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Knes, Knjas oder Knjaz

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Knes, Knjas oder Knjaz

Beitrag  Andy am So Apr 12, 2015 7:11 pm

Knes, Knjas oder Knjaz (altslawisch kъnędzь, serbokroatisch knez/кнез, bulgarisch княз, polnisch książę, russisch князь/knjas, slowenisch knes, tschechisch kněz) ist der ursprüngliche allgemein gebräuchliche Begriff für einen Herrscher im slawischsprachigen Raum.

Der Titel ist zum ersten Mal in Verbindung mit dem bulgarischen Herrscher Asparuch (668–700) historisch dokumentiert. Asparuch war der Gründer des ersten Bulgarischen Reiches und Donaubulgariens.

Der Begriff ist aus dem urgermanischen kuningaz (König) abgeleitet[1][2] und bezeichnet einen politisch oft weitestgehend unabhängigen Herrscher.

In lateinischen Quellen ist er deshalb mitunter als rex (König) wiedergegeben. Meistens jedoch wird er mit princeps (Fürst) übersetzt. Auch im Deutschen wird er in der Regel mit einem vielleicht missverständlichen Fürst wiedergegeben, da im Heiligen Römischen Reich ein Fürst immer in einem Lehnsverhältnis zu einer übergeordneten Person (König) stand. Trotzdem hat sich der Begriff eingebürgert und wird auch zur Bezeichnung von Kleinherrschern in verschiedensten Epochen und in anderen Regionen der Welt verwendet.

Mit einem beginnenden Abhängigkeitsverhältnis vom fränkischen Reich werden seit dem 9. Jahrhundert auch die Bezeichnungen comes (Graf) bzw. dux (Herzog) verwendet, was eine Einbindung in die Herrschaftsstrukturen ausdrückt. Nach 1035 auch erstmals wieder rex (König) nach einer Salbung für Bolesław Chrobry.

Der Herrschertitel war bis zum frühen 20. Jahrhundert für slawische Adlige gebräuchlich.

Geschichte


Tafel von Baška (Krk, Kroatien)

Der Begriff ist seit den ältesten slawischen Texten im 9. Jahrhundert überliefert.

Im südslawischen Raum taucht der Titel knez erstmals Anfang des 12. Jahrhunderts in der glagolitischen Inschrift der Tafel von Baška auf der Insel Krk auf:

„Ich Abt Držiha schrieb dies über dieses Stück Land, welches Zvonimir, König [kralj] Kroatiens, in seinen Tagen, der Heiligen Lucija schenkte. [...] Ich, Abt Dobrovit erbaute diese Kirche und mit meinen neun Brüdern in den Tagen des Knez Kosmat, der dieses Land beherrschte.“

Im russischen Raum blieb die Bezeichnung von der Zeit der Kiewer Rus bis zum Kaiserreich Russland im 20. Jahrhundert erhalten.[2]

Im südslawischen Raum setzte sich als Herrschertitel der ursprünglich fränkische Begriff Kral (kralь oder kъralь, König) durch, ebenso die verwandten Bezeichnungen král im Tschechischen und król im Polnischen.

Im mittelalterlichen Kroatien trugen die Oberhäupter der mächtigen Adelsgeschlechter (z. B. Šubići) und der dalmatinischen Küstenstädte (z. B. Dubrovnik) den Titel. Zur Zeit der osmanischen Herrschaft verlor der Titel an Bedeutung und wurde zum Titel der Vorsteher lokaler christlichen Selbstverwaltungen und der Dorfschulzen christlicher Gemeinden. Nach der wiedererlangten Selbstständigkeit wurde es zum Titel des serbischen (bis 1882) und montenegrinischen (1851–1910) Herrschers (vgl. Miloš Obrenović).[3]

Die heute geläufige männliche Anrede „Herr“ lautet in den beiden sorbischen Sprachen knjez bzw. kněz (weibliche Form: kněni) entsprechend dem tschechischen und polnischen pan.

Die polnischen Wörter Książę (Prinz), Księstwo (Fürstentum) und Ksiądz (Priester) leitet sich ebenfalls vom altslawischem Knjaz ab

Siehe auch

Woiwode
Bojar
Gospodar


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