Ähnliche Themen
    Suchen
     
     

    Ergebnisse in:
     


    Rechercher Fortgeschrittene Suche

    Neueste Themen
    » Die Regionalpolitik der EU.
    Gestern um 11:10 pm von Andy

    » SUBARU XV 2018
    Gestern um 11:08 pm von Andy

    » Die 8 größten Automatik-Irrtümer
    Gestern um 11:05 pm von Andy

    » VW ID Buzz
    Gestern um 11:00 pm von Andy

    » Mercedes Benz Concept EQA
    Gestern um 10:58 pm von Andy

    » Der bunte Kiosk der Presselandschaft
    Gestern um 10:40 pm von Andy

    » Kurzdoku - Pfannen
    Gestern um 10:34 pm von Andy

    » Abgetauchte Ex-Terroristen - Wie lebt man im Untergrund?
    Gestern um 10:29 pm von Andy

    » Diese 12 gefährlichen Android-Apps solltest du sofort löschen
    Gestern um 10:17 pm von Andy

    Navigation
     Portal
     Index
     Mitglieder
     Profil
     FAQ
     Suchen
    Partner
    free forum
    Mai 2018
    MoDiMiDoFrSaSo
     123456
    78910111213
    14151617181920
    21222324252627
    28293031   

    Kalender Kalender


    Wolfgang Schadewaldt

    Nach unten

    Wolfgang Schadewaldt

    Beitrag  checker am Di Nov 03, 2015 11:03 am

    Wolfgang Schadewaldt (* 15. März 1900 in Berlin; † 10. November 1974 in Tübingen) war ein deutscher Literaturwissenschaftler, Altphilologe und Übersetzer. Als Ordinarius an der Universität Tübingen hatte er den Lehrstuhl für Klassische Philologie (Gräzistik) und Fortleben der Antike inne.

    Leben

    Der Sohn eines Arztes studierte in seiner Heimatstadt Berlin Klassische Philologie, Archäologie und Germanistik bei Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff und Werner Jaeger. Nach Promotion (1924) und Habilitation (1927) war Schadewaldt ab 1927 Dozent an der Friedrich-Wilhelms-Universität. 1928 wurde er als Professor an die Universität Königsberg berufen und wechselte 1929 an die Universität Freiburg, wo er 1933 unter dem Einfluss Martin Heideggers, mit dem er auch befreundet war, vorübergehend dessen Rektorat und die nationalsozialistisch orientierte Hochschulpolitik als Dekan unterstützte. Er erklärte aber bereits im Frühjahr 1934 seinen Rücktritt als Dekan und wechselte als Nachfolger Erich Bethes im Herbst an die Universität Leipzig. Schadewaldt war Mitherausgeber der philologischen Fachzeitschrift Hermes von 1933 bis 1944 und der Zeitschrift Die Antike, die einem breiteren Publikum die Erkenntnisse über die Antike nahebringen sollte, von 1937 bis 1944. 1941 ging er zurück an die Berliner Universität, wo er den Lehrstuhl für klassische Philologie innehatte. Seit 1942 stand Schadewaldt als Mitglied der Mittwochsgesellschaft in Verbindung mit Männern des Widerstandes. 1942 wurde er in die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin aufgenommen. In der Akademie hatte Schadewaldt bis 1950 folgende Funktionen: Er war Mitglied des Instituts für Griechisch-Römische Altertumskunde und leitete dort die Unternehmen Polybios-Lexikon, die Inscriptiones Graecae sowie das Corpus Medicorum Graecorum, außerdem war er in der Akademie Mitglied der Deutschen Kommission, des Goethe Wörterbuchs, und der Kommission für spätantike Religionsgeschichte. Ab 1950 und noch bis 1972 lehrte er an der Universität Tübingen, obwohl er seit 1968 emeritiert war. Schadewaldt war Initiator und Herausgeber des Goethe-Wörterbuches. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Tübinger Bergfriedhof.[1]
    Wissenschaft

    Wolfgang Schadewaldt gilt als einer der bedeutendsten deutschen Altphilologen und wirkungsvollsten Vermittler antiker griechischer Literatur im 20. Jahrhundert. Egil A. Wyller bezeichnete ihn als „Meister derer, die da wissen.“[2] In seinen Werken beschäftigte sich Schadewaldt mit allen Gattungen der altgriechischen Dichtung, dem Epos, der Lyrik, dem Drama und daneben auch mit der Philosophie und der Geschichtsschreibung. Schadewaldt markierte einen Höhepunkt in der Homerforschung. Außer in zahlreichen Einzelwerken liegen seine Analysen zu all diesen Themenfeldern gesammelt vor in der auf sechs Bände angelegten Ausgabe seiner Tübinger Vorlesungen, die er zwischen 1950 und 1972 hielt.

    Bedeutend ist der Kreis der Schüler Schadewaldts, zu dem die ersten Vertreter der Tübinger Platonschule zählten. Diese international bekannte Richtung der Platon-Interpretation wurde von Schadewaldts Schülern Hans Joachim Krämer und Konrad Gaiser begründet und später von Gaisers Nachfolger Thomas A. Szlezák weitergeführt. Zu den Schülern Schadewaldts zählen auch Wolfgang Kullmann und Hellmut Flashar, die in Berlin bei ihm studierten, sowie der Althistoriker Alexander Demandt.
    Übersetzungen

    Einer breiteren Öffentlichkeit ist Schadewaldt bekannt als Übersetzer von Homers Ilias und Odyssee, die, neben den Übertragungen von Johann Heinrich Voß, als die besten Übersetzungen beider Epen ins Deutsche angesehen werden. Im Unterschied zu Voß verzichtete Schadewaldt bei seiner Übersetzung auf den Hexameter, was er wie folgt begründete:

    „Das Griechische in der alten Sprache des Epos, hat eine große Anzahl sehr langer Wörter, die schon im späteren Griechisch, vor allem aber im Deutschen, viel kürzere Wörter neben sich haben. (…) Der deutsche Übersetzer des Hexameters ist deswegen in der Regel früher mit dem Vers fertig und genötigt, um den Vers auf die gleiche Länge wie im Griechischen zu bringen, ihn zu zerdehnen und zu strecken. Entweder muß er im Deutschen Füllsel hinzufügen, die nicht dastehen, oder sich auf andere Weise helfen.“[3]

    Schadewaldt übertrug die Odyssee (1957) in Prosa, seine 1975 posthum erschienene Übersetzung der Ilias hingegen benutzt Freie Rhythmen. Durch den Verzicht auf die strenge Form des Hexameters gelang es Schadewaldt, dem Wortsinn Homers, der Satzstellung und auch der Lakonik des Originals sehr nahe zu kommen. Neben den Werken Homers übersetzte Schadewaldt u.a. auch Dramen von Aischylos, Sophokles sowie die Carmina Burana. Die herausragende Übersetzungsleistung verband Schadewaldt mit dem Theatermacher Hansgünther Heyme, der die Aufführung der Werke in Köln realisierte.
    Mitgliedschaften und Ehrungen

    1934: ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
    1934: Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
    1942: ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften bzw. ab 1946 der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin[4]
    1958: ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
    1961: Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
    1962: Pour le mérite für Wissenschaften und Künste
    1963: Reuchlin-Preis
    1964: Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland mit Stern
    1965: Übersetzerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
    1972: Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst

    Schriften

    Herausgeber (Auswahl)

    Sophokles König Ödipus, Übertragen und Herausgegeben, mit Nachwort; und drei Aufsätzen: Der König Ödipus des Sophokles in neuerer Deutung mit Wirkungsgeschichte und Literaturhinweisen; Shakespeares König Lear und Sophokles König Ödipus; Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist und Sophokles König Ödipus; Insel Taschenbuch 15, ISBN 3-458-31715-5.

    Monografien

    Monolog und Selbstgespräch (1926)
    Iliasstudien (1938, 2. Aufl. 1943, 3. Aufl. 1966)
    Die Heimkehr des Odysseus (1946)
    Legende von Homer dem fahrenden Sänger (1942, 1959)
    Sophokles und das Leid (1948)
    Sappho. Welt und Dichtung. Dasein in der Liebe (1950)
    Griechische Sternsagen (1956)
    Hellas und Hesperien. Gesammelte Schriften zur Antike und zur neueren Literatur (1960)
    Goethe-Studien. Natur und Altertum (1963)
    Tübinger Vorlesungen
    Band 1: Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen, Hg. von Ingeborg Schudoma, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1978
    Band 2: Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen, Hg. von Ingeborg Schudoma, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1982
    Band 3: Die frühgriechische Lyrik, Hg. von Ingeborg Schudoma, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1989
    Band 4: Die griechische Tragödie, Hg. von Ingeborg Schudoma, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1991

    Übersetzungen (Auswahl)

    Carmina Burana, 1953
    Homer: Odyssee, Hamburg, Rowohlt, 1958
    Homer: Ilias, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1975
    Sophokles: Aias, Frankfurt am Main, Insel, 1993
    Sophokles: Antigone, Frankfurt am Main, Insel, 1974
    Sophokles: Elektra, Frankfurt am Main, Insel, 1994
    Sophokles: Die Frauen von Trachis, Frankfurt am Main, Insel, 2000
    Sophokles: Ödipus auf Kolonos, Frankfurt am Main, Insel, 1996
    Sophokles: Philoktet, Frankfurt am Main, Insel, 1999
    Sternsagen. Die Mythologie der Sternbilder, Frankfurt am Main, Insel, 2002


    Quelle - Literatur & Einzelnachweise
    avatar
    checker
    Moderator
    Moderator

    Anzahl der Beiträge : 33264
    Anmeldedatum : 03.04.11
    Ort : Braunschweig

    Benutzerprofil anzeigen

    Nach oben Nach unten

    Nach oben

    - Ähnliche Themen

     
    Befugnisse in diesem Forum
    Sie können in diesem Forum nicht antworten