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Der Kesselzerknall in Bitterfeld

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Der Kesselzerknall in Bitterfeld

Beitrag  Andy am Do Feb 19, 2015 12:03 am

Der Kesselzerknall in Bitterfeld am 27. November 1977 war die bisher letzte Kesselexplosion einer Dampflokomotive in Deutschland. 9 Menschen starben.[Anm. 1]


01 1516-2 auf dem Berliner Außenring bei Altglienicke, 3 Monate vor dem Kesselzerknall


Ausgangslage

Das Lokpersonal des D 567 von Berlin-Schöneweide nach Leipzig Hauptbahnhof hatte die reguläre Lokomotive der BR 03 schon auf der Hinfahrt nach Berlin aufgrund von Wassermangel kaputtgefahren. Unter Eisenbahnern galt es als Schande, eine Lok auf freier Strecke „kaltmachen“ zu müssen, also das Feuer vom Rost zu entfernen, um ein Ausglühen des Kessels zu verhindern. Das Lokpersonal – bestehend aus einem aufstrebenden Lokführer als Ersatzmann für den Stammlokführer und dessen Stammheizer[1] – hatte in seinem Ehrgeiz hier überzogen.

Deshalb musste die im Betriebswerk von Berlin Ostbahnhof stationierte Dampflokomotive 01 1516 eingesetzt werden. Sie war erst wenige Tage zuvor aus dem Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen von einer Hauptuntersuchung zurückgekehrt und als Reservelok eingeteilt. Nun wurde sie für diese Leistung kurzfristig vorgesehen, dem Lokpersonal von der Lokleitung mitgeteilt, dass die Vorräte der Lok deshalb noch zu ergänzen waren.

Technisch wird einem Ausglühen des Kessels und einer Kesselexplosion bei einer Dampflokomotive durch einen Sicherheitsbolzen (Schmelzpfropfen) vorgebeugt. Dieser befindet sich über der Feuerung und schmilzt, wenn der Feuerungsraum sich überhitzt. Nach einem Schmelzen strömt Wasser aus dem Kessel in die Feuerung und bringt diese zum Erlöschen.
Unfallhergang

Es war inzwischen eine größere Verspätung aufgelaufen. In der Eile wurde nur Kohle, aber kein Wasser genommen, der Lokleitung aber mitgeteilt, die Vorräte seien vollständig ergänzt. Später wollte das Lokpersonal dann die erneute Blamage eines zusätzlichen Halts auf der Strecke zur Wasseraufnahme vermeiden. In Bitterfeld sollte dieser dann stattfinden. Der Sicherungsbolzen der Lokomotive war so stark mit Kalk versintert, dass, obwohl er schmolz, kein Wasser in den Feuerungsraum einströmte. Wie das passieren konnte, obwohl die Lokomotive erst wenige Tage zuvor aus dem Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen von einer Hauptuntersuchung zurückgekehrt war, blieb rätselhaft. Die Untersuchungskommission fand heraus, dass der Wasservorrat im Tender vollständig aufgebraucht war. Die Materialuntersuchung der Feuerbüchse ergab, dass sie auf ca. 740 °C erhitzt worden war. Um diese Temperaturen im Material zu erreichen, musste die Feuerbüchsdecke mindestens 4 min lang nicht mit Wasser bedeckt gewesen sein. Bei einer solchen Temperatur sank die Festigkeit der Feuerbüchse von 510 N/mm² auf weniger als 88 N/mm². Der Wasserstand im Kessel war so tief gesunken, dass das restliche Wasser beim Bremsen zunächst nach vorne lief und beim Stehenbleiben der Lokomotive nach hinten schwappte, gegen freiliegende überhitzte Teile der Heizfläche. Das Wasser verdampfte explosionsartig. Die Decke der Feuerbüchse riss ein, der Kessel der Maschine zerknallte und schleuderte das Führerhaus weg. Gleichzeitig drehte er sich und die Glut aus dem Kessel traf einen auf dem Nachbargleis einfahrenden Reisezug, von dem zwei Personenwagen in Brand gerieten. Der Kessel schlug etwa 40 Meter von der Lok entfernt auf.
Folgen

Der Lokomotivführer und der Heizer wurden getötet. Sieben weitere Personen kamen durch umherfliegende Splitter und Trümmer ums Leben, 45 weitere Personen wurden verletzt.[2]

Das Bahnsteigdach und 60 m Oberleitung wurden beschädigt.

Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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