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Der Polenfeldzug

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Der Polenfeldzug

Beitrag  checker am Do Sep 24, 2015 9:21 am

Der Polenfeldzug war ein vom 1. September bis zum 6. Oktober 1939 dauernder völkerrechtswidriger Angriffskrieg des nationalsozialistisch regierten Deutschen Reiches gegen die Zweite Polnische Republik, der den Zweiten Weltkrieg in Europa auslöste. Er wird oft als Überfall auf Polen, in Polen als Septemberfeldzug (Kampania wrześniowa) oder Verteidigungskrieg von 1939 (Wojna obronna 1939 roku) bezeichnet. Uneinheitlich wird auch die gut zwei Wochen später beginnende sowjetische Invasion Ostpolens mitunter in den Begriff „Polenfeldzug“ eingeschlossen.[5]


Die Schleswig-Holstein beim Beschuss der Westerplatte im Hafen von Danzig zu Beginn des Krieges

Der Feldzug begann – ohne vorherige Kriegserklärung – unmittelbar nach dem durch NS-Deutschland fingierten Überfall auf den Sender Gleiwitz (Unternehmen Tannenberg) am 1. September 1939 mit dem Einmarsch der Wehrmacht in den Westteil Polens. Am 3. September 1939 erklärten Frankreich und Großbritannien im Rahmen ihrer Beistandsverträge mit Polen Deutschland den Krieg. Beide Staaten wurden aber kaum militärisch aktiv, so dass sie Polen nicht entlasteten. Am 17. September ließ Josef Stalin die Rote Armee gemäß dem geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 auf breiter Front über die Ostgrenzen Polens vorrücken. Der deutsch-sowjetische Vertrag vom 28. September 1939 schrieb die Aufteilung Polens fest. Die Polnische Exilregierung unter Ministerpräsident Felicjan Sławoj Składkowski strebte Widerstand gegen die deutschen und sowjetischen Besatzer an.

Im Kriegsverlauf und unter der deutschen Besetzung Polens 1939–1945 verübten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD und Angehörige der Wehrmacht teils planmäßig, teils spontan Massenmorde an polnischen Intellektuellen, Priestern, Gewerkschaftern, Adligen[6] und Juden. Dies gilt als der „Auftakt zum Vernichtungskrieg“ des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion und zum Holocaust.

Politische Vorgeschichte
→ Hauptartikel: Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges in Europa
Deutsch-polnische Spannungen (1919–1933)

Die Zweite Polnische Republik wurde am 11. November 1918 neu gegründet. Sie gehörte für die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zum osteuropäischen Cordon Sanitaire, der Westeuropa vor möglichem Revolutionsexport der Sowjetunion schützen, als Pufferzone ein Zusammengehen Deutschlands und Russlands verhindern und etwaigen deutschen Expansionsplänen nach Osten einen Riegel vorschieben sollte.

Der Friedensvertrag von Versailles, dessen Artikel 87 das Deutsche Reich zur völkerrechtlichen Anerkennung Polens verpflichtete, hatte aus den von Deutschen, aber auch einem hohen Anteil polnischer und kaschubischer Minderheiten[7] bewohnten Gebieten Westpreußens und einem kleinen Teil des zum einen masurisch-, zum anderen deutschsprachigen Gebietes um die ostpreußische Kleinstadt Soldau den polnischen Korridor geschaffen, der als Woiwodschaft Pommerellen Polen zum Ostseeanlieger machte und zugleich Ostpreußen vom übrigen Reichsgebiet abtrennte. Das Gebiet der überwiegend von Deutschen bewohnten Stadt Danzig und ihrer Umgebung wurde als Freie Stadt Danzig aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und einem Mandat des Völkerbundes unterstellt. Darin erhielt Polen einige exterritoriale Sonderrechte, unter anderem das Recht zur Unterhaltung eines Freihafens, der Anlage begrenzter Militäranlagen (Westerplatte) sowie das Recht zur Errichtung eines eigenen polnischen Post- und Telefonnetzes. Für die ethnischen Minderheiten in Polen – vor allem Ukrainer, Juden, Weißrussen und Deutsche – waren ebenso Sonderrechte vorgesehen.

Mit den im Versailler Vertrag festgelegten Grenzen war weder die polnische noch die deutsche Seite einverstanden. Polen erweiterte sein Staatsgebiet nach Osten über die in den Pariser Friedensverhandlungen vorgeschlagene Grenze (Curzon-Linie) hinaus zu Lasten Litauens und Sowjetrusslands im Polnisch-Sowjetischen Krieg. Der genaue Grenzverlauf zwischen Deutschland und Polen wurde erst nach bürgerkriegsartigen Aufständen in Oberschlesien im Juli 1921 festgelegt und blieb weiterhin ständiger Streitpunkt.

Alle Regierungen der Weimarer Republik strebten eine Revision der Ostgrenzen an, um die 1919 verlorenen Gebiete zurückzugewinnen (Vertragsrevisionismus). So garantierte der Vertrag von Locarno 1925 zwar die neue deutsche Westgrenze, doch eine ähnliche Regelung für die Ostgrenzen lehnte Gustav Stresemann ab. Stattdessen leitete die Reichsregierung einen ergebnislosen Zollkrieg gegen die polnische Wirtschaft ein. Im Zusammenhang mit den ständigen, meist handelspolitisch motivierten Streitigkeiten zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig, deren Senat hierbei stets in enger Abstimmung mit den jeweiligen deutschen Regierungen agierte, kam es in diesen Jahren wiederholt zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Berlin und Warschau.[8] Die deutschen Regierungen näherten sich mit dem Vertrag von Rapallo 1922 und dem Berliner Vertrag 1926 außenpolitisch der UdSSR an, mit der sie auch militärisch kooperierten, um Versailler Beschränkungen zu umgehen. Polen wurde von maßgeblichen deutschen Militärs und Diplomaten schon lange vor 1933 als „Saisonstaat“ betrachtet, der über kurz oder lang wieder zu verschwinden habe.[9] Das von einflussreichen Publizisten in den Jahren der Weimarer Republik kultivierte Polenbild war fast durchgehend negativ und zumindest unterschwellig auch rassistisch konnotiert, es kam in Teilen „einer psychologischen Kriegführung gleich“.[10] Viele Autoren arbeiteten systematisch und erfolgreich daran, Schlagworte wie das vom „Grenzlandkampf“ und der „blutenden, brennenden Grenze“ zu Polen im Massenbewusstsein zu verankern. Staatlich finanzierte und beeinflusste Organisationen wie der Verein für das Deutschtum im Ausland, Deutscher Schutzbund für das Grenz- und Auslandsdeutschtum (gegründet 1922) und Deutsches Ausland-Institut wirkten offen und verdeckt auf die deutsche Minderheit in Polen ein.[11] Diese sollte als „Vorposten“ erhalten und die Abwanderung von Deutschen auch deshalb unbedingt verhindert werden.[12] 1939 waren etwa 200.000 Angehörige der deutschen Minderheit in Organisationen aktiv, die die deutsche Revisionspolitik unterstützten.[13]

Die polnische Regierung hatte eine ebenso unnachgiebige Haltung in den Grenzfragen und versuchte, Polen zu einer Führungsmacht in Ostmitteleuropa zu machen (vgl. Międzymorze). Das führte auch zu ständigen Spannungen mit Litauen (Okkupation und schließliche Annexion von Vilnius 1919/20) und der Tschechoslowakei (vgl. Olsagebiet). Unter Józef Piłsudski, dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte, der seit 1926 der eigentliche Machthaber war, schloss Polen am 25. Juli 1932 einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, um die 1921 erfolgte Grenzziehung abzusichern und dem sich abzeichnenden Machtzuwachs Deutschlands zu begegnen. Außenpolitisch stützte sich die polnische Führungsschicht in diesen Jahren auf das 1921 geschlossene Bündnis mit Frankreich und auf den Völkerbund. Sie war sich in der Frage uneins, ob sie in erster Linie Deutschland oder die Sowjetunion als Gegner anzusehen habe.[14]

Der Völkerbund beschloss am 24. September 1927 und im Briand-Kellogg-Pakt vom 27. August 1928, dem Deutschland beigetreten war, ein internationales Verbot des Angriffskrieges.[15]
Kursänderungen nach Hitlers Amtsantritt

Die NSDAP gehörte seit ihrer Gründung zu den schärfsten Gegnern des Versailler Vertrages. Adolf Hitler erklärte zudem die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ in seiner Programmschrift Mein Kampf zum für ihn entscheidenden Politikziel.[16] Er richtete es vor allem gegen die Sowjetunion, ohne Polen zu erwähnen. Dies sieht der Historiker Wolfgang Wippermann als Indiz dafür, „wie wirklichkeitsfremd dieses Programm war“.[17]

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 mobilisierte die polnische Regierung einen Teil der Streitkräfte, ließ polnische Truppen am 5. März 1933 vertragswidrig auf der Westerplatte im Freistaat Danzig landen[18] und sondierte wiederholt, ob Frankreich einen Präventivkrieg unterstützen würde, bei dem Oberschlesien, Ostpreußen und die Freie Stadt Danzig besetzt werden sollten. Auch wegen Hitlers Sieg bei der Reichstagswahl März 1933 lehnte Frankreich ab. Polen zog seine Truppen nach einem Völkerbundaufruf am 16. März ab. In der geschichtswissenschaftlichen Forschung war es lange umstritten, ob diese Kriegspläne ernst gemeint waren.[19] Der polnische Historiker Marian Wojciechowski nimmt an, dass es Piłsudskis eigentliches Ziel war, zu demonstrieren, dass das Bündnis mit Frankreich nicht belastbar sei, um so seine Hinwendung an das Deutsche Reich innenpolitisch vorzubereiten.[20]

Hitler hatte Polen nach der Liebmann-Aufzeichnung intern am 3. Februar 1933 als Bedrohung dargestellt.[21] Auf Polens Ultimatum im Mai 1933 hin erklärte er die „Respektierung“ der polnischen Westgrenze. Anlässlich des Austritts aus dem Völkerbund (Oktober 1933[22]) bot er Polen Verhandlungen an und beendete demonstrativ die Zusammenarbeit mit der UdSSR.

Am 26. Januar 1934 schlossen Polen und das Deutsche Reich den auf zehn Jahre befristeten deutsch-polnischen Nichtangriffspakt. Einige Historiker betrachten diesen als Beendigung der deutsch-polnischen Konfrontation der Weimarer Zeit.[23] Andere sehen darin nur eine taktische Maßnahme, die Polen zu einem Werkzeug deutscher Interessen machen sollte.[24]

In den folgenden Jahren zerfiel das polnisch-französische Bündnis unter dem Eindruck der neuen Bündniskonstellationen. Der französisch-sowjetische Beistandspakt vom 2. Mai 1935 entfernte die ehemaligen Partner weiter voneinander, während Polen und das Deutsche Reich politisch und wirtschaftlich enger zusammenarbeiteten. Dies zeigte sich vor allem nach dem Münchner Abkommen vom 30. September 1938: Hatte sich die polnische Regierung von der deutschen Besetzung des Rheinlandes (7. März 1936) noch scharf distanziert, so nutzte sie die Lage nun für eigene Interessen aus. Am 2. und 3. Oktober besetzte Polen den tschechischen Teil der 1919 getrennten, ehemals Teschen genannten Stadt (Český Těšín) sowie das Olsagebiet.[25] Am 10. Oktober 1938 besetzten die Deutschen gemäß dem Münchner Abkommen das Sudetenland.
Deutsch-polnische Verhandlungen

Am 24. Oktober 1938 begann der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop Verhandlungen mit der polnischen Regierung zur „Lösung aller strittigen Fragen“. Er verlangte die Wiedereingliederung der Freien Stadt Danzig in das Deutsche Reich sowie Transitverkehr über ein neuzubauendes exterritoriales Teilstück der Reichsautobahn Berlin–Königsberg und über den Schienenweg (ehem. Preußische Ostbahn) durch den polnischen Korridor. Dafür bot er die Anerkennung der übrigen deutsch-polnischen Grenzen, eine Verlängerung des deutsch-polnischen Nichtangriffspakts auf 25 Jahre und einen Freihafen in beliebiger Größe in Danzig. Auch lud er Polen zum Beitritt in den Antikominternpakt ein.

Die polnische Regierung zögerte mit einer Antwort auf Ribbentrops Vorschläge, ging auf die meisten Punkte nicht ein und stellte nur graduelle Veränderungen in Aussicht. Außenminister Józef Beck lehnte den Nichtangriffspakt mit Deutschland auch deshalb ab, um das Verhältnis zur UdSSR nicht unnötig zu belasten und um die von Polen angestrebte Führungsrolle im „Dritten Europa“ nicht zu gefährden.[26] Ribbentrops Angebot war nach Klaus Hildebrand eine „unannehmbare Zumutung“ für Polen, weil es sich bei Annahme völlig von seinem bisherigen Verbündeten Frankreich isoliert hätte. Das Land hätte damit „künftig an der Kette des Reiches gelegen“ und wäre zu einem „Satrapen für einen Eroberungszug im Osten“ geworden.[27] Die deutsch-polnischen Verhandlungen zogen sich deshalb ergebnislos hin.

Am 18. März 1939, wenige Tage nach der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ unter Bruch des Münchener Abkommens, schloss das Deutsche Reich das sogenannte „Deutsch-Slowakisches Schutzzonenstatut“ mit der gerade unabhängig gewordenen Slowakei ab, die in der Folge zum strategischen Partner gegen Polen aufgebaut wurde. Auf deutschen politischen Druck hin verzichtete die litauische Regierung zudem am 23. März auf das 1920 von Deutschland getrennte, als Völkerbundsmandat unter französische Verwaltung gestellte und sodann 1923 von Litauen annektierte Memelland. Das (etwa 2600 Quadratkilometer große) Memelland wurde wieder Teil der Provinz Ostpreußen; Hitler erhielt ohne Krieg ein weiteres der Gebiete zurück, die Deutschland durch den Versailler Vertrag verloren hatte. Der strittige polnische Korridor samt Danzig, von wesentlicher Bedeutung für die Beziehungen zur Republik Polen, blieb ein für Deutschland offener Punkt; die Bedrohung für Polen war somit offensichtlich.
Der Weg in den Krieg

Am 26. März 1939 wies Polens Regierung das deutsche Angebot endgültig zurück und stellte klar, dass sie jede einseitige territoriale Veränderung als Kriegsgrund behandeln würde. Am 23. März leitete sie eine Teilmobilmachung ihrer Streitkräfte ein, um einer handstreichartigen deutschen Besetzung Danzigs begegnen zu können. Dieser Schritt Warschaus wurde indes in den ersten polnischen Analysen über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als voreilig kritisiert, da die britischen und französischen Verbündeten noch nicht auf eine militärische Auseinandersetzung mit der Wehrmacht vorbereitet gewesen seien.[28]

Großbritannien beendete nach dem deutschen Bruch des Münchener Abkommens seine bisherige Appeasement-Politik. Am 31. März sicherte der britische Premierminister Arthur Neville Chamberlain Polen militärische Unterstützung zu, falls dessen Existenz bedroht werde (→ Britisch-französische Garantieerklärung). Auf Bitte Polens wurden am 6. April Verhandlungen über einen förmlichen Beistandspakt zwischen beiden Staaten aufgenommen. Am 13. April wurde die polnisch-französische Allianz erneuert.

Hitler kündigte am 28. April 1939 den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt und das deutsch-britische Flottenabkommen vom 18. Juni 1935. Bereits am 11. April hatte er der Wehrmacht Weisung zur Ausarbeitung eines Kriegsplanes gegen Polen erteilt.[29] Bei seiner Rede vor den Oberbefehlshabern am 23. Mai 1939 verkündete er das eigentliche Ziel des bevorstehenden Feldzuges:[30]

„Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und um Sicherstellung der Ernährung … In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen.“


Damit wollte Hitler die Abhängigkeit von westlichen Importen verringern (siehe auch Autarkie) und eine Seeblockade, die im Ersten Weltkrieg zur militärischen und politischen Niederlage Deutschlands beigetragen hatte, vermeiden. Er setzte die Verhandlungen um Danzig noch bis zum August 1939 fort, um Zeit für Kriegsvorbereitungen zu gewinnen und Großbritannien und Frankreich möglichst von einem militärischen Eingreifen abzuhalten.

Diese hätten Polen durch einen Einmarsch in Deutschland von Westen her helfen können, waren darauf aber trotz zahlenmäßiger Überlegenheit ihrer Divisionen nicht vorbereitet oder nicht dazu bereit. Um Polen auf dessen Gebiet militärisch wirksam unterstützen zu können, verhandelten die Westmächte seit Sommer 1939 über eine Militärkonvention mit der UdSSR. Diese verlangte ein Durchmarschrecht für die Rote Armee durch Polen. Dessen Regierung befürchtete, dass die Sowjets dieses Recht zur Rückgewinnung ihrer 1921 verlorenen Gebiete ausnutzen würden. Polens Außenminister lehnte diese Bedingung daher am 15. August 1939 endgültig ab.[31] Noch während dieser Gespräche handelte der sowjetische Außenminister Molotow mit Ribbentrop in Moskau den Deutsch-Sowjetischen Wirtschaftsvertrag aus, der dem Deutschen Reich Rohstofflieferungen auch im Fall einer Seeblockade sichern sollte.

