Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Friedrich Ernst Dorn
Mo Okt 16, 2017 9:17 am von Andy

» **** Platin ****
Mo Okt 16, 2017 9:11 am von Andy

» Der Aufruf der Kulturschaffenden
Mo Okt 16, 2017 9:02 am von Andy

» Harry Rosenthal
Mo Okt 16, 2017 8:54 am von Andy

»  BASF-Rückruf - Krebserregender Stoff in Matratzen gelandet?
Fr Okt 13, 2017 9:51 pm von checker

» Kasseler Schallkanone soll Angreifer abschrecken
Do Okt 12, 2017 10:14 pm von Andy

» *** Radon ***
Do Okt 12, 2017 10:00 pm von Andy

» Die Froschfische
Do Okt 12, 2017 9:54 pm von Andy

» Der Sternmull
Do Okt 12, 2017 9:46 pm von Andy

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Oktober 2017
MoDiMiDoFrSaSo
      1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031     

Kalender Kalender


Die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG)

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG)

Beitrag  Andy am So Sep 27, 2015 9:04 pm

Die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) war eine 1934 gegründete Pflichtgemeinschaft der Braunkohlenindustrie im nationalsozialistischen Deutschen Reich zur Kohlehydrierung im Rahmen der Autarkiebestrebungen.

Geschichte

Im Jahre 1933 wurde zwischen der I.G. Farben und dem Deutschen Reich mit dem Feder-Bosch-Abkommen ein so genannter Benzinvertrag zur Erzeugung des Synthetischen Benzins abgeschlossen. Am 21. September 1934 rief Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht die führenden Industriellen der Kohle- und Mineralölindustrie zu einer Sitzung, in der er erklärte, dass die bedrohliche Devisenlage den Ausbau der heimischen Treibstoffproduktion unabdingbar mache. Kurz danach erließ er dafür, nachdem eine freiwillige Vereinbarung scheiterte, die „Verordnung über die Errichtung von Pflichtgemeinschaften in der Braunkohlenwirtschaft“ und berief vorbehaltlich weiterer Anschlüsse die folgenden zehn Pflichtmitglieder:

I.G. Farben,
Ilse Bergbau AG,
Deutsche Erdöl AG,
Werschen-Weißenfelser Braunkohlen AG,
Braunkohlen- und Brikett-Industrie AG,
AG Sächsische Werke,
Elektrowerke AG,
Rheinische AG für Braunkohlenbergbau und Brikettfabrikation,
Mitteldeutsche Stahlwerke und
Anhaltische Kohlenwerke.[1]

Infolgedessen schlossen sich im Oktober 1934 die genannten zehn Unternehmen zur BRABAG zusammen. Im November 1934 kamen, unter Androhung von unbegrenzten Geldstrafen und persönlicher Inhaftierung durch Schacht, weitere Mitgliedsfirmen hinzu. Die beteiligten Firmen mussten für mehrere hundert Millionen Reichsmark Kredite aufnehmen, um die benötigten Werke zu finanzieren. Der Gewinnsatz wurde auf 5 % festgelegt.

Die BRABAG hatte ihren Sitz am Schinkelplatz 1 in Berlin. Aufsichtsratsvorsitzender war Wilhelm Keppler, Vorstandssprecher wurde Friedrich Carl Arthur Kranefuß. Vorstandsmitglieder waren u.a. Heinrich Koppenberg, Alfred von Vollard-Bockelberg und Helmut Wohlthat.

Von der I.G. Farben mit ihrem Leit-Werk für Synthetisches Benzin, den Leunawerken, als Lizenzgeber erhielt die BRABAG die Technologie zur Kohlehydrierung nach dem Bergius-Pier-Verfahren. Aber auch das Fischer-Tropsch-Verfahren wurde angewandt.

In den vier Standorten der BRABAG wurden in den 1930er und 1940er Jahren nach diesem Verfahren aus der Braunkohle zunächst Synthesegas (CO/H2) und flüssige Kohlenwasserstoffe hergestellt. Diese dienten dann der Herstellung von Benzin. Die Standorte waren:

Böhlen (heute Dow Chemical), Baubeginn 1934, Bergius-Pier-Verfahren,
Magdeburg-Rothensee, Baubeginn 1935, Bergius-Pier-Verfahren,
Schwarzheide (heute BASF), Baubeginn 1935, Fischer-Tropsch-Verfahren,
Tröglitz bei Zeitz (heute Chemie- und Industriepark Zeitz), Baubeginn 1937, Bergius-Pier-Verfahren.

Die BRABAG hatte mit den vier Werken eine Kapazität von zusammen 980.000 Jahrestonnen als Treibstoffhersteller im Deutschen Reich. Sie beschäftigte dazu unter anderem 13.000 KZ-Häftlinge in sechs Außenlagern, z. B. in Schwalbe II bei Königstein/Sächsische Schweiz.

Siehe auch

NS-Zwangsarbeit
Imre Kertész arbeitete in Rehmsdorf, einem Außenlager des KZ Buchenwald, als Zwangsarbeiter für die Brabag, siehe seinen Roman eines Schicksallosen
Carlo Mierendorff, nach seiner KZ-Haft Mitarbeiter ab 1938


Quelle - Literatur & Einzelnachweise
avatar
Andy
Admin

Anzahl der Beiträge : 22328
Anmeldedatum : 03.04.11

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten