Ähnliche Themen
    Suchen
     
     

    Ergebnisse in:
     


    Rechercher Fortgeschrittene Suche

    Die neuesten Themen
    » Das Todesgedicht
    Heute um 9:44 am von Andy

    » R.I.P. Bertl
    Heute um 8:51 am von checker

    » ** Die Bode **
    Di Mai 16, 2017 2:41 am von Andy

    » Kronland und die Kronländer
    Di Mai 16, 2017 1:56 am von Andy

    » Die Akıncı - Renner und Brenner
    Di Mai 16, 2017 1:32 am von Andy

    » Iacobeni oder der Schenker Stuhl bzw. Jakobsdorf
    Di Mai 16, 2017 1:18 am von Andy

    » Iacobeni oder der Schenker Stuhl bzw. Jakobsdorf
    Di Mai 16, 2017 1:18 am von Andy

    » MEL BROOKS - THE HITLER RAP (To Be Or Not To Be) 1984 (Audio Enhanced)
    Di Mai 16, 2017 12:51 am von Andy

    » Verbotene Zone: Diese 13 Orte wirst du nie betreten
    Di Mai 16, 2017 12:41 am von Andy

    Navigation
     Portal
     Index
     Mitglieder
     Profil
     FAQ
     Suchen
    Partner
    free forum
    Mai 2017
    MoDiMiDoFrSaSo
    1234567
    891011121314
    15161718192021
    22232425262728
    293031    

    Kalender Kalender


    Die Charismatische Herrschaft

    Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

    Die Charismatische Herrschaft

    Beitrag  Andy am Do Sep 17, 2015 8:38 pm

    Der Begriff der Charismatischen Herrschaft geht auf Max Weber zurück und beschreibt die soziale Beziehung zwischen einem Charismaträger (Herrscher) und einem Charismagläubigen (Volk) in einer Herrschaftsbeziehung.

    In der charismatischen Herrschaft hat der Charismaträger eine Führungsposition, die ihm Autorität und Befehlsgewalt verleiht. Diese bleiben nur so lange bestehen, wie der Charismagläubige bereit ist, Gehorsam und Folge zu leisten. Der Glaube an den Charismatiker bleibt an die Wahrnehmung seiner Bewährung gebunden. Die Autorität des Führenden gründet sich auf einzigartige Persönlichkeitsmerkmale, welche zu einer hohen Identifikation der Charismagläubigen mit den Zielen und Visionen des Charismaträgers und die Geführten zu außerordentlichen Leistungen oder Handlungen motivieren.[1] Es entwickelt sich eine primär emotional und weniger funktional geprägte Führer-Geführten-Beziehung.[2]

    Rainer Lepsius

    Das Modell der charismatischen Herrschaft ist weiterentwickelt worden von Rainer Lepsius. Er ergänzte das Modell um die

    latente charismatische Situation,
    die manifeste charismatische Situation,
    die Struktur der charismatischen Herrschaft.

    Die latente charismatische Situation

    Die latente charismatische Situation ist die Voraussetzung dafür, dass ein charismatischer Herrscher durch das Volk akzeptiert wird. Sie ist beispielsweise gegeben, wenn vom Volk eine Krise wahrgenommen wird und die verantwortlichen Akteure diese Krise nicht bewältigen können. Die Delegitimierung der Verantwortlichen schafft ein Machtvakuum, in welchem das Volk auf die Führung eines „starken Mannes“ hofft.

    Latente charismatische Situationen:

    1925: Orientierungslosigkeit nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Monarchie. Charismatiker: Hindenburg, „Ersatzkaiser“;
    1932/1933: Orientierungslosigkeit durch Notverordnungen und gesellschaftliche Spannungen, die durch die Wirtschaftskrisen 1923 und 1929 hervorgerufen wurden (6 Mio. Arbeitslose). Charismatiker: Hitler.

    Die manifeste charismatische Situation

    Die manifeste charismatische Situation tritt ein, wenn ein Charismatiker Vertrauen und Glauben der Bevölkerung gewinnen konnte. Der Charismatiker bezieht sich in der Regel auf:

    letzte Werte wie „Rettung vor dem Untergang“, „Überleben“, nicht aber auf die Implementation konkreter Lösungsmaßnahmen;
    die Hoffnung auf etwas Neues: Beispiel „Deutschland Erwache!“. Die euphematische Entschlossenheit dominiert dabei zumeist die inhaltliche Aussage;
    das Weltbild des Dualismus. Beispiel: „Bürgerkrieg oder NSDAP“.

    Die Struktur charismatischer Herrschaft

    Der Charismatiker lässt keine Kontrolle seines Handelns zu, beachtet keine Verfahren, entspricht keinen Rollenerwartungen und verdrängt alle Akteure, die seine Position durch Regeln oder Mitspracherechte eingrenzen wollen. Nach Max Weber ist die charismatische Herrschaft dennoch legitim, solange seine Gefolgschaft an die Werte und Tugenden des Charismatikers glaubt und dessen Handeln sich bewährt.

    Parallel mit dem Aufstieg des charismatischen Herrschers erfolgt ein Rückgang der Institutionalisierung und der gesellschaftlichen Entscheidungsfindungsprozesse. Der Charismatiker wird zur alleinigen Entscheidungs- und Führungsinstanz, die sich keiner Koalition oder Handlungsbindung unterwirft. Er hat das alleinige Interpretationsmonopol.

    Rainer Lepsius wirft dabei folgendes Problem auf: Das genuine Charisma, die unmittelbare Beziehung zwischen Charismaträger und Charismagläubigem, kann in einem pluralistischen Flächenstaat nicht mehr hergestellt werden.

    Lösungsansatz: Durch die Auflösung formaler Koordinationsverfahren (z. B. in der Bürokratie) fällt dem Charismatiker die zentrale Rolle als Koordinationsinstanz zu. Der Charismatiker wird somit ebenfalls zur zentralen Legitimationsinstanz des gesamten politischen Systems (Beispiel Hitler – Drittes Reich).

    Quelle - Literatur & Einzelnachweise
    avatar
    Andy
    Admin

    Anzahl der Beiträge : 22239
    Anmeldedatum : 03.04.11

    Benutzerprofil anzeigen

    Nach oben Nach unten

    Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

    - Ähnliche Themen

     
    Befugnisse in diesem Forum
    Sie können in diesem Forum nicht antworten