Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Abflußreinigen,schnell & effektiv
Heute um 2:53 am von checker

» R.I.P. Sigi
Do Aug 17, 2017 9:18 pm von Andy

» "Dunkirk", auch eine belgische Kriegsgesichte
So Jul 30, 2017 8:54 pm von checker

» Vor 100 Jahren: Die Schlacht von Passendale
So Jul 30, 2017 8:42 pm von checker

» Wars der Geyer oder war er es nicht?
Mi Jul 26, 2017 9:32 pm von Andy

» Unterstützte VW-Konzern Militärdiktatur in Brasilien?
Mi Jul 26, 2017 9:12 pm von Andy

» R.I.P. M. Rother
Mi Jul 26, 2017 8:08 pm von Andy

» "Asterix bei den Belgiern"
Mi Jul 26, 2017 7:17 pm von Andy

» Der "Mud Soldier"
Mi Jul 26, 2017 7:13 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
August 2017
MoDiMiDoFrSaSo
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031   

Kalender Kalender


Das Schlachtfest

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Das Schlachtfest

Beitrag  checker am Fr Sep 18, 2015 6:21 am

Als Schlachtfest wurde und wird die feierliche gemeinschaftliche Schlachtung eines Tieres bezeichnet, der nicht selten ein Festmahl folgt.

Geschichte

Das feierliche gemeinschaftliche Zerlegen und Essen von erlegten Tieren kann durch Aschen- und Knochenfunde bis in die Altsteinzeit nachgewiesen werden. Zuerst wurde die Erlegung eines Tieres durch die Jagd feierlich begangen, mit der Domestikation verlagerte sich der Brauch zunehmend zur Feier der Schlachtung eines aufwändig und über einen langen Zeitraum gemästeten Tieres, das für die ganze Dorf- oder Clangemeinschaft – oder auch nur einer Familie – meist etwas Besonderes war. Das zu schlachtende Tier wurde vor dem Schlachten reich geschmückt und nicht selten vor der Tötung von einem religiösen Würdenträger gesegnet, um die Besonderheit des Augenblickes zu verstärken, aus Urfehde und/oder böse Geister vom Fleisch und somit von den späteren Verzehrenden fernzuhalten. Parallelen können zum religiösen Opferfest oder rituellen Opferungen gezogen werden, auch wenn da der Nahrungserwerb eher nebensächlich war und ist.


Wandmalerei aus der Höhle von Lascaux: Prähistorischer Jäger mit Bison

Im alten Griechenland wurden bei Schlachtungen und Opferungen Knochen und Fett des Tiers verbrannt, um die Götter gnädig zu stimmen oder ihnen auch (in ihrem Glauben verankert) dadurch Nahrung zu liefern. So wird in der Ilias von Homer mehrfach erwähnt, dass Odysseus Vieh schlachten lässt, aber nicht explizit nur zur reinen Opferung. Die Überschneidung zwischen Schlacht- und Opferfest wird sichtbar, da er nur einige Fleischstücke zu Ehren der Götter verbrennt, den Rest des Fleisches aber mit seinen Männern teilt. In der Segnung kann man eventuell noch animistische Reste eines Jagdzaubers bzw. der Bändigung und Beschwörung des Krafttieres sehen, der im Schamanismus der Naturreligionen noch weit verbreitet ist. So wird durch die Segnung das Tier auch um Entschuldigung gebeten, dass es jetzt zum Nahrungserwerb sein eigenes Leben lassen muss. Das Schlachtfest kann somit auch als ein Leichenschmaus zu Ehren des Tieres gesehen werden. In Steinzeithöhlen wie der Höhle von Lascaux sind ausgiebige Wandmalereien und Felszeichnungen zu sehen, deren Ursprung wohl in diesem Zwiespalt zu suchen ist, einerseits das Tier zum Fortbestand der eigenen Art töten zu müssen, andererseits der Wunsch, durch den Verzehr des Fleisches die Stärke des Tieres aufzunehmen bzw. den Geist des Tieres gnädig zu stimmen, um die Geisterwelt nicht gegen sich aufzubringen.

Aus Schlachtfesten entwickelte sich auch die amerikanische Barbecue-Tradition.[1]
Gegenwart

In manchen Gegenden Deutschlands, z.B. in der Pfalz, war und ist die Hausschlachtung eines selbst aufgezogenen Schweins oder eines für die Schlachtung gekauften Schweins durch einen Privathaushalt oder eine Gastwirtschaft ein Fest, das als Schlachtfest bezeichnet und gefeiert wird. Zu einem Schlachtfest in der Pfalz gehören Wurstsuppe, Pfälzer Leberwurst, Blutwurst, Bratwurst, Leberknödel, Schweinepfeffer, Kesselfleisch und Sauerkraut. Üblich war bei einer Hausschlachtung, dass Metzelsuppe an die Nachbarn verschenkt wurde, die diese oft mit Milchkannen abholten. Oft kauften die Nachbarn dann auch etwas von den frischen Würsten. Getrunken wird in der Pfalz Wein. Auch die Hausschlachtung einer Gastwirtschaft wird dort als Schlachtfest bezeichnet. Im Dorf wusste jeder Bescheid, Auswärtige konnten das Schlachtfest an einer draußen aufgehängten aufgeblasenen Schweinsblase erkennen. Vereinzelt wird dies in Dörfern heute noch praktiziert.

Das Gestalten der Hausschlachtung und Verschenken von Metzelsuppe und Würsten an Familienmitglieder und Nachbarn war und ist noch heute im deutschsprachigen Raum allgemein üblich.

In Österreich wird ein Schlachtfest meist als Sautanz bezeichnet.

Siehe auch

Tieropfer
Islamisches Opferfest

Quelle - Literatur & einzelnachweise
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 32436
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten