karriere gewesen war, regte sein musikalisierender Rezitationsstil im Fin de Siècle etliche Komponisten zur Komposition weiterer Melodramen an. Sowohl die melodramatische Erstfassung der Königskinder von Engelbert Humperdinck (1897) als auch das Melodram Das Hexenlied von Max von Schillings (1902), das zu einem der populärsten Werke im wilhelminischen Deutschland avancierte, wären ohne Possarts melodramatische Vorlieben nicht entstanden.

Mit dem Schauspielerkollegen Emil Rohde (1839–1913), der zum persönlichen Freundeskreis von König Ludwig II. gehörte, verband Possart eine lebenslange Freundschaft.

Ehrungen

Ehrendoktor (Dr. phil. h.c.) der Ludwig-Maximilians-Universität München

Werke

Die Kunst des Sprechens. 1907.
Erlebtes und Erstrebtes. 1916.

Schüler (Auswahl)

Amalie Cramer

Quelle - literatur & Einzelnachweise
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22328
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten