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Paul Sethe

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Paul Sethe

Beitrag  Andy am So Nov 16, 2014 10:12 pm

Paul Sethe (* 12. Dezember 1901 in Bochum; † 21. Juni 1967 in Hamburg) war ein deutscher Publizist, Journalist und Geisteswissenschaftler.

Leben

Sethe studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik. Sein Studium unterbrach er für eine Redakteursstelle im rheinischen Ohligs. 1932 wurde er an der Universität Bonn mit der Arbeit Die ausgebliebene Seeschlacht – Eine Betrachtung der englischen Flottenführung 1911–1915 promoviert. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten schrieb er 1933 anlässlich Hitlers Geburtstag eine Hymne, in der er Hitler als denjenigen bezeichnete, „auf den die besten unter uns lange gewartet haben“.[1] Von 1934 bis zu deren Verbot 1943 war er Redakteur der Frankfurter Zeitung, für die er seit 1940 auch als Kriegsberichterstatter tätig war.[2] Er war Angehöriger einer Propagandakompanie der Waffen-SS bzw. Wehrmacht. Anschließend war er Chefredakteur beim Frankfurter Anzeiger und seit dem Frühjahr 1944 auch für den Völkischen Beobachter tätig.[2] Nach dem Kriege gehörte er zunächst der Badischen Zeitung in Freiburg (Breisgau) an.

Sethe war neben Hans Baumgarten, Erich Dombrowski, Karl Korn und Erich Welter einer der fünf Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zwischen 1949 und 1955. Er erklärte seinen Rücktritt, da seine Mitherausgeber seine Opposition gegen die Außenpolitik Konrad Adenauers nicht teilten. Von 1955 bis 1960 und von 1962 bis 1965 war er als Leitartikler und politischer Ressortchef bei der Zeitung Die Welt, später schrieb er für Die Zeit und den Stern. Er galt als konservativ und schrieb vorrangig über deutsche Politik und deutsche Geschichte. Er war Kritiker der Außenpolitik Konrad Adenauers und befürwortete eine Annäherung an den Osten. Sethe gehörte zu den führenden Journalisten der Nachkriegsära. Seinen Berufsstand betrachtete er als das „Gewissen der Nation“.

Sein wohl berühmtester Ausspruch stammt aus einem Leserbrief im Spiegel vom 5. Mai 1965: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“ Dort hieß es auch: „Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“ Er wisse, dass es im deutschen Pressewesen Oasen gebe, „in denen noch die Luft der Freiheit weht, […] aber wie viele von meinen Kollegen können das von sich sagen?“[3] Des Weiteren stellt Sethe fest, dass "[f]rei ist, wer reich ist. Das ist nicht von Karl Marx, sondern von Paul Sethe."[4] Da Journalisten nicht reich seien, seien sie auch nicht frei.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit schrieb Sethe eine Reihe von Büchern und historischen Studien. Bereits 1952 erschien das Buch Schicksalsstunden der Weltgeschichte, in dem er in einer Art Zeitrafferstil über die Außenpolitik der Großmächte berichtet. Im Frühjahr 1957 appellierte Sethe in einem Artikel an die Sowjetunion, den westdeutschen Standpunkt in der Wiedervereinigungsfrage zu verstehen. Der Artikel wurde in der halbamtlichen Moskauer Zeitung Meschdunarodnaja Schisn abgedruckt.

Paul Sethe war ein aktives Mitglied im Bund der Freimaurer, seine Loge Die Brückenbauer ist in Hamburg ansässig.

Sethe starb in Hamburg und ist dort auf dem Friedhof Ohlsdorf – Grabstelle AE41 (403-404) – beerdigt.

In Berlin-Kladow wurde 1980 der Setheweg nach ihm benannt.[5]
Schriften (Auswahl)

Im Banne der Grauen Eminenz. Charakterbilder aus der Regierungszeit Wilhelms II. Stuttgart: Franckh, 1936.
Europäische Fürstenhöfe damals. Societäts Verlag, Frankfurt am Main 1937.
Schicksalsstunden der Weltgeschichte. Heinrich Scheffler, 1952.
Zwischen Bonn und Moskau. Scheffler, Frankfurt am Main 1956.
Das Fundament unserer Zukunft – Bilanz der Adenauer Ära. Econ-Verlag, 1964.
Öffnung nach Osten. Scheffler, Frankfurt am Main 1966.
Das machte Geschichte. Scheffler, Frankfurt am Main 1969.
Geschichte der Deutschen. Frankfurter Societäts Druckerei GmbH, 1977.
Der Feindschaft müde. In: Die Welt, 24. Januar 1963; Leitartikel zum Élysée-Vertrag


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