Ähnliche Themen
    Suchen
     
     

    Ergebnisse in:
     


    Rechercher Fortgeschrittene Suche

    Die neuesten Themen
    » Die Heimatschutzarchitektur
    Gestern um 12:05 am von checker

    » Erwin Anton Gutkind
    Sa Okt 21, 2017 11:59 pm von checker

    » Die Gottbegnadeten-Liste
    Sa Okt 21, 2017 11:52 pm von checker

    » Das Neue Bauen
    Sa Okt 21, 2017 11:38 pm von checker

    » Friedrich Ernst Dorn
    Mo Okt 16, 2017 9:17 am von Andy

    » **** Platin ****
    Mo Okt 16, 2017 9:11 am von Andy

    » Der Aufruf der Kulturschaffenden
    Mo Okt 16, 2017 9:02 am von Andy

    » Harry Rosenthal
    Mo Okt 16, 2017 8:54 am von Andy

    »  BASF-Rückruf - Krebserregender Stoff in Matratzen gelandet?
    Fr Okt 13, 2017 9:51 pm von checker

    Navigation
     Portal
     Index
     Mitglieder
     Profil
     FAQ
     Suchen
    Partner
    free forum
    Oktober 2017
    MoDiMiDoFrSaSo
          1
    2345678
    9101112131415
    16171819202122
    23242526272829
    3031     

    Kalender Kalender


    Arbeitsmaiden: Aus Pflicht wuchs Vertrauen

    Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

    Arbeitsmaiden: Aus Pflicht wuchs Vertrauen

    Beitrag  Andy am Di Aug 04, 2015 8:17 pm

    Edemissen. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Berichte zur Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse und handelt von den "Arbeitsmaiden", die während des Zweiten Weltkriegs "Reichsarbeitsdienst" leisten mussten.





    Sozialer Flohmarkt: Eine Institution
    Rollstuhlfahrer sucht geeignete Wohnung
    Bücherei nur noch für Kinder
    Jugendpflege: Abschied vom Kinderparadies
    Chorgemeinschaft löst sich auf
    Kurzplatz: Künftig Golfkenntnisse gefragt
    Naturfreundehaus soll verkauft werden
    Ausgelassene Stimmung beim Königsfrühstück
    Neue Begrüßungsschilder in Mödesse
    Gutes Futter, reichlich Bewegung

    Kommentieren
    Drucken
    Text kleiner größer

    Eddesse Arbeitsmaiden: Aus Pflicht wuchs Vertrauen

    Edemissen. In enger Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern veröffentlicht die PAZ in loser Folge Berichte zur Geschichte der Gemeinde Edemissen. Der heutige Beitrag stammt von Adelheid Schmidt aus Eddesse und handelt von den "Arbeitsmaiden", die während des Zweiten Weltkriegs "Reichsarbeitsdienst" leisten mussten.
    Voriger Artikel
    Sozialer Flohmarkt: Eine Institution
    Artikel veröffentlicht: Dienstag, 04.08.2015 20:00 Uhr

    Abiturientin Eva mit einem Ochsengespann im Jahr 1943.
    Quelle: oh

    In den Kriegsjahren bis 1945 seien im heutigen DRK-Altenheim in Oelheim (Altbau) junge Mädchen untergebracht worden, die aus allen Teilen Deutschlands und dabei oft aus der Großstadt kamen und nach dem Schulabschluss (oft mit Abitur) ein Pflichtjahr „Reichsarbeitsdienst“ absolvieren mussten, erinnert sich Schmidt.

    Die Tagesabläufe waren vorgeplant. Sie fuhren von Oelheim täglich zu ihren Arbeitseinsätzen in die umliegenden Dörfer. Sicher war es für die meisten von ihnen nicht einfach, in kinderreichen Familien, bei alleinstehenden oder alten Leuten „das Haus zu bestellen“. Oft wurden sie auch auf Bauernhöfen eingesetzt. „Wir Kinder liebten diese freundlichen und fröhlichen jungen Mädchen und waren gern in ihrer Nähe. Sie haben alle anfallenden Arbeiten im Haushalt, auf dem Hof, im Stall und auf dem Felde verrichtet. Jeweils vier Wochen währte ihr Einsatz, danach wurden sie einer anderen Familie zugewiesen. Es war eine sehr abwechslungsreiche Zeit für diese jungen Mädchen“, erzählt Schmidt.

    Auch auf dem Hof ihrer Eltern halfen Arbeitsmaiden aus dem Arbeitsmaidenlager Oelheim. So kam auch Eva Hellriegel aus Magdeburg mit 20 Jahren nach Eddesse, wo sie mehrere Arbeitsperioden lang tätig war und sehr gut aufgenommen wurde, wie sie ausdrücklich betonte. Nach den Erzählungen schildert sie ihr damaliges Leben sehr anschaulich:

    „Anfangs wusste ich nicht, was mich erwartete. Wir sollten bei Bauern helfen in Küche, Haus und Garten sowie in den Ställen und auf dem Feld. Das änderte sich schnell. Die Bäuerinnen waren froh über unsere Hilfe, lernten uns auch an. Ich bin im April 1943 gleich mit zum Kartoffelsetzen (von Hand) aufs Feld gefahren. Wir mussten auf sehr großen Feldern Unkraut hacken und auch in der Küche helfen. Außerdem bekamen wir natürlich auch Verhaltensregeln mit. So war es uns nicht erlaubt, mit französischen Kriegsgefangenen oder polnischen Landarbeitern an einem Tisch zu essen. Das wurde aber bei allen Bauern ignoriert. Wir arbeiteten zusammen und aßen auch alle zusammen. Ich habe von diesem Jahr sehr profitiert. Ich bekam Einblick in mir fremde Lebensbereiche und lernte auch Menschen anderer Kulturen kennen.

    Wir waren mit Arbeitsmaiden aus dem Warthegau, Wolhynien und dem Elsass zusammen. Wir hatten eine gute Kameradschaft. Wir Mädels, die meist aus der Stadt kamen, lernten bei unserem Außendienst die Handhabung von Spaten, Harke und Hacke und vieles mehr. Beim Einsatz auf einem Bauernhof wurden wir vertraut mit der Betreuung und Pflege des Viehs. Bei der für uns ungewohnten Arbeit im Haushalt, Hof und Stall und auf dem Feld wuchs die Achtung vor den Leistungen der bäuerlichen Bevölkerung.

    Alle Arbeiten im Lager, in Räumen, in der Küche und die Gestaltung und Pflege des Freigeländes verrichteten wir Maiden in der Freizeit. Als ,Lohn‘ gab es für zehn Tage zwei Mark, freie Unterkunft und Verpflegung sowie einheitliche Arbeits- und Dienstkleidung. Mit dem Fahrrad ging es morgens nach dem Frühstück zur Arbeit nach Eddesse. Dabei wurde geplaudert und gelacht, aber auch sehr viel gesungen.“

    Daran habe sich Eva noch sehr genau erinnern können, berichtet Schmidt. Ab 16 Uhr ging es wieder zurück nach Oelheim, wo alle ihre Unterkunft hatten. Ob sie der Hausfrau in der Küche zur Hand gingen, die Kinder betreuten, das Vieh versorgten, Garten- oder Feldarbeit verrichteten - ihre Hilfe wurde in Eddesse und den umliegenden Dörfern gern angenommen.

    Schmidt abschließend: „Anfangs standen sie den bäuerlichen Sitten und Bräuchen scheu oder gar ablehnend gegenüber. Doch diese Gefühle wurden schnell überwunden. Sie wurden hineingezogen in den bäuerlichen Kulturkreis und fühlten sich bald recht wohl. Überdies wuchsen sie durch ihre tägliche Arbeit in die Dorfgemeinschaft hinein. Unsere Arbeitsmaiden erfuhren in Eddesse viel von der geschichtlichen Entwicklung ihrer neuen Umgebung. Viele freundschaftliche Kontakte wurden geknüpft, die durch spätere Besuche und Briefwechsel gepflegt wurden. Noch in späteren Jahren haben die ehemaligen Arbeitsmaiden von den vielen positiven und lehrreichen Erfahrungen der damaligen Zeit, auch für ihr späteres Leben, berichtet. ,Lehrjahre sind keine Herrenjahre‘ war ihre Parole.“

    Quelle - Literatur & Einzelnachweise
    avatar
    Andy
    Admin

    Anzahl der Beiträge : 22328
    Anmeldedatum : 03.04.11

    Benutzerprofil anzeigen

    Nach oben Nach unten

    Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

    - Ähnliche Themen

     
    Befugnisse in diesem Forum
    Sie können in diesem Forum nicht antworten