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Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V.

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Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V.

Beitrag  checker am Do Sep 17, 2015 9:49 am

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie e.V. (DGPs) ist „eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Psychologen und Psychologinnen“. Sitz der DGPs ist Göttingen, die Geschäftsstelle befindet sich in Münster.


Ziele und Mitgliedschaft

Die DGPs, die sich als wissenschaftliche Fachgesellschaft versteht, bildet zusammen mit dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) die Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen als Vertretung für alle Fragen, die Wissenschaft und berufliche Praxis gleichermaßen betreffen.

Das offizielle Organ der DGPs ist die Psychologische Rundschau. Diese Fachzeitschrift erscheint seit 1949 vierteljährlich im Hogrefe-Verlag (Göttingen).

Ziel ist die Förderung und Verbreitung der wissenschaftlichen Psychologie. Sie hat derzeit über 3000 Mitglieder. Ordentliches Mitglied kann werden, wer promoviert hat und darüber hinaus eine wissenschaftliche Arbeit vorgelegt hat. Bevor diese Bedingungen erfüllt sind, kann man assoziiertes Mitglied werden, wenn man wissenschaftlich tätig ist. Studierende in Master of Science-Studiengängen der Psychologie oder äquivalenten Studiengängen können studentische Mitglieder werden. Eine Aufnahme als studentisches, assoziiertes oder als ordentliches Mitglied erfordert eine Empfehlung von zwei Mitgliedern der DGPs und die Zustimmung des Vorstandes. Ein Ehrengericht ist das Disziplinorgan der DGPs.

Es existieren folgende DGPs-Kommissionen:

Ethik-Kommission
Kommission Psychologie Lehramtsstudiengängen
Kommission zur Prüfung der Anträge auf Akkreditierung von Weiterbildungsstudiengängen in Psychologischer Psychotherapie
Kommission Psychologie und Psychotherapieausbildung
Kommission Fachsystematik der deutschen Psychologie: Historische Entwicklungen und Perspektiven

Daneben gibt es folgende Föderative Kommissionen (DGPs und Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen):

Fachgremium Rechtspsychologie
Föderative Richtlinienkommission Ethik
Diagnostik- und Testkuratorium (DTK)
Nationale Anerkennungskommission EuroPsy (NAK)

Weitere Kommissionen außerhalb der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen sind

der Gesprächskreis der Psychotherapeutenverbände (GK-II)
die Gemeinsame Kommission Klinische Neuropsychologie
die Jury zur Vergabe des „Deutschen Psychologiepreises“

Als Arbeitsgemeinschaft sind die DGPs-Beauftragten für den wissenschaftlichen Nachwuchs organisiert (Jungmitglieder)

Die DGPs wird von einem sechsköpfigen Vorstand präsidiert. Die DGPs hat eine Geschäftsstelle in Münster und ein Büro in Berlin (wissenschaftliche Referentin, Pressereferentin).

Die DGPs ehrt aller zwei Jahre das wissenschaftliche Lebenswerk und verleiht die Wilhelm- Wundt-Medaille, den Charlotte- und Karl-Bühler-Preis, den Heinz-Heckhausen-Jungwissenschaftlerpreis, den Preis für Wissenschaftspublizistik sowie den Franz-Emanuel-Weinert-Preises. Langjährig verdienten Mitgliedern kann die Ehrenmitgliedschaft verliehen werden.[1]
Geschichte

Die DGPs geht zurück auf die am 20. April 1904 in Gießen gegründete „Gesellschaft für experimentelle Psychologie“ Initiator war Georg Elias Müller (1850–1934), der mit seinen Kollegen Ebbinghaus, Külpe, Meumann, Schumann und Sommer ein Initiativ-Komitee bildete und zum Kongress nach Gießen einlud (der Veranstalter des ersten Kongresses war Sommer). Dort wurde von den Teilnehmern die Gesellschaft dann gegründet, Müller wurde der erste Präsident.

Experimental psychology existiert im angelsächsischen Raum heute noch als eigenständige Forschungsrichtung der Allgemeinen Psychologie. Der Name der Gesellschaft wurde 1929 in die heutige Bezeichnung umgewandelt. Mit der heute noch regelmäßig stattfindenden Tagung der Experimentell Arbeitenden Psychologen (TEAP) wird die experimentelle Tradition fortgesetzt.

1945 wurde die DGPs durch das Besatzungsrecht automatisch aufgelöst. Die Neugründung 1947 durch Gustav Johannes von Allesch galt zunächst für die britische Besatzungszone. In der amerikanischen Besatzungszone wurde die Gesellschaft 1948 in Würzburg neu gegründet. Erster Vorsitzender dort war Gustav Kafka. Beide Teile der Gesellschaft wurden am 2. Oktober 1948 vereinigt und erweiterten ihren Geltungsbereich "zonenungebunden" auf ganz Deutschland. Allesch wurde Vorsitzender, Kafka folgte ihm 1951 nach.

Bis 1961 waren auch Wissenschaftler aus der DDR Mitglieder der DGPs und besuchten deren Kongresse. Nach dem Mauerbau wurde am 13. Oktober 1962 die Gesellschaft für Psychologie der DDR gegründet. Erster Vorsitzender war Werner Straub aus Dresden bis 1968. Ihm folgten Friedhart Klix bis 1975 und Adolf Kossakowski. Sie führte bis zur Auflösung am 3. November 1990 sieben Kongresse durch und war zugleich Berufsverband und Wissenschaftsgesellschaft. Höhepunkt war die Ausrichtung des XXII. Internationalen Kongresses für Psychologie 1980 in Leipzig. Die Psychologen der DDR wurden ab 1962 genötigt, aus der DGPs auszutreten - einige führten die Mitgliedschaft offiziell oder inoffiziell fort. Die DGPs erlaubte diesem Personenkreis eine beitragsfreie Fortführung der Mitgliedschaft. Diese nie abgebrochene Verbindung war auch eine Ursache, dass die wissenschaftliche Ausrichtung der Psychologie in der DDR international blieb.[2][3]

Mindestens bis zur deutschen Wiedervereinigung verstand sich die DGPs als deutschsprachige Fachgesellschaft. So fanden Kongresse auch in Salzburg, Wien und Zürich statt, auch Schweizer und österreichische Fachkollegen waren Vorstandsmitglieder. Danach gerieten vor allem die psychologiespezifischen Probleme Deutschlands stärker in den Mittelpunkt der Arbeit. Eigenständige nationale Interessenvertretungen waren in Österreich und der Schweiz auch für wichtige politischen Fragen (Vertretung der "nationalen" Psychologie im Rahmen der Psychologie- bzw. Psychotherapiegesetzgebung) notwendig. Nicht zuletzt deshalb hat sich in Österreich 1993 die Österreichische Gesellschaft für Psychologie (ÖGP) neu gegründet. In der Schweiz gibt es die Schweizerische Gesellschaft für Psychologie (SGP) schon seit 1943. Nach wie vor sind Doppelmitgliedschaften in der DGPs und SGP bzw. ÖGP verbreitet.
Fachgruppen der DGPs

Die verschiedenen Teildisziplinen der Psychologie sind in Fachgruppen organisiert. Fachgruppen haben aus ihren Reihen Expertinnen und Experten benannt, die Auskunft zu speziellen Themen geben können.

Allgemeine Psychologie
Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Denken, Sprache, Lernen, Gedächtnis, Motivation und Emotion
Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie
Wechselbeziehungen zwischen Arbeits- und Organisationsbedingungen und menschlichem Erleben und Verhalten
Biologische Psychologie und Neuropsychologie
Anatomische und physiologische Grundlagen menschlichen Verhaltens und Erlebens sowie physiologische Effekte psychologischer Prozesse; Neuronale Bedingungen psychologischer Prozesse
Differentielle Psychologie, Persönlichkeitspsychologie und psychologische Diagnostik
Individuelle Besonderheiten und interindividuelle Unterschiede - Anwendung psychologischen Wissens auf den Einzelfall, Beschreibung, Erklärung und Prognose von Verhalten
Entwicklungspsychologie
Veränderungsprozesse über die Lebensspanne inklusive Gerontopsychologie - Besonderheiten psychischer Funktionen im höheren Alter
Geschichte der Psychologie
Historische Entwicklung der Psychologie als eigenständige Wissenschaft
Gesundheitspsychologie
Personale, soziale und strukturelle Einflussfaktoren für die körperliche und seelische Gesundheit
Klinische Psychologie und Psychotherapie
Bedingungen von Krankheit und Gesundheit sowie Entwicklung von verhaltens- und erlebensverändernden Interventionen inklusive Rehabilitationspsychologie: Anwendung psychologischer Kenntnisse in der Rehabilitation
Medienpsychologie
Menschliches Erleben und Verhalten im Zusammenhang mit der Nutzung von Medien
Methoden & Evaluation
Verfahren der Datenerhebung und der Datenauswertung, Untersuchungsplanung und Wissenschaftstheorie; Untersuchungspläne und Verfahren zur Überprüfung von Interventionen im Hinblick auf zu definierende Standards und Kriterien
Pädagogische Psychologie
Pädagogisch beeinflussbare Kompetenzen, Fertigkeiten, Überzeugungssysteme und Werthaltungen
Rechtspsychologie
Anwendung psychologischer Theorien, Methoden und Erkenntnisse auf Fragestellungen, die sich aus der Gestaltung und Anwendung des Rechts ergeben
Sozialpsychologie
Beeinflussung von Verhalten, Erleben und Urteilen durch den sozialen Kontext
Umweltpsychologie
Einstellungen zur Umwelt und Umweltbewusstsein, umweltbezogenes Verhalten und Gestaltung eines ökologisch gesunden Lebensumfeldes
Verkehrspsychologie
Wechselbeziehungen zwischen menschlichem Erleben und Verhalten und technischen Verkehrssystemen sowie dem Verkehrsumfeld

Vorsitzende (ab 1974 Präsidenten)

Sowohl der Gesellschaft für Experimentelle Psychologie als auch der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Neuwahlen finden gegenwärtig mit den aller 2 Jahre abgehaltenen Kongressen statt (s.u.):

1904–1927 Georg Elias Müller, Göttingen
1927–1928 Karl Marbe, Würzburg
1928–1931 Karl Bühler, Wien
1932–1933 William Stern, Hamburg
1934–1936 Felix Krueger, Leipzig
1937–1939 Erich Rudolf Jaensch, Marburg
1940–1945 Oswald Kroh, Berlin (1945 Auflösung)
1947–1949 Gustav Johannes von Allesch, Göttingen (Wiederbegründung für britische Besatzungszone)
1948–1949 Gustav Kafka, Würzburg (Wiederbegründung für amerikanische Besatzungszone)
1949–1951 Gustav Johannes von Allesch, Göttingen (2. Oktober 1949 Vereinigung und "zonenungebundene" Erweiterung)
1951–1953 Gustav Kafka, Würzburg
1954–1955 Philipp Lersch, München
1955–1959 Friedrich Sander, Bonn
1960 Hubert Rohracher, Wien
1961–1964 Wolfgang Metzger, Münster
1964–1966 Wilhelm Karl Arnold, Würzburg
1966–1968 Rudolf Bergius, Tübingen
1968–1970 Carl Friedrich Graumann, Heidelberg
1970–1972 Theo Herrmann, Mannheim
1972–1974 Kurt Pawlik, Hamburg
1974–1976 Hubert Feger, Aachen
1976–1978 Martin Irle, Mannheim
1978–1980 Erwin Roth, Salzburg
1980–1982 Heinz Heckhausen, München
1982–1984 Hans-Joachim Kornadt, Saarbrücken
1984–1986 Franz Emanuel Weinert, München
1986–1988 Klaus Foppa, Bern
1988–1990 Gerd Lüer, Göttingen
1990–1992 Jürgen Bredenkamp, Bonn
1992–1994 Urs Baumann, Salzburg
1994–1996 Hans Spada, Freiburg
1996–1998 Manfred Amelang, Heidelberg
1998–2000 Rainer Kluwe, Hamburg
2000–2002 Rainer K. Silbereisen, Jena
2002–2004 Wolfgang Schneider, Würzburg
2004–2006 Hannelore Weber, Greifswald
2006–2008 Marcus Hasselhorn, Göttingen
2008–2010 Ursula Staudinger, Bremen
2010–2012 Peter A. Frensch, Berlin
2012–2014 Jürgen Margraf, Bochum
2014–heute Andrea Abele-Brehm, Erlangen

