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Die Trappisten

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Die Trappisten

Beitrag  checker am Do Jan 01, 2015 3:48 am

Die Trappisten sind ein römisch-katholischer Mönchsorden, entstanden im 17. Jahrhundert als Reformzweig innerhalb des Zisterzienserordens. Seit 1903 existiert die Bezeichnung Orden der Zisterzienser von der strengeren Observanz (lat. Ordo Cisterciensis Strictioris Observantiae, kurz: OCSO oder Ordo Cisterciensium reformatorum, Ordenskürzel: OCR), heute daher offiziell Zisterzienserorden der strengeren Observanz. Den weiblichen Zweig nennt man Trappistinnen.


Trappisten in Westvleteren (Bildmitte)

Die Ordenstracht der Trappisten ist vergleichbar mit jener der Zisterzienser: weißer Habit, schwarzer Schulterüberwurf (Skapulier) und als Chorkleidung die weiße Mönchskukulle; Trappisten tragen einen ledernen Gürtel anstatt der schwarzen Stoffbinde (das Cingulum) mancher Zisterzienser. Bekannt sind die Trappisten für ihre Abgeschiedenheit, ihre monastische Askese und ihre Vorliebe für körperliche Arbeit.

In der Öffentlichkeit sind manche Trappistenklöster durch ihre Klosterprodukte bekannt geworden, beispielsweise Marmelade, Weihrauch, Paramentenherstellung, Liköre, Trappistenkäse oder das Trappistenbier; diese Produkte sind auf jeweilige Klöster zurückzuführen, die mit dem Verkauf dieser Produkte zum Unterhalt des Klosters beitragen.

Generalabt der Trappisten ist seit 2008 Eamon Fitzgerald.

Geschichte


Armand Jean Le Bouthillier de Rancé

Armand Jean Le Bouthillier de Rancé kann nicht als Gründer der Trappisten gelten, aber er führte Reformbestrebungen fort und verbreitete sie. Er war bereits 1637 Abt im Zisterzienserkloster La Trappe. Es handelte sich um eine vom Hof an den jungen Adligen verliehene Pfründe, die nicht mit Residenzpflicht verbunden war. Doch nach seiner persönlichen Bekehrung im Jahr 1657 begann er nach einem ordentlichen Noviziat seine klösterlichen Pflichten wahrzunehmen. Grundlegend für seine Reformen, und um so verständlicher angesichts seiner persönlichen Biographie, war de Rancés Bewusstsein der Notwendigkeit der Buße. Im Vordergrund der Reform standen Selbstverleugnung, Demut und Askese. De Rancé lehnte aus Demut jegliche wissenschaftlichen Studien im Kloster ab. Die Askese der Trappisten äußerte sich in strengen Schweigeregeln, harter Handarbeit, insbesondere in der Landwirtschaft, und strengen Abstinenzregeln.

Die Reformen de Rancés wurden von vier Männerklöstern und einem Frauenkloster übernommen. Nach dem Tod de Rancés führten die Mönche von La Trappe sein Reformwerk fort. 1790 wurde La Trappe im Zuge der Französischen Revolution aufgehoben. Augustin de Lestrange, seit 1785 Novizenmeister von La Trappe, flüchtete mit 21 Mönchen in die Schweiz. Am 1. Juni 1791 besiedelten die aus Frankreich geflohenen Mönche das verlassene Kartäuserkloster La Valsainte. 1794 veröffentlichte de Lestrange die Règlements de La Valsainte, die Lebensgewohnheiten der Mönche von Valsainte. Im gleichen Jahr bildete sich eine Kongregation von Klöstern, die die Reformen für sich übernommen hatten. So entstand der Ordo et congregatio Beatae Mariae de La Trappe.

1798, als französische Truppen in die Schweiz einfielen, mussten die Mönche auch La Valsainte verlassen. Sie durchwanderten Deutschland, Österreich, Böhmen und Polen bis nach Russland. Von dort wurden sie 1800 ausgewiesen. Die Mönche teilten sich in verschiedene Gruppen auf und gelangten nach Westfalen, Flandern, England und Amerika. Auf diesem Wege breitete sich die Reformkongregation weltweit aus. 1814, nach dem Sturz Napoleons, wurde auch La Trappe wiederbesiedelt. In Frankreich gründeten die Reformierten außerdem mehrere Klöster neu und besiedelten alte Zisterzienserabteien wieder. 1830 gehörten zehn Männer- und vier Frauenklöster zur Kongregation, die damals noch keinen selbständigen Orden bildete, sondern dem Generalabt der Zisterzienser unterstellt war.

1847 wurden die Reformierten von Papst Pius IX. in zwei Kongregationen aufgeteilt: Die eine befolgte die Regeln de Rancés und die andere die Regeln de Lestranges. Erst 1892, unter Papst Leo XIII., entstand ein gemeinsamer Orden beider Kongregationen, der Orden der reformierten Zisterzienser. 1902 bekam der Orden die Bezeichnung Orden der Zisterzienser von der strengeren Observanz, woraus sich die heute gültige Bezeichnung Zisterzienserorden der strengeren Observanz entwickelte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts gründete der Orden auch Niederlassungen in Australien, Afrika, Palästina, im Kaiserreich China und Japan. Im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurden Buße und Askese im Orden beschränkt.

