Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Die neuesten Themen
» Der kochende Fluß
Gestern um 9:31 pm von Andy

» Der Grottenolm (Proteus anguinus)
Gestern um 9:11 pm von Andy

» Der Keulenschwing Piper
Gestern um 8:59 pm von Andy

» Das Mosaik
Gestern um 8:42 pm von Andy

» Spur der Steine, der verbotene DDR klassiker
Gestern um 8:36 pm von Andy

» Der Bitterfelder Weg
Gestern um 8:14 pm von Andy

» Deutsches U-Boot in der Nordsee lokalisiert
Mi Sep 20, 2017 5:57 am von Andy

» Die Scholle
Sa Sep 16, 2017 7:53 pm von checker

» Die Geisterorchidee
Sa Sep 16, 2017 7:35 pm von checker

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
September 2017
MoDiMiDoFrSaSo
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930 

Kalender Kalender


Die Centralbank der deutschen Sparkassen, kurz Centralbank

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Die Centralbank der deutschen Sparkassen, kurz Centralbank

Beitrag  checker am Di Jan 19, 2016 12:31 pm

Die Centralbank der deutschen Sparkassen, kurz Centralbank, war ein zuletzt in Wien domiziliertes österreichisches Finanzinstitut, das Mitte der 1920er Jahre in Schwierigkeiten geriet. Die von der Regierung Ramek im Juli 1926 geplante Rettung der Centralbank durch ein eigenes Gesetz mit Bundeshaftung führte zu erheblichen politischen Diskussionen und zur Schaffung eines eigenen parlamentarischen Untersuchungsausschusses. Der Centralbankskandal wurde einer der großen Finanzskandale der Ersten Republik.

Die Centralbank wurde 1901 als zentrale Geldausgleichsstelle der deutschböhmischen Sparkassen gegründet und hatte zunächst ihren Hauptsitz in Prag. 1916, während des Ersten Weltkriegs, verlegte sie ihren Sitz nach Wien. Bei Kriegsende verlor sie durch den Zerfall der Donaumonarchie einen Großteil ihres Geschäfts, die böhmischen und mährischen Niederlassungen mussten abgetrennt werden. In der Folge versuchte das geschwächte Institut, auch im kleinen Nachkriegsösterreich als Sparkassenbank zu wirken, allerdings mit mäßigem Erfolg (es wurde später festgestellt, dass von den Gesamtgeldern der österreichischen Sparkassen nur etwa fünf Prozent bei der Centralbank veranlagt waren). Von der Aktionärsseite geriet die Centralbank zunehmend in Abhängigkeit zu einer Investorengruppe unter der Führung des steirischen Industriellen und zeitweiligen großdeutschen Abgeordneten Dr. Viktor Wutte.

Zur akuten Krise bei der Centralbank kam es durch eigene Probleme (unrentable Veranlagungen, Beteiligung an zweifelhaften Gründungen in der Inflationszeit), aber auch durch die mehr oder weniger erzwungene Übernahme von drei anderen gefährdeten Instituten. Die Industrie- und Handelsbank war im Wesentlichen durch Kredite an ihren Hauptaktionär, den Spekulanten Peter Wesetn in Schwierigkeiten geraten, die den Christlichsozialen nahestehende niederösterreichische Bauernbank hatte in expansiver und dabei dilettantischer Weise am fieberhaften Börsenspiel von 1923/24 teilgenommen und die Steirerbank, 1920 gegründet vom Kreis um den steirischen Landeshauptmann Dr. Rintelen hatte sich unter anderem an einer Hausse-Operation mit STEWEAG-Aktien die Finger verbrannt.

Die Hilfestellungen für die genannten drei Institute im Wege von Teil- oder Totalfusionen, auch auf Drängen des damaligen Finanzministers Jakob Ahrer, überforderten das ohnedies schon geschwächte Bankhaus. Am 30. Juni 1926 berichtete ein Artikel im Wiener Nachmittagsblatt Der Abend mit vielen zutreffenden Einzelheiten über die schwierige Lage der Centralbank. Um einen Run auf die Bank zu vermeiden, gab die Regierung Ramek noch am selben Abend eine Art Garantieerklärung ab. Ungeachtet dieser, wahrscheinlich verfassungswidrigen, Maßnahme kam es in den ersten Julitagen zu Abhebungen, die die gesamten Kassenreserven des Bundes aufbrauchten. Am 6. Juli 1926 legte die Regierung das Centralbankgesetz vor, welches die getroffenen Maßnahmen legalisieren sollte. Es stieß bei der Opposition auf stärksten Widerstand. Die letztlich beschlossene Fassung sah ein Moratorium und einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss vor, der bis zum Ende des Jahres 20 Sitzungen abhielt. Sein Bericht und täglich veröffentlichte Protokolle zählen zu den wertvollsten wirtschaftshistorischen Quellen der Ersten Republik.

Quelle
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 32455
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten