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    Der Nomos Verlag

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    Der Nomos Verlag

    Beitrag  Andy am Do Sep 17, 2015 7:50 pm

    Der Nomos Verlag besteht unter diesem Namen seit 1964. Mit jährlich mehr als 850 Neuerscheinungen und Neuauflagen sowie über 50 Fachzeitschriften gehört der Verlag zu den größten Wissenschaftsverlagen in den Rechts-, Sozial- und Geisteswissenschaften im deutschen Sprachraum. Fast das gesamte Verlagsprogramm ist auch elektronisch verfügbar. Seit 2002 ist der Nomos Verlag Teil der Beck-Gruppe[1], in der Programmentwicklung jedoch von den anderen Verlagen der Gruppe unabhängig. Es bestehen enge Kooperationsbeziehungen zu Partnerverlagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Großbritannien und anderen Ländern. 2009 wurde der Verlag Reinhard Fischer übernommen. Seit 2015 gehört die Edition Sigma zum Nomos Verlag.[2]; [3]



    Die Entwicklung des Verlags
    Vorgeschichte

    Der Nomos Verlag ist aus dem seit 1953 in Baden-Baden ansässigen August Lutzeyer Verlag hervorgegangen.[5] Dieser hatte sich in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als juristischer Fachverlag mit dem besonderen Schwerpunkt der Textausgaben in Loseblattform etabliert. Zentrale Bedeutung kam dabei der Sammlung „Das deutsche Bundesrecht“ zu. Seit Verabschiedung der Römischen Verträge im Jahr 1957 wurden auch die europäischen Rechtsvorschriften dokumentiert.

    1963 wurde der August Lutzeyer Verlag von den Gesellschaftern des Suhrkamp Verlages Siegfried Unseld und den Schweizer Brüdern Reinhardt gekauft. Diese waren nach der kurz zuvor erfolgten Übernahme des Insel Verlages durch Suhrkamp an der zum Verlag gehörenden, auf den Dünndruck auch kleiner Auflagen spezialisierten Druckerei interessiert, sahen den Wissenschaftsverlag aber auch als Kapitalanlage.
    Nomos als Teil von Suhrkamp

    Etwa ein Jahr nach der Übernahme erfolgte die Umbenennung in Nomos Verlag.[6] Der Verlagsname leitet sich vom altgriechischen Begriff für „Gesetz“ (νόμος) ab. In der Loseblattsammlung „Das deutsche Bundesrecht“ und anderen Textsammlungen wie dem „Handbuch des Europäischen Rechts“[7] fanden sich jedoch von Anfang an auch zahlreiche Erläuterungen, aus denen der Verlag allmählich ein Programm von Kommentaren und Handbüchern aufbaute. Zugleich entwickelte sich ein Wissenschaftsprogramm aus Dissertationen, Habilitationen und anderen Monographien sowie Sammelbänden. Besondere Themenschwerpunkte lagen zunächst im Öffentlichen Recht und dem Europa- und Völkerrecht auf der einen Seite sowie der Regierungslehre, der Europapolitik und den Internationalen Beziehungen auf der anderen Seite. Nach und nach kamen weitere Fachgebiete hinzu.
    Die Übernahme durch C.H.Beck

    Ende der 1990er Jahre entschlossen sich die damaligen Gesellschafter (wohl auch angesichts einer Reform des Erbschaftsteuerrechts), den Nomos Verlag zu veräußern.[8]; [9] 1998 wurde Nomos zunächst an den (wissenschaftlichen) Springer Verlag verkauft. Kurz darauf wurde Springer seinerseits von Bertelsmann übernommen, und Bertelsmann veräußerte Nomos umgehend an die Gesellschafter des Münchener C.H.Beck Verlages, Hans-Dieter und Wolfgang Beck. Diese sind bis heute Eigentümer des Verlages und der Druckerei. Geschäftsführer von Nomos sind Alfred Hoffmann[10] und Wolfgang Bonin.
    Programmschwerpunkte

    Nomos ist einer der wenigen Verlage mit einem „Vollspartenprogramm“, das die disziplinübergreifende Darstellung aktueller Themen ermöglicht. Im Verlag erscheinen jedes Jahr mehr als 850 Bücher. Das Programm reicht von der klassischen Wissenschaftsliteratur über Handbücher und Kommentare bis zur Studienliteratur.
    Wissenschaftsliteratur