Nach dem Stand von 2009 zählt der Orden weltweit 102 Klöster mit 2132 Mönchen[1] und 72 Klöster mit 1799 Nonnen[2]. Im deutschsprachigen Raum gibt es heute je zwei Männer- und Frauenklöster der Trappisten. Das einzige Männerkloster Deutschlands ist die Abtei Mariawald (Eifel), gegründet 1864. Daneben gibt es in Deutschland zwei Trappistinnenklöster, die Trappistinnenabtei Maria Frieden in Dahlem (Kreis Euskirchen) und das Trappistinnenkloster Gethsemani in Dannenfels. Das einzige Trappistenkloster Österreichs ist Stift Engelszell.

Spiritualität


Trappist (Novize) beim privaten Gebet in seiner Zelle

Die Trappisten führen ein kontemplatives Leben mit strenger Klausur. In der Regel nehmen sie außerhalb des Ordens keine Seelsorgeaufgaben wahr.

Charakteristisch für die Trappisten war eine strenge Askese, vor allem in Form von Schweigen und Buße. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurden diese asketischen Regeln jedoch vielfach gemildert. Traditionell bestimmen Gebet, Lesung und körperliche Arbeit den Tagesrhythmus der Mönche. Siebenmal am Tag versammeln sich die Mönche zum Stundengebet in der Klosterkirche oder im Oratorium.

Einen wichtigen Platz im Leben der Trappisten nimmt die Marienverehrung ein. So beginnen oder enden in den meisten Häusern die einzelnen Gebetszeiten mit der marianischen Antiphon aus dem früheren marianischen Offizium.
Generaläbte der Zisterzienser strengerer Observanz

(Bis zur juristischen Neuordnung des Zisterzienserordens von 1892 unterstanden die Kongregationen der Reform von La Trappe dem Generalabt OCist)

Sébastien Wyart (Mont-des-Cats/Sept-Fons), 1892-1904
Augustin Marre (Igny), 1904-1922
Jean-Baptiste Ollitraut de Kéryvallan (Melleray), 1922-1929
Herman-Joseph Smets (Westmalle), 1929-1943
Dominique Nogues (Timadeuc), 1946-1951
Gabriel Sortais (Bellefontaine), 1951-1963
Ignace Gillet (Dombes/Aiguebelle), 1964-1974
Ambrose Southey (Mount St Bernard), 1974-1990
Bernardo Olivera (Azul), 1990-2008
Eamon Fitzgerald (Mount Melleray), seit 2008[3]

Quelle: orden-online.de[4]
Generalprokuratoren der Zisterzienser strengerer Observanz

Augustin Collins (Mount St. Bernard, UK), 1892
Basile Sheil (Mount St. Bernard), 1893
Tiburce Benoist (Sept-Fons), 1893-1894
Benoît Chambon (Aiguebelle), 1894-1908
Bonaventura Stürzer (La Trappe), 1908-1913
Norbert Sauvage (Chimay), 1913-1923
Robert Lescand (Cîteaux), 1923-1932
Fabien Dutter (Cîteaux), 1932-1933
Bernard Barbaroux (Maguzzano-Aiguebelle), 1933-1947
Thomas d'Aquin Gondal (Tamié-Sept-Fons), 1948-1959
Déodat De Wilde (Westmalle), 1959-1967
Vincent Hermans (Achel), 1967-1977
Bernard Johnson (Holy Spirit/Vina), 1977-1990
Armand Veilleux (Mistassini/Holy Spirit), 1990-1998
Augustine Roberts (Spencer/Azul), 1998-2002
Timothy Kelly (Gethsemani), seit 2002

Bekannte Trappisten

Charles de Foucauld
Christian de Chergé
Jean-Baptiste Chautard
Ferdinand von Geramb
Franz Pfanner
Thomas Keating
Rafael Arnáiz Barón
Thomas Merton
Blandina Paschalis Schlömer

Klöster


Abtei Mariawald

im deutschsprachigen Raum:

Abtei Mariawald in Heimbach (Eifel) (Deutschland)[5]
Kloster Engelszell in Engelhartszell an der Donau (Österreich)[6]

Literatur
Zur Ordensgeschichte

Immo Eberl: Die Zisterzienser. Geschichte eines europäischen Ordens. Lizenzausgabe. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, ISBN 3-534-16487-3.
Karl Suso Frank: Geschichte des christlichen Mönchtums. 5. verbesserte und ergänzte Auflage. Primus-Verlag, Darmstadt 1996, ISBN 3-89678-500-1.
Karl Suso Frank: Trappisten, in: LThK³ 10 (2001), S. 193–195.
David Knowles: Geschichte des christlichen Mönchtums. Benediktiner, Zisterzienser, Kartäuser. Kindler, München 1969, (Kindlers Universitätsbibliothek 45, ZDB-ID 2387449-1).
Louis J. Lekai: The Cistercians. Ideals and Reality. Kent State University Press, Kent OH 1977, ISBN 0-87338-201-3.

Zur Ordensspiritualität

Maria Magdalena Aust: La Trappe: Last und Inspiration einer Legende. Die Spiritualität der Trappisten in ihrer geschichtlichen Entwicklung. In: Edith-Stein-Jahrbuch 9, 2003, ISSN 0948-3063, S. 92–111.
David N. Bell: Understanding Rancé. The Spirituality of the Abbot of La Trappe in Context. Cistercian Publications, Kalamazoo MI 2005, ISBN 0-87907-105-2, (Cistercian studies series 205).
Henri J. M. Nouwen: Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im Trappistenkloster. 18. Auflage. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 1999, ISBN 3-451-18023-5.
Bernardin Schellenberger: Die Stille atmen. Leben als Zisterzienser. Kreuzverlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7831-2605-3.


Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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