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Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht (EBS)

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Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht (EBS)

Beitrag  checker am Mo Jul 27, 2015 10:12 am

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht (EBS) ist eine private, staatlich anerkannte Universität in Hessen. Im Handelsregister ist sie als EBS Universität für Wirtschaft und Recht gGmbH eingetragen. Gesellschafterin der EBS Universität für Wirtschaft und Recht gGmbH ist die private Stiftung zur Förderung der EBS.



Geschichte

Die EBS wurde 1971 von Klaus Evard als Fachhochschule für Wirtschaft in Offenbach am Main unter dem Namen European Business School gegründet. 1980 zog sie ins Schloss Reichartshausen in Oestrich-Winkel im Rheingau. 1989 wurde sie als wissenschaftliche Hochschule anerkannt und erhielt 1993 das Promotions- und 1998 das Habilitationsrecht. Am 16. Juni 2010 wurde die EBS Law School neben der EBS Business School als zweite Fakultät gegründet. Am 1. September 2011 erlangte die EBS Universitätsstatus.[2] Der Sitz der EBS Law School und der gesellschaftsrechtliche Sitz der EBS Universität für Wirtschaft und Recht gGmbH befinden sich in Wiesbaden.
Wirtschaftliche Entwicklung, Finanzprobleme

2011 nahm die Hochschule 32,2 Millionen Euro ein (Vorjahr: 32,1 Millionen), davon 11,8 Millionen Euro aus Studiengebühren (Vorjahr: 10,5 Millionen). Dem standen Ausgaben von 33,4 (Vorjahr: 34,3) Millionen Euro gegenüber. Die Hochschule erwirtschafte damit 2010 einen Verlust von 2,2 Millionen Euro, im Jahr 2011 von 1,1 Millionen Euro. Das Eigenkapital lag Ende 2010 bei 1,45 Millionen Euro und war laut einem Medienbericht 2011 nahezu aufgebraucht gewesen.[3] Ende 2012 kam der hessische Landesrechnungshof zu dem Ergebnis, die EBS sei ohne nachhaltige Zuführung von Eigenkapital oder eigenkapitalersetzenden Darlehen „nicht in der Lage, eine Überschuldung zu verhindern und ihre Zahlungsfähigkeit auf Dauer zu sichern“.[4]
Mietpreisstundung wegen Insolvenzgefahr

Im Mai 2013 machten Berichte der FAZ und der Frankfurter Rundschau bekannt, dass die Stadt Wiesbaden der EBS die Mietpreiszahlung für das von ihr genutzte Gebäude in Wiesbaden gestundet hatte.[5][6] Insgesamt ging es um 400.000 € Miete für die Monate April bis Dezember 2013. Rainer Schäfer, der Geschäftsführer der städtischen Holding WVV, rechtfertigte die Stundung damit, ihm sei dargelegt worden, dass die Insolvenz der EBS drohe, wenn die Stadt ihr nicht entgegenkomme.[5]

Nachdem die wirtschaftliche Lage der EBS auch im Laufe des Jahres 2013 kritisch blieb, bat die Hochschule die Stadt Wiesbaden im November 2013 um die Stundung weiterer 188.000 Euro Miete für das Jahr 2014, was die Stadt jedoch ablehnte.[7]

Nach einem Bericht der Zeit vom 2. Februar 2014 habe die EBS aufgrund "ihres ramponierten Rufs" einen Rückgang an Drittmitteln und Spenden hinnehmen müssen. So sei die Business School trotz immer noch großzügiger Landesunterstützung tief in die roten Zahlen gerutscht.[8]
Lohnverzicht und Ausscheiden der Kanzler

Da die Mietstundung ein wesentlicher Baustein der Fortführungsprognose war, mussten nach Ablehnung derselben durch die Stadt Wiesbaden die Mitarbeiter in den Jahren 2013 und 2014 auf das 13. Monatsgehalt sowie auf Bonuszahlungen verzichten. [9] Nachdem Mitarbeiter bereits für 2012 auf Bonuszahlungen verzichten hatten, sollen die neuerlichen Gehaltseinbußen zu weiteren Mitarbeiterverlusten beigetragen haben. [10]

Am selben Tag, an dem die Ablehnung der Mietstundung bekannt geworden war, teilte die EBS mit, dass Kanzler Georg Garlichs die EBS zum 1. April 2014 verlassen würde [11] Sein Nachfolger als Kanzler, Olaf Güllich, verließ die EBS bereits sieben Monate nach Amtsantritt zum 31. Oktober 2014.[12] Seitdem ist die EBS ohne Kanzler.
Abbau von Professuren

Die EBS hat infolge ihrer angespannten Finanzanlage seit 2010 zahlreiche Professuren abgebaut. Nachdem über den genauen Umfang der Einschnitte mangels präziser Zahlen lange nur spekuliert werden konnte, gab der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein im Oktober 2014 im Hessischen Landtag folgende Zahlen bekannt:[1] Nachdem an der Business School im Jahr 2010 noch 46 Professoren gelehrt hatten, hat die EBS die Zahl der Professuren im Jahr 2011 auf 38, im Jahr 2012 auf 34 und im Jahr 2013 weiter auf 31 Professuren reduziert.[1] Unter dem neuen Präsidenten Rolf Wolff wurde der Stellenabbau weiter forciert, so dass die Zahl der Professoren im September 2014 einen neuen Tiefstand von 25 erreichte.[1]
Finanzkonzept mit Dietmar Hopp Stiftung & Alumni Unterstützung

Inzwischen ist es der EBS Universität nach Berichten der FAZ. [13] der Frankfurter Rundschau[14] und des Wiesbadener Kuriers[15] gelungen, das Eigenkapital 2015 um insgesamt 5,4 Millionen Euro zu verbessern. Zudem erwarte die EBS weitere Zuwendungen der EBS Alumni in Höhe von etwa 2 Millionen Euro. Die Spenden der Alumni würden nach einer Zusage der Dietmar Hopp Stiftung von dieser verdoppelt werden. So sollen weitere rund 4 Millionen Euro für die EBS zusammenkommen.
Studium


EBS Business School, Oestrich-Winkel, Blick in den Innenhof

Studienangebot

Die EBS Universität bietet mit der Fakultät EBS Business School in der Erstausbildung für Betriebswirtschaftslehre folgende Bachelor- und Masterstudiengänge an:

Bachelor of Science-Programme
Bachelor in General Management
Bachelor in General Management (Part-time)
Bachelor in General Management (International Business Studies)
Bachelor in Aviation Management (in Kooperation mit der Lufthansa AG)

Master of Science-Programme
Master in Management
Master in Automotive Management
Master in Finance
Master in Marketing
Master in Real Estate

Die EBS Universität bietet mit der Fakultät EBS Law School in der Erstausbildung für Jura seit September 2011 folgende Studiengänge an:

Erste juristische Prüfung (vormals 1. Staatsexamen)
Bachelor of Laws (LLB)
Master of Arts in Business (MA)

Neben betriebs- und volkswirtschaftlichen Kursen belegen alle Studenten ein Philosophieprogramm, das Grundlagen der Wissenschaftstheorie und Ethik vermittelt. Zudem können Studierende und Doktoranden an einem Coaching-Programm teilnehmen.
Weiterbildung

Im Bereich Weiterbildung bietet die EBS Universität folgende Programme an:

EBS Full-time MBA
DBS & EBS Executive MBA in General Management (Gemeinsamer Studiengang mit Durham Business School, UK)
Master in Business Innovation
Master in Real Estate Investment & Finance
Executive Master in Real Estate
Executive MBA in Health Care Management
Master in Wealth Management

Des Weiteren bietet die EBS Executive Education (Tochterfirma der EBS) zahlreiche Zertifikatsprogramme und Firmenprogramme an.
Studiengebühren

Für das Studium an der EBS fallen Studiengebühren an. Das Bachelor-Studium (BSc) an der EBS Business School kostet 41.700 Euro (6.950 Euro pro Semester), das Master-Studium (MSc) 23.850 Euro (7.950 Euro pro Semester).

Die Studiengebühren für den achtsemestrigen Part-Time Bachelor in General Management betragen 34.260 Euro (4.295 Euro pro Semester).

Das Studium an der EBS Law School (Erste juristische Prüfung) kostet 44.400 Euro (3.700 Euro pro Trimester). Die Studiengebühr für den zusätzlichen Abschluss Master in Business (MA) beträgt 5.500 Euro.

Zusätzlich fallen einmalig 690 Euro Inskriptionsgebühren sowie 100 Euro für das Aufnahmeverfahren an.
Studentische Initiativen

Es gibt an der EBS etwa 20 studentische Initiativen, zu denen unter anderem die studentische Unternehmensberatung JAMES und Kongresse wie das EBS Symposium, die Supply Chain Conference, der Gründerkongress EBSpreneurship Forum, der EBS Immobilienkongress und der juristische EBS Law Congress gehören. Des Weiteren existieren Initiativen, die sich dem sozialen und kulturellen Engagement gewidmet haben.[16] Koordiniert werden diese Initiativen von der Studentenvertretung der EBS.[17]


EBS Business School, Oestrich-Winkel, Blick vom Rheinufer auf das Kiep-Center und das Schloss

Akkreditierung

EQUIS: Seit dem 18. April 2012 ist die EBS Business School EQUIS-akkreditiert.[18].
FIBAA: Alle Studiengänge der EBS sind durch die Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) akkreditiert.
Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat: Am 29. Mai 2012 hat die EBS Universität für Wirtschaft und Recht die Institutionelle Akkreditierung durch den Wissenschaftsrat für zehn Jahre erhalten. Rechtswissenschaftliche Promotionen dürfen jedoch in den nächsten fünf Jahren nur in Kooperation mit anderen Universitäten abgelegt werden.[19]

Rankings

Eduniversal-Ranking

Master in Real Estate

2014/2015: Platz 2 weltweit, Platz 1 in Europa [20]

Financial Times-Ranking

Master in Management

2014: Platz 14 weltweit (gesamt); Platz 1 weltweit in den Kategorien "Corporate Strategy", sowie "Organisational Behaviour" [21]

CHE-Hochschulranking

Bachelor (Business School)

2014/15: In fünf von fünf Bewertungsbereichen in der Spitzengruppe.[22]

Master (Business School)

2014/15: In fünf von fünf Bewertungsbereichen in der Spitzengruppe.[23]

QS Global top 200 Business Schools Report „MBA Employers Choice“

2013/14: Platz 2 in Deutschland und Platz 20 in Europa.[24]

Handelsblatt-Betriebswirte-Ranking (Fokus auf Forschungsleistung)

2012: Platz 9 in Deutschland[25]

Umfrage der Wirtschaftswoche unter 500 Personalverantwortlichen in Deutschland

2013: Platz 8 im Bereich BWL[26]

Vertretung in Vorständen

Michael Hartmann untersuchte 2014 die Bildungsbiografien von 529 Vorstandsmitgliedern der 100 größten deutschen Unternehmen. Ein Absolvent der EBS war in den untersuchten Firmenvorständen vertreten.[27]

Kontroversen, Ermittlungsverfahren, EBS-Untersuchungsausschuss
Alkoholmissbrauch durch Studierende 2010

Angehende Studierende der EBS sind in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochschule im September 2010 durch ausuferndes Verhalten infolge übermäßigen Alkoholkonsums im Rahmen eines von fortgeschrittenen Semestern organisierten Aufnahmerituals aufgefallen.[28][29][30] Die Polizei musste mehrere Studierende aufsammeln, ins Krankenhaus bringen sowie mit einem Polizeihubschrauber die Rheingauer Weinberge absuchen.[31][32][33] Das Aufnahmeritual mit dem Namen „Bootcamp“ gab es nach Angaben der FTD bereits seit vielen Jahren.[34]

Die Hochschulleitung hat sich der Thematik angenommen, Alkoholverbote verhängt und eine verstärkte Sozialverpflichtung eingeführt.[35][36]
Anschubfinanzierung der EBS Law School durch Steuergelder 2011

Die Gründung der EBS Law School sollte durch das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden mit zunächst 25 Mio. Euro unterstützt werden.[37] Dies wurde insbesondere deswegen kritisiert, da gleichzeitig die öffentlichen Universitäten Einsparungen hinnehmen mussten.[38] Im April 2011 wurde dann bekannt, dass die Förderung mit 50 Mio. Euro doppelt so hoch wie ursprünglich geplant ausfallen soll.[39] Zudem sei die Verwendung der bereits ausgezahlten Steuergelder ungeklärt.[40]

Ende April verkündete das Wissenschaftsministerium, die Zwischen- und Verwendungsnachweise für die Landesförderung durch ein Beratungsunternehmen prüfen zu lassen und bis dahin alle Fördergelder einzufrieren.[41] Als Ergebnis der Prüfungen musste die EBS 950.000 Euro, die während der Präsidentschaft von Christopher Jahns statt für den Aufbau der juristischen Fakultät für andere Zwecke verwendet worden waren, an das Land zurückzahlen.[42]

In einem Bericht an den Landtag stellte der Hessische Landesrechnungshof Ende 2012 „die zweckentsprechende Mittelverwendung insgesamt in Frage” und bemängelte, dass „keine belastbaren Analysen über den Bedarf an einer wirtschaftsnahen Juristenausbildung in Hessen und an der Gründung einer weiteren hessischen Universität vorgelegt” wurden.[43] Dabei wurde auch kritisiert, dass ein großer Teil der Zuwendungen statt für den Aufbau der juristischen Fakultät für Allgemeinkosten der Universität verwendet wurden. Im Dezember 2012 setzte der Landtag daraufhin einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss ein, um die Vorgänge zu untersuchen.[44]

Während des Untersuchungsausschusses gab der als Zeuge geladene ehemalige kaufmännischer Leiter Klaus-Peter Niesik zu, die EBS habe Unterlagen geschönt und manipuliert, um an Fördergelder zu gelangen und damit „Missbrauch von Steuergeldern“ betrieben.[45] Ermittlungen in Bezug auf einen möglichen „gemeinschaftlichen Betrug zum Nachteil des Landes Hessen“ der EBS in Höhe von mindestens 1,6 Millionen Euro führten zu einer erneuten Razzia in den Büroräumen von leitenden Angestellten am 9. April 2014.[46] Insgesamt wurden vier Büroräume der EBS und die Wohnungen von drei Beschuldigten durchsucht.[47]
Verwendung von Fördergeldern am AIM 2011

Auch am Automotive Institute for Management (AIM) der EBS mussten 2011 Subventionen in Höhe von € 60.700 wegen Nichtverwendung zurückgezahlt werden; bezüglich weiterer € 300.000 aus dem Jahr 2010 wird derzeit (September 2012) eine weitere Rückforderung durch das Hessische Wirtschaftsministerium geprüft.[48] Bereits im Jahr 2011 musste das von Franz-Rudolf Esch geleitete Institut 60.700 Euro nicht vereinbarungsgemäß verausgabter Fördergelder an das Ministerium zurückzahlen, während die Stadt Frankfurt weitere 31.300 Euro zurückerstattet bekam. Bei den neuerlichen Prüfungen geht es u.a. darum, dass der Geschäftsführer des AIM dort nicht dort angestellt war, sondern ihm vielmehr die Möglichkeit eingeräumt worden sein soll, viel zu hohe Honorare abzurechnen.[49] Der betroffene Geschäftsführer, der das Institut zum 15. August 2012 verlassen haben soll, gilt als enger Weggefährte des inzwischen wegen gewerbsmäßiger Untreue angeklagten früheren EBS-Präsidenten Christopher Jahns, der das AIM zusammen mit ihm und EBS-Professor Ronald Gleich gegründet hatte.
Untreue-Affäre des ehemaligen Präsidenten Christopher Jahns 2011

Recherchen der Spiegel-Journalisten Armin Himmelrath und Markus Verbeet zeigten 2011 das Beziehungsgeflecht der Hochschule mit Unternehmen, insbesondere mit der Beratungsgruppe BrainNet auf. Deren Top-Manager Christian Rast saß im Stiftungsvorstand der Hochschule, wohingegen EBS-Präsident Christopher Jahns Verwaltungsräten mehrerer zu BrainNet gehörender Unternehmen angehörte. Der Reportage zufolge wirkten Verbindungen der EBS zu Jahns’ Firmenimperium außergewöhnlich eng.[50] Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau ist auch Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller in die Affäre verwickelt. Demnach hat Müller, der Aufsichtsrat der EBS ist, einen Beratungsauftrag für die Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken an BrainNet erteilt. Für einen 16-seitigen Bericht wurden demnach 80.000 Euro abgerechnet. EBS-Präsident Jahns war zugleich Verwaltungsratspräsident von BrainNet.[51] Aufgrund der Vorwürfe hat das Bundesforschungsministerium einen Förderantrag der EBS zurückgestellt.[52]

Der Aufsichtsrat der EBS gGmbH hatte die Vorwürfe gegen Christopher Jahns zunächst zurückgewiesen. Die Verbindungen seien transparent und von Wirtschaftsprüfern bestätigt worden.[53][54] Studentensprecher und Vertreter des akademischen Mittelbaus forderten von Jahns die Offenlegung der Firmenbeziehungen. Mehrere Professoren forderten ihn danach schriftlich zum Verzicht auf das Präsidentenamt auf.[55] Am 4. April 2011 wurde Christopher Jahns in Frankfurt wegen des Verdachts der Untreue verhaftet; die Haft wurde unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.[56][57][58] Am 7. April 2011 trennte sich die Hochschule von ihm[59], insgesamt wurden von der EBS acht Kündigungen ausgesprochen.[60]

Jahns klagte gegen diese Kündigungen und schloss im September 2011 mit der Hochschule einen Vergleich. Für seinen Weggang erhielt er demnach eine Abfindung im sechsstelligen Bereich.[61]. Jahns focht diesen Vergleich Mitte August 2012 zunächst wieder an und erhob Klage, da die Hochschule Beweise zurückgehalten habe,[3] zog Anfechtung und Klage kurz vor dem gerichtlichen Verhandlungstermin aber wieder zurück.[62] Jahns Nachfolger, Rolf Cremer, kritisierte im Gegenzug die Führung Jahns. So habe er ein fragwürdiges finanzielles und strukturelles Management betrieben, bei dem unter anderem fast eine Million Euro an Fördergeldern aufgrund von Fehlbuchungen zurückgezahlt hätten müssen und das Präsidium mit zuletzt neun Geschäftsführern unüberschaubar geworden sei.[63] Unter der Präsidentschaft von Cremer hat die EBS die Anzahl der Geschäftsführer auf drei reduziert.[64]

Im Mai 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Wiesbaden Anklage gegen Jahns wegen gewerbsmäßiger Untreue, u. a. da die Beratungsfirma BrainNet, deren Verwaltungsrat Jahns neben seinem Amt als EBS-Chef war,[60] der Hochschule Leistungen in Rechnung gestellt habe, die nie erbracht worden seien.[65] Der Schaden wird mit 180.000 Euro beziffert. Später sagen zwei Angestellte der Universität als Zeugen aus, sie hätten eine „Medienkampagne“ gegen Jahns mit initiiert und der Presse das fragliche Material zugespielt, der BrainNet-Chef entlastet Jahns. [66] [67] Ermittlungen zu einem weiteren Fall, in dem es um 450.000 Euro geht, sind noch nicht abgeschlossen (Stand: August 2012).[3] Schließlich wird gegen Jahns wegen Subventionsbetrug über mindestens 1,6 Mio. Euro ermittelt.[68]

Im Oktober 2014 wurde das Verfahren gegen Jahns aufgrund von andauernder Verhandlungsunfähigkeit vorläufig eingestellt.[69]
Vorwürfe intransparenter Auftragsforschung 2014

Ende September 2014 veröffentlichte die EBS gemeinsam mit der TSG Hoffenheim die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie, die der TSG Hoffenheim unter anderem attestiert, dass sie „siebenmal mehr Einnahmen als Kosten für die öffentliche Hand“ generiere, dass sie ein „regionaler Identitätsanker“ sei, dass „83 Prozent der Befragten stolz seien, Hoffenheimer zu sein“ und dass die Rhein-Neckar Arena „als zweitwichtigstes Wahrzeichen gleich hinter dem Schloss Heidelberg“ betrachtet werde.[70] Recherchen der Frankfurter Rundschau brachten allerdings ans Licht, dass der EBS-Lehrstuhl, an der die Studie entstand, ausgerechnet von der Stiftung des TSG-Hoffenheim-Mäzens, Dietmar Hopp, über fünf Jahre hinweg mit insgesamt 1,5 Millionen Euro finanziert wird.[70] Auf diesen Zusammenhang, der an der wissenschaftlichen Unabhängigkeit zweifeln lasse, werde mit keinem Wort hingewiesen.[70]
Persönlichkeiten der Universität
Präsidenten

1971 bis 1994: Klaus Evard
1994 bis 2000: Walther Leisler Kiep
2000 bis 2009: Hans Tietmeyer
2009 bis April 2011: Christopher Jahns
April 2011 bis Mai 2011: vakant
Juni 2011 bis Februar 2013: Rolf Cremer[71]
seit Oktober 2013: Rolf Wolff

Professoren (Auswahl)

Andreas Raymond Dombret, Honorarprofessor, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank
Michael Hüther, Honorarprofessor, Direktor Institut der deutschen Wirtschaft
Kurt Joachim Lauk, Professor h.c., Präsident des Wirtschaftsrates der CDU
H. Dieter Dahlhoff, Honorarprofessor
Richard Raatzsch, Philosoph

Absolventen (Auswahl)

Cornelius Boersch, Business Angel
Roy Brandon Burgess, CEO der ION Media Networks
Rolf Hansen, Christian Magel und Thomas S. Enge, Gründer der Simyo GmbH
Mark Korzilius, Gründer der Restaurantkette Vapiano
Martin Krebs, Mitglied des Vorstands ING-DiBa
Maximilian von und zu Liechtenstein, CEO der LGT Group und Sohn von Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein
„Mad“ Marvin Rettenmaier, Gewinner der X. World Poker Tour Championship 2012.[72]
Kai-Uwe Ricke, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutsche Telekom
Philipp Schindler, Vice President bei Google[73][74]
Markus Schrick, CEO Hyundai Motor Deutschland GmbH
Jochen Zeitz, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Puma AG
Ralf-Otto Limbach, ehemaliger Geschäftsführer der Vaillant Group
David Groenewold, Filmproduzent
Christian Unger, Vorsitzender der Konzernleitung der Ringier AG
Steffen Naumann, ehemaliger COO & CFO der Axel Springer SE

Partnerhochschulen

Die EBS unterhält Partnerschaften zu Universitäten, im Rahmen derer ein Austausch von Studenten der wirtschaftswissenschaftlichen und juristischen Fakultäten stattfindet. Zu den Partnerhochschulen zählen unter anderem:[75]

Cornell University
Cass Business School
Peking-Universität
Tsinghua-Universität
Hong Kong University of Science and Technology
Nationaluniversität Singapur
Universität Stellenbosch
New York University
Pepperdine University
George Washington University
Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi
Copenhagen Business School
EADA Business School
EDHEC Business School
Toulouse Business School
National University of Singapore
Universität Melbourne
Universidade de São Paulo (USP)
China Europe International Business School
Skema Business School
Seoul National University
Yonsei University
BEM Bordeaux Management School
Reims Management School
Oxford Brookes University

Im Ausland gibt es weitere European Business Schools, die von der deutschen EBS mitgegründet und mit ihr verbunden waren. Mittlerweile sind sämtliche ausländischen EBS-Ableger unabhängig.
Filme & Bücher

Gestatten: Elite – Auf den Spuren der Mächtigen von morgen. Buch, Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, ISBN 978-3-455-50051-6
„grow or go“. Die Architekten des „global village“. Dokumentarfilm, Deutschland 2003, 94 Min., Buch: Marc Bauder, Dörte Franke, Regie: Marc Bauder, Produktion: ZDF, Das kleine Fernsehspiel[76] (vier Absolventen der EBS bei den ersten Schritten auf ihrem Weg, Unternehmensberater zu werden)
„Von Anfang an Elite“. Dokumentarfilm, Deutschland 2008, 45 Min., Buch: Julia Friedrichs, Eva Müller, Produktion: WDR, Die Story[77]
„Die jungen Manager“. Reportage über die Erwartung der Manager von Morgen, Deutschland, 5.06 Min., 25. März 2013[78]

Siehe auch

Liste deutscher Hochschulen

Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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