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Die Deutsche Volkszeitung (DVZ)

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Die Deutsche Volkszeitung (DVZ)

Beitrag  checker am So Nov 29, 2015 11:27 am

Die Deutsche Volkszeitung (DVZ) wurde am 12. Mai 1953 als eine dem Bund der Deutschen nahestehende Tageszeitung gegründet. Schon ab 1954 erschien sie als Wochenzeitung. Sie ist nach dem Abbruch der finanziellen Unterstützung aus der DDR 1989[1] in der politischen Wochenzeitung Freitag aufgegangen.

Entstehungsgeschichte

Laut Impressum wurde die Zeitung 1953 von Joseph Wirth und Wilhelm Elfes gegründet. Herausgeber der Zeitung war Joseph Wirth, die Chefredaktion lag bei dem ehemaligen Redakteur der Zeitschrift der Zentrumspartei Germania Georg Herrmann. Aufgrund finanzieller Probleme, wurde die DVZ mit Jahresbeginn 1954 auf eine wöchentliche Erscheinungsweise umgestellt und seitdem vom Monitor-Verlag in Düsseldorf herausgegeben.
Inhaltliche Ausrichtung

Inhaltlich plädierte die DVZ ähnlich wie der Bund der Deutschen in den 1950er und die Deutsche Friedensunion in den 1960er Jahren für eine Neutralisierung und schnelle Wiedervereinigung Deutschlands. Strategie der von der KPD und der SED gelenkten Zeitung war die Gewinnung von bürgerlichen Bündnispartnern für die Politik der DDR. Hierzu versuchte sich die DVZ mit wechselhaften Erfolg zum Sprachrohr der Proteste gegen die Wiederbewaffnung, bzw. die zeitgenössisch diskutierte atomare Bewaffnung der Bundeswehr, der Kampagne gegen die Notstandsgesetze (Ostermarschbewegung) und der Studentenbewegung zu machen.

Größerer Einfluss der Zeitung in der außerparlamentarischen Protestbewegung der Bundesrepublik Deutschland wurde hierbei durch die positive Kommentierung repressiver Maßnahmen im Ostblock (Aufstand des 17. Juni, Volksaufstand in Ungarn 1956, Bau der Berliner Mauer 1961, Niederschlagung des Prager Frühlings 1968) wieder verloren.
Neustrukturierung nach 1973 und 1989

Spätestens ab einer Neustrukturierung der DVZ 1973 wurde die Zeitung immer stärker am Kurs der Deutschen Kommunistischen Partei, DKP, ausgerichtet. Im Jahr 1973 erhielt die DVZ aus der DDR Zuschüsse in Höhe von 125.000 DM.[2] 1983 erfolgte aufgrund der Unterstützung des Reformflügels der kommunistischen Partei die Fusion mit der Zeitung Die Tat der 'Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) zur Deutsche Volkszeitung, die Tat. Wochenzeitung für Demokratie und Frieden. Seitdem erfolgte die Herausgabe vom Röderberg-Verlag, der 1987 vom Pahl-Rugenstein Verlag übernommen wurde.

Der Verfassungsschutzbericht 1989 analysierte, dass die DVZ „in Berichten und Kommentaren zunehmend auf Distanz zur SED und DKP-Führung ging, um neue Leserkreise zu erschließen und auch von Anhängern der Erneuerer [in der DKP] akzeptiert zu werden“. Nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR von 1989 und dem Wegfall der Finanzhilfen aus der DDR, geriet die DVZ in große finanzielle Schwierigkeiten und ging Ende 1989 in Liquidation. Anfang 1990 wurde sie in Berlin im Verbund mit der Verlagsgruppe Elefantenpress unter dem Namen Volkszeitung neu gegründet. Im Herbst 1990 verschmolz sie mit der ehemaligen Zeitung des Kulturbundes der DDR Sonntag zum Freitag.
Autoren (Auswahl)

Wolfgang Abendroth, Arno Behrisch, Tissy Bruns, Wilhelm Elfes, Bernt Engelmann, Klara Maria Faßbinder, Gerhard Gleißberg, Walter Hagemann, Beate Klarsfeld, Lorenz Knorr, Mira von Kühlmann, Herbert Mochalski, Thomas Neumann, Martin Niemöller, Uta Ranke-Heinemann, Renate Riemeck, Ronald M. Schernikau, Franz Sommerfeld, Christa Thomas, Günter Wallraff, Karl Graf von Westphalen, Joseph Wirth
Auflagenhöhe

(rekonstruiert nach Angaben von Helmut Bausch, Akten der SED, Angaben des Verfassungsschutzes, Angaben des IDW)

1950er Jahre: ca. 24.000-32.000
1960er Jahre: ca. 25.000
1970er Jahre: ca. 20.000-35.000
1980er Jahre (Fusion mit der Tat): 23.000-40.000


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