Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Die Stage Entertainment GmbH
Gestern um 10:37 pm von Andy

» Carl Andreas Julius Bolle oder kurz „Bimmel-Bolle“
Gestern um 10:22 pm von Andy

» *** Arvato ***
Gestern um 10:05 pm von Andy

» Die Gruner + Jahr GmbH & Co. KG (G+J)
Gestern um 9:59 pm von Andy

» Der Bützower Hoftag
Gestern um 9:52 pm von Andy

» Die Verpreußung
Gestern um 9:45 pm von Andy

» ** Max Koner **
Gestern um 9:36 pm von Andy

» Der Motorradanhänger
Gestern um 9:21 pm von Andy

» Die Völkerpsychologie
Gestern um 8:51 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
März 2017
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Kalender Kalender


Johann Caspar Bluntschli

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Johann Caspar Bluntschli

Beitrag  checker am So Nov 30, 2014 12:25 pm

Johann Caspar Bluntschli, auch Johann Kaspar Bluntschli (* 7. März 1808 in Zürich; † 21. Oktober 1881 in Karlsruhe) war ein Schweizer Rechtswissenschaftler und Politiker. Bluntschli lehrte an den Universitäten Zürich, München und Heidelberg. Bluntschli war Mitglied der Heidelberger Loge Ruprecht zu den fünf Rosen.



Leben


Erstausgabe von Bluntschlis antikommunistischer Schrift Die Kommunisten in der Schweiz („Bluntschli-Bericht“), 1843


Johann Caspar Bluntschli in späteren Jahren, Reproduktion aus Zürich – Geschichte Kultur Wirtschaft. Gebrüder Fretz: Zürich, 1932


Johann Kaspar Bluntschli, sein Wohnhaus in Heidelberg neben der Peterskirche, hier hat er von 1868 – 1881 mit seiner Familie gewohnt und gelebt


Die Grabstätte von Johann Casper Bluntschli, Bergfriedhof (Heidelberg), auf dem Professorenweg

Aus einer alteingesessenen Zürcher Familie stammend – der Vater war Kerzen- und Seifenfabrikant – studierte Bluntschli zunächst in seiner Heimatstadt am Politischen Institut Rechtswissenschaft. Zur Vertiefung der historischen, philosophischen und juristischen Bildung folgten 1827–1829 Studien in Berlin und in Bonn, wo er 1829 mit einer Dissertation über das römische Noterbrecht zum Dr. jur. promoviert wurde. Nach einem Aufenthalt in Paris, der Bluntschli Einblicke in die französische Gerichtspraxis gewährte, kehrte er im April 1830 nach Zürich zurück, um zunächst Rechtsreferendar am Amtsgericht Zürich, und später Sekretär der Regierungskommission des Inneren zu werden. In den politischen Wirren der Restaurationszeit bekannte sich Bluntschli zur liberal-konservativen Bewegung, für die er 1832 ein Programm verfasste.

Er lehrte ab 1833 an der Universität Zürich (wo er 1844/45 als Rektor amtierte), ab 1848 an der Universität München und ab 1861 an der Universität Heidelberg. 1873 war er einer der Gründer des Institut de Droit international in Gent. Er war Präsident des 2. (1861 in Dresden) und des 8. (1869 in Heidelberg) Deutschen Juristentages. Bluntschli war Präsident des Deutschen Protestantenvereins.

1840 erhielt er den Auftrag, das zürcherische Privatrechtliche Gesetzbuch zu erstellen, das 1856 in Kraft trat und in der ganzen Welt Beachtung fand. Weitere Werke sind Allgemeines Staatsrecht (1852), daneben verfasste er u.a. ein Deutsches Staats-Wörterbuch in 11 Bänden (1857–1870, zusammen mit Karl Brater) sowie Das moderne Kriegsrecht der civilisirten Staaten (1866), das Einfluss auf die Beratungen zur Haager Landkriegsordnung hatte. Bedeutung erlangte auch sein Buch über das "Autorrecht" (1853), indem er das Recht des Autors, über die Veröffentlichung seines Werkes zu entscheiden, über das Naturrecht begründete.[1] Seine 1884 veröffentlichte Autobiografie trägt den Titel Denkwürdiges aus meinem Leben.

Bluntschlis Erklärung des Rechtscharakters des Völkerrechts unterschied sich von den meisten seiner Zeitgenossen, da er in Abkehr von Friedrich Carl von Savignys Theorien den Gegensatz «Naturrecht – positives Recht» zu überwinden suchte.

Johann Caspar Bluntschli war seit dem 27. Februar 1831 mit Emilie Vogel verheiratet. Ihr Sohn Alfred Friedrich Bluntschli, erfolgreicher Architekt, war zuerst Schüler und später als Professor an der Zürcher Bauschule Nachfolger von Semper.

1864[2] wurde er Freimaurer und Mitglied der Loge Ruprecht zu den fünf Rosen[3] in Heidelberg, wo er durch sein Wirken als Meister vom Stuhl die Loge prägte. 1865 schrieb er im Namen seiner Loge an Papst Pius IX. einen offenen Antwortbrief auf dessen Apostolisches Schreiben Multiplices inter, in der die Freimaurerei erneut verdammt wurde. Dieser offene Brief erregte großes Aufsehen. Von 1872 bis 1878 war er Großmeister der Großloge «Zur Sonne» in Bayreuth[4] und wirkte an ihrer Verfassung und ihren Ritualen mit. Er trat auf den Großlogentagen für die Einheit der deutschen Freimaurer unter einer deutschen Einheitsgroßloge ein. Ein konkreter Entwurf, den er auf dem Großlogentag von 1878 vorlegte, stieß allerdings auf wenig Zustimmung, was ihn schwer traf.[2] Häufig war er in Freiburg, die dortige Loge Zur edlen Aussicht gehörte ebenso der Grossloge «Zur Sonne» an, und trat den Anschuldigungen Alban Stolz entgegen.


Johann Kaspar Bluntschli Gedenktafel an seinem Heidelberger Anwesen

Von 1861 bis 1868 gehörte Bluntschli als vom Großherzog ernanntes Mitglied der Ersten Kammer der Badischen Ständeversammlung an. Von 1869 bis 1870 sowie nochmals 1879 bis 1880 besaß er als Vertreter der Universität Heidelberg jeweils ein Mandat in derselben Ersten Kammer. 1868 wurde er als Abgeordneter für den badischen Wahlkreis Bretten–Sinsheim ins deutsche Zollparlament gewählt. Von 1873 bis 1876 war Bluntschli Abgeordneter des 14. Wahlbezirks (Villingen) in der Zweiten Kammer der Badischen Ständeversammlung. Dort befand er sich in der Fraktion der Nationalliberalen Partei. 1879 gehörte er zusammen mit dem Kommerzienrat Friedrich Engelhorn (BASF), dem Geheimen Kommerzienrat Carl Eckhard, Dr. Gustav Herdt, dem Generalkonsul der Niederlande Simon Hartogensis und Karl Funck zu den Gründern der Mannheimer Versicherung.

Sein Nachfolger als Professor an der Universität Heidelberg wurde 1882 der baltischstämmige Jurist August von Bulmerincq.

Johann Caspar Bluntschli wurde nach seinem Tode am 21. Oktober 1881 in Karlsruhe, auf dem Heidelberger Bergfriedhof im Familiengrab beigesetzt. Er ruht neben seiner 1876 verstorbenen Frau Emilie. Der Grabstein wird von zwei fein gearbeiteten Bronze-Bildnismedaillons, das Ehepaar darstellend, geschmückt. Die Grabstätte liegt auf dem so genannten "Professorenweg" in der Abteilung: D.
Schriften

Entwicklung der Erbfolge gegen den Willen nach römischem Recht. Bonn 1829.
Die Partei der Gemässigten in ihrem Sein und Wollen. Zürich 1832.
Staats- und Rechtsgeschichte der Stadt und Landschaft Zürich, Band 1: Die Zeit des Mittelalters, Zürich 1838, Band 2: Die neuere Zeit, Zürich 1839.
Die Kommunisten in der Schweiz nach den bei Weitling vorgefundenen Papieren. Zürich 1843; Reprint: Hildesheim, Gerstenberg, 1972, ISBN 3-8067-0154-7 (s.g. „Bluntschli Bericht“).
Uri, Schwyz und Unterwalden und ihre ersten ewigen Bünde. Zürich 1846.
Geschichte der Republik Zürich. Band 1, Band 2, Zürich 1847.
Geschichte des schweizerischen Bundesrechts von den ersten ewigen Bünden bis auf die Gegenwart. Band 1: Geschichtliche Darstellung. Zürich 1849; Band 2: Urkundenbuch. Zürich 1852.
Allgemeines Staatsrecht. München 1852.
Das sogenannte Schrifteigenthum. Das Autorrecht. Kritische Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft, München 1853.
Deutsches Staatswörterbuch (Hg.), 12 Bde. Stuttgart/ Leipzig 1857–1870.
Geschichte des Rechts der religiösen Bekenntnisfreiheit. Elberfeld 1867.
Die Gründung der Amerikanischen Union von 1787. Berlin 1868.
Das moderne Völkerrecht der Civilisirten Staaten als Rechtsbuch dargestellt. Nördlingen 1869. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
Deutsche Rechtssprichwörter. Nördlingen 1869.
Charakter und Geist der politischen Parteien. Nördlingen, 1869.
Bluntschli's Staatswörterbuch in drei Bänden : auf Grundlage d. dt. Staatswörterbuchs von Bluntschli u. Brater in 11 Banden, i. Verb. mit mehreren Gelehrten ; [nebst] Nachtr. Schultheß, Zürich 1872 (Digitalisat)
1 (1872).
2 (1871).
3. O - Z.1872
Allgemeine Staatslehre. Stuttgart, 1875. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
Das Beuterecht im Krieg und das Seebeuterecht insbesondere. Nördlingen 1878.
Die Organisation des europäischen Staatenvereines. In: Die Gegenwart, 1878.
Die Haftung des Staats aus rechtswidrigen Handlungen seiner Beamten nach deutschem Privat- und Staatsrecht. Frankfurt a. M., 1879.
Geschichte der neueren Staatswissenschaft. München 1881.


Quelle - literatur & Einzelnachweise
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 31790
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten