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Georg Bärsch

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Georg Bärsch

Beitrag  Andy am Mi Nov 26, 2014 11:25 pm

Georg Friedrich Bärsch (auch Baersch) (* 30. September 1778 in Berlin; † 7. Januar 1866 in Koblenz), Geheimer Regierungsrat der königlich preußischen Regierung, war der erste Landrat des Landkreises Prüm. Er wurde als Herausgeber der Eifelia illustrata des Historikers Johann Friedrich Schannat (1683–1739) und Verfasser von Abhandlungen zur Geschichte der Eifel bekannt. Für seine historischen Forschungen wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn verliehen.



Leben und Wirken

Georg Bärsch wurde am 30. September 1778 in Berlin geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung trat er 1806 in preußische Militärdienste und war an Kämpfen gegen die französischen Besatzungstruppen beteiligt, unter anderem an der vorübergehenden Befreiung der Stadt Stralsund durch das Husarenregiment des Majors Ferdinand von Schill im Jahre 1809.

Trotz patriotischen Eifers und seiner Mitgliedschaft im Tugendbund konnte er keine große militärische Karriere machen, da ihn sein vorauseilender Gehorsam zu allzu spektakulären kriegerischen Alleingängen verleitete. Er musste gar vorübergehend die preußische Armee verlassen, nachdem er sich den Zorn des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. zugezogen hatte, weil er auf eigene Faust mit 30 Kosaken in das französisch besetzte Berlin eingedrungen war. Baersch floh nach Hamburg und trat dort in die Hanseatische Legion ein, wo er zum Major und Rittmeister aufstieg.

Der preußische Staatsminister Karl August von Hardenberg holte ihn 1814 wieder in preußische Dienste und beauftragte ihn mit der Organisation des Landwehrbaus im Raum Aachen und Koblenz. Baersch verließ aber schon bald die preußische Armee und übernahm ab 1816 politische Funktionen in der Neuorganisation der nach dem Wiener Kongress an Preußen gefallenen Rheinprovinz. Nach kurzzeitigen Tätigkeiten in den neugebildeten Landkreisen Lechenich und Soest wurde er 1819 der erste Landrat des Landkreises Prüm.

Georg Bärsch gehörte der Trierer Freimaurerloge Zum Verein der Menschenfreunde an.[1] An seinem neuen Wirkungsfeld entwickelte er großes Interesse, das sich theoretisch in eingehenden Studien zur Geschichte der Eifel und praktisch in einem unermüdlichen Einsatz zur Verbesserung der rückständigen wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse dieses Raumes niederschlug. Er baute Schulen, förderte die Bildung der Lehrer und Priester und baute das von der französischen Herrschaft vernachlässigte Eifeler Verkehrswegenetz aus.

Aufgrund seiner Verdienste beförderte der preußische König 1834 den Landrat zum Regierungsrat der Trierer Bezirksregierung, wo Bärsch unter dem Titel „Beschreibung des Regierungsbezirkes Trier“ die statistische Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen im Regierungsbezirk Trier für die preußische Regierung anfertigte. Er wurde zum geheimen Regierungsrat befördert und trat 1848 in den Ruhestand. Irritiert durch politischen Wirren des Vormärz, in deren Folge das Zeughaus in Prüm von revolutionären Bauernhorden gestürmt wurde[2], zog Baersch sich 1848 nach Koblenz zurück, wo er sich ganz seinen historischen Studien widmete. Er starb 1866 im Alter von 88 Jahren.

Historischer Nachlass


"Dem Geschichtsschreiber der Eifel Landrat Georg Bärsch" - Bärsch-Denkmal in Prüm


In seiner autobiographischen Schrift Erinnerungen aus meinem vielbewegten Leben. mit dem Titelzusatz Manuscript für meine Freunde[3] führt Bärsch selbst die von ihm veröffentlichten Werke auf.
Eiflia illustrata

Siehe auch Hauptartikel Eiflia illustrata

Neben seiner Tätigkeit als preußischer Beamter sammelte Baersch leidenschaftlich Urkunden und Akten zur Geschichte der Fürstenhäuser und Klöster der Eifel und des Rheinlandes.[4] Dabei wurde ihm die Existenz einer Schrift des Historikers Johann Friedrich Schannat (1683–1739) über die Eifel bekannt, die dieser für den Erzbischof von Prag und Grafen von Blankenheim-Manderscheid unter dem Titel Eiflia illustrata 1739 verfasst hatte. Baersch fand eine bebilderte Kopie des Werkes in der großherzoglichen Bibliothek in Darmstadt. Er ließ das in Latein verfasstes Manuskript, eine historisch-geographische Beschreibung der Eifel, ins Deutsche übersetzen und aktualisierte und ergänzte die darin enthaltenen Aussagen. Aus seiner reichhaltigen Sammlung fügte er zahlreiche Dokumente hinzu, so dass das Schannat’schen Manuskript zu ein achtbändigen Werk wuchs, das Baersch zwischen 1824 und 1855 in drei Bänden herausbrachte.

Die Eiflia mit dem vollständigen Titel Eiflia Illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel von Johann Friedrich Schannat, 1739. Auszug aus dem latheinischen Manuscripte übersetzt und mit Anmerkungen und Zusätzen bereichert von Georg Bärsch, 1852 zählt bis heute zu den wichtigsten Standardwerken der historisch-geographischen Eifelliteratur. Sie wurde 1966 in Osnabrück erneut aufgelegt.[5]
Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein

Georg Baersch war Mitglied des Historischen Vereins für den Niederrhein und publizierte die Ergebnisse seiner historischen Forschungen in dessen Annalen[6] Bereits im zweiten Heft der seit 1855 erscheinenden Fachpublikation wurde sein Aufsatz: Nachrichten über Klöster des Prämonstratenser-Ordens, besonders im Rheinlande und Westphalen [7] abgedruckt. Im Heft 7 veröffentlichte er eine Studie über das englische Adelsgeschlecht Bertie[8] und 1860 im Heft 8 Urkunden über die Abteien Malmedy und Stablo[9]
Monographien

Einige geschichtliche Nachrichten über Stadtkyll im Kreise Prüm, und über die vormaligen Besitzer dieses Ortes, die Grafen von Manderscheid. Johann Peter Bachem, Köln 1821
Johann Friedrich Schannat und Georg Bärsch: Eiflia illustrata oder geographische und historische Beschreibung der Eifel. Johann Peter Bachem, Köln 1824, Digitalisat bei Googlebooks
Moselstrom von Metz bis Coblenz. 1841.
Beschreibung des Regierungsbezirkes Trier. 1848–49.
Beiträge zur Geschichte des Tugendbundes. Hamburg 1852.
Das Prämonstratenserkloster Steinfeld. 1857.

Biographische Schriften

Ferdinand von Schill Zug und Tod. 1860.
Erinnerungen aus meinem vielbewegten Leben. Beaufort, Aachen 1857, urn:nbn:de:0128-1-32070.


Quelle - literatur & Einzelnachweise
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