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Die Kamaldulenser

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Die Kamaldulenser

Beitrag  Andy am Mi März 11, 2015 11:58 pm

Die Kamaldulenser (Ordenskürzel: OSBCam) sind ein katholischer Eremiten-Orden, der auf den Heiligen Romuald von Camaldoli zurückgeht.


Eremit im Mutterkloster der Kamaldulenser in Eremo di Camaldoli


Mönchshabit der Kamaldulenser

Geschichte und Entwicklung

Am Anfang des 11. Jahrhunderts rief Romuald von Camaldoli ein neues Konzept des Ordenslebens ins Leben – das zusammengeschlossene Eremitentum. Aus mehreren, unzusammenhängenden Klöstern und Einsiedeleien entstand der Orden der Kamaldulenser. Das von Romuald gegründete Mutterhaus und die Einsiedelei befinden sich in Camaldoli in Italien in der Provinz Arezzo, Toskana.

Im Jahr 1510 durchdachte Paolo Giustiniani nochmals Romualds Konzept und reformierte die Regel der Kamaldulenser. Giustiniani, der den Ordensnamen Paolo angenommen hatte, verstärkte in seiner Reform nicht die strenge Askese, sondern lebte nach dem Motto: „Leben alleine mit Gott und für Gott allein.“ In seiner Theologie begründete er, dass das Mysterium Christi und die Realität des sakramentalen Lebens alles durchdringen und den Mittelpunkt des christlichen Ordenslebens bilden.

Die Kamaldulenser schlossen sich als Congregatio Camaldulensis Ordinis Sancti Benedicti 1966 der Benediktinischen Konföderation an. In den zehn Klöstern (in Italien, Brasilien, USA und Indien) leben 107 Mönche (Stand: Catalogus OSB 2005).

Ferner entstand mit den Kamaldulenser-Eremiten von Monte Corona (lt. Congregatio Eremitarum Camaldulensium Montis Coronae, Ordenskürzel: ECMC) eine neue Kongregation (Zweig) des Kamaldulenserordens. Dieser zählt heute 80 Mönche, davon leben 25 in Polen in zwei Klöstern. Diese Kamaldulenser gründeten nicht nur Klöster, sondern halfen bei der Gründung einiger Städte in Polen und trugen zur Befreiung der Bauern von der Steuerzahlung bei. Ein berühmtes ehemaliges Kamaldulenserkloster in Litauen ist Kloster Pažaislis (heute von Ordensschwestern bewohnt).

Generalprior des Ordens ist Alessandro Barban. Einer seiner Vorgänger war der Kardinal Ambrogio Bianchi.
Lebensform und Spiritualität

Die Kamaldulenser leben nach der Regel des heiligen Benedikt und der eigenen, von Romuald verfassten Regel, den Ordensstatuten. Sie tragen ein weißes Ordensgewand und wohnen innerhalb einer Klostermauer in einzelnen Häuschen (Zellen mit kleinen Gärten).

Das Gebet, zu dem die gemeinsame Liturgie in der Kirche und das einsame Stundengebet in der Zelle gehören, die Arbeit und die geistliche Lesung erfüllen den Tag eines Kamaldulensermönches. Das ganze Leben der Kamaldulenser konzentriert sich auf die Verbindung mit Gott im Gebet und der Kontemplation:

Der Tag beginnt um 3:30 Uhr mit der Matutin.
Vor der Hl. Messe, um 6:00 Uhr, werden der „Engel des Herrn“ und die Laudes gebetet. Anschließend wird die Heilige Messe ohne Gesang und ohne Musikinstrumente gefeiert.
Nach der Messe beten die Mönche bis zum Frühstück gegen 7:30 Uhr in der Zelle die Terz und den Rosenkranz.
Dann beginnt die Arbeit und um 11:45 Uhr die Sext, dieser folgt der Angelus („Engel des Herrn“).
Um 12:00 Uhr wird das Mittagessen eingenommen.
Bis 14:00 Uhr haben die Mönche freie Zeit. Dann beginnt der Nachmittag mit der Non.
Bis 17:00 Uhr wird gearbeitet, anschließend gibt es das Abendessen.
Um 17:30 Uhr ist Zeit für die geistliche Lesung,
um 18:30 Uhr schließen sich die Vesper und eine Litanei an.
Der Tag endet mit der Komplet um 19:15 Uhr.
Um 21:00 Uhr beginnt die Nachtruhe.

Bedeutende Kamaldulenser

Einer der bedeutendsten Kamaldulenser, der zur Blüte und zur Entwicklung des Kamaldulenserordens beigetragen hat, war Petrus Damiani. Im Jahr 1828 ernannte ihn Papst Leo XII. zum Kirchenlehrer.

Ein anderer wichtiger Ordensangehöriger war Ambrogio Traversari, der im 15. Jahrhundert als päpstlicher Legat maßgeblich das Konzil von Basel geprägt hat.

Der Kamaldulenser Fra Mauro (d. i. Bartolomeo Alberto Cappellari) wurde 1831 als Gregor XVI. Papst.

René de Froulay de Tessé, vormals Marschall von Frankreich


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