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Das Ghost Bike

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Das Ghost Bike

Beitrag  Andy am Mi Jul 29, 2015 7:52 pm

Ghost Bike (auch: Mahnrad, Geisterrad) ist die aus den USA stammende Idee, weißgestrichene Fahrräder als Mahnmale für im Straßenverkehr verunglückte Radfahrer am Unglücksort aufzustellen. Neben der Funktion als Gedenkstätte sollen sie auch auf mögliche Gefahrenpunkte hinweisen.


Ghost Bike in Oxford

Geschichte

Erstmals wurde ein Ghostbike 2003 in St. Louis (Missouri) aufgestellt. Die Idee wurde seither weltweit in zahlreichen Städten umgesetzt.
Staaten
Australien

Das einzige bekannte Ghostbike in Australien befindet sich in Hobart.
Brasilien

Das erste brasilianische Ghostbike wurde im November 2007 für eine 2006 verunglückte Radfahrerin in São Paulo installiert.

Deutschland


Geisterrad in Berlin

In der Aktion Geisterräder wurden am 14. Februar 2009 in Berlin an den Orten der elf 2008 tödlich verunglückten Radfahrer durch den ADFC Berlin elf Ghostbikes aufgestellt. In Köln verunglückten im Jahre 2010 sieben Radfahrer tödlich. Seit dem 4. Mai 2010 stellt der ADFC in Köln ebenfalls Geisterräder an den Unfallorten auf. Am 29. Oktober 2011 installierten Critical-Mass-Aktivisten im oberbayerischen Rosenheim ein Ghostbike an der Innbrücke am Fuße des Schloßbergs. In Nürnberg wurde an der Kreuzung Gleißbühlstraße/Blumenstraße für eine 44-jährige Radfahrerin, die am 28. Oktober 2013 einem rechtsabbiegenden LKW zum Opfer fiel, ebenfalls ein Ghostbike installiert. Ein vergleichbares Projekt entstand 2005 in Langenfeld, wobei sogenannte Mahnräder an erkannten Gefahrenstellen im Straßenverkehr aufgestellt werden.[1] In Hamburg stellten 500 Radfahrer der Critical-Mass am 31. Januar 2014 ein Ghostbike für eine Tags zuvor verunglückte 18-jährige Radfahrerin auf, die auf einem Radweg von einem rechtsabbiegenden LKW überrollt wurde [2][3]. Anfang April 2014 wurde in Osnabrück ein Ghostbike für einen 20-Jährigen aufgestellt, der von einem LKW-Lenker übersehen wurde.[4] Auch in Magdeburg wurden auf Initiative des ADFC mehrere weiße Räder installiert.[5]

Großbritannien


Ghost Bike in Manchester

Die britischen Ghostbikes befinden sich in Brighton and Hove, London, Manchester und Oxford.
Kanada

In Edmonton wurden seit September 2007 drei Ghostbikes zur Erinnerung an verunglückte Radfahrer aufgestellt. Ein weiteres befindet sich in Toronto.
Österreich
Wien

Im März 2008 wurde in Wien an der Kreuzung Felberstraße / Schweglerstraße in Rudolfsheim-Fünfhaus von der IG-Fahrrad ein Ghostbike aufgestellt. Gedacht werden sollte damit einer bei einem Unfall am 5. April 2007 getöteten Radfahrerin.

Wegen zahlreicher Beschwerden und der herrschenden Rechtslage musste das Geisterrad allerdings bereits am Tag darauf wieder entfernt werden (Laut Straßenverkehrsordnung ist das Anketten von Fahrrädern an Ampeln oder Verkehrszeichen untersagt. Exekutiert wird dies von der Polizei allerdings nur – so wie hier – im Fall von Beschwerden.)

Beauftragt wurde als dafür zuständige Magistratsabteilung die MA 48 – Fuhrpark und Stadtreinigung mit der Entfernung des Ghostbikes. Allerdings wurde die IG Fahrrad informiert, dies selbst zu tun, um nicht die sonst anfallenden Kosten von 48 Euro für die Entfernung und weitere 2 Euro täglich für die Verwahrung des Geisterfahrrads tragen zu müssen.

Das Fahrrad wurde daraufhin tatsächlich entfernt, allerdings in geringer Entfernung am Zaun des Westbahnhofs befestigt.[6] Von dort scheint es unterdessen aber auch entfernt worden zu sein.

Laut Ghostbikes.org wurden in Wien noch zwei weitere Geisterräder aufgestellt, nämlich an der Kreuzung Erdberger Straße und Erdberger Steg sowie Hernalser Gürtel und Hernalser Hauptstraße
Graz und Umgebung

Am 6. Dezember 2008 wurde an der Ecke Kärntner -/Wetzelsdorfer Straße an der Wiesenböschung der Bahnunterführung Don Bosco ein erstes Ghost Bike in Graz von ARGUS Steiermark und Fahrradküche Graz installiert. Der verunfallte Student (27), aus einem fernen Land war nach Passage mehrerer Stahlmasten am Geh-Radweg bei Grün geradeaus auf die Radfahrerüberfahrt geradelt, ein rechtsabbiegender Lkw-Fahrer durch die Kurvenfahrt in seiner Spiegel-Sicht eingeschränkt, tötete ihn - November 2008.[7]

Für zwei eher ältere Radfahrerinnen, die jeweils rechts eines rechtsabbiegenden Lkw an Kreuzungen zu Tode kamen wurden am 30. Dezember 2011 an der Kreuzung Inffeld-/Petersgasse, Graz und am 28. September 2012 an der Kreuzung Seiersberg, Triesterstraße 472 (67-Jährige verunfallt am 31. Juli 2012), zwei weitere Geisterräder aufgestellt.[8] Während das erste einige Wochen Bestand hatte, wurde das zweite auf Wunsch nahe wohnender Angehöriger bald entfernt.

Im Zuge der monatlichen Critical Mass-Fahrt (CM) am 25. Juli 2014 wurde ein weißes Rad an der Kreuzung Lager-/Zweiglgasse aufgestellt – für einen unweit in der Rankengasse wohnenden 64-Jährigen, der nach Missachtung einer STOP-Tafel in die Kreuzung einfuhr und von einem von quer kommenden, schon abbremsenden Kfz mit 81-jährigem Lenker gerammt wurde und hier am 6. Juni am Gehsteig starb.[9] Juni 2015 wurde dann 50 m westlich davon am Gehsteig das erste Opfer der Amokfahrt von Graz, ein Fußgänger durch einen Geländewagen getötet.

Im April 2015 wurden ein 46-jähriger auf der Heimfahrt 200 m von seinem Arbeitsplatz durch das Öffnen einer Autotür vor dem Haus Belgiergasse 7 getötet, eine 74-Jährige wurde am Felix-Dahn-Platz ebenfalls tödlich gedoort. Bei der CM-Fahrt am 29. Mai wurde nahe den Unfallstellen je ein weißes Rad aufgestellt und Argus Steiermark startete eine Kampagne für 1,2 m Sicherheitsabstand.[10]
Tschechische Republik

In Prag ist ein Ghostbike bekannt.
Ungarn

Das ungarische Ghostbike befindet sich in Budapest.

USA


Ghost Bike in New York City


Ghost Bike in Miami, Key Biscayne

Die ersten 20 Ghostbikes wurden in St. Louis aufgestellt.[11] Weitere Städte in den Vereinigten Staaten, wo derartige Ghostbikes aufgestellt wurden, sind

Albany
Austin
Boston
Chicago
Cincinnati
Columbia
Gainesville
Highlands Ranch
Kansas City
Los Angeles
Madison
Miami
New York City
Oakland
Pittsburgh
Portland
Reno
Richmond
San Francisco
Santa Cruz
Seattle
Sedona
State College und
Tallahassee

Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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Andy
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