Wissenschaftliche Kongresse und Veranstalter

In der Regel werden alle zwei Jahre wissenschaftliche Kongresse durchgeführt.
Gesellschaft für Experimentelle Psychologie (Vorläufergesellschaft)

1904 01. Gießen – Robert Sommer
1906 02. Würzburg – Oswald Külpe
1908 03. Frankfurt – Karl Marbe
1910 04. Innsbruck – F. Hillbrand
1912 05. Berlin – Carl Stumpf
1914 06. Göttingen – Georg Elias Müller
1921 07. Marburg – E. R. Jaensch
1923 08. Leipzig – Felix Krueger
1925 09. München – E. Becher
1927 10. Bonn – Gustav Störring
1929 11. Wien – Karl Bühler

Deutsche Gesellschaft für Psychologie

1931 12. Hamburg – William Stern
1933 13. Leipzig – Felix Krueger
1934 14. Tübingen – Oswald Kroh
1936 15. Jena – Friedrich Sander
1938 16. Bayreuth – D. Kolb
1948 17. Göttingen – Johannes G. von Allesch
1951 18. Marburg – Heinrich Düker
1953 19. Köln – Udo Undeutsch
1955 20. Berlin – Oswald Kroh
1957 21. Bonn – Friedrich Sander
1959 22. Heidelberg – Johannes Rudert
1962 23. Würzburg – Wilhelm Karl Arnold
1964 24. Wien – Hubert Rohracher
1966 25. Münster – Wilhelm Witte
1968 26. Tübingen – Reinhold Bergius
1970 27. Kiel – Hermann Wegener
1972 28. Saarbrücken – Peter Orlik
1974 29. Salzburg – Erwin Roth
1976 30. Regensburg – Adolf Vukovich
1978 31. Mannheim – Lothar Michel
1980 32. Zürich – Norbert Bischof
1982 33. Mainz – Otto Ewert
1984 34. Wien – Brigitte Rollett
1986 35. Heidelberg – Manfred Amelang
1988 36. Berlin – Klaus Eyferth
1990 37. Kiel – Dieter Frey
1992 38. Trier –Leo Montada
1994 39. Hamburg – Kurt Pawlik
1996 40. München – Heinz Mandl
1998 41. Dresden – Winfried Hacker
2000 42. Jena – Rainer K. Silbereisen
2002 43. Berlin – Elke van der Meer
2004 44. Göttingen – Thomas Rammsayer
2006 45. Nürnberg – Friedrich Lösel
2008 46. Berlin – Peter A. Frensch (in Verbindung mit dem 29. Weltkongress der International Union of Psychological Science)
2010 47. Bremen – Franz Petermann
2012 48. Bielefeld - Rainer Riemann
2014 49. Bochum - Onur Güntürkün
2016 50. Jubiläumskongress, Leipzig - Immo Fritsche

Auszeichnungen

Ehrung für das Wissenschaftliche Lebenswerk
Wilhelm-Wundt-Medaille
Charlotte- und Karl-Bühler-Preis
Heinz-Heckhausen-Jungwissenschaftlerpreis
Preis für Wissenschaftspublizistik
Förderpreis Psychologie
Franz-Emanuel-Weinert-Preis

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