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Die Operation Neptune

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Die Operation Neptune

Beitrag  checker am Do Sep 17, 2015 8:55 am

Die Operation Neptune war ein Teil der unter dem Decknamen Operation Overlord durchgeführten Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Neptune war hierbei der Sturmangriff auf die deutschen Befestigungen in der Normandie und die Etablierung eines Brückenkopfes. Die Operation Neptune begann mit den ersten größeren Übungsmanövern im Januar 1944 und gipfelte in der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, dem D-Day. Das Ende der Operation kann auf den 30. Juni 1944 datiert werden. Die übergeordnete Operation Overlord endete erst am 19. August 1944, als die alliierten Streitkräfte den Fluss Seine in Frankreich überquert hatten. Die Operation Neptune war die bislang umfangreichste Landeoperation der Weltgeschichte.

Neben dem Auftrag, in der von den Deutschen besetzten Normandie Fuß zu fassen, sollte die Operation Neptune unter anderem auch dazu dienen, die Landungsboote vor gegnerischen Angriffen aus der Luft und von See her zu schützen. Außerdem sollte durch die Operation sichergestellt werden, dass kein gegnerisches Schiff im Kanal von der bevorstehenden Invasion erfuhr. Des Weiteren sollte die Landung aktiv durch den Beschuss des Atlantikwalls im Bereich der Landungszonen mit schwerer Schiffsartillerie unterstützt werden. Nach der geglückten Landung wurde unter diesem Namen die Versorgung der Brückenköpfe mit Nachschub organisiert.

Die Operation wurde in viele weitere kleine Operationen aufgeteilt, um die deutsche Abwehr zu verwirren. Aus dem gleichen Grund wurden auch viele Phantomverbände aufgestellt, die nie wirklich existierten. Einen Überblick über die ausgeführten Teiloperationen (ohne Übungsoperationen) gibt die Tabelle bei Übersicht über die Operationen.


Karte der Normandie mit der Operation Neptune

Hintergrund

Der Zweite Weltkrieg begann in Europa durch die deutsche Invasion in Polen am 1. September 1939. Die so genannten Achsenmächte (Deutsches Reich, Italien und Japan) führten Eroberungsfeldzüge gegen viele Staaten; ihre militärischen Hauptgegner waren anfangs Frankreich, Großbritannien und die Republik China sowie nach dem Bruch des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes die Sowjetunion, dann nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 auch die USA. Die Kriegsschauplätze befanden sich in Asien, dem Pazifik, in Europa und in Nordafrika.

Um die Rote Armee zu entlasten, hatte Stalin die Westalliierten zur Eröffnung einer zweiten Front gedrängt, zumal die bereits 1943 erfolgte Landung der Briten und Amerikaner in Italien nicht den gewünschten schnellen Erfolg brachte (→ Operation Husky). Auf der Konferenz von Teheran im November 1943 einigten sich Roosevelt, Stalin und Churchill auf eine über den Ärmelkanal vorgetragene Landeoperation im Norden Frankreichs.

Diese Operation fand in der Normandie statt. Mit der Operation Neptune wurde die Invasion an den Stränden erleichtert. Die deutschen Einheiten sollten verunsichert und aufgerieben werden. Des Weiteren konnten die alliierten Truppen, die im Verlauf der Operation Neptune landeten, in der Normandie Fuß fassen und Brückenköpfe bilden, die dann von den nachrückenden Truppen ausgebaut wurden.
Untergeordnete Operationen
Trainingsoperationen

Der frühe japanische Erfolg der amphibischen Landeoperationen auf den Philippinen, Neubritannien, den Aleuten, auf der malaiischen Halbinsel und Ost-Indien zeigte der amerikanischen und britischen Führung die Zweckmäßigkeit solcher Operationen auf. Ab 1942 wurde verstärkt auch über die Landungen an der afrikanischen Nordküste sowie der europäischen Südküste am Mittelmeer und der europäischen Nord- bzw. Nordwestküste am Ärmelkanal nachgedacht. Mit der Landung auf Guadalcanal im Pazifik am 7. August 1942 waren die Amerikaner die ersten der Alliierten, die eine amphibische Operation durchführten. Kurz darauf stürmten am 19. August britische, amerikanische, kanadische und französische Einheiten bei Dieppe an der französischen Nordküste während der Operation Jubilee an Land und zerstörten unter sehr hohen eigenen Verlusten die deutsche Küstenbatterie bei Varengeville-sur-Mer. Aus beiden Unternehmungen ergaben sich viele hilfreiche Erkenntnisse für die später durchzuführenden Landungen in Afrika und Europa.

Die erste amerikanische Einheit, die Seelandungen übte, war die 1. US-Infanteriedivision, die im Winter 1940/41 aufgestellt worden war. Sie trainierte mehrere Monate an den Stränden in der Buzzard’s Bay, Massachusetts, am Onslow Beach, New River, North Carolina und anderen Stränden. Das letzte Training fand am Virginia Beach im Januar 1942 statt. Danach fuhr die Division nach Großbritannien. Von einer amphibischen Division konnte zu dieser Zeit aber noch keine Rede sein.

Im Camp Edwards wurde am 15. Juni 1942 unter dem Kommando von Colonel Henry C. Wolf die Erste Amphibische Brigade und das 531. Pionier-Küstenregiment gegründet, die als erste speziell dazu ausgebildet wurden, einen Brückenkopf zu bilden, auszubauen und zu halten. Die Kommandogrenzen der Einheiten konnten noch nicht klar abgesteckt werden, da die Kompetenzen zwischen Armee und Marine noch nicht verteilt waren. Aus diesem Grund konnten die Soldaten vor ihrer Abfahrt nach Großbritannien am 5. August 1942 kaum an Übungen teilnehmen.

Nach der Bildung einer amerikanischen Sektion im Combined Operations Headquarters unter Brigadegeneral Lucian K. Truscott am 20. April 1942 fanden die ersten gemeinsamen Übungen statt. Aus dieser Zusammenarbeit ging auch die Aufstellung der United States Army Rangers hervor.
Übungen/Manöver (Exercise) ATLANTIC, PUNCH und BUMPER

Vom 1. bis zum 8. Juli 1942 dauerte das erste gemeinsame Landungsmanöver ATLANTIC, das in Nordirland zwischen Belfast und Lough Meagh stattfand. Dabei sollte im Wesentlichen die gemeinsame Kommunikation und die Kooperation zwischen den einzelnen Truppenteilen getestet werden.

Ein ähnlich angelegtes Manöver, das im selben Gebiet abgehalten wurde, fand vom 21. bis zum 29. September 1942 unter dem Kodenamen PUNCH statt.

Die Briten führten auch eigene Übungen ohne alliierte Beteiligung durch, so beispielsweise die Übung BUMPER vom 27. September bis zum 3. Oktober 1942 in der Salisbury-Ebene. Es wurde von einem amerikanischen Militärattaché beobachtet, der anschließend feststellte, dass die Briten bei weitem noch nicht reif für eine groß angelegte Landungsaktion wären. Andere britische Manöver nannten sich ADDER, AERIAL, BULL, CUCKOO, CURLEN, LIGHTNING, LONGHOP, MANCHESTER, MARS und TYNE.
Landungsmanöver (Exercise) DUCK

Das erste großangelegte Manöver für die Operation Neptune bekam den Codenamen DUCK I. Es fand im frühen Januar 1944 statt. Von diesem Zeitpunkt an wurden kontinuierlich weitere Manöver durchgeführt, die in möglichst realistischer Truppenaufstellung hinsichtlich der Operation Overlord stattfanden. DUCK I wurde im Sommer 1943 vorgeschlagen und ab November ausgearbeitet. Zu Beginn sollte es eine Nachschubübung werden, wurde aber dann zu einer Komplettübung für eine bevorstehende Invasion ausgeweitet.

Das Landungsmanöver fand in Slapton Sands, acht Kilometer südlich von Dartmouth in Devonshire statt. Die Gegend war relativ dünn besiedelt und die Küste der in der Normandie, besonders um Omaha Beach, sehr ähnlich.

DUCK II und DUCK III waren die logischen Folgemanöver, die Kritikpunkte an DUCK I aufgreifen und nach neuer Planung ausräumen sollten. DUCK II fand am 7. Februar und DUCK III vom 29. Februar bis zum 1. März 1944 statt.

Alle drei Manöver waren aber noch nicht nach dem Neptune-Muster ausgerichtet, da dieses noch nicht feststand. So waren die einzelnen Truppenteile nicht die, die später die Neptune-Aufgaben übernehmen sollten.
Manöver (Exercise) FOX

FOX war das größte Manöver, das in der ersten Märzhälfte 1944 vor den eigentlichen Generalproben FABIUS I und TIGER stattfand. Die Planung dazu lief parallel zur Ausarbeitung des konkreten Plans zur Operation Neptune, der am 15. Februar endgültig bekanntgegeben wurde. Aus diesem Grund hinkte die Planung für FOX etwas hinter den eigentlichen Landungsplänen her, so dass dieses Manöver mehr eine Art Training als ein eigentlicher Test für eine amphibische Landung war. Die Unterschiede zur Operation Neptune sollten daher in den folgenden FABIUS-Manövern angeglichen werden.

Schließlich fand FOX vom 9. bis zum 10. März in Slapton Sands statt. Die Landung verlief befriedigend und wurde von einem Küstenbeschuss mit echter Munition begleitet. Ein Kritikpunkt setzte bei der hastigen Planung und der damit verbundenen schlechten Koordination beim Aufbau des Brückenkopfes an. Die Zeitplanung geriet etwas durcheinander, und die Etablierung von Camps verlief nicht schnell genug.

Weitere kleinere Manöver, die im März und April stattfanden und nur einzelne Einheiten umfassten, waren MUSKRAT I und II, OTTER I und II, MINK I und II sowie BEAVER.

Luftlandeübungen für die 82. US-Luftlandedivision waren die CURVEBALL-Manöver Ende April und Anfang Mai 1944. Die 101. US-Luftlandedivision führte selbst kleinere Übungen durch, und am 11. Mai 1944 fand das Übungsmanöver EAGLE zusammen mit der 82. bei Hungerford-Newbury statt.

Außerdem gab es kleinere, von kanadischen, französischen, polnischen und anderen an der Operation Overlord beteiligten Einheiten ausgeführte Manöver.
Manöver (Exercise) TIGER

Die erste große Generalprobe für die Landungen in der Normandie war die Übung TIGER, bei dem alle Truppen nach dem Plan für die Operation Neptune aufgestellt waren. Dabei sollten zwei Brückenköpfe etabliert werden. Die Erwartungen liefen auf einen Zusammenschluss beider Brückenköpfe nach zwei bis drei Tagen hinaus.

Alle britischen, kanadischen und US-amerikanischen Einheiten für das Caen-Isigny-Gebiet sollten an den FABIUS-Manövern teilnehmen, die Einheiten für Utah-Beach an der TIGER-Übung, die vom 22. bis zum 30. April in Slapton Sands unter der Führung des VII. Korps stattfand.

Der Plan für Utah-Beach beinhaltete spezielle Luftlandeoperationen, die von der 82. und 101. US-Luftlandedivision ausgeführt werden sollten. Da entsprechende Übungen bei Slapton Sands nicht durchgeführt werden konnten, wurden die Einheiten mit Lastkraftwagen zum simulierten Landegebiet gefahren. Insgesamt nahmen mit den Seelandetruppen zusammen 25.000 Soldaten und 2.750 Fahrzeuge am Landungsmanöver TIGER teil.

TIGER dauerte insgesamt neun Tage, vom Beginn der Beladung der Schiffe am 22. April bis zum Manöverende. D-Day war für den 28. April vorgesehen. Es gab erhebliche Verzögerungen bei der Planumsetzung, daher wurde viel improvisiert. Die Ladetabellen für die Schiffe mussten während des Manövers neu geschrieben werden, so dass etliche Schiffe zu spät ausliefen und mit weiterer Verspätung am Einsatzort eintrafen, was zu Staus und Konfusionen führte.

Die eigentliche Landungsübung verlief bei gutem Wetter aber nach Plan. Die Angriffstruppen gingen nach einem vorausgegangenen Küstenbombardement an Land und rückten gegen eine simulierte deutsche Verteidigung schnell ins Landesinnere vor. Dort trafen sie auf die Einheiten der 101. US-Luftlandedivision, die sie erwarteten. Wie in vorausgegangenen Manövern war der größte Kritikpunkt der, dass die meisten Soldaten oft vergaßen, in Deckung zu gehen.

Zur gleichen Zeit übten Pioniere nach der Landung das Räumen von Minenfeldern, das Freisprengen von Ausgängen an den Stränden, das Anlegen von Straßenbefestigungen und Nachschubdepots. Die Entladeaktivitäten von mehr als 2.200 Tonnen Material begannen noch am D-Day und dauerten zwei Tage. Dazu wurde die jeweilige Flut abgewartet.
Die deutsche Schnellboot-Attacke

Während der Aufbauphase des TIGER-Übungsmanövers wurden acht amerikanische Panzerlandungsschiffe (Landing Ship Tank, LST) von deutschen Schnellbooten angegriffen, die zwei LSTs mit Torpedos versenken konnten. Die Zahl der dadurch verursachten Opfer war höher als die der später auf Utah Beach Gefallenen. Aufzeichnungen der US-Armee berichten von folgendem Vorfall:

In der Nacht vom 27. auf den 28. April fuhren acht amerikanische LSTs im Konvoi T4 mit etwa fünf Knoten Geschwindigkeit vor der Isle of Portland. Die Schiffe sollten an der Aufbauphase der TIGER-Übung teilnehmen und waren von ihren Auslaufhäfen Plymouth und Dartmouth östlich gelaufen. Nach einer anschließenden Wende fuhren sie nun westlich in Richtung Bruxham.

Die Einheiten waren mit Soldaten der 1. Spezialpionierbrigade (1. Engineer Special Brigade) der 4. Division des VII. Korps beladen. Vermutlich begleitete eine Korvette den Konvoi, doch wird das Schiff nicht in den Untersuchungspapieren des Vorfalls erwähnt.

Es war eine klare Nacht ohne Mondschein. Mindestens eines der LSTs war mit einer Radaranlage ausgestattet und meldete zwei anlaufende unbekannte Schiffe. Tragischerweise wurden diese für eigene, zum Konvoi gehörende Einheiten gehalten.

Die für den Angriff angegebene Zeit variiert zwischen 1:30 Uhr und 2:04 Uhr am Morgen des 28. April. Es wird vermutet, dass die Angreifer von Cherbourg ausgelaufene deutsche Schnellboote waren. Sie konnten aber nicht positiv identifiziert werden.

LST 507 wurde als erstes Schiff von mehreren Torpedos getroffen, die aber allesamt Blindgänger waren. Ein weiterer Treffer setzte jedoch etwa fünf Minuten später das Landungsboot in Brand. Das feindliche Boot bestrich das Deck mit Geschützfeuer, so dass sich die Soldaten mit einem Sprung über Bord zu retten versuchten. LST 507 begann daraufhin zu sinken.

Etwa zur gleichen Zeit wurde auch LST 531 getroffen und brannte ebenfalls. Einige Männer sahen fallende Leuchtbomben, konnten aber keine feindlichen Flugzeuge ausmachen. Auch das Feuer von Flak war zu hören, es wurde jedoch kein Schiff von Bomben getroffen. LST 511 wurde zweimal von Torpedos getroffen, die aber nicht explodierten. Gegen 2:10 Uhr zerstörte ein weiterer Torpedotreffer die Mannschaftsquartiere, das Ruder und die Heckgeschütze von LST 289.

Ein kommandierender Offizier schlug vor, die Rampen herunterzulassen und die Soldaten in den Schwimmfahrzeugen von Bord zu bringen. Doch als das eindringende Wasser unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde der Plan wieder fallengelassen. Um das Boot wieder auszurichten, wurden LCVPs zu Wasser gelassen, so konnte die LST 289 Dartmouth gegen 14:30 Uhr mit eigener Kraft erreichen.

Andere LSTs gingen auf volle Fahrt und entkamen so einem weiteren Angriff. Nur LST 515 kehrte nach Armeeberichten um und nahm einige Überlebende auf. LST 507 und 531 brannten weiter und sanken. Die Maschinengewehre an Deck waren nicht bemannt gewesen, und so konnten nur einige Schüsse abgegeben werden. Um 4:00 Uhr erreichte ein britischer Zerstörer das Gebiet, nahm Überlebende aus dem Wasser auf und versenkte LST 507, von dem nur noch der Bug aus dem Wasser ragte.

Die meisten Opfer gab es auf LST 531. Es überlebten nur 290 von insgesamt 744 Soldaten und 282 Seeleuten. An Bord von LST 507 gab es 13 Tote und 22 Verwundete. Die 1. Brigade verlor 413 Soldaten und hatte 16 Verwundete. Die 3206. Quartiermeister-Brigade war förmlich ausgelöscht worden. Von den 251 Offizieren und Soldaten waren 201 getötet oder verwundet. Weitere Kompanien beklagten 69 Tote. Eine vollständige Opferliste gibt es nicht, aber die Aufzeichnungen berichten von mindestens 749 Toten und mehr als 300 teils schwer verwundeten Männern. Von deutschen Opfern des Angriffs ist nichts bekannt.
Landungsmanöver (Exercise) FABIUS

Direkt nach der TIGER-Übung folgten die sechs FABIUS-Manöver, die zusammen das größte amphibische Landemanöver in der Geschichte darstellten. Bei TIGER nahmen nur die Landekräfte für den Utah-Strand teil; bei FABIUS waren alle Invasionseinheiten in einem kompletten Manöver vereint.

FABIUS I war die Generalprobe für die Angriffseinheit „O“, der 1. und 29. US-Infanteriedivision, der provisorischen Pionierbrigadegruppe und deren angeschlossenen Einheiten, die unter dem Kommando des V. Korps am Omaha-Beach an Land gehen sollten. Die Zusammenstellung fand im Gebiet D statt, die Ausschiffung in Portland-Weymouth und die Landung an Slapton Sands.
FABIUS II war die Generalprobe für die Angriffseinheit „G“, der 50. Britischen Infanteriedivision und deren angeschlossenen Einheiten, die am Gold-Strand an Land gehen sollten. Die Zusammenstellung fand in den Gebieten B und C statt, die Ausschiffung in Southampton und Lymington und die Landung an Hayling Island.
FABIUS III war die Generalprobe für die Angriffseinheit „J“, der kanadischen 3. Infanteriedivision und deren angeschlossenen Einheiten, die am Juno-Strand an Land gehen sollten. Die Zusammenstellung fand in den Gebieten A und C statt, die Ausschiffung in Southampton und Grosport und die Landung in der Bracklesham Bay.
FABIUS IV war die Generalprobe für die Angriffseinheit „S“, der 3. Britischen Infanteriedivision und deren angeschlossenen Einheiten, die am Sword-Strand an Land gehen sollten. Die Zusammenstellung fand im Gebiet A und dem südostbritischen Kommandobereich statt, die Ausschiffung in Frosport und Portsmouth und die Landung bei Littlehampton.
FABIUS V war eine Sammelübung für die Zusammenstellung der britischen Einheiten für Gold, Juno und Sword. Teile der Flotte liefen aus der Themsemündung und ostbritischen Häfen aus.
FABIUS VI war eine Sammelübung für die Zusammenstellung der Angriffseinheit „B“, zu der US-amerikanische und britische Einheiten gehörten, die von Portland, Weymouth und Southampton ausliefen.


Die FABIUS-Manöver I bis IV wurden gleichzeitig unter der Leitung der 21. Armee-Gruppe ausgeführt. Sie begannen am 23. April und endeten am 7. Mai. In der Zeit zwischen dem 23. und 26. April fanden die Beobachter noch Fehler und Mängel, die in einer Zwischenbesprechung diskutiert wurden. Als Tag der Landung (D-Day) war der 2. Mai vorgesehen, der jedoch schon kurz nach Beginn der Truppenzusammenstellung verschoben wurde. FABIUS V und VI waren für den 4. bis 6. Mai vorgesehen, endeten aber durch die Verlegung der anderen Übungen nicht vor dem 7. Mai.

Die Koordination zwischen den einzelnen Übungen verlief auf einem hohen Niveau. Die teilnehmenden Truppen kehrten anschließend nicht wieder zu ihren Heimatstandorten zurück, sondern sammelten sich wieder in ihren Bereitstellungsräumen, da das vorgesehene Datum für die tatsächliche Invasion nur noch einen Monat entfernt lag. Daher gab es auch kaum noch Zeit, um gravierende Fehler auszumerzen. Die FABIUS-Manöver waren daher auf die Vermittlung von Erfahrungswerten für die Truppen in ihren speziellen Aufgabenbereichen ausgelegt. Es wurde jede mögliche Anstrengung unternommen, um die zu erwartenden Bedingungen an den Stränden der Normandie nachzuahmen. Auch die erwarteten Einschränkungen bei der Ausrüstung und anderen Gerätschaften sollten der Ausführung der Operation Neptune sehr nahekommen.

Der taktische Plan folgte der auszuführenden Operation Neptune sehr genau. Nach einem Luft- und Seebombardement, die aber beide nur simuliert wurden, gingen die Landungstruppen an die Strände. Die mitfahrenden Schwimmpanzer konnten ausnahmslos das Festland erreichen. Pioniere beseitigten die Unterwasserhindernisse und danach auch die Hindernisse an den Stränden. Nach einiger Zeit gelang es, Strandausgänge ins Hinterland zu öffnen. Spezielle Einsatzkommandos zerstörten feindliche Artilleriestellungen, während an den Stränden die nächsten Wellen anlandeten.

FABIUS wurde kurz nach den Landungen für 24 Stunden unterbrochen, da sich das Wetter drastisch verschlechterte. Mit den nächsten Fluten landeten dann weitere LCTs, die Nachschub an die Strände brachten. Auch die Rückkehr der Einheiten zu ihren Aufstellungsräumen nach der Übung gehörte streng genommen zur Operation Neptune. Nun mussten sich die Truppen wieder sammeln und auf die tatsächliche Invasion warten.

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