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Das Département Moselle

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Das Département Moselle

Beitrag  Andy am Sa März 14, 2015 9:52 pm

Das Département Moselle [mɔˈzɛl] ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 57. Es liegt im Osten des Landes in der Region Lothringen und ist nach dem Fluss Mosel (französisch Moselle) benannt. Départementhauptstadt ist Metz.



Geographie

Das Département Moselle grenzt im Norden an das Großherzogtum Luxemburg (Distrikte Luxemburg und Grevenmacher), im Nordosten an die Bundesrepublik Deutschland (Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz), im Südosten an das Département Bas-Rhin (Region Elsass) sowie im Süden und Westen an das Département Meurthe-et-Moselle.



Geschichte

In älterer Zeit gehörten die Gebiete des heutigen Départements zum Hochstift Metz, zu den Herzogtümern Lothringen, Bar, Luxemburg und zur Reichsstadt Metz, die im Wappen vertreten sind, sowie kleineren Herrschaften, und fielen im 17. und 18. Jahrhundert an das Königreich Frankreich. „Moselle”, im Deutschen auch „Moseldepartement“ genannt, ist eines von 83 Départements, die zur Zeit der französischen Revolution im Jahre 1790 errichtet wurden. Das Département war wesentlich anders zugeschnitten als heute und in vier „Arrondissements” untergliedert: Metz, Briey, Sarreguemines und Thionville.


Bezirk Lothringen 1890


Territoriale Veränderungen der Départements nach der Abtretung Elsass-Lothringens 1871

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde das Moseldepartement am 18. Mai 1871 gemäß dem Frieden von Frankfurt aufgelöst. Das Deutsche Kaiserreich erhielt den größten Teil und vereinigte ihn mit den beiden Arrondissements Château-Salins und Saarburg (Sarrebourg) des ebenfalls aufgelösten Départements Meurthe zum Bezirk Lothringen des neugebildeten Reichslands Elsass-Lothringen. Nur ein kleiner Teil im Westen, das Arrondissement Briey, blieb bei Frankreich und bildete zusammen mit Teilen des Départements Meurthe das neue Département Meurthe-et-Moselle.

Die Reichslandzeiten waren geprägt von starken Bevölkerungsverschiebungen: Die französischen Eliten verließen nach 1871 den Bezirk, so genannte „Altdeutsche“, d. h. Zuwanderer aus den anderen Gebieten des Deutschen Reichs, füllten die Lücke, insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Militär, aber auch Arbeiter in den aufstrebenden Industrieorten des Erzbeckens. Dies führte dazu, dass die Großstadt Metz am Vorabend des Ersten Weltkriegs zwar eine deutsche Bevölkerungsmehrheit von über 75 % hatte, aber eine Sprachinsel bildete, weil das unmittelbare Umland der Stadt frankophon blieb.

Aus verteidigungstechnischen Gründen, aber vor allem wegen des Besitzes der Schwerindustrie und der Eisenerz-Gruben (Minette) hielten die deutschen Siegermächte bei der Grenzfestlegung 1871 nicht die deutsch-französische Sprachgrenze ein. So gehörten zum neuen deutschen Kaiserreich nun auch frankophone Gebiete. Die französischsprachigen Bewohner erhielten einige Zugeständnisse im Gebrauch ihrer französischen Muttersprache in Verwaltung, Justiz und Schule. So saßen für 47 Jahre im Deutschen Reichstag in Berlin unter anderem auch einige muttersprachlich französische Reichstagsabgeordnete aus Elsass-Lothringen.

Im 1919 nach dem Ersten Weltkrieg abgeschlossenen Friedensvertrag von Versailles kam das Gebiet wieder zu Frankreich zurück. Die Verwaltungsgrenzen wurden wegen der in fünf Jahrzehnten geschaffenen Tatsachen beibehalten und nicht wieder auf den Stand von 1870 zurückgesetzt, der „Bezirk Lothringen” wurde umbenannt in „Département Moselle”. Die administrativen Verbindungen zu den traditionell deutschen Sprachgebieten des Elsasses wurden gekappt und die Moselle fand sich im Kontext eines stark zentralistisch auf Paris ausgerichteten Frankreich wieder.

Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebiet Moselle nach der Niederlage Frankreichs (Waffenstillstand vom 22. Juni 1940) faktisch dem Deutschen Reich wieder angeschlossen, als CdZ-Gebiet Lothringen unter Zivilverwaltung gestellt und sollte zusammen mit dem Saarland und der Pfalz den „Gau Westmark” bilden. Mit der Evakuierung der Grenzbevölkerung 1939 nach Innerfrankreich und der Besetzung des ehemaligen Reichslandes Elsass-Lothringen 1940 kam es erneut zu Bevölkerungsverschiebungen. Der Chef der Zivilverwaltung Josef Bürckel wies im November 1940 etwa 60.000 missliebige französischsprachige Lothringer nach Vichy-Frankreich aus, deutschsprachige Siedler wurden angeworben. Trotz gewisser autonomistischer und nationaler Sympathien der zum Teil im deutschen Kaiserreich aufgewachsenen Lothringer stieß die nationalsozialistische Politik des Diktators Hitler verbreitet auf Widerwillen und passiven Widerstand. Mit dem Vormarsch der Alliierten musste sich die deutsche Wehrmacht im Herbst 1944 zurückziehen. Von Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 war die Region Kampfgebiet. In die Moselregion zogen 1944 zuerst Soldaten der US-amerikanischen Armee ein, in einigen Dörfern hielt sich die Wehrmacht noch bis zum März 1945.

Über viele Jahrzehnte spielten die Steinkohleförderung und die Stahlproduktion im Département Moselle eine zentrale Rolle. In den 1970er und 1980er Jahren verloren beide Industriezweige jedoch immer mehr an Bedeutung, vor allem die industrialisierten Gebiete im Norden und Nordosten des Départements wurden stark von der Stahlkrise und Kohlekrise betroffen. 1997 endete mit der Schließung der Eisenerzmine in Audun-le-Tiche eine über 100-jährige Ära. 2004 wurde mit der Zeche La Houve in Creutzwald das letzte Steinkohlebergwerk in ganz Frankreich geschlossen.

Bevölkerung
Sprache


Dialekte im Departement Moselle (orange: französische Dialekte)

Inmitten des Départements verlief bis in die jüngste Vergangenheit entlang einer Linie von Thionville nach Sarrebourg die deutsch-französische Sprachgrenze. Die einheimischen frankophonen Bewohner des Départements sprachen traditionell das romanische Lothringisch, das als Umgangssprache auch von der ältesten Generation nicht mehr verwendet wird. Die deutsch-lothringischen Mundarten der einheimischen germanophonen Bewohner des Départements gehören zum Moselfränkischen und zum Rheinfränkischen. Nach 1945 wurde die deutsche Sprache aus den Medien verdrängt und auf die deutschsprachige Bevölkerung erheblicher Druck ausgeübt, ihren Dialekt abzulegen und Französisch zu sprechen. Nach den vielen Jahren der politischen Zugehörigkeit zu Frankreich und einer entschiedenen Französisierungspolitik (Französisch als Amts- und Unterrichtssprache) sind die einheimischen deutschen Dialekte vom Aussterben bedroht. Während die älteste Generation noch Deutsch beherrscht, verwenden die jüngeren Generationen zumeist Französisch als Umgangssprache und geben Französisch auch an ihre Kinder weiter.
Städte

Die bevölkerungsreichsten Gemeinden des Départements Moselle sind:

Stadt Einwohner
(2012) Arrondissement
Metz 119.551 Metz-Ville
Thionville (Diedenhofen) 41.325 Thionville-Est
Montigny-lès-Metz 21.990 Metz-Campagne
Sarreguemines (Saargemünd) 21.605 Sarreguemines
Forbach 21.475 Forbach
Saint-Avold (Sankt Avold) 16.349 Forbach
Yutz (Jeutz) 15.776 Thionville-Est
Hayange (Hayingen) 15.754 Thionville-Ouest
Creutzwald (Kreuzwald) 13.607 Boulay-Moselle
Freyming-Merlebach 13.122 Forbach

Weitere größere Orte sind:

Bitche (Bitsch)
Boulay-Moselle (Bolchen)
Château-Salins (Salzburg)



Fameck
Florange (Flörchingen)
Hagondange (Hagendingen)



Rombas (Rombach)
Sarrebourg (Saarburg)
Woippy


Verwaltungsgliederung

Das Département gliedert sich in 9 Arrondissements, 51 Kantone und 730 Gemeinden:
Arrondissement Einwohner
(2012) Fläche
(km²) Bev.Dichte
(Einw./km²) Kantone Gemeinden
Boulay-Moselle 79.847 722 110,6 3 96
Château-Salins 29.818 974 30,6 5 128
Forbach 167.518 561 298,6 7 73
Metz-Campagne 222.352 1.047 212,4 9 142
Metz-Ville 119.551 42 2.846,5 4 1
Sarrebourg 64.374 993 64,8 5 102
Sarreguemines 100.236 936 107,1 6 83
Thionville-Est 140.845 686 205,3 6 75
Thionville-Ouest 121.927 255 478,1 6 30

Liste der Kantone im Département Moselle
Liste der Gemeinden im Département Moselle

Sehenswürdigkeiten

Metz mit seiner gotischen Kathedrale, der Templerkapelle, dem Ludwigsplatz, dem Museum La Cour d’Or und vielem anderen, das einen Besuch lohnt.
Burg Malbrouck in Manderen.
Das Fort Michelsberg, ein Gros Ouvrage der Maginot Linie.
Das Schloss der Grafen von Lothringen in Sierck-les-Bains.
Das mittelalterliche Städtchen Rodemack.
Die Zitadelle in Bitche mit den Friedensgärten.
Der archäologische Park in Bliesbruck.
Der römische Aquädukt in Jouy-aux-Arches.
Das Artilleriebauwerk Fort Simserhof.
Das Fort Hackenberg in Veckring, Teil der Maginot-Linie.
Das Schloss „La Grange“ in Manom.
Die Chapelle des Cordeliers in Sarrebourg mit dem großen Glasfenster von Marc Chagall.
Fresken aus der Zeit um 1500 in der Wehrkirche von Sillegny.
Der schräge Schiffsaufzug des Canal de la Marne au Rhin in Saint-Louis-Arzviller.
Das Haus von Robert Schuman, dem Vater Europas, in Scy-Chazelles. Schuman bewohnte das Haus, das heute ein Museum ist, von 1926 bis zu seinem Tod 1963.
Etliche Lothringer Bauernhäuser, die heute als Museen hergerichtet sind, zum Beispiel in Oberdorff oder Gomelange.
Das Museum Georges de la Tour in Vic-sur-Seille.
Das Kohlemuseum in Petite-Rosselle.
Das Fayencemuseum in Sarreguemines.
Das Glas- und Kristallmuseum in Meisenthal.
Das Dorf Dabo mit der Dagsburg.
Die Nekropole von Audun-le-Tiche
Und nicht zuletzt die regionalen Naturparks Vosges du Nord (nördliche Vogesen) und Lorraine (Lothringen). Letzterer umfasst ein Gebiet mit vielen Weihern und Seen, die beliebte Ausflugsziele sind.

Siehe auch

Liste deutsch-französischer Ortsnamen in Lothringen
Weinregion Lothringen


Quelle - literatur & Einzelnachweise
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