    Der verlegerische Schwerpunkt liegt heute bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten aus den Bereichen der Rechts-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Diese Werke machen mit fast 700 Neuerscheinungen pro Jahr auch zahlenmäßig den größten Anteil des Verlagsprogramms aus. Das Wissenschaftsprogramm gliedert sich in mehr als 330 aktive Schriftenreihen. Dabei wird die Rechtswissenschaft vollständig abgedeckt, einschließlich der Grundlagenfächer, der Rechtsvergleichung und den Bezügen zu Nachbardisziplinen. In den Sozial- und Geisteswissenschaften liegen die Programmschwerpunkte in der Politik- und Europawissenschaft, der Soziologie und der Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie in den klassischen Wirtschaftswissenschaften, aber auch bei der Sozialen Arbeit und der Sozialwirtschaft. In den letzten Jahren wurden weitere Programmbereiche deutlich ausgebaut, z. B. Neuere Geschichte, Gesundheit, Kulturwissenschaft, Philosophie und Religionswissenschaft. Die Qualitätssicherung erfolgt zum einen durch eine strenge Vorauswahl (so werden Dissertationen grundsätzlich nur veröffentlicht, wenn sie mindestens mit „magna cum laude“ bewertet wurden), zum anderen durch eine Peer Review der jeweiligen Reihenherausgeber. Neben Qualifikationsschriften und anderen Monographien sowie Sammelbänden zu Einzelthemen tritt eine Vielzahl von wissenschaftlich fundierten Handbüchern, die sich sowohl an Studierende, Forschende und Lehrende richten als auch an Praktiker in Wirtschaft, Verwaltung, Verbänden etc. Beim Vertrieb von Werken mit internationalem Bezug arbeitet Nomos häufig mit Partnerverlagen aus Österreich und der Schweiz, aber auch aus anderen europäischen Ländern zusammen. Dies gilt insbesondere für den wachsenden Anteil wissenschaftlicher Arbeiten in englischer Sprache. Hier kooperiert Nomos mit führenden britischen Wissenschaftsverlagen.
    Juristische Praktikerliteratur

    Aus der juristischen Textdokumentation ist ein umfassendes Buchprogramm für juristische Praktiker hervorgegangen. Das Angebot an Kommentaren, Handbüchern, Formularwerken und Einzeldarstellungen zu praktisch relevanten Themen wurde seit dem Jahr 2000 deutlich ausgebaut und erfasst heute das gesamte Bundesrecht, erhebliche Teile des Landesrechts sowie das Recht der Europäischen Union und das Internationale Recht. Das juristische Praktikerprogramm gliedert sich wiederum in mehrere Reihen, z. B. die großen, teils mehrbändigen „NomosKommentare“, die kompakteren Handkommentare sowie – vor allem für das Sozialrecht – die Lehr- und Praxiskommentare. Daneben stehen Solitäre wie der „von der Groeben“ zum Recht der Europäischen Union und neue Formate wie die Stichwortkommentare oder die „Kommentierten Prozessformulare“. Hinzu kommen Handbücher, Formularbücher und kürzere Einführungswerke. Seit 2010 publiziert Nomos gemeinsam mit dem Schwesterverlag C.H. Beck und dem englischen Verlag Hart Publishing eine Vielzahl englischsprachiger Kommentare und Handbücher zu ausgewählten Themen des europäischen und internationalen Rechts[1].
    Studienliteratur

    Ab 2008 ist im Nomos Verlag ein breites Angebot an juristischer Studienliteratur entstanden. Neben den Hauptreihen „Nomos Lehrbuch“, „Nomos Studium“ und „Nomos Referendariat“ finden sich Studienbücher und Kompendien zum Landesrecht sowie zahlreiche Einführungen in juristische Themen für Nicht-Juristen. Im Bereich der Sozialwissenschaften sind die „Studienkurse“ zu Politikwissenschaft, Soziologie und Sozialer Arbeit ebenso zu erwähnen wie eine Vielzahl weiterer Lehrbücher zu verschiedenen Themen des Programmspektrums. Ein großer Teil des sozialwissenschaftlichen Lehrbuchprogramms und weitere juristische Lehrbücher werden über die Vertriebsgemeinschaft utb abgewickelt, der Nomos seit 2010 angehört.[11]
    Fachzeitschriften

    Bei Nomos erscheinen über 50 Fachzeitschriften: Das Angebot erstreckt sich über alle Programmbereiche und von Zeitschriften für Praktiker bis zu spezialisierten Wissenschaftszeitschriften. Viele der Zeitschriften sind in ihrem Fachgebiet führend (z. B. die Zeitschrift für Urheber- und Medienrecht – ZUM, die Zeitschrift für Umweltrecht – ZUR, die Zeitschrift Medien & Kommunikation – M&K, die Blätter der Wohlfahrtspflege, die Politische Vierteljahresschrift – PVS oder die Soziale Welt). Zu erwähnen sind auch zahlreiche inter- und intradisziplinären Zeitschriften, wie der „Leviathan“, die „Kritische Justiz“ oder die „Rechtswissenschaft“.
    Elektronische Veröffentlichungen

    Nahezu das gesamte Verlagsprogramm ist auch elektronisch verfügbar. Bücher und Zeitschriften, die sich in erster Linie an juristische Praktiker richten, werden über die Datenbank „NomosOnline“ publiziert. Hier findet sich mittlerweile mit dem Modul KiJuP-Online ein Angebot, das gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht – DIJuF entwickelt wurde.[12] Weitere Kooperationsmodule sollen folgen. Das Wissenschaftsprogramm, die Lehrbücher sowie englischsprachige Kommentare sind über die verlagseigene Plattform „Nomos eLibrary“[13] zugänglich. Diese zweisprachige Plattform, die in erster Linie auf die Bedürfnisse wissenschaftlicher Bibliotheken und ihrer Nutzer ausgerichtet ist, wird mittlerweile auch von anderen Fachverlagen genutzt, z. B. von Vahlen oder C.H.Beck.

    Quelle - Literatur & Einzelnachweise
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    Andy
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