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    Das Corps Hannovera Göttingen

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    Das Corps Hannovera Göttingen

    Beitrag  Andy am Do Nov 19, 2015 10:32 pm

    Das Corps Hannovera Göttingen ist eine pflichtschlagende und farbentragende Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV). Es vereint Studenten und ehemalige Studenten der Georg-August-Universität Göttingen.


    Wappen des Corps von 1848.

    Wappen und Farben

    Das Wappen des Corps zeigt neben den Farben das Welfenross, das Tor der Hansestadt Hamburg und den Adler der Hansestadt Lübeck. Hannovera hat die Farben rot-blau-gold mit goldener Perkussion. Dazu wird von den Corpsburschen eine kleine rote Studentenmütze als Hinterhauptcouleur getragen. Inaktive und Alte Herren tragen auch Biedermeiermützen.

    Im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg und im Königreich Hannover hatte Hannovera als Landescorps die Farben rot-blau-rot. Sie waren vom Fürstentum Calenberg-Göttingen (dem Kernland Kurhannovers) übernommen worden. Wohl abgeleitet aus der Perkussion, trat das Gold ab 1820 als dritte Farbe unter dem Einfluss der Trikolore hinzu.[1] Die Constitution von 1832 gibt die Farben mit Scharlachroth-Kornblumenblau-Gold an.[2] Der jeweilige Senior der Hannovera trägt noch das alte rot-blau-rote Band als Traditionsband zusätzlich zum Hannoveranerband. Dieses wird im Wappen noch bis etwa 1844 geführt. Erst 1848 wird die heute gültige Form des Wappens erreicht. Der Wahlspruch lautet Nunquam retrorsum, fortes adiuvat fortuna! [3][4] Der Zirkel des Corps zeigt ein H für Hannovera verschlungen mit den Buchstaben v, c und f für vivat circulus fratrum Hannoverae! [5] Wie im Göttinger Senioren-Convent von jeher üblich, wird kein Fuchsband getragen.

    Geschichte

    Das Corps Hannovera wurde am 18. Januar 1809 von Studenten der Universität Göttingen gestiftet, die zu der Zeit nach dem Verständnis von Lehrenden und Studierenden trotz der Französischen Besetzung nach wie vor die Landesuniversität des Kurfürstentums Hannover war. Es ist die älteste Göttinger Verbindung ihrer Art.

    Landsmannschaft
    → Hauptartikel: Landsmannschaft (Frühe Neuzeit)

    und
    → Hauptartikel: Landsmannschaften und Studentenorden an der Universität Göttingen im 18. Jahrhundert

    Das Corps stand zunächst in der Tradition der 1735 mit Gründung der Universität entstandenen Hannöverschen Landsmannschaft[6] und rekrutierte sich überwiegend aus den adligen und hübschen Familien Hannovers, die auch die Beamtenschaft des Kurfürstentums stellten. Durch Stammbuchblätter ist belegt, dass die Angehörigen dieser Landsmannschaft an der Universität in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zur Unterscheidung von anderen Studenten rot-blaue Schoßröcke trugen.[7] Die Landsmannschaft ist durch Protokolle ihrer Convente, durch Universitätsgerichtsakten und die für das 18. Jahrhundert einzigartige Porträtgalerie Göttinger Studenten der Silhouetten-Sammlung Schubert belegt.
    Filialcorps in Heidelberg

    Wie auch schon ihre Vorgänger im 18. Jahrhundert waren die jungen Corps dem Misstrauen und der Verfolgung der Universitätsbehörden ausgesetzt. So musste bereits im September 1809 eine Gruppe von Hannoveranern nach der Gendarmen-Affäre Göttingen verlassen. Sie gründeten in Heidelberg eine weitere Hannovera als Clubb[8], die ab 1810 als Filialcorps im Heidelberger Senioren-Convent bis zur Suspension 1813 in engem Kartellkontakt mit dem Göttinger Muttercorps Bestand hatte. Aufgrund der Verfolgungssituation der Corps in den damals ohnehin politisch sehr unruhigen Verhältnissen ist dieser Zeitraum nur durch wenige und in Archiven weit verstreute Unterlagen nachvollzogen und die Mitgliederliste streckenweise aufgrund von Widmungen auf Pfeifenköpfen aus Porzellan rekonstruiert worden.
    Auf Englands Seite

    Das Corps Hannovera hat 73 Mitglieder, die aktive Teilnehmer der Befreiungskriege waren, davon drei in erzwungener Weise auf Seiten Frankreichs bzw. des Königreichs Westphalen.[9] Von diesen kämpften, soweit bekannt, 17 in der Schlacht von Waterloo am 16.–18. Juni 1815[10] und erhielten damit die Waterloo-Medaille des Königreichs Hannover.[11] Soweit sie den Einheiten der King’s German Legion angehörten, erhielten sie auch die britische Waterloo-Medaille, zu diesem Kreis gehörten insbesondere die Verteidiger des Gutshofs von La Haye Sainte. Der Hannoveraner Carl von Jacobi berichtete als Überlebender von den Ereignissen in mehreren Schriften.

    Verfolgung und Erweiterung

    m Zuge der nach den Karlsbader Beschlüssen einsetzenden verschärften Verfolgung der Verbindungen wurde das Corps mehrfach von den staatlichen Behörden des Königreichs verboten und bestand dann jeweils insgeheim und nach außen als Hannoveraner Clubb oder Kneipe der Hannoveraner auftretend kontinuierlich fort. Der Anteil der Hannoveraner aus Dänemark (ohne Schleswig-Holstein und Lauenburg), England, den Niederlanden, Russland, Schweden und den USA am Mitgliederbestand belief sich auf fast 2 % – nach den Wirren der Befreiungskriege und den behördlichen Verfolgungen zwischen 1815 und 1848 erstaunlich viele.

    Um 1827 wandelte sich das Corps zu einer Verbindung des Bürgertums. Die Rolle des Landescorps für die Familien des niedersächsischen Adels übernahm aufgrund einer Intrige des Hannoveraners Eisendecher das Corps Lunaburgia,[12] das sich im Wesentlichen aus Absolventen der Ritterakademie Lüneburg rekrutierte.[13]

    1848 vereinigten sich die Hannoveraner mit dem von Heinrich Alexander Pagenstecher gestifteten Corps Hanseatia. Seither führt das Corps Hannovera im Studentenwappen neben dem Sachsenross das Hamburger Tor zur Welt und den Lübecker Reichsadler. Das Prinzip der engen Cantonierung und Rekrutierung der Mitglieder überwiegend aus den welfischen Gebieten wurde endgültig aufgegeben und das Einzugsgebiet im Wesentlichen auf ganz Nord- und Westdeutschland ausgeweitet. Das rot–blau–rot der Hannoveraner kam den Nassauern entgegen, deren Landesuniversität Göttingen in der Zeit von 1817 bis 1866 ebenfalls war. In der Zeit des Progress spaltete sich dann aus der Hannovera das spätere Corps Teutonia Göttingen als Progressverbindung ab.

    Ab etwa 1850 verlief die Geschichte des Corps in Göttingen in ruhigen Bahnen. Das Corps wurde ein Corps des nationalliberalen Bürgertums und öffnete sich in diesem Zuge für die Assimilation jüdischer Familien besonders aus Hessen und Baden. Bullerjahn und Ausflüge der Studenten in die Umgebung (Mariaspring) prägten das Leben der Korporationen mit der Unterbrechung des Ersten Weltkrieges, bis die Göttinger Krawalle das Verbot der Studentenverbindungen in der Zeit des Nationalsozialismus auch in Göttingen ankündigten.[14] Hannovera war im Dreikaiserjahr und 1907 präsidierendes Vorortcorps und stellte die Vorsitzenden des oKC.
    Zeit des Nationalsozialismus

    Der vom Dachverband und der Reichsstudentenführung geforderte „kollektive“ Ariernachweis aller Corpsbrüder wurde am 13. Oktober 1935 im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Studentenverbindungen dadurch vermieden, dass der von dieser Forderung betroffene Altherrenverband des Corps Hannovera sich auflöste und alle Alten Herren aus dem Corps austraten. Die Abwicklung der Altherrenschaft übernahm nach außen der Berliner Anwalt und Agrarlobbyist Hans Ponfick, der sich mit Schreiben vom 29. Oktober 1935 an den Vorstand des VAC jede weitere Einmischung in die Angelegenheiten der Einzelcorps durch den kommissarischen Verbandsführer des Köseners Ernst Schlange verbat.[15] Die Altherrenschaft formierte sich als Freundeskreis außerhalb des Corps neu. Das Corps bestand nun zunächst nur noch aus aktiven Corpsburschen. Kurz darauf mussten jedoch alle aktiven Corps in Göttingen am 31. Oktober 1935 unter dem wachsenden politischen Druck den Betrieb einstellen. Erst 1939 konnte durch den Juristen und späteren Theaterintendanten Horst Gnekow als Tarnorganisation eine Kameradschaft gegründet werden. Bei einem heftigen Richtungsstreit innerhalb dieser Kameradschaft Freiherr vom Stein setzten sich unmittelbar nach ihrer Gründung die Befürworter des Lebensbundprinzips gegen mehr nationalsozialistisch eingestellte studentische Mitglieder durch, so dass die Mitglieder des letzteren Flügels der Kameradschaft den Rücken kehrten. 1940 schaffte die Kameradschaft Freiherr vom Stein intern das Führerprinzip wieder ab und kehrte zum Conventsprinzip zurück. Die Kameradschaft nahm die Farben blau-weiß-grün an und führte die Tradition der Hannovera während des Krieges bis 1945 fort. Ab 1942 wurden außerhalb Göttingens wieder (verbotene) Mensuren gefochten, so in Bonn und Freiburg.[16] Die Mitglieder der Kameradschaft wurden größtenteils nach dem Ende des Krieges in das Corps übernommen. Einige schlossen sich auch aufgrund ihrer Familientradition anderen rekonstituierenden Göttinger Corps an.[17]
    Siehe auch: SC-Kameradschaften
    Neuanfang

    Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte unter starken Auflagen die Wiederzulassung als Lizenzverbindung Hannoverscher Club durch die Britische Militärregierung und erst 1949 die Rekonstitution als Corps.[18] Angehörige des Corps Hannovera nahmen im Zusammenhang mit der Wiedereinführung der Mensur in Westdeutschland im Göttinger Mensurenprozess eine tragende Rolle ein. Als einziges Göttinger Corps gehörte Hannovera im Januar 1950 zu den 22 Corps, die sich in der Interessengemeinschaft zusammenschlossen und die Wiederbegründung des KSCV am 19. Mai 1951 vorbereiteten.

    Am 28. Juli 1953 wurde dem Corps Hannovera durch die Universität für zwei Semester wegen „Farbentragens in der Öffentlichkeit“ die Lizenz als studentische Vereinigung entzogen. Diese Maßnahme wurde auf Klage des Corps am 8. Juli 1954 durch das Verwaltungsgericht Hannover aufgehoben. Das Gericht merkte in den Entscheidungsgründen an:[19]

    „Weder der Staat noch die Universität haben die Befugnis, den einzelnen Studierenden oder studentische Vereinigungen hinsichtlich der verfassungsmäßigen Grundrechte unter ein Ausnahmerecht zu stellen. Das Farbentragen verletzt aber weder die Rechte anderer noch verstößt es gegen das Sittengesetz oder die verfassungsmäßige Ordnung.“

    – Verwaltungsgericht Hannover

    Ab 1954 engagierte sich das Corps mit anderen Göttinger Verbindungen über viele Jahre in der Friedland-Hilfe im nahe gelegenen Lager Friedland.[20]

    Corpshaus

    Im 19. Jahrhundert mieteten die Göttinger Corps zunächst Nebenräume von Gasthöfen, die zu dieser Zeit oft nach den Besitzern genannt wurden. Diese Quartiere wechselten mehrfach. Dazu gehörte das Deutsche Haus (später Deutscher Garten), das Gasthaus Ulrici in der Groner Landstraße und der Weender Hof. In der Geschichte von Hannovera spielte Ullrichs Garten eine bedeutende Rolle. Zunächst als SC-Lokal, später als fest angemietete Corpskneipe ab Mitte des Jahrhunderts nach Besitzerwechsel auch von Sehlen's Garten genannt. Das Gartenlokal an der Albanikirche besteht heute nicht mehr. Das Grundstück wurde von der Stadthalle mit überbaut.

    Das historistische Corpshaus des Corps Hannovera in der Göttinger Bürgerstraße wurde eigens für seinen Zweck von der Altherrenschaft 1895/96 im damaligen Zeitgeschmack des Burgenstils errichtet. Die Kosten betrugen etwa 50.000 Goldmark. Träger war eine Corpshaus-Aktiengesellschaft, da das moderne Vereinsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches erst mit dessen Inkrafttreten ab dem 1. Januar 1900 zur Verfügung stand. Initiator und Vorstand der Gesellschaft war der Berliner Arzt Ernst Kuthe, der einen Berliner Architekten hinzuzog. Während der Bauarbeiten durch ein Göttinger Unternehmen stürzte der Rohbau des Turmes einmal ein. Die auf dem Baugerüst stehenden Aktiven wurden bei dem Unglück nicht verletzt. Das Corpshaus wurde 1943/44 von den Nationalsozialisten enteignet und daher dem Corps 1952 im Zuge der Rückerstattung vom Allgemeinen Organisationsausschuss in Celle zurückgegeben. Umbauten fanden 1927 und in den 1960er Jahren statt; das Gebäude steht unter Denkmalschutz.[21][22] Das Innere des Corpshauses wird in der modernen angelsächsischen Literatur mit einer Tannhäuserkulisse verglichen.[23] Der nördliche Spitzturm des Hauses wurde 2014 mit Mitteln des Denkmalschutzes des Landes Niedersachsen rekonstruiert.

    Auswärtige Beziehungen

    Hannovera gehört zu den Unterzeichnern des ersten Göttinger SC-Comments vom 2. April 1813. Der Göttinger Senioren-Convent besteht heute aus sechs Kösener Corps.[24] Das Corps ist seit Gründung des Verbandes im Jahre 1848 Mitglied im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV).

    Ältestes Kartell des Corps ist seit 1848 das Corps Palatia-Guestphalia in Freiburg als Traditionsträger des Corps Guestphalia Jena. Das Kartell entstand nach einer Einladung der Westfalen an die Hannoveraner nach Wöllnitz, bei der die Hannoveraner zur Teilnahme an der Krönung Popp's XVI eingeladen waren. Durch die Kartellabschlüsse mit den Corps Lusatia Leipzig (1849) und Teutonia Marburg (1858) begründeten die drei Corps gemeinsam das Goldene Kartell. In Würzburg besteht seit 1856 ein Kartell mit dem Corps Nassovia. Darüber hinaus ist Hannovera mit den Corps Isaria München (seit 1879), Rhenania Tübingen und Suevia Heidelberg befreundet.[25] Weiterhin unterhält das Corps Hannovera seit 125 Jahren ein Freundschaftsverhältnis zur Forstakademischen Gesellschaft Freia Hannoversch Münden zu Göttingen.

    Außerdem bestand von der Wiederbegründung nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1965 ein offizielles Verhältnis mit Saxonia Göttingen. In diesem Ortskartell wurden nur Fuchsenpartien gegeneinander gestellt. Das Kartell mit Palatia Bonn wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht erneuert.

    Weiteres zur G3eschichte dazu im Link:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Corps_Hannovera_G%C3%B6ttingen
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