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Die Geschichte der Studentenverbindungen

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Die Geschichte der Studentenverbindungen

Beitrag  checker am Do Apr 30, 2015 5:14 am

Die Geschichte der Studentenverbindungen ist eng verknüpft mit der Geschichte der Universitäten. Der Artikel beschreibt die Geschichte der Verbindungen seit den frühen Anfängen an den mittelalterlichen Universitäten, konzentriert sich aber auf die Geschichte der heutigen Formen der Studentenkorporationen.


Typisches studentisches Gruppenbild aus den 1850er Jahren, Kolorierte Lithographie, Corps Friso-Luneburgia Göttingen

Entstehung von Korporationen an europäischen Universitäten

Studenten veranstalteten bereits im Altertum sogenannte Symposien, die gesellige Trinkrunden in ernsten und heiteren Gesprächen suchten. Universitäten gab es beispielsweise in Alexandria, Athen und Byzantion. Ein Symposium wäre somit ein Vorläufer eines Kommerses oder einer Kneipe.

Mit den ersten europäischen Universitäten des 12. und 13. Jahrhunderts entstanden auch Zusammenschlüsse von Studenten. Diese entwickelten bestimmte Formen, die als frühe Vorläufer heutiger Verbindungstraditionen anzusehen sind. Zuvor, ab dem siebten Jahrhundert hatte sich Erziehung vornehmlich in Klosterschulen abgespielt, wobei Autoritätsgläubigkeit und monopolistisches Lernverhalten im Vordergrund standen. Zwei Voraussetzungen führten nun zur Entstehung von Universitäten. Zum einen begründete der Geist der Scholastik mit seinem System des dialektischen Dreischritts von These, Antithese und Synthese einen neuen Wissenschaftsbegriff, zum anderen tendierte die gesellschaftliche Entwicklung dieser Zeit zur Ausbildung von Korporationen wie Gilden, Zünften und Orden, so dass nun auch solche von Lehrern und Schülern verschiedener Wissenschaftsgebiete entstanden.

Nationes


Aufnahme eines Studenten in die Natio Germanica Bononiae, die deutsche Nation an der Universität Bologna (15. Jahrhundert)

An der Sorbonne (um 1200) waren es philosophische, an der Universität Bologna (1088) juristische und an der Universität Salerno (um 1160) medizinische Schulen, die sich allmählich zu großen Gemeinschaften zusammenschlossen, in denen ein Studium generale betrieben werden konnte: den Universitäten. Erst vor diesem Hintergrund kann man die heutigen Studentenverbindungen verstehen.

Im Mittelalter gliederte man die Gesamtheit (universitas) der Professoren und Studenten einer Hochschule in Korporationen, die sich Nationen nannten, von denen es in Paris vier, in Bologna siebzehn gab.

Sie dienten wie Gilden dem Schutz ihrer Mitglieder, die sich für die Rechte ihrer Mitglieder einsetzten und darüber hinaus im Rahmen der Korporation „Universität“ konstitutiven Charakter hatten. Das wird besonders deutlich in Bologna, wo sich die Universität schon früh „universitas magistrorum et scholarium“ nannte und wo die Studenten unter anderem das Recht der Rektorenwahl, das Rektorat selbst und die Kontrollbefugnis über die Professoren innehielten.

Dagegen ist Paris im 13. Jahrhundert als Prototyp der nördlichen Professorenuniversität anzusehen. Auch hier bestanden praktisch die gleichen Nationes, sie wurden jedoch im Gegensatz zu Bologna jeweils von einem Magister geleitet. Weitere Nationes existierten an der Universität Prag, der ersten Universität im Heiligen Römischen Reich. Hier gab es die böhmische Nation für Deutsche und Tschechen, daneben eine bayerische, polnische und sächsische Abteilung.

Heutiger Nachfolger der Nationes ist die heute noch in Schweden auftretende Studentnation, wo die „nationer“ genannten Studentenverbindungen teilweise Aufgaben übernehmen, die in Deutschland den Studentenwerken übertragen sind.
Kollegien

Parallel zu den nationes entstanden in Paris und England noch die sogenannten „Kollegien“. Als König Heinrich II. 1167 die englischen Studenten aus Paris zurückberief, bildete sich aus den Schulen der Stadt Oxford auch in England ein Studium Generale, eine Universität. Nach einem Streit zogen zu Beginn des 13. Jahrhunderts dreitausend Akademiker von Oxford nach Cambridge und gründeten dort eine neue Universität. Beide Universitäten organisierten sich nach dem Pariser Modell, jede von ihnen hatte zwei Nationen. Da die Universitäten aus verschiedenen Schulen entstanden waren, verteilten sie sich auf viele Gebäude, angemietete Häuser und auch Kirchen, ein Zentralgebäude gab es zunächst nicht. Ein besonderes Problem bildete die Schaffung von Wohnmöglichkeiten für die Studenten. Um Abhilfe zu schaffen, wurden, meist aufgrund von Stiftungen, Kollegien eingerichtet (colleges), in denen die Studenten wohnen konnten und auch unterrichtet wurden. Sie waren Internaten vergleichbar und wurden jeweils von einem Magister geleitet. Dabei handelt es sich um fachliche Zusammenschlüsse ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu den nationes.

Das berühmteste Kolleg gründete im Jahre 1257 der Kaplan König Ludwigs des Heiligen, Robert de Sorbonne, das schließlich der ganzen Pariser Universität seinen Namen gab. Es war für arme Theologiestudenten gedacht und nicht landsmannschaftlich begrenzt. Das Leben in diesen Kollegien folgte den Regeln der Bettelorden, Franziskaner, Dominikaner und war entsprechend ausgerichtet. Die Kollegien bestanden bis zur Französischen Revolution fort. In Oxford und in Cambridge bestehen die „Colleges“ als meist reiche Stiftung noch heute, das Tutorensystem sorgt dafür, dass von ihnen aus das Studium geregelt wird, der Promovierte bleibt seinem College als Fellow sein Leben lang verbunden. Kollegien und nationes regelten somit nicht nur den Studiengang, sondern auch das Privatleben.
Erste deutsche Universitäten

Die späteren Universitäten in Europa wurden nach dem Muster der genannten Ur-Universität durch Verordnung eines Landesherren oder einer Kommune gegründet, wofür ein päpstliches Privileg erforderlich war. Hatten bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts Deutsche noch an einer der ausländischen Universitäten studiert, was dem damaligen Bedarf wohl genügte, so gründete Kaiser Karl IV. 1348 als Landesherr (König) von Böhmen in Prag die erste Universität auf dem Boden des Deutschen Reiches. Es folgten in einer ersten Welle die Universität Wien (1365), die Universität Heidelberg (1386), die Universität zu Köln (1388), die Universität Erfurt (1392) und schließlich die Universität Leipzig, die 1409 von Professoren und Studenten gegründet wurde, die dem durch die Hussiten begünstigten tschechischen Druck aus Prag gewichen waren. Es folgten zahlreiche weitere Gründungen im 15. Jahrhundert. Die Prager Universität hatte von Paris die Gliederung in je vier Fakultäten und Nationen übernommen, die somit auch hier konstitutives Element bildeten. Dasselbe galt für Wien. Die anderen Universitäten verzichteten bereits – wie fast alle später gegründeten deutschen Hochschulen – auf die Nationen, nur Leipzig übernahm das Prager Modell. Hier, wie in Wien, lebten die Nationen, wenn auch in stark abgeschwächter Form, noch bis ins 19. Jahrhundert hinein fort, immerhin waren sie noch für die Legitimation zur Immatrikulation und Promotion zuständig. Jeder Nation war hier ein Kollegienhaus zugeteilt. An anderen Universitäten erfolgte bereits eine Einteilung nach Fakultäten.
Burse

Die Funktion der Pariser Kollegien übernahm an den deutschen Universitäten die Bursen, nur in Ausnahmefällen durften Studenten privat wohnen. Dabei handelte es sich um den Kollegien ähnliche Wohnhäuser, die unter Leitung eines Magisters standen, in denen die Unterrichtsveranstaltungen stattfanden und die Scholaren wohnten. In diesen hospicia oder Collegien wurden auch die Vorlesungen gehalten. Daraus entwickelten sich Wohn-, Ess- und Lehrgemeinschaften. Anfangs waren die Bursen nur für arme Studenten gedacht, denen ein Stipendium gewährt wurde, später durften die Collegien auch Studenten aufnehmen, die ihre Burse selbst bezahlten. Die Kleidung der in der Burse wohnenden Studenten (collegiati, bursati oder bursarii genannt, hieraus entwickelte sich der heutige Begriff des Burschen) war genau nach Farbe, Stoff und Schnitt vorgeschrieben, hieraus entwickelte sich das heutige Couleur.

Alte Landsmannschaften


Göttinger Studenten in landsmannschaftlichen Uniformen (v.l.n.r.): ein Westfale, ein Hannoveraner, ein Braunschweiger, ein Holsteiner (1773)

Im 15. und 16. Jahrhundert gerieten die Universitäten immer mehr unter den Einfluss, die Finanzierung und Kontrolle der Landesfürsten. Nun bildeten sich vermehrt private Studentenzirkel, die nur der gemeinsamen Geselligkeit und der Unterstützung in Notzeiten dienten. Sie waren ebenfalls landsmannschaftlich organisiert, aber kein Teil der Universität mehr. Die Studenten knüpften an bestehende Traditionen an und nannten ihre Zusammenschlüsse auch „Nationen“ oder „Landsmannschaften“ und ihre Mitglieder „Burschen“ (abgeleitet von „Burse“). Die Deposition (Universität) wurde auf einen formalen Aufnahmeakt bei der Immatrikulation reduziert. Einige Quellen schildern, dass zu dieser Zeit zum ersten Mal der Begriff (Schul-)„Fuchs“ als Bezeichnung für ehemalige Gymnasiasten auftaucht, die neu an die Universität kamen.

Im 17. Jahrhundert wurde daraus der Pennalismus: Die Studienanfänger (Pennäler) wurden nun oft ein Jahr lang ausgebeutet und mussten die älteren Semester bedienen. Besondere pennalistische Auswüchse sind von den Universitäten in Leipzig, Jena, Rostock und Königsberg bekannt. Die betroffenen Landesherren brachten die Angelegenheit 1654 vor den Reichstag (HRR) in Regensburg, auf dem ein Abkommen der evangelischen Reichsstände zur Ahndung solcher Verstöße getroffen wurde, das auch die wechselseitige Anerkennung von Relegationen vorsah. Auf dieser Grundlage bekämpften die Universitäten diesen Brauch und die Landsmannschaften mehr oder weniger energisch. Dennoch konnten sie sich bis ins 18. Jahrhundert hinein halten.

Gegen Ende des Jahrhunderts verloren die Landsmannschaften zunehmend an Bedeutung, teilweise konstituierten sie sich nur noch zu besonderen Anlässen wie Universitätsfeiern, an denen die Studenten dann in landsmannschaftlichen Gruppen mit bunten Fahnen und Kleidern teilnahmen.

Die Zugehörigkeit zu einer Landsmannschaft endete mit dem Studienabschluss. Einen Lebensbund gab es noch nicht.

Studentenorden


Zeichen von Studentenorden

Innerhalb der an Bedeutung verlierenden Landsmannschaften des 18. Jahrhunderts entwickelten sich engere Formen von studentischen Zusammenschlüssen. Die wichtigsten waren zunächst die Studentenorden, die sich nach dem Vorbild der Freimaurerlogen, aber auch der literarisch-philosophischen Orden des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelten (siehe auch: Pegnesischer Blumenorden, Palmenorden, Illuminatenorden). Von ihnen stammen das strenge interne Reglement, die Constitution, das förmliche Aufnahme-Versprechen und viele, teils geheime Identitätssymbole wie Zirkel, Bundeszeichen usw., die bis heute in Gebrauch sind. Die Studentenorden, waren der erste Verbindungstypus, bei dem die Mitgliedschaft nicht mit dem Examen endete; das Lebensbund-Prinzip entstand. Die vier wichtigsten Orden waren die Amicisten, Constantisten, Unitisten und Harmonisten.

Obwohl sie unpolitisch waren, wurden die Orden von der jeweiligen Obrigkeit misstrauisch beobachtet. Im Absolutismus galt jeder Zusammenschluss von Menschen als potentiell gefährlich und schädlich für das Staatsinteresse. Hinzu kamen die häufigen Kämpfe, die Einzelstudenten oder Studentengruppen gegeneinander austrugen.

1793 verbot ein Abschied des Immerwährenden Reichstags in Regensburg alle Studentenorden im ganzen Heiligen Römischen Reich. Damit war diese Organisationsform praktisch am Ende.[1]
Geschichte der heutigen Verbindungen

Studentenverbindungen im heutigen Sinne entwickelten sich an deutschsprachigen Universitäten seit etwa 1800. Sie übernahmen einzelne Elemente der älteren Formen studentischer Zusammenschlüsse und entwickelten sie weiter.[2]

Entstehung der Corps


Entstehung der Corps

Nach dem Verbot der Studentenorden bildeten sich neue Formen selbstverwalteter studentischer Zusammenschlüsse, die später so genannten Corps. Sie trugen in der Anfangszeit noch ganz unterschiedliche Namen wie Landsmannschaft, Gesellschaft, Kränzchen, Club usw. Sie verbanden äußere Elemente der Orden – straffes Reglement, verbindliche Zusammengehörigkeit, geheime Identitätssymbole – mit denen der alten Landsmannschaften – lateinische Landesnamen, farblich einheitliche Kleidung (Vorläufer der Couleurs) und schufen so die ersten Verbindungen heutigen Typs.[3] Bei der studentischen Tracht ist zu erwähnen, dass die Studenten des 18. Jahrhunderts Hüte und farbige Schleifen trugen, die im 19. Jahrhundert durch Mützen und meist dreifarbige Bänder ersetzt wurden.

Diese Zusammenschlüsse erfreuten sich zumindest anfänglich sogar der Unterstützung durch Professoren, die sonst den selbstverwalteten studentischen Gemeinschaften sehr kritisch gegenüberstanden. Ziel war es, die Umgangsformen der Studenten an den Universitäten zu verbessern, und zwar nicht durch obrigkeitliche Verordnungen, denn das hatte in vielen Jahrhunderten wenig gefruchtet. Der neue Ansatz bestand darin, dass die Charakter- und Persönlichkeitsbildung zur Aufgabe der neuen Gemeinschaften erklärt wurde. Im Sinne des Idealismus sollten keine politischen Programme verfolgt, sondern der Charakter des Menschen ausgebildet werden. Die positiven Auswirkungen für die Gesellschaft würden sich dann zwangsläufig von selbst ergeben. Bereits in den ersten, frühen Definitionen des Corpsstudententums wird ausdrücklich betont, dass politische Betätigung keine Aufgabe der Corps sei. Schon in den Anfangsjahren war es den Mitgliedern freigestellt, welche politische Überzeugung sie persönlich hegen. Diese Grundauffassung wirkt sich bis heute dahingehend aus, dass Corpsstudenten vielen verschiedenen politischen Richtungen und Parteien angehören, aber nach Ansicht der Corps einen besonderen, überdurchschnittlichen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung genommen haben.[4]

Neu an ihnen war auch, dass sie sich an jeder einzelnen Universität zu Senioren-Conventen (SC) zusammenschlossen und ein studentisches Gesetzeswerk erstellten, das für alle Studenten der Universität verbindlich war: den SC-Comment. Der Grund waren die damals üblichen rauen Sitten und Gebräuche, die nach damaliger Auffassung nur durch „geschriebene Gesetze“ eingedämmt werden konnten. Analog dazu wurde seit der Französischen Revolution und der napoleonischen Besatzung von den Herrschern die schriftliche Fixierung von Bürgerrechten zur Eindämmung der Herrscherwillkür verlangt (Codices). Auf diese Weise entstand eine Frühform der demokratisch verfassten studentischen Selbstverwaltung.

Das Streben nach Verbindlichkeit und demokratischen Strukturen mit dem Anspruch auf positive Beeinflussung des Studentenlebens und der Landesentwicklung legte den Grundstein für die Entwicklung der für den deutschen Sprachraum typischen Studentenverbindungen. Damals waren die deutschen Länder noch weit davon entfernt, ihren Bürgern Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit einzuräumen. Daher waren die selbstverwalteten studentischen Zusammenschlüsse in den meisten deutschen Ländern bis 1848 verboten oder unterlagen strengen Genehmigungsauflagen. Diese Vorschriften wurden jedoch nicht überall gleich streng kontrolliert und geahndet.

So hier unterbrechen wir dieses spannende Thema.
Wer weiterlesen möchte hier der Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Studentenverbindungen

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