In der auf dem Berghof gehaltenen Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939, von der mehrere Aufzeichnungen existieren, definierte er als Ziel des bevorstehenden Feldzuges: „Vernichtung Polens = Beseitigung seiner lebendigen Kraft“. Der Feldzug werde keine großen Probleme mit den Westmächten nach sich ziehen: „Mit einem Dazwischentreten Englands und Frankreichs rechne er nicht, sei vielmehr überzeugt, daß beide Staaten wohl drohen, mit dem Säbel rasseln, Sanktionen verhängen, vielleicht auch eine Blockade aufrichten, aber niemals militärisch eingreifen würden.“ Um Deutschland einzudämmen, hätten sie bislang auf ein Bündnis mit der Sowjetunion gehofft – „auch diese Karte habe ich ihnen nun aus der Hand geschlagen.“[32]

Am 24. August 1939 folgte der Hitler-Stalin-Pakt, dessen „Geheimes Zusatzprotokoll“ die Interessengebiete aufteilte: Danach sollten Ostpolen und das Baltikum der sowjetischen Interessensphäre zugeschlagen werden. Laut einer diplomatisch ausgehandelten Ergänzung dazu sollten die Flüsse Pissa, Narew, Weichsel und San die Grenze zwischen den Interessensphären Deutschlands und der UdSSR bilden.

Nach dem Scheitern der britisch-sowjetischen Verhandlungen bat die britische Regierung Warschau nochmals um Verhandlungen mit Berlin. Wegen der westlichen Garantieerklärungen und dem hohen Vertrauen in die eigenen Streitkräfte sah die polnische Führung jedoch keinen Grund mehr für weitere diplomatische Bemühungen. Hitler hatte seine Forderungen inzwischen gesteigert und mit einem Ultimatum verbunden. Daraufhin leitete die polnische Regierung am 29. August die Generalmobilmachung der polnischen Streitkräfte ein.
Feindpropaganda und fingierte Grenzzwischenfälle

Während der sich verschärfenden Lage hatten auf beiden Seiten die Berichte über Grenzverletzungen und Zwischenfälle zugenommen. Seit Anfang 1939 war es zu Ausschreitungen gegen Volksdeutsche in Polen gekommen. Die NS-Propaganda, die während der Dauer des deutsch-polnischen Nichtangriffspaktes nicht negativ über Polen berichten durfte, nutzte diese Vorfälle seit März 1939, um ein Feindbild von Polen zu verstärken. Deutsche Polizeiberichte schilderten etwa den polnischen Beschuss von militärischen und zivilen Flugzeugen und zahlreiche Übergriffe, auch mit Todesfolge auf deutscher Seite. Auch die Polen machten eine Aufstellung von Zwischenfällen.[33]

Seit dem 22. August 1939 täuschten zudem als polnische Freischärler verkleidete SD- und SS-Angehörige sowie dazu genötigte KZ-Häftlinge (die ermordet und als Beweis für Kampfhandlungen liegengelassen wurden) mehrere „Grenzzwischenfälle“ vor. Sie sollten dem Ausland von Polen ausgehende kriegerische Akte demonstrieren, gegen die Deutschland sich nur militärisch verteidigen könne. Dazu gehörte auch der inszenierte Überfall auf den Sender Gleiwitz.[34] Als Hitler in seiner Reichstagsrede am 1. September von 14 Grenzzwischenfällen sprach, die Polen in der vorangegangenen Nacht provoziert habe, „darunter drei ganz schwere“, bezog er sich auf diese selbst angeordneten Übergriffe. Da der SD seine Aktionen indes dilettantisch ausgeführt hatte, fanden sie nach Hitlers Rede in der Propaganda keine Erwähnung mehr.[35] Deutsche Wochenschauen vom September 1939 zeigten brennende deutsche Bauernhöfe im Korridor oder die Beerdigung eines erschossenen Danziger SS-Mannes als Kriegsbegründungen.[36]

Weiteres dazu im Link:

https://de.wikipedia.org/wiki/Polenfeldzug



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