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Hans von und zu Aufseß

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Hans von und zu Aufseß

Beitrag  Andy am So Nov 23, 2014 11:13 pm

Hans Philipp Werner Freiherr von und zu Aufseß (* 7. September 1801 auf Schloss Unteraufseß; † 6. Mai 1872 in Münsterlingen, Thurgau) wurde als Altertumsforscher und Gründer des „Germanischen Museums“ (heute Germanisches Nationalmuseum) in Nürnberg bekannt.




Friedrich Hoffstadt: Aufseß als Student in Erlangen


Studierzimmer des Hans von Aufseß im Meingoz-Steinhaus, Burg Unteraufseß


Brief an Baron Hans von und zu Aufseß

Leben

Hans von Aufseß entstammt dem alten fränkischen Adelsgeschlecht der Familie von Aufseß, das seinen Stammsitz auf Schloss Unteraufseß in der oberfränkischen Gemeinde Aufseß hat. Er studierte von 1816 bis 1820 in Erlangen Rechtswissenschaften, wo er bei der Gründung der Erlanger Burschenschaft beteiligt war. Im Jahre 1818 wurde er in die Erlanger Freimaurerloge Libanon zu den drei Zedern aufgenommen. Anschließend arbeitete er zwei Jahre lang an den königlichen Landgerichten Bayreuth und Gräfenberg und unternahm mehrere wissenschaftliche Reisen. Nachdem er 1822 die Würde eines Doktors der Rechte erlangt hatte, schied er aus dem Staatsdienst aus, um die Verwaltung der Familiengüter zu übernehmen. Seine Freizeit widmete er geschichtlichen Studien über die deutsche Vorzeit und der Anlage einer Bibliothek und einer deutschen Kunst- und Altertumssammlung. Aus Familienurkunden stellte er eine Geschichte seines Geschlechts zusammen, die 1838 im Druck erschien.

Seine Aktivitäten waren geprägt von den Ideen der ausklingenden Romantik, sowie den deutschnationalen Gedanken und der Mittelalterbegeisterung der damaligen Zeit. In diesem Sinne gab er ab 1832 zusammen mit Franz Josef Mone (1796–1871), dem Leiter des Generallandesarchivs in Karlsruhe, die vielbeachtete wissenschaftliche Zeitschrift Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit heraus.

Schon 1830 hatte der bayerische König Ludwig die Gründung eines deutsch-historischen Museums angeregt, eine Verwirklichung stieß jedoch lange Zeit auf Hindernisse. Erst 1846 nahm von Aufseß die Anregung des Königs wieder auf, siedelte 1848 nach Nürnberg über, wo er im Pilatushaus am Tiergärtnertor wohnte. Im Stillen arbeitete er dort bis 1852 an der Umsetzung dieser Idee und war schließlich bis 1862 erster Vorstand des neuen Instituts, für das von der Regierung die Nürnberger Kartause zur Verfügung gestellt wurde. Er erwarb sich große Verdienste um die Einrichtung des Museums, dem er auch seine eigenen Sammlungen abtrat. Seit 1854 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ab 1859 auswärtiges Mitglied.

Die letzten Jahre seines Lebens lebte er auf seinem Gut in Kressbronn am Bodensee. Er starb 1872 in Münsterlingen im Thurgau an den Folgen einer Verletzung, die ihm aufgebrachte junge Leute bei der Eröffnung der Universität Straßburg zugefügt hatten, weil sie ihn fälschlicherweise für einen Franzosenfreund hielten.
Trivia (Nachleben)

Nach ihm sind der Aufseßplatz in Nürnberg, die Aufseßstraße in Erlangen und die von-Aufsess-Straße in Kressbronn benannt.
Werke

Geschichte des Hauses Aufsess. Des Ritterlichen freien Adels zu Franken Leben und Sitten in einzelnen historischen Abhandlungen und Erzählungen dargestellt. Älteste Geschichte bis 1338 mit 2 Siegelabb, Band 1 [mehr nicht erschienen].

Herausgeberschaft

Anzeiger für Kunde des deutschen Mittelalters. 1 (1832) – 3 (1834).

Online vorliegende Aufsätze

Vortrag zur Erklärung eines in photographischer Nachbildung vorgelegten Kupferstichwerkes eines unbekannten Meisters aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts zur Erinnerung an den s. g. Schwabenkrieg von 1499, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 1. Jg. 1869, S. 63–73 (Digitalisat) und 2. Jg. 1870, S. 99–113 (Digitalisat)
Die deutsche Kaiserkrone in Buchhorn, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 2. Jg. 1870, S. 218–219 (Digitalisat)
Ein alter Holzschnitt mit Volkslied über die Schlacht von Dornach 1499, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 3. Jg. 1872, S. 128–138 (Digitalisat)


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