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Die Bibelübersetzung

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Die Bibelübersetzung

Beitrag  Andy am Mi Sep 02, 2015 8:40 pm

Eine Bibelübersetzung überträgt Handschriften der Bibel aus deren antiken Sprachen – Hebräisch oder Aramäisch im Fall des Alten Testaments (Tanach), umgangssprachliches Griechisch (Koine) im Fall des christlichen Neuen Testaments – in eine andere Sprache. Da sich die Sprachen im Laufe der Zeit verändern (Sprachwandel), müssen die Texte von Zeit zu Zeit angepasst werden. Daher werden vorliegende ältere Übersetzungen überarbeitet (Bibelrevision).


Psalm 1, Verse 1 und 2 nach der BHS, mit Teamim. Martin Luther übersetzte den hebräischen Text:
„Wohl dem / der nicht wandelt im Rat der Gottlosen / noch tritt auf den Weg Sünder / noch sitzt, da die Spötter sitzen / sondern hat Lust zum Gesetz des HERRN / und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht!“

Die ersten Übersetzungen entstanden im Judentum seit 250 v. Chr. noch vor dem Abschluss des Tanach (Altes Testament). 2013 gab es 2817 Sprachen, in die die Bibel oder Teile davon übersetzt waren: Gesamtübersetzungen in 513 Sprachen, vollständig übersetzte Neue Testamente in 1294 Sprachen und Teilübersetzungen in weiteren 1010 Sprachen.[1][2] Damit ist die Bibel das am weitesten verbreitete und auch das am häufigsten übersetzte Buch der Welt.


Ein Blatt der griechischen Bibelhandschrift P46, auf Papyrus, ca. 200 n. Chr.; Ann Arbor, University of Michigan. Der Text enthält einen Abschnitt des 2. Briefs des Apostels Paulus an die Korinther (Kap. 11,33 - 12,9).

Geschichte
Antikes Judentum
Griechisch

Um 250 v. Chr. begann die Übersetzung der Tora in die damalige Weltsprache, das Griechische. Träger war ein Kollektiv gelehrter Diaspora-Juden in Alexandria, der noch von Alexander dem Großen gegründeten Metropole in Ägypten; Adressaten waren das hellenistische Judentum und die nichtjüdischen, vom Hellenismus geprägten Oberschichten im damaligen Orient.

Der Aristeasbrief stellte die Entstehung dieser Übersetzung legendarisch dar. Aus ihm stammt ihr Name: Septuaginta (abgekürzt LXX oder G). Sie umfasst alle Bücher des Tanach und einige jüdische Apokryphen und wurde um etwa 100 n. Chr. abgeschlossen.

Weil die Alte Kirche sie als ihr Altes Testament (AT) übernahm und in ihrem Sinne auslegte, schuf das Judentum revidierte griechische Übersetzungen, die den Wortlaut hebräischer Vorlagen stärker als die LXX zu bewahren versuchten und zum Teil auch auf anderen hebräischen Textvorlagen beruhen. Die älteste davon ist die Revision des Aquila (um 125), der jedes Wort, jeden Buchstaben und sogar jedes Morphem genau wiederzugeben versuchte. Die kai-ge-Revision des Zwölfprophetenbuchs (um 150) ging um 200 in die Gesamtrevision des Theodotion ein. Sie beruht auf einer anderen hebräischen Vorlage als die LXX, die mit einigen jüngeren Qumranhandschriften verwandt ist. Die Revision des Symmachus (um 170) war dagegen an einer flüssigen griechischen Sprache interessiert und daher freier in der Wortwahl.

Diese Revisionen konnten sich im Judentum jedoch nicht durchsetzen und gerieten später in Vergessenheit. Stattdessen konzentrierten sich die jüdischen Schriftgelehrten seit dem Verlust des Jerusalemer Tempels (70) und der Eigenstaatlichkeit (135) auf die Vereinheitlichung und buchstabengetreue Weitergabe aller Hebräisch abgefassten und kanonisierten Schriften des Tanach. Dies führte bis etwa 1000 zu einem autoritativen Masoretentext. Außerdem sammelten und verschrifteten die Rabbiner ihre lange Zeit mündlich tradierten Bibelauslegungen und Diskussionen. Daraus entstand bis etwa 600 der Talmud.
Aramäisch

Nach dem babylonischen Exil (539 v. Chr.) löste das Aramäische das Hebräische als Alltagssprache der Juden ab. Hebräisch blieb aber die Sprache des jüdischen Gottesdienstes. Für die Masse der Bevölkerung wurden Teile der Bibel ins Aramäische übersetzt. Die ältesten bekannten Übersetzungen (Targumim) sind Teil der Schriftrollen vom Toten Meer und entstanden um 200 v. Chr. Sie übersetzten das 3. Buch Mose und das Buch Hiob.

Diese Übersetzungen galten nicht als vollwertiger Ersatz der hebräischen Bibeltexte, sondern sollten bei deren Studium und Auslegung helfen. Während einige wortgetreu übersetzten, gingen andere in freie Paraphrasen der hebräischen Vorlagen über und ergänzten diese mit predigthaften Auslegungen (Midraschim) und Nacherzählungen (Haggada). Einige Targumim übersetzten den gesamten Pentateuch, andere die Prophetenbücher und weitere Bücher der hebräischen Bibel. Spät entstandene Schriften (Ketubim) enthalten aramäische Passagen, die neben hebräische Kapitel gestellt oder in sie integriert wurden.

Bis zum 5. Jahrhundert entstanden unter anderem der Targum Jonathan für die Prophetenbücher (Nebi'im) und der Targum Onkelos für die fünf Bücher Mose (Tora).
Antikes Christentum
Griechisch

Viele Urchristen lernten die heiligen Schriften Israels durch die Septuaginta kennen und nutzten diese für ihre eigene Missionsarbeit in den griechischsprachigen Gebieten. Im Neuen Testament (NT) finden sich einige Zitate daraus.

Origenes stellte in seiner Hexapla (240–245) sechs Textfassungen des AT in Spalten nebeneinander: den ihm bekannten hebräischen Text, dessen griechische Transkription, die Revisionen von Aquila, Symmachus und Theodotion sowie (5. Spalte) die von ihm selbst überarbeitete Septuaginta. Diese Fassung wurde ihrerseits oft in weitere Sprachen übersetzt und damit sehr einflussreich. Auch Lukian von Antiochia überarbeitete die Septuaginta um 300, zum Teil nach älteren hebräischen und griechischen Textvorlagen.

Die christlich revidierte Septuaginta umfasste auch die griechisch abgefassten, später deuterokanonisch genannten jüdischen Schriften. In dieser Form blieb sie bis etwa 380 der maßgebende Bibeltext für die Christen und die wichtigste Vorlage für spätere christliche Bibelübersetzungen. Die Griechisch-Orthodoxe und die Zypriotisch-Orthodoxe Kirche verwenden sie bis heute.
Syrisch

Die syrische Übersetzung des AT begann zwischen 40 und 70. Seit etwa 170 sind erste Altsyrische NT-Übersetzungen der Evangelienharmonien des Tatian bekannt. Bis 500 setzte sich unter ihnen die Peschitta als maßgebende syrische Übersetzung durch. Sie beruht sowohl auf einigen frühen Targumim als auch auf jüdischen Fassungen der Septuaginta. Sie ist bis heute in einigen Kirchen der Region in Gebrauch.

Daneben ist die 615/617 entstandene so genannte Syrohexapla des Bischofs Paul von Tella von wissenschaftlicher Bedeutung, weil sie den Hexaplatext (5. Spalte) übersetzte. Dabei bewahrte sie alle redaktionellen Zeichen des Origenes für Überschüsse der Septuaginta gegenüber dem hebräischen Text oder umgekehrt. So erlaubt sie eine Rekonstruktion der noch nicht revidierten Septuaginta.

Lateinisch


Vulgata, lateinische Bibel, Vatikanische Ausgabe von 1590

Bis 200 entstanden im Christentum verschiedene lateinische Übersetzungen des AT, zusammengefasst als Vetus Latina oder Itala bezeichnet. Maßgebend wurde jedoch die an die Septuaginta angelehnte lateinische Übersetzung des Hieronymus, die 382–420 entstandene Vulgata. Sie wurde in zahlreichen Revisionen seit dem 7. Jahrhundert in der römisch-katholischen Kirche zum bis heute gültigen Bibeltext. Danach gab es dort lange Zeit keine weiteren Bibelübersetzungen.
Andere

Die Ostkirchen verwendeten außerhalb des griechischen Sprachraums schon früh Übersetzungen in der jeweiligen Landessprache (vergleiche Altkirchenslawische Sprache). Um 350 n. Chr. entstand die gotische Wulfila-Bibel; Bischof Wulfila "bemüht sich, ein griechisches Wort immer durch das gleiche Äquivalent wiederzugeben“.[3] Dennoch hält er sich nicht sklavisch an die Textvorlagen. Mehrere Übersetzungen des NT in die verschiedenen koptischen Dialekte sowie eine armenische, bald darauf eine altäthiopische und eine georgische Fassung übersetzten die Vulgata.
Frühes Mittelalter
Althochdeutsch

748 entstand mit dem in den Mondseer Fragmenten enthaltenen Matthäusevangelium in althochdeutscher Sprache die älteste überlieferte Übersetzung eines Bibelteils in ein deutsches Idiom.

Um 800 gab Karl der Große die Revision der lateinischen Bibel durch Alkuin in Auftrag.
Arabisch

Die arabische Übersetzung des Alten Testaments durch den jüdischen Gelehrten Saadia Gaon (882–942) ist unter dem Namen Tafsir bekannt geworden.
Hochmittelalter
Deutsch

Nach der ersten Bibelübersetzung ins Deutsche im Jahre 748 entstanden in den folgenden Jahrhunderten viele weitere Übersetzungen, insgesamt sind etwa 70 deutsche Übersetzungen vor der Reformation nachweisbar, darunter verschiedene Evangelienharmonien.

Im 11. Jahrhundert zeigt Notker Labeos kommentierende Übersetzung „eine neue Stufe übersetzerischen Könnens“, was sich anhand seiner Bibelzitate vor allem in der Freiheit der Wortstellung gegenüber der Vorlage ablesen lässt.[4]

Die über 50 Wien-Münchener Evangelienfragmente gelten als Überreste der einzig bekannten Bibelübersetzung des 12. Jahrhunderts.

Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden auch außerhalb der Klöster eine Vielzahl z. T. hochwertiger mittelhochdeutscher Übersetzungen, auf die Martin Luther und andere zurückgreifen konnten.

1466 druckte Johannes Mentelin in Straßburg die Übersetzung der lateinischen Bibel ins Frühneuhochdeutsche, die Mentelin-Bibel. Sie wurde die erste gedruckte deutsche Bibel, zudem war sie die erste in einer Volkssprache gedruckte Bibel überhaupt. Sie war mehr oder weniger eine Wort-für-Wort-Übersetzungen der Vulgata. Der Text wirkte auch damals altertümlich und schwer verständlich, die Übersetzer vermieden so jedoch, von der katholischen Kirche als Häretiker verurteilt zu werden.

Hier unterbrechen wir,wer weiterlesen möchte,hier der Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bibel%C3%BCbersetzung
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