Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Die Heimatschutzarchitektur
Heute um 12:05 am von checker

» Erwin Anton Gutkind
Gestern um 11:59 pm von checker

» Die Gottbegnadeten-Liste
Gestern um 11:52 pm von checker

» Das Neue Bauen
Gestern um 11:38 pm von checker

» Friedrich Ernst Dorn
Mo Okt 16, 2017 9:17 am von Andy

» **** Platin ****
Mo Okt 16, 2017 9:11 am von Andy

» Der Aufruf der Kulturschaffenden
Mo Okt 16, 2017 9:02 am von Andy

» Harry Rosenthal
Mo Okt 16, 2017 8:54 am von Andy

»  BASF-Rückruf - Krebserregender Stoff in Matratzen gelandet?
Fr Okt 13, 2017 9:51 pm von checker

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Oktober 2017
MoDiMiDoFrSaSo
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031     

Kalender Kalender


Schwarze Schar,Schwarze Legion oder Black Brunswickers

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Schwarze Schar,Schwarze Legion oder Black Brunswickers

Beitrag  Andy am Do Sep 10, 2015 8:02 pm

Die Schwarze Schar, ursprünglich Herzoglich Braunschweigisches Korps, auch Schwarzes Korps[1] oder Schwarze Legion genannt und später in britischen Diensten als Black Brunswickers („Schwarze Braunschweiger“) bekannt, war ein Freikorps, das am 1. April 1809, zur Zeit des Fünften Koalitionskrieges, vom „Schwarzen Herzog“ Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Oels aufgestellt wurde, um auf verschiedenen europäischen Kriegsschauplätzen gegen Napoléon Bonaparte und die französische Besatzung Deutschlands zu kämpfen.


Standbild des „Schwarzen Herzogs“ Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg

Vorgeschichte

In der Schlacht bei Jena und Auerstedt war Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, der Vater Friedrich Wilhelms, tödlich verwundet worden und starb wenige Tage später an den Folgen. Obwohl das Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel im Konflikt mit Napoleon neutral geblieben war (Karl Wilhelm Ferdinand war Oberbefehlshaber der preußischen Truppen in der Schlacht gewesen), erklärte der französische Kaiser 1807, das Haus Braunschweig habe aufgehört zu regieren, löste das Herzogtum auf und machte es zu einem Teil des von ihm neu geschaffenen Königreichs Westphalen. Braunschweig war fortan Hauptstadt des neuen „Département Oker“ genannten Teils innerhalb des Königreiches.

Friedrich Wilhelms Frau Marie war aufgrund des drohenden Einmarsches französischer Truppen in Braunschweig zusammen mit ihren beiden Söhnen Karl und Wilhelm zunächst nach Schweden geflohen. Friedrich Wilhelm selbst zog sich derweil auf seine schlesischen Besitzungen nach Oels zurück, wollte jedoch den Status quo nicht ohne Gegenwehr hinnehmen und begann ab September 1808 ein Korps aufzustellen, um das nunmehr von den Franzosen besetzte Herzogtum wieder in Besitz nehmen zu können.[2]

Konvention von Wien


Richard Knötel „Corps des Herzogs von Braunschweig-Öls, 1809“: Ulan und Husar der „Schwarzen Schar“.

Im Winter 1808 reiste Friedrich Wilhelm nach Wien und verpflichtete sich am 25. Februar 1809 in der Konvention von Wien gegenüber Erzherzog Karl eine Truppe von knapp über 2.000 Mann aufzustellen, darunter 1.000 Husaren, 1.000 Mann leichte Infanterie und 125 Mann berittene Artillerie,[3] die er auf eigene Kosten (durch Beleihung seines Besitzes im niederschlesischen Oels und in Bernstadt) ausrüsten wollte, woraufhin ihm Österreich versicherte, es werde ihn in diesem Falle als Alliierten betrachten.

Artikel III der Konvention besagte:

„Dieses Truppenkorps wird den Namen Herzoglich Braunschweigisches Korps führen.“

Artikel VII legte fest:

„Sobald dieses Corps formirt sein wird, verbindet sich der Herr Errichter, sogleich mit demselben von dem Sammelplatze aufzubrechen und seine Operationen gegen den Feind in Verbindung mit dem zunächst stehenden Österreichischen Corps d’Armée zu beginnen, sodann aber nach Möglichkeiten und Umständen gegen Magdeburg, Cassel, Braunschweig oder nach der Niederelbe vorzudringen, sein Corps so viel wie möglich zu verstärken, überhaupt aber mit allen Kräften auf die Communicationen, Magazine, Artillerieparks und Nachschubs-Transporte des Feindes vorzüglich zu wirken.“[4]

In Artikel X wurde geregelt, dass das neue Korps Waffen und Ausrüstungsgegenstände aus österreichischen Arsenalen erhielt.
Aufstellung

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. hingegen versuchte – zwecks Beschwichtigung des verfeindeten Frankreichs – die Aufstellung des Freikorps aktiv zu verhindern, indem er die schlesischen Einkünfte des Herzogs zurückhalten ließ. Am 10. April 1809 ließ der preußische König verlauten:

„… desgleichen ist zur Kenntnis Seiner Majestät gelangt, daß bei Nachod in Böhmen ein Frei-Corps errichtet wird … Seine Majestät finden Sich unter diesen Umständen veranlaßt, Ihren getreuen Unterthanen die nach den Landesgesetzen bestehenden Verbote wegen heimlichen Werbens hierdurch in Erinnerung zu bringen und dieselben darauf aufmerksam machen zu lassen, welche Ahndung sich diejenigen aussetzen würden, welche an Verbindungen Theil nehmen, wodurch die Ruhe benachbarter Staaten gefährdet werden könnte …“.[5]

Truppenstärke und -zusammenstellung

Am 25. Juli 1809 bestand die Schwarze Schar aus zwei Bataillonen Infanterie mit einem freien Jäger-Bataillon, einer Kompanie Scharfschützen, einem Husaren-Regiment, einer Eskadron Ulanen sowie einer reitenden Batterie. Neben dem Kommandeur der Truppe, dem Schwarzen Herzog, war eine weitere bedeutende Persönlichkeit Major Georg Ludwig Korfes, der u. a. stellvertretender Chef des Generalstabes war.[6]
Uniform

Wegen der hauptsächlich schwarzen Uniform wurde das Freikorps bald die „Schwarze Schar“ genannt. Die Infanterie trug einen schwarzen Polrock mit einfachem Besatz, einer schwarzen, manchmal auch grauen Leinenhose mit blauer Biese, Schuhe mit dunkelgrauen Gamaschen, einen Tschako mit schwarzem Federbusch (der später durch einen schwarzen Rossschweif ersetzt wurde), und schwarzes Lederzeug mit Patronentasche und Bajonettscheide, sowie braune Felltornister und graue Brotbeutel. Der Rock hatte einen Stehkragen, der von einer schwarzen Schnur eingefasst war, und hellblaue Aufschläge.

Die Kavallerie trug einen schwarzen Dolman mit hellblauem Kragen und Aufschlägen, gelbe Schärpe mit hellblauen Knoten und schwarze Reithose mit blauer Biese. Der schwarze Tschako hatte von Anfang an den schwarzen Rossschweif und dazu gelbe Sturmbänder aus Metall. Das übrige Lederzeug war ebenfalls schwarz.

Die Artillerie war ähnlich der Kavallerie gekleidet, hatte schwarze Collets mit langen Schößen, einen hellblauen, mit schwarzer Schnur besetzten Kragen und Aufschläge, eine schwarze Hose mit blauer Biese sowie einen Husaren-Säbel.[7]

Der Totenkopf


Braunschweiger Totenkopf von 1815


Denkmal in Elsfleth

Denkmal in Elsfleth

Die Schwarze Schar sammelte sich im März 1809 in Náchod und brach am 12. Mai auf. Bei Zittau erlebte sie am 30. Mai ihre Feuertaufe. Die Stadt musste nach großen Verlusten vorübergehend aufgegeben werden. Es folgten Gefechte in Rumburg und Peterswald in Böhmen. Im Juni kämpfte die Schwarze Schar an der Seite der Österreicher in Sachsen und Franken. Nach der Niederlage der Österreicher in der Schlacht bei Wagram kämpfte sich die Schar auf eigene Faust von Zwickau aus durch Norddeutschland an die Nordseeküste. Dabei kam es zu Gefechten in Halberstadt und Ölper. In Elsfleth und Brake schifften sie sich am 6. und 7. August auf Booten und Schiffen ein und entkamen so ihren französischen Verfolgern. Am 8. August wurden sie in der Wesermündung von einer englischen Flottille unter Kapitän George Stuart übernommen und über Helgoland nach Great Yarmouth und Grimsby in Großbritannien gebracht.[9][10]
Weitere Entwicklung

Ab 1810 kämpfte die Schar als Braunschweig-Lüneburgsche Jäger, auch Brunswick-Oels Jäger genannt, unter dem Oberbefehl Wellingtons in Portugal und Spanien, wo sie auch westphälischen, hessisch-darmstädtischen, badischen und nassauischen Truppen gegenüberstanden. Nach der Niederlage Napoleons kehrte das Korps nach Braunschweig zurück, wo es umgeformt und mit unerfahrenen Offizieren und Soldaten ergänzt wurde. Das neue Korps kämpfte 1815 in der Schlacht bei Quatre-Bras und bei Waterloo, die Avantgarde, das Braunschweigische Leibbataillon und drei weitere Bataillone im Westen, drei Bataillone im Zentrum der Entscheidungsschlacht.

Nach mehreren Umstrukturierungen wurden die regulären Truppenteile, die aus der 'Schwarzen Schar' hervorgegangen waren, schließlich 1886 in die Preussische Armee eingegliedert, und zwar als „Braunschweigisches Husaren-Regiment Nr. 17“ und „Braunschweigisches Infanterie-Regiment Nr. 92“.[11][12]
Bekannte Angehörige der Schwarzen Schar

Johann Heinrich Carl von Bernewitz
Heinrich August Christian von Brandenstein
Karl von Decker
Wilhelm von Dörnberg
Alexander Leopold von Erichsen
Heinrich August von Helldorff
Eugen von Hirschfeld
Moritz von Hirschfeld
Georg Ludwig Korfes
August von Quistorp
Ernst von Schrader
Der Schwarze Herzog
Friedrich Ludwig von Wachholtz
Wilhelm von Gillern

Rezeption


The Black Brunswicker des englischen Malers John Everett Millais

Die heute fast vergessene Schwarze Schar und ihr Herzog wurden zu ihrer Zeit in weiten Teilen Europas als Helden gefeiert. Die Briten nennen sie die „Black Brunswickers“ und in Anspielung auf das Totenkopfemblem das „Brunswick Death and Glory Regiment“ (Braunschweiger Tod- und Ehre-Regiment), die Franzosen und Spanier „Todesjäger“.[13] Lord Byron rühmt den „Schwarzen Herzog“ 1816 im dritten Gesang seines Versepos Childe Harolds Pilgerfahrt.
Eine Zeit lang war es Mode, sich à la Brunsvic zu kleiden, d. h. einen schwarzen Spenzer zu tragen; sogar ein im Stil der schwarzen Uniformen geschneidertes Taufkleid ist aus dieser Zeit überliefert.[14] Noch 1860 malt John Everett Millais „The Black Brunswicker“, ein Hauptwerk der präraffaelitischen Malerschule in England.

Quelle - literatur & einzelnachweise
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22328
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten