Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Die Apokryphen
Gestern um 4:32 am von Andy

» Herbert Reichstein
Gestern um 4:24 am von Andy

» Der Cro-Magnon-Mensch
Gestern um 4:15 am von Andy

» Die Horstschutzzone
Gestern um 4:05 am von Andy

» Oskar Friedrich
Gestern um 3:59 am von Andy

» Jörg Lanz von Liebenfels, geistlicherr Hochstapler seines Zeichens
Gestern um 3:34 am von Andy

» Die Mittelsteinzeit
Gestern um 3:19 am von Andy

» Das Jungpaläolithikum
Gestern um 3:12 am von Andy

» Die Jonsdorfer Felsenstadt
Gestern um 2:46 am von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Dezember 2017
MoDiMiDoFrSaSo
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Kalender Kalender


* Der Söll *

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

* Der Söll *

Beitrag  checker am Mo Jan 19, 2015 11:03 am

Ein Söll oder Soll bezeichnet in jungpleistozänen Landschaften – vor allem im nordostdeutschen Tiefland (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Ostholstein), aber wohl auch im Alpenvorland – ein in der Regel kreisrundes oder ovales Kleingewässer in meist offener Landschaft. Sie sind typisch für Grundmoränen, können aber auch in anderen Landschaften der Glazialen Serie auftreten.

Sölle befinden sich innerhalb von meist trichterartigen Geländehohlformen. Sie zählen zu den Stillgewässern und besitzen für gewöhnlich keinen oberflächlichen Zu- und Abfluss. Zwischenzeitliches Trockenfallen, vor allem in den Sommermonaten, ist für viele Sölle typisch.


Ein Söll (Toteiskessel) an der B 193 zwischen Penzlin und Peckatel

Sölle auf Rügen bei Rambin (201

Entstehung

Sölle entstanden durch das Vernässen von eiszeitlichen Toteislöchern. Bewegungslos gewordene Teile des Inlandeises blieben, da sie von Moränen- beziehungsweise Schmelzwasserablagerungen überdeckt waren, nach dem Rückzug der Gletscher als Toteis erhalten. Manchmal wurden auch Eisblöcke durch die Gletscherbewegungen in den Boden gedrückt und überdauerten zunächst als in Geschiebemasse eingeschlossenes Toteis. Beim Auftauen entstanden schließlich oberirdische Hohlformen. Solche Sölle sind überwiegend in Jungmoränenlandschaften der Weichsel- oder Würmeiszeit anzutreffen; die ältere Geest ist bereits stärker geomorphologisch nivelliert, verwittert und enthält daher kaum noch Sölle.
Bedeutung und Gefährdung

Da jungpleistozäne Landschaften, beispielsweise Nordostdeutschlands, aufgrund ihrer fruchtbaren Böden intensiv ackerbaulich bewirtschaftet werden, sind Sölle in ihrem Fortbestand als Biotop und Geotop oft stark gefährdet. Ackernutzung findet meist ohne einen abpuffernden Schutzstreifen bis an den Rand der Hohlform statt. Das überreiche Nährstoffangebot der intensiven Landwirtschaft verändert die Zusammensetzung der Pflanzenwelt innerhalb des Sölls. Nährstoffliebende, biomassereiche Arten der Röhrichte und Hochstaudenfluren (Rohrkolben, Brennnesseln u. a.) breiten sich zu Lasten konkurrenzschwächerer Pflanzen aus. Oft sind starke Verlandungs- und Verschlammungserscheinungen aufgrund der Eutrophierung zu beobachten. Algenblüten führen zur Sauerstoffzehrung und zum „Umkippen“ des Gewässerchemismus.

In Unkenntnis wurden früher Sölle sogar im Zuge von „Meliorationsmaßnahmen“ komplett eingeebnet und umgepflügt, was aber oft nicht gelang. Wegen des verdichteten Untergrundes neigen solche Stellen weiterhin zur Vernässung und erlauben keinen geregelten Ackerbau.

Sölle gehören in Landesnaturschutzgesetzen (z. B. Brandenburgs) zu den per se geschützten Biotoptypen (§ 32 Abs. 1 Nr. 1 BbgNatSchG) in der Gruppe der Kleingewässer, wenn sie nicht größer als ein Hektar einschließlich der Ufervegetation sind und ständig Wasser führen.
Flora, Fauna

Typische Pflanzen der Kleingewässer sind Schilf, Kleine Wasserlinse, Gewöhnlicher Wasserhahnenfuß, Gift-Hahnenfuß, Schwimmendes Laichkraut, Gelbe Teichrose, Weiße Seerose, Wasser-Knöterich, Schmalblättriger und Breitblättriger Rohrkolben. Kennzeichnende Tierarten sind unter den Vögeln Zwergtaucher, Rothalstaucher, Rohrweihe, Wasserralle und Teichralle, bei Kriechtieren die Ringelnatter, bei Lurchen u. a. der Grasfrosch, der Moorfrosch, die Knoblauchkröte, die Rotbauchunke und der Kammmolch.

Siehe auch

   Toteissee

Quelle - literatur & Einzelnachweise
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 32587
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten