Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Die Gralsbewegung
Heute um 1:03 am von checker

» Der Memphis-Misraïm-Ritus
Heute um 12:33 am von checker

» Die Nag-Hammadi-Schriften (auch als Nag-Hammadi-Bibliothek bekannt)
Di Dez 12, 2017 11:45 pm von Andy

» Réseau Dirisoft
Di Dez 12, 2017 11:35 pm von Andy

» Das Hybridluftschiff
Di Dez 12, 2017 11:21 pm von Andy

» Continental Motors, Inc.
Di Dez 12, 2017 11:12 pm von Andy

» Die Linde AG
Di Dez 12, 2017 11:01 pm von Andy

» **** BOC ****
Di Dez 12, 2017 10:50 pm von Andy

» Die Kohlenstofffaser
Di Dez 12, 2017 10:42 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Dezember 2017
MoDiMiDoFrSaSo
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Kalender Kalender


Agri decumates

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Agri decumates

Beitrag  Andy am So Aug 23, 2015 12:04 am

Agri decumates bzw. decumates agri (wörtlich wohl Zehntland), deutsch Dekumatland, ist bei Tacitus (Germania 29, 3) die Bezeichnung für ein Gebiet jenseits (also östlich bzw. nördlich) von Rhein und Donau, das nach seiner Aussage ursprünglich von Kelten (Galliern) bewohnt, jedoch bald auch von germanischen Sueben besiedelt wurde und zum Römischen Reich gehörte.


Das Dekumatland zwischen Limes, Donau und Rhein

Tacitus schreibt im Jahr 98: „Nicht unter die Völker Germaniens möchte ich die Leute rechnen, die die agri decumates bearbeiten, obwohl sie sich jenseits von Rhein und Donau niedergelassen haben. Die abenteuerlustigsten Gallier, die die Not kühn gemacht hat, haben den Boden, dessen Besitz umstritten war, besetzt; seitdem dann der limes angelegt und die Grenzwachen weiter nach vorn verlegt worden sind, bilden sie einen Vorposten unseres Imperiums und einen Teil der Provinz.“[1]

Geschichte

Gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. hatten die Römer unter Kaiser Vespasian um 72 n. Chr. das Gebiet jenseits von Rhein und Donau, das sie bereits vorher indirekt kontrolliert hatten, mit Truppen besetzt. Sie sicherten es seit Domitian (um 85 n. Chr.) durch eine Reihe von Befestigungsanlagen, die zuletzt um 150 n. Chr. unter Antoninus Pius vorgeschoben wurden (Obergermanisch-Raetischer Limes). Das Dekumatland gehörte seit Domitian zur neu eingerichteten Provinz Germania superior. Unter römischem Schutz blühte das Land auf; es profitierte von der Anwesenheit der zahlungskräftigen Grenztruppen, die versorgt werden mussten. Dies scheint, wie ja auch Tacitus berichtet, früh viele Zuwanderer, insbesondere aus Gallien, ins Land gelockt zu haben.

Erst während der Reichskrise des 3. Jahrhunderts wurde es durch Einfälle plündernder Germanen erheblich verheert und ging zwischen 260 und 280 (spätestens nach dem Tod des Probus) endgültig an die Alamannen verloren, nachdem es von den römischen Truppen geräumt worden war (siehe Limesfall). Am Ende des 3. Jahrhunderts gehörte es aus römischer Sicht zur Alamannia, wenngleich das Imperium nie formal auf seine Ansprüche auf das Dekumatland verzichtete und man noch bis weit ins 4. Jahrhundert hinein Feldzüge dorthin unternahm und die dortigen Fürsten zur Unterwerfung zwang (z. B. Julian).

Lage

Das Dekumatland nahm zumindest den Südwesten des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg ein. Ob auch die nördlich des Neckar gelegenen rechtsrheinischen Gebiete Roms sowie die nördlich der Donau gelegenen Teile von Raetia zu den agri decumates zählten, ist unklar; Tacitus’ knappe Notiz scheint zwar eher dagegen zu sprechen, doch gibt er nur die Verhältnisse des späten 1. Jahrhunderts wieder. Die – soweit bekannt – einzige römische Ortschaft im Dekumatland, deren Einwohner bereits vor 212 das römische Bürgerrecht besaßen, war das municipium Arae Flaviae (Rottweil), das Kaiser Vespasian gründen ließ.
Bevölkerung

Im Gebiet des einstigen Dekumatlandes sind bis heute etwa 60 dörfliche Siedlungen (vici) und über 1300 villae rusticae nachgewiesen worden. Diese römischen Gutshöfe beherbergten im Durchschnitt etwa 50 Menschen; man schätzt allerdings, dass höchstens noch ein Viertel der einstigen Betriebe bekannt ist. Da zudem noch die Einwohner der vici und civitates hinzugerechnet werden müssen, schätzt die moderne Forschung die Bevölkerungszahl auf mindestens 250.000 Menschen. Da noch die hier stationierten römischen Soldaten hinzukamen, kann das Dekumatland als ein ungewöhnlich dicht besiedeltes und agrarisch intensiv genutztes Gebiet gelten.[2]
Namensherkunft

Die Herkunft des Namens agri decumates, den nur Tacitus erwähnt, ist umstritten. Oft wird er mit „Zehntland“ übersetzt, und es wäre denkbar, dass es sich um ein dem römischen Kaiser tributpflichtiges Land handelte, das den zehnten Teil seiner Erzeugnisse abgeben musste. Doch einige Gelehrte halten diese Erklärung für etymologisch unmöglich. Alternativ könnte die Bezeichnung von einem heute unbekannten Ort namens Decuma oder Decumum herrühren; die Forschung diskutiert weitere Möglichkeiten.

Quelle - Literatur & Einzelnachweise
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22422
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten