Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Neueste Themen
» ** Antimon **
So Jan 14, 2018 11:50 pm von Andy

» George Chapman
So Jan 14, 2018 11:36 pm von Andy

» Brechweinstein
So Jan 14, 2018 11:30 pm von Andy

» Das Erbschaftspulver
So Jan 14, 2018 10:57 pm von Andy

» Aqua Tofana
So Jan 14, 2018 10:53 pm von Andy

» Tufania (oder Tofana oder Teofania)
So Jan 14, 2018 10:50 pm von Andy

» Liselotte von der Pfalz
So Jan 14, 2018 10:42 pm von Andy

» Das Zentrum für Zeithistorische Forschung e.V. (ZZF)
So Jan 14, 2018 10:27 pm von Andy

» Die Rauhnächte
Fr Jan 05, 2018 11:35 pm von checker

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Januar 2018
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031    

Kalender Kalender


Der Spätkapitalismus

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Der Spätkapitalismus

Beitrag  checker am Fr Okt 16, 2015 8:58 am

Spätkapitalismus bezeichnet ebenso wie Frühkapitalismus in der Wirtschaftsgeschichte und Gesellschaftsgeschichte eine zeitliche Einordnung für die Periode der betreffenden Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur. Der Begriff selbst wird auf Werner Sombart zurückgeführt.[1]

Die für den Marxismus-Leninismus vor dem Ersten Weltkrieg konzipierte Imperialismustheorie von W. I. Lenin hatte das monopolistische Stadium des Kapitalismus mit Imperialismus gleichgesetzt. Demgegenüber hat Ernest Mandel „Spätkapitalismus“ als Leitbegriff verwendet, um die neuere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg zu charakterisieren: die verkürzte Umschlagzeit des fixen Kapitals und damit der Zwang zur Wirtschaftsprogrammierung und zu Lohnleitlinien, eine Tendenz zur permanenten technologischen Erneuerung auf Grundlage der dritten technologischen Revolution, eine Tendenz zur permanenten Inflation, vor allem zur Kreditgeldinflation, der Übergang vom Kolonialismus zur indirekten „neokolonialen“ Beherrschung der armen Länder, wobei die Rolle des Kapitalexports gegenüber den Mechanismen des ungleichen Tauschs auf dem Weltmarkt zurücktritt, „technologische Renten“ als wichtigste Quelle für die monopolistischen Extraprofite.[2]

Auch die Frankfurter Schule verwendete diesen Begriff für den nachliberalen, monopolistischen Kapitalismus, zum Beispiel in dem Kulturindustrie-Kapitel der Dialektik der Aufklärung und in Theodor W. Adornos Minima Moralia. Herbert Marcuse spricht im Untertitel seines Eindimensionalen Menschen hingegen noch von „fortgeschrittener Industriegesellschaft“, in späteren Veröffentlichungen aber auch vom Spätkapitalismus.

Das administrative System ist laut Jürgen Habermas auf die Funktionslücken des Marktes fokussiert, um den Fortbestand des Kapitalismus zu stützen. Der Staatseingriff wird zur politischen Schlüsselfrage des Spätkapitalismus. Eine entscheidende Änderung der Produktionsverhältnisse ist die Zunahme konzertierter Aktion. Darunter versteht Habermas zweckorientierte Koalitionen zwischen Unternehmensverbänden und Gewerkschaften, die die Omnipräsenz der kapitalistischen Funktionalität vergegenwärtigen.

Der Terminus 'Spätkapitalismus' stand noch beim Frankfurter Soziologentag 1968[3] im Vordergrund. René König fand es ein wenig paradox, dass der Ausdruck „Spätkapitalismus“ innerhalb der westdeutschen Soziologie gerade dann an Boden gewann, als er im sozialistischen Lager schon an Bedeutung eingebüßt hatte. In Wahrheit sei mit all diesen Begriffen, denen andere angeschlossen werden könnten, nichts gewonnen, da sie allesamt aus der Perspektive von Gestern die von Morgen zu umschreiben suchen.[4]

Siehe auch

Monopolkapitalismus
Stamokap
Imperialismustheorie

Quelle - literatur & Einzelnachweise
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 32618
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten