Die Schönstattbewegung

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Die Schönstattbewegung

Beitrag  checker am Fr Jul 17, 2015 9:41 am

Die Schönstattbewegung (auch Apostolische Bewegung von Schönstatt[1]) ist eine internationale, geistliche Erneuerungsbewegung und eine Vereinigung von Gläubigen in der katholischen Kirche mit apostolischer Ausrichtung. Ursprungsort wie geistlicher Mittelpunkt ist Schönstatt, ein Ortsteil von Vallendar bei Koblenz. Die föderal aufgebaute Bewegung wird koordiniert durch das sogenannte Generalpräsidium, das seinen Sitz in Schönstatt hat.

Das Ziel des Gründers Josef Kentenich war es, der Kirche und dem Glauben der Christen ein neues, modernes Gesicht zu geben. Schönstatt kann als Vision Kentenichs verstanden werden, wie die Kirche in Zukunft aussehen könnte, wenn sie nicht verstauben, sondern weiterhin Menschen zu Jesus Christus führen will.

Geschichte


Urheiligtum


Altarbild Zuflucht der Sünder

Geschichte

Die Geschichte der Schönstattbewegung war in der Entstehungszeit geprägt durch die beiden Weltkriege, in denen viele Schönstätter in Kontakt mit anderen Soldaten und Gefangenen kamen, und das dazwischen stattfindende Wachstum der jungen Bewegung. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand sie auf dem Prüfstand der katholischen Kirche und war im Konflikt mit den Pallottinern. Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurden die Ideen Kentenichs bestätigt und die Bewegung breitete sich immer weiter aus.
Gründung

Der Gründer der internationalen Schönstattbewegung Pater Josef Kentenich war seit Ende Oktober 1912[2] Spiritual des Studienheims der Pallottiner, eines Knaben-Internats in Schönstatt bei Vallendar, und als solcher mit der Aufgabe der seelischen Begleitung und Unterstützung der Jugendlichen betraut. In dieser Aufgabe erkannte er, dass die Kirche seiner Zeit aus unzähligen Formen, Regeln und Traditionen bestand, jedoch im Leben und den Herzen der Menschen oft kaum mehr als eine lästige Pflicht war.

Bereits in den Weihnachtsferien 1912/13 gründete er mit interessierten Schülern einen Missionsverein, der sich zu einer am 19. April 1914 gegründeten Marianischen Kongregation weiterentwickelte, deren Schwerpunkte die Eucharistie und die Mission waren.[2] Zentrales Thema waren die Erneuerung des katholischen Glaubens, weniger von der theoretischen Seite als vielmehr infolge Beobachtung des Lebens.

Als Versammlungsraum richtete sich die Gruppe eine damals leer stehende ehemalige Friedhofskapelle des früheren Augustinerinnen-Klosters Schönstatt her. Diese Kapelle wurde im Laufe der Jahrzehnte als Urheiligtum zum geistigen Mittelpunkt der Bewegung.

Im Ansinnen, den christlichen Glauben wieder mit dem alltäglichen Lebensvollzug in Einklang zu bringen, schlossen er und die Mitglieder der Marianischen Kongregation am 18. Oktober 1914[2] zum ersten Mal das Liebesbündnis, ein Bündnis mit Maria nach dem Vorbild des biblischen Gottesbundes. Dieser Vorgang wurde später als Gründungsurkunde bekannt.

Zu zentralen Themen für die sich immer weiter entwickelnde Kongregation wurden

der psychologische Zugang zur eigenen individuellen Persönlichkeit und die daraus erstehenden Ansatzpunkte für einen persönlichen Glauben,
die Betonung der Gemeinschaft und
die Ausrichtung des Lebens an Idealen (sowohl persönlich als auch für eine ganze Gruppe). Solche Ideale können formulierte Ziele oder Eigenschaften sein, aber auch Vorbilder. In diesem Zusammenhang nimmt Maria eine besondere Stellung ein.

Ausbreitung

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden die jungen Männer des Internates als Soldaten einberufen. So verbreiteten sie ihre Ideen auch unter ihren Kameraden und fanden in religiös interessierten Soldaten schnell Anhänger. Als Kommunikationsmittel diente die Zeitschrift „Mater ter admirabilis“, in der Briefausschnitte von Soldaten und Berichte über Ereignisse in Schönstatt zu lesen waren.[2] Nach Kriegsende wurde Pater Kentenich für die Betreuung der inzwischen deutlich gewachsenen Gruppe freigestellt.

Am 20. August 1919 gründete eine Gruppe von ehemaligen Soldaten den Apostolischen Bund, ein Jahr später entstand die Apostolische Liga.[2] Bald schon schlossen sich auch Frauen der Bewegung an und bildeten den Frauenbund; erste Mitglieder wurden am 8. Dezember 1920 Gertraud Gräfin von Bullion und ihre Cousine Marie Christmann.[2] In den 1920er Jahren erfuhr die junge Bewegung eine große Verbreitung. Insbesondere bei Lehrern, Theologiestudenten und Priestern fand sie großen Anklang.

Durch das Anwachsen der Bewegung entstanden in den folgenden Jahren viele Gemeinschaften: Aus dem Frauenbund entstanden 1926 die Schönstätter-Marienschwestern und 1938 die Frauen von Schönstatt. Binnen zweier Jahrzehnte war die Schönstattbewegung vielerorts innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands präsent und breitete sich auch im Ausland weiter aus. 1933 wurden erstmals Marienschwestern nach Südafrika, Brasilien, Argentinien und Chile ausgesandt,[2] um die dort entstehenden Schönstatt-Gruppen zu unterstützen.

Pater Josef Kentenich hielt in dieser Zeit zwischen den beiden Weltkriegen viele Exerzitien, Vorträge und Tagungen.
Probleme im Nationalsozialismus

Die Kirchenfeindlichkeit des Nationalsozialismus im „Dritten Reich“ wirkte auch und besonders auf die Schönstattbewegung ein, die erklärtermaßen den nationalsozialistischen Idealen zuwiderlief. Viele Schönstätter litten unter der Verfolgung durch das Nazi-Regime, dazu gehörten Schikanen, Strafversetzungen, Predigt- und Redeverbote und Hausdurchsuchungen.[2] Manche wurden auch verhaftet und kamen in Konzentrationslager, darunter der Gründer, Pater Kentenich, und einige seiner engen Mitarbeiter wie Pater Josef Firscher und Pater Albert Eise sowie Heinz Dresbach, Heinrich König und Karl Leisner. Pater Franz Reinisch verweigerte den Fahneneid auf Hitler und wurde dafür zum Tode verurteilt.

Pater Kentenich wurde am 20. September 1941 verhaftet und gelangte schließlich ins KZ Dachau. Dort arbeitete er in der Gefangenschaft weiter und die Ideen der Schönstatt-Bewegung verbreiteten sich auch unter Mitgefangenen, durch die sie nach dem Krieg in viele andere Länder gelangten. Es gelang Kentenich, über einen Wärter heimlich Briefe nach außen zu den Marienschwestern zu senden. Er verbarg seine theologischen Gedanken und Weisungen an die Marienschwestern aus Sicherheitsgründen in scheinbar naiven Versen, die später als „Hirtenspiegel“ und als „Himmelwärts“ veröffentlicht wurden. Aus dem Konzentrationslager heraus gründete Pater Kentenich das Institut der Schönstattfamilien und die Marienbrüder.

Am 20. Mai 1945 kehrte Kentenich nach Schönstatt zurück, trotz aller Strapazen bezeichnete er die Zeit später als „Hoch-Zeit“[2] für die Bewegung. Nach seiner Rückkehr aus dem Konzentrationslager verfolgte Kentenich drei Ziele, die die Entwicklung der Bewegung in den folgenden Jahren prägten:[2]

Die Internationalisierung der Bewegung,
„Einwurzelung“ der Bewegung in anderen Ländern und
Klärung des kirchenrechtlichen Status der Bewegung und ihrer Gemeinschaften.

Konflikt mit der Kirche

Schon in den 1930er Jahren entstand ein erster Konflikt mit den Bischöflichen Ordinariaten in Trier und Limburg: Von 1935 bis 1938 währte eine Auseinandersetzung mit Kentenich, die sich hauptsächlich auf einige als „Sonderideen“ bezeichnete Elemente der schönstättischen Spiritualität bezog:

Die lokale Bindung an das Heiligtum,
das Verständnis der Marienweihe als Liebesbündnis,
die „Beiträge zum Gnadenkapital“ und
der Glaube an die „Sendung Schönstatts für Kirche und Welt“.

Nach einer bischöflichen Visitation des 1948 kirchenrechtlich anerkannten Säkularinstituts der Schönstätter Marienschwestern durch den Trierer Weihbischof Bernhard Stein im Februar 1949[3] kritisierte Kentenich den Visitationsbericht auf sehr direkte Weise in einem Brief vom 31. Mai 1949 („Epistola perlonga“) und provozierte damit einen Konflikt mit der Amtskirche und deren „mechanischem Denken“. In der Folge erlebte die Bewegung eine lange kirchenamtliche Prüfung, deren Höhepunkt die päpstliche Visitation durch das Heilige Offizium von 1951 bis 1953 bildete.[2] Infolgedessen wurde Kentenich am 30. September von seinem Werk getrennt und verbrachte sein Exil ab dem 21. Juni 1952 in Milwaukee. Da er sich nicht als Ankläger oder Bekämpfer, sondern als Erneuerer und Freund der Kirche sah, befolgte Kentenich alle Auflagen. Nach 13 Jahren im Exil wurde Kentenich durch Papst Paul VI. rehabilitiert und kehrte am 14. Dezember 1965 nach Schönstatt zurück.[2]
Schönstatt und Pallottiner

Die Schönstattbewegung entstand in der Pallottinerniederlassung in Vallendar, Kentenich war Spiritual des Jungeninternats war und die ersten Schönstätter allesamt Pallottinerschüler. Die Bewegung wuchs im Zweiten Weltkrieg schnell über das Pallottinerumfeld hinaus, stand aber weiterhin im Geist Vinzenz Pallottis. Es war sowohl organisatorisch als auch personell eng mit den Pallottinern verbunden. Kentenich und andere Patres wurden für die Arbeit in der Bewegung freigestellt und versuchten, entgegen vielfacher Vorbehalte und trotz der Andersartigkeit der Ideen bei den Pallottinern Verbreitung zu finden. Neben den Marienschwestern hatten die Pallottiner-Patres für die Schönstattbewegung die Funktion des pars motrix et centralis (lateinisch für „bewegender und zentraler Teil“) – ein pallottinischer Begriff. Das Generalkapitel der Pallottiner bestätigte 1947 die Schönstattbewegung als zeitgemäße Verwirklichung der Ideen Vinzenz Pallottis vom Weltapostolatsverband.

Trotzdem gab es immer wieder Spannungen im Verhältnis zwischen Pallottinern und Schönstatt. Während Kentenich im Exil war wurde die Frage brisant, ob Schönstatt ein Teil der Pallottiner und der Familie Vinzenz Pallottis sei oder eine eigene Sendung besaß. Diese Auseinandersetzung führte 1964 zur rechtlichen Trennung von den Pallottinern. Im folgenden Jahr wurde das Institut der Schönstatt-Patres gegründet, in das mit Schönstatt verbundene Pallottinerpatres und Diözesanpriester wechselten und die bisher von den Pallottinern übernommene Funktion der geistlichen Leitung übernahmen.[4]
Innere Festigung

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil wirkte Kentenich drei Jahre am weiteren Ausbau der Schönstattbewegung, hielt Vorträge, Tagungen und Exerzitien und unterstütze die Umsetzung der Reformen des Konzils. Er starb am 15. September 1968.[2]

