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Herman von Vechelde

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Herman von Vechelde

Beitrag  Andy am Mi Aug 19, 2015 8:38 pm

Herman von Vechelde (* um 1350 vermutlich in Braunschweig; † 28. Juni 1420 ebenda) war ein deutscher Fernhändler und Großer Bürgermeister des Weichbildes Altstadt in Braunschweig.

Leben

Vechelde wurde um das Jahr 1350 als Sohn des aus der Ortschaft Vechelde stammenden und seit 1345 in Braunschweig ansässigen Fernhändlers Bernart von Vechelde (1325–1367) und dessen Ehefrau Metteke (geborene von Osterode) geboren.[1] Er legte ein großes Vermögen in Häuserzinsen, Grund- und Zehntbesitz an. Dieses gilt als Grundlage für das spätere „Vechldsche Vermögen“. Erstmals erwähnt wurde sein Name er 1371. Im Jahr 1380 wurde er in den Rat der Stadt aufgenommen, wo er schnell in höhere Ämter aufstieg. 1382 wurde er Kämmerer der Altstadt und im Folgejahr wurde er zum Kleinen Bürgermeister und nach weiteren drei Jahren 1386 zu einem der drei Großen Bürgermeister ernannt. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod im Jahr 1420.[2]

Am 23. April 1384 war Herman van Vechelde eines der Gründungsmitglieder der Braunschweiger Waffenbruderschaft der „Lilienvente“.[3] Am 28. Mai 1388 wurde er nach der siegreichen Schlacht von Winsen an der Aller noch auf dem Schlachtfeld zum Ritter geschlagen.[4]

Während seiner Zeit als Bürgermeister fungierte er als Vermittler zwischen den alten Geschlechtern und den Kaufleuten der Handwerksgilde. In diesen Jahren erfolgten die Überwindung der Schicht von 1374 und die Beilegung des Konflikts mit der Hanse. Die Einführung einer neuen Ratsverfassung im Jahr 1386, die Neuordnung der städtischen Verwaltung, die Überarbeitung des Stadtrechts sowie die Modernisierung der Finanzverwaltung fielen ebenfalls in die Amtszeit von Vecheldes. Dadurch konnten der Einfluss der welfischen Stadtherren auf Braunschweig zurückgedrängt und die Autonomie der Stadt gefestigt werden. Zudem erhielt Braunschweig das päpstliche Privilegium de non evocando und das gerichtliche Offizialat.[2]

Von Vechelde gilt als möglicher Verfasser der Heimlichen Rechenschaft.[5] Er war mit Ilse Kerkhof verheiratet, einer seiner Söhne hieß ebenfalls Herman(n). Kaiser Sigismund verlieh den Söhnen von Vecheldes und dessen Vetter am 2. August 1437 einen Wappenbrief.[1] Viele seiner Nachfahren bekleideten hohe städtische Ämter im Braunschweiger Rat und in der Gilde der Gewandschneider.[6] Unter diesen befanden sich bis ins 17. Jahrhundert hinein neun Ratsherren.[7] Sein Sohn Hermann wurde Küchenkämmerer, sein Enkel Albert war von 1481 bis 1501 und ein weiterer Nachkomme mit Namen Hermann war von 1542 bis 1559 Bürgermeister der Stadt.[8]

Quelle - literatur & Einzelnachweise
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