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Kombinat der Sonderheime für Psychodiagnostik und pädagogisch-psychologische Therapie

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Kombinat der Sonderheime für Psychodiagnostik und pädagogisch-psychologische Therapie

Beitrag  Andy am Do Feb 19, 2015 10:56 pm

Das Kombinat der Sonderheime für Psychodiagnostik und pädagogisch-psychologische Therapie war eine geschlossene Einrichtung der Jugendhilfe in der DDR. In ihr wurden verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter zur Heimerziehung eingewiesen. Der Sitz des Kombinats befand sich in Ost-Berlin.

Die 1964 im Zuge der Umstrukturierung der Kinderheime der DDR in Normal- und Spezialheime auf Initiative von Reiner Werner, der bereits seit 1959 in Werftpfuhl ein Spezialheim für psychisch geschädigte Kinder im Berliner Umland gründete, geschaffene Einrichtung zur Betreuung stark verhaltensgestörter Kinder und Jugendlicher bestand aus:

dem Aufnahmeheim Berlin-Oberspree
dem Heim Bollersdorf
dem Heim Borgsdorf
dem Heim Groß Köris und
dem Heim Werftpfuhl

Die bis 1971 von Werner geleiteten Heime unterhielten eigene nicht öffentliche Schulen, in denen die Insassen in den Klassenstufen 1–4 und 5–8 der POS oder in der Hilfsschule unterrichtet wurden.

Dem Ansatz, die Minderjährigen in den Heimen zu beobachten, zu begutachten und zu therapieren wurden die Einrichtungen nicht gerecht. Die heilpädagogische Betreuung beschränkte sich im Großen und Ganzen auf eine Ruhigstellung durch Verabreichung von Psychopharmaka. Die Erziehung erfolgte anfänglich im Wesentlichen durch Drill und Strafmaßnahmen; in der Mitte der 1970er Jahre wurden diese Bedingungen etwas gelockert. Unter anderem wurden dabei die bis dahin übliche Marschbewegung während der Hofpausen und die gruppenweise Bewegung im Gänsemarsch abgeschafft. Eine besondere Ausbildung der Erzieher und Lehrer erfolgte nicht. Das führte dazu, dass mit den besonderen Gegebenheiten überforderte Pädagogen, darunter auch einer der Adoptivsöhne Reiner Werners, sich durch Gewalttätigkeit und Strafregime Respekt verschafften oder auch gezielt als gewalttätig bekannte Pädagogen in das Kombinat umgesetzt wurden.

Eine Entlassung der Minderjährigen aus der Heimerziehung vor Beendigung der Schulzeit erfolgte nur in wenigen Fällen bei positiver Beurteilung durch Lehrer, Erzieher und Psychologen. Zumeist schloss sich nach Beendigung der 8. Klasse eine Überweisung zur Ausbildung in einen Jugendwerkhof an. Bei guten schulischen Leistungen bestand die Möglichkeit einer weiteren Schulbildung im Spezialkinderheim Hohenleuben, das als einziges Spezialheim der DDR die Klassenstufen 9–10 der POS unterrichtete.

Quelle - literatur & Einzelnachweise
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