Nach seinem Tod setzte schnell eine Verehrung des Gründers ein, sein Grab in der Sakristei der Anbetungskirche wurde zum Anziehungspunkt für Pilger. Der Seligsprechungsprozess wurde 1975 eröffnet.[2]

In den siebziger Jahren wurden die zentralen Gemeinschaften als Säkularinstitute nach päpstlichem Recht anerkannt.[2]

Nach der weltweiten Ausbreitung der Bewegung setzte nun eine Phase der Inkulturation ein, eine verstärkte Akzentuierung der nationalen Schönstattfamilien in ihrem kulturellen Umfeld. Der 100. Geburtstag Kentenichs wurde 1984/1985 mit einem Gedenkjahr und einer internationalen Festwoche in Schönstatt begangen. Papst Johannes Paul II. besuchte am 20. September 1985 das Schönstattzentrum Cor Ecclesiae in Rom und bestätigte das Charisma des Gründers und der Bewegung.[2][5]
Schönstatt heute

Bekannt ist die Bewegung weiter für ihr Engagement im Bereich von Ehe und Familie, Pädagogik (Kentenich-Pädagogik), Jugend und im gesellschaftspolitischen wie sozialen Bereich.
Spiritualität

Zentrale Themen sind die oben genannten Ideen, mit denen Josef Kentenich 1914 die Bewegung ins Leben rief: Christliche Persönlichkeitsbildung, Orientierung an Idealen (konkretisiert zum Beispiel in Kentenichs Idealpädagogik), eine als Liebesbündnis bezeichnete originelle Form der Bündnistheologie, die Bedeutung der Gemeinschaft für das Glaubensleben und das persönliche Wachstum. Methodisch treffen sich Menschen zum Austausch zu regelmäßigen Gruppentreffen oder auf Tagungen, auf denen die genannten Themen konkretisiert werden.

Schönstatt ist weltweit durch eine große Zahl von Kursen für Ehepaare bekannt geworden: Vom klassischen Ehevorbereitungskurs in einer erweiterten und moderneren Form über Beratung für Paare in Krisensituationen, Erziehungskursen für Eltern, Kentenich-Pädagogik-Kursen, Ehetrainer-Kursen bis hin zu Familientagungen, die als einwöchige Workshops für Ehepaare an Urlaubsorten angeboten werden. Darüber hinaus werden beispielsweise Freizeiten und Zeltlager für Kinder und Jugendliche, Exerzitien für Priester und geistliche Vorträge für theologisch interessierte Laien angeboten.

Die Spiritualität Schönstatts ist wesentlich geprägt vom Glauben an die Führung Gottes im alltäglichen Leben und einen Organismus personaler, lokaler und ideeller Beziehungen.
Liebesbündnis

In schönstättischen Liebesbündnis spielt Maria, die Frau in der Nähe Gottes und der Menschen, eine zentrale Rolle. Durch das Liebesbündnis, in dem die gegenseitige Verantwortung der Bündnispartner eine zentrale Rolle einnimmt, wurde Maria gebeten, als Mutter und Erzieherin der Christen zu einer tiefen, lebendigen und den Alltag prägenden Liebe zu Gott und den Menschen in besonderer Weise in Schönstatt wirksam zu sein. Das Liebesbündnis mit Maria und die darin wurzelnde Bindung an das Urheiligtum wurden zur Mitte sowohl von Schönstatt als spirituellem Zentrum wie zur geistigen Mitte und Heimat der internationalen apostolischen Bewegung von Schönstatt.
Gnadenkapital

In den 200 Schönstattkapellchen, die auf der Welt verteilt sind, finden die Besucher vor dem Altar einen großen Krug. Die Menschen schreiben auf Zettelchen kleine Opfer, die sie Gott „schenken“ (etwa einen Tag nicht zu rauchen, einem Mitmenschen eine Freude zu bereiten), und Wünsche, die sie von Gott und von der Mater Ter Admirabilis (MTA) erbitten. Diesen einfachen Vorgang hat Kentenich das „Gnadenkapital“ genannt. Er verglich die Geschenke an Gott und die Geschenke von Gott als Gnadenkapital.
Hausheiligtum

Hauptartikel: Hausheiligtum

Die meisten „Schönstätter“ errichten statt des bei Katholiken üblichen „Herrgottswinkels“ im eigenen Haus lieber eine modernere Version: Ein kleines sogenanntes „Hausheiligtum“ - eine Art Wallfahrtsort im Wohnzimmer mit MTA-Bild und einer kleinen Version des oben beschriebenen Kruges. Auch im eigenen Haus werden dann mit kleinen Zetteln kleine Opfer gebracht und Wünsche erbeten. Der wichtigste Punkt ist für Schönstatt-Familien aber das Liebesbündnis mit der Gottesmutter. Die Familie entwickelt ein positiveres Bild von Gott, als es in vielen streng erzogenen katholischen Familien üblich ist: „Du kannst machen was Du willst, ich mag Dich so, wie Du bist!“

Logo


Logo der Schönstattbewegung

Das Logo der Schönstattbewegung symbolisiert das Urheiligtum als Ausgangspunkt und Zentrum der Bewegung im Mittelpunkt. Umgeben wird es von der Stadtmauer des himmlischen Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes, an der einerseits das Kreuz als Grundform erkennbar ist und andererseits auch die 12 Stadttore der neuen Stadt.

„Während die Mauern einen Schutzraum für eine geistliche Atmosphäre bieten, laden die offenstehenden Tore zur Begegnung und zum Lebensaustausch ein. Wie hier lebendiger Glaube erfahren und gelernt wird, das soll nicht verborgen bleiben, sondern ausstrahlen und hineingetragen werden in die Gesellschaft und Kirche und ihre alltäglichen Lebenssituationen.“[6]

Viele Gliederungen der Bewegung benutzen eigene Logos, um ihre Besonderheiten herauszustellen und ein eigenes Identifikationsmerkmal zu besitzen. Diese Logos sind meist vom Logo der Schönstattbewegung abgeleitet und lassen somit auch die Zugehörigkeit zur Schönstattfamilie erkennen.

Organisation

Die Schönstattbewegung ist heute in über 130 Ländern der Erde verbreitet, neben dem deutschsprachigen Raum besonders in Lateinamerika, Spanien, Portugal, den Vereinigten Staaten und Indien sowie einigen afrikanischen Ländern. Der Gründungsort Schönstatt ist das spirituelle Zentrum und Mittelpunkt der inzwischen internationalen Bewegung. Jährlich pilgern zehntausende Wallfahrer zum Urheiligtum, dem Ort der Entstehung der Schönstattbewegung.

Weltweit gibt es 200 Schönstattkapellchen, mehr oder weniger originalgetreue Nachbildungen des Urheiligtums in Schönstatt, von denen 56 in Deutschland, 29 im restlichen Europa und 76 in Südamerika stehen.[7] Im deutschsprachigen Raum existieren 44 regionale Schönstattzentren,[8] meist mit einem Heiligtum als Mittelpunkt und weiteren Einrichtungen wie Bildungs- und Tagungshäusern oder Häusern der Schönstatt-Gemeinschaften.

Bewegungsleiter der Schönstattbewegung Deutschland ist Pater Lothar Penners.
Mitgliedschaft

Mitglieder der Schönstattbewegung müssen keinen formellen Vertrag eingehen, sondern binden sich lediglich ideell durch eine Weihe an Jesus durch Maria, die Liebesbündnis mit Maria genannt wird, an die Bewegung. Da Kentenich für größtmögliche Freiheit war, lehnte er Gelübde als Gemeinschaftsbindung ab. Die von ihm gegründeten Säkularinstitute haben als Bindung des einzelnen an die Gemeinschaft einen Vertrag, der mit dem Liebesbündnis mit Maria verbunden ist („Vertragsweihe“). Es gibt im Bereich der breit angelegten Bewegung aus diesem Grunde auch keine Mitgliedsbeiträge. Die Gemeinschaften finanzieren sich unter anderem durch Spenden, Teilnehmerbeiträge, Zuschüsse für religiöse Veranstaltungen und Fundraising.
Gliederung

Die Schönstattbewegung besteht aus mehreren unabhängigen, föderal aufgebauten Teilgemeinschaften, die sich in drei Kategorien einordnen lassen:

Verband
Die Kerngemeinschaften sind die Säkularinstitute und Bünde, bei denen die Mitglieder gelübdelos nach den Weisungen der Evangelischen Räte in Keuschheit, Gehorsam und Armut leben.
Bund
Bei den Bünden ist die Bindung an die Gemeinschaft verpflichtend, aber nicht rechtlich bindend.
Liga
Die Mitgliedschaft in der Ligagemeinschaft erfolgt durch Schließen des Liebesbündnises ohne eine formale Aufnahme. Es gibt keine Verpflichtung zur Gemeinschaft.

Außerdem gibt es noch die Schönstattjugend, die nach Geschlechtern getrennt aus der Schönstatt-Mannesjugend (SMJ) und der Schönstattbewegung Mädchen/Junge Frauen (Schönstatt MJF) besteht, die Wallfahrtsbewegung zu den Schönstatt-Heiligtümern sowie verschiedene gemeinschaftsübergreifende Projekte. Die Teilgemeinschaften besitzen zumeist Gliederungen auf internationaler, nationaler und diözesaner Ebene, teilweise auch auf regionaler.

Die Gesamtheit dieser föderalistisch organisierten Teilbewegungen wird als „Schönstattfamilie“ oder „Schönstattwerk“ bezeichnet.
Verband Bund Liga
Priester Schönstatt-Patres Priesterbund Priesterliga
Diözesanpriester
Männer Marienbrüder Männerbund Männerliga
Diakonliga
Familien Institut der Schönstattfamilien Familienbund Familienliga
Mütter Mütterbund Frauen und Mütter
Frauen Marienschwestern Frauenbund Frauenliga
Frauen von Schönstatt
Kranke und Behinderte Behinderten- und Krankenbund Kranken- und Behindertenliga
Jugend Schönstatt-Mannesjugend
Schönstattbewegung Mädchen/Junge Frauen
Alle Volks- und Wallfahrtsbewegung
Theologen Theologengemeinschaft
Akademikerinnen Akademikerinnenliga
Studentinnen-Gemeinschaft

Personen


Pater Josef Kentenich auf einer bundesdeutschen Briefmarke


Josef Kentenich (1885–1968), Gründer der Schönstattbewegung
Anton Fränznick (1889–1944), Märtyrer
Emilie Engel (1893–1955)
Josef Engling (1898–1918)
Heinrich König (1900–1942), Märtyrer
Franz Reinisch SAC (1903–1942), Märtyrer
João Pozzobon (1904–1985)
Heinz Dresbach (1911–1993)
Karl Leisner (1915–1945), Märtyrer, seliggesprochen
Heinrich Tenhumberg (1915–1979), Bischof von Münster
Heinrich Schäfer (1920–1941)
Josef Schärli (1920–2008)
Mario Hiriart (1931–1964)
Francisco Javier Kardinal Errázuriz Ossa (1933), Generaloberer der Schönstatt-Patres (1974–1980), seit 1979 Vorsitzender des Generalpräsidiums
Elisabeth Schirle (1936), Regionaloberin des Säkularinstitutes der Frauen von Schönstatt in Südamerika und Präsidentin des Kuratoriums der Schönstattheiligtümer in Campanario (Chile) und Belén de Escobar (Argentinien)
Tilmann Beller (1938–2012), Bewegungsleiter in Deutschland (1991–2002) und Österreich (2003–2007)
Robert Zollitsch (1938), Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (2008-2014)
Lothar Penners (1942), Bewegungsleiter in Deutschland (seit 2003)
Ingrid Stampa (1950) (unbestätigt), Haushälterin und Vertrauensperson (bis 2012) des emeritierten Papstes Benedikt XVI.
Heinrich Walter, seit 2003 Generaloberer der Schönstatt-Patres


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