Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Hans Seidel Stiftung - Banziana 2017
Sa Jun 17, 2017 11:20 pm von Andy

» Volkspolizist Fritz Fehrmann oder Tod unter dem Fallbeil
Sa Jun 17, 2017 10:54 pm von Andy

» Der Deutsche Einzelhandelstag
Sa Jun 17, 2017 10:32 pm von Andy

» Stern Combo Meissen
Sa Jun 17, 2017 10:13 pm von Andy

» Die Kulturanthropologie
Sa Mai 27, 2017 10:48 pm von checker

» Adolf Grimme
Sa Mai 27, 2017 10:39 pm von checker

» Die Anthropologie
Sa Mai 27, 2017 10:31 pm von checker

» Das 14-Punkte-Programm
Sa Mai 27, 2017 10:22 pm von checker

» Der Londoner Vertrag 1915
Sa Mai 27, 2017 10:05 pm von checker

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Juni 2017
MoDiMiDoFrSaSo
   1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Kalender Kalender


*** Waluburg ***

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

*** Waluburg ***

Beitrag  Andy am Sa Apr 18, 2015 9:24 pm

Waluburg war eine germanische Seherin oder Wahrsagerin aus dem Stamm der Semnonen die im 2. Jahrhundert in Ägypten in einem römischen Heerlager diente.

Ihr Name wurde in einer Inschrift auf einer Scherbe von der Nilinsel Elephantine durch Wilhelm Schubart entdeckt und von ihm 1917 erstmals wissenschaftlich rezipiert. Die Inschrift lautet:

ΒΑΛΟΥΒΟΥΡΓ ΣΗΝΟΝΙ ΣΙΒΥΛΛΑ, Waluburg Se[m]noni Sibylla
„Waluburg, Seherin aus dem Stamm der Semnonen“.


Es ist unbekannt, wie sie nach Ägypten gekommen war. Da der Eintrag Waluburgs der letzte ist nach mehreren Namen römischer und griechisch-ägyptischer Soldaten, wird vermutet, dass Waluburg Soldempfängerin in niederen Diensten war. Für den Umstand ihrer Anwesenheit in Ägypten wird daher ursächlich eine Versklavung nach einer Deportation aus (Inner-) Germanien und anschließenden Transfer vermutet.
Name

Der Name der Waluburg ist nach dem Typ der germanischen Personennamen zweigliedrig gebildet. Generell wird beim Namen Waluburg wie bei den der anderen namentlich überlieferten Seherinen (Albruna, Ganna, Veleda) eher von einem beschreibenden funktionalen Beinamen ausgegangen, bezogen auf die kultisch-magische Tätigkeit und Stellung der Seherinnen innerhalb der germanischen Gesellschaften.

Das erste Glied walu- aus germanisch *waluz für „Stab“ aus indogermanisch *uel- für „drehen, wenden“ (lateinisch uallus = „Stab“). Walu- ist Gemeingut in der Germania und belegt durch gotisch walus, altnordisch vǫlr und neben anderen altfriesisch walu-bera für „Stabträger“. Der Stab ist ein Attribut und Zeichen des „Berufsstands“ (Simek) und Instrument der magischen und mantischen Praktiken der germanischen Seherinnen.

Das zweite Glied -burg ist sprachgeschichtlich bedeutend, da burg germanisch *burȝz in Personennamen vor dem 7. Jahrhundert bisher weiter nicht belegt ist. Vermutungen das durch die inschriftliche Form Senones der keltische Stamm der Senonen zu lesen sei wird durch die Germanizität des Personennamens als Verschreibung korrigiert. Des Weiteren ist bezogen auf einer unterstellten Keltizität des Personennamens beispielsweise burg keltisch als borc, borgg erst mittelalterlich belegt, als Entlehnung aus mittellateinisch burgus.

Siehe auch

Albruna (Seherin)
Veleda
Ganna (Seherin)
Gambara (Langobarden)
Thiota
Þórbjörg lítilvölva
Völva


Quelle - Literatur & Einzelnachweise
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22243
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten