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Primetals Technologies

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Primetals Technologies

Beitrag  checker am Do März 17, 2016 1:48 am

Primetals Technologies Limited mit Sitz in London, (Großbritannien) ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das im Bereich Anlagenbau für die Metallindustrie tätig ist. Es entstand 2015 durch die Zusammenlegung von Siemens VAI Metals Technologies mit dem japanischen Unternehmen Mitsubishi Hitachi Metals Machinery (MHMM). Das bei MHI konsolidierte Unternehmen MHMM mit Beteiligungen von Hitachi und der IHI Corporation hält 51 % und Siemens 49 % der Anteile an dem Joint Venture. Die Hauptkonkurrenten sind SMS Siemag und Danieli.

Weltweit beschäftigt das Unternehmen etwa 9.000 Mitarbeiter.


Rechtsform Limited
Gründung 2015 als ein Joint Venture von Mitsubishi_Heavy_Industries (MHI) und Siemens
Sitz London, Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Leitung Vorstand:

Yasukuni Yamasaki, CEO
Peter Schraut, CFO
Etsuro Hirai, CTO
Dr. Heiner Röhrl, COO (upstream)
Ryoichi Nishi, COO (downstream)

Mitarbeiter 9000
Branche Metallurgie
Website www.primetals.com

Konzernüberblick


Primetals Bürogebäude in Linz

Primetals Technologies ist ein weltweit führendes Anlagenbauunternehmen für die Metallindustrie.

Produkte:

Integrierte Hüttenwerke
Minimills
Erz-Konzentratoren
Kokereien
Sinter- und Pelletieranlagen
Hochöfen
Corex und Finex-Direktreduktionsanlagen (DRI)
Konverter
Elektrolichtbogenöfen
Anlage zur Edelstahlherstellung
Sekundärmetallurgieanlagen
Stranggussanlaggen
Arvedi ESP-Anlagen
Bandgießanlagen
Walzwerke
Drahtwalzwerke
Schienenwalzwerke
Röhrenwerke

Das Know-How von Primetals Technologies erstreckt sich aufgrund zahlreicher Akquisitionen über die gesamte Wertschöpfungskette der Eisen- und Stahlproduktion. Als bedeutendste Erfindung gilt nach wie vor das LD-Verfahren, nach dem heute über 70 % der Stahlwerke weltweit betrieben werden. Ebenfalls bedeutend sind das Corex- und das Finex-Verfahren zur Direktreduktion von Eisen.
Geschichte Siemens VAI Metals Technologies

Die Geschichte der Österreicher reicht weit zurück und ist eng mit der Entstehung des Industrieanlagenbaus verbunden. Kriege und Konjunkturkrisen haben immer wieder für einschneidende Veränderungen gesorgt. Die technologisch führende Position konnte jedoch bis heute bewahrt werden.
1938 – 1945 Gründung des Hüttenwerkes Linz

Das englische Unternehmen Brassert & Co begann 1938 mit dem Bau des Hüttenwerks Linz. Nach Kriegsbeginn 1939 wurden die Planungsarbeiten durch die Hüttenbauabteilung der Reichswerke Hermann Göring fortgesetzt, die ihre Agenden wiederum an die Deutsche Bergwerks- und Hüttenbaugesellschaft (DBHG) weitergab. Das ursprünglich geplante Großhüttenwerk wurde auf den Schwerpunkt Rüstungsindustrie hin modifiziert.
1945 – 1956 Wiederaufbau und LD-Verfahren

Die Luftangriffe der Alliierten ab Juli 1944 fügten den gesamten Werksanlagen schwere Schäden zu, die Produktion war zu Kriegsende praktisch zum Erliegen gekommen. Im Juli 1945 erfolgte die Umbenennung der ursprünglichen „Alpine Montan AG Hermann Göring“ in „Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke“ (VÖEST). Für den Wiederaufbau des Werkes wurden einige Abteilungen zur sogenannten „Neubauabteilung“ zusammengeschlossen, die mit der Wiedererrichtung des Hüttenwerkes Linz betraut worden war. Bis 1949 konnten so die wichtigsten Elemente der Hüttenanlagen wieder in Betrieb genommen werden: Kokerei, Hochöfen, Stahlwerk (Werk mit einem Siemens-Martin-Ofen, benannt nach den Erfindern) und Grobblechwalzwerk (Werk zur Herstellung von Blech mit einer Dicke über 3 mm). Da viele erzeugte Produkte in der Nachkriegswirtschaft eine Mangelware darstellten, erholte sich das Hüttenwerk relativ rasch und investierte kräftig in den Ausbau seiner Anlagen. Die jährliche Stahlwerkskapazität von 220.000 Tonnen erwies sich durch den Mangel an Stahlschrott, der für den Betrieb der damals üblichen SM-Öfen benötigt wurde, jedoch bald als unzureichend. Als Lösung erwies sich ein neuartiger Verarbeitungsprozess: das im eigenen Haus entwickelte LD-Verfahren (Linz-Donawitz-Verfahren, Inbetriebnahme 1952 in Linz und 1953 in Donawitz). Es überzeugte durch Kostenersparnis (nur etwa 65 % der Investitionskosten und 55 % der Betriebskosten eines SM-Ofens) und größerer Produktionskapazität.
1956 – 1961 Aufstieg zum Industrieanlagenbau

Die Erfindung des LD-Verfahrens sowie die Erfahrungen im kompletten Wiederaufbau der werkseigenen Anlagen führten 1956 zum ersten externen Großauftrag im Industrieanlagenbau in Rourkela, Indien. Dessen Erfolg veranlasste zahlreiche Hüttenwerke auf fast allen Kontinenten, die VÖEST mit dem Bau von Werksanlagen zu beauftragen. Der Industrieanlagenbau im Stahlwerkssektor erweiterte sich zunehmend um den Warm- und Kaltwalzsektor sowie den Bau von Hochöfen und Hüttenwerksnebenanlagen wie Schlackenverwertungsanlagen und Dolomitsteinfabriken.
1961 – 1974 Wachstum und Konjunktur

Mit den wachsenden Aufgaben musste die Neubauabteilung zur „Industriebau Werksausbau“ umgewandelt werden, deren Aufgabe die Bearbeitung schlüsselfertiger Projekte war. 1964 erweiterte die VÖEST ihr Portfolio mit dem Chemieanlagenbau, bereits zwei Jahre später betrug dessen Umsatzanteil mehr als zwei Drittel des Gesamtumsatzes. Ein weiterer Meilenstein war 1967 die Einführung der Stranggießtechnologie für die Herstellung von Brammen. Viele laufende Aufträge und der stetige Ausbau der werkseigenen Anlagen veranlassten die VÖEST, ihre Rohstahlproduktion von bis dato 2,3 auf 3,1 Mio. Tonnen pro Jahr zu erhöhen.
1974 – 1985 Stahlkrise und Umstrukturierungen

Als 1974 die Ölkrise ausbrach, bekam dies die Hüttenindustrie der ganzen Welt zu spüren. Die Folgen waren ein erheblicher Preisverfall auf dem Stahlsektor, was sich auch auf den Anlagenbau auswirkte. Dennoch entwickelte sich der Bereich Technik (Industrieanlagenbau und Finalindustrie) in den kommenden Jahren zu einem immer wichtigeren Standbein des Unternehmens. So betrug der Umsatzanteil der Hütte 1973 noch 80 %, während der Anteil des Final- und Anlagenbaubereiches 1976 bereits 45 % ausmachte. Das Unternehmen befand sich in steten Umstrukturierungsprozessen, Neuorientierungen und lukrierte die bislang umfangreichsten Projekte. Anfang der 80er Jahre setzte der Chemieanlagenbau erste Schritte in Richtung Biotechnik, was 1986 zur Errichtung eines Biomasseverwertungstechnikums in Linz führte. Weitere Anpassungen an die Markterfordernisse nahm der Chemieanlagenbau durch diverse Umweltschutzeinrichtungen vor. Als besonders wichtiger Schritt sollte sich der Erwerb der Korf Engineering GesmbH als 100 %-Tochter erweisen, inkludierte dies doch die Rechte am COREX-Verfahren. Die weiterhin hohe Auftragslage milderte die Verluste durch die nach wie vor andauernde Stahlkrise, welche 1985 jedoch bedrohliche Ausmaße annahm. Außerdem wurde in den Jahren zuvor starker politischer Einfluss auf das verstaatlichte Unternehmen zur Arbeitsplatzsicherung ausgeübt. Der zum Mischkonzern angewachsene Betrieb erlitt im Jahr 1984 einen Rekordverlust von 25 Milliarden Schilling (siehe Intertrading-Skandal).
1985 – 1995 Aufsplittung und erneuter Aufschwung

Im Herbst 1986 wurde das Konzept VOEST-ALPINE NEU eingeführt, wonach das Unternehmen einen marktorientierten Technologiekonzern auf Basis des im Kernbereich Stahl angesammelten Wissens darstellt. Damit wollte man das Unternehmen schnellstmöglich aus der Verlustzone führen. Im Bereich des Anlagenbaus bemühte man sich um Ausbau der bestehenden Stärken im Hinblick auf Qualität und Technologie, kreative Projekte von Mitarbeitern wurden gefördert. So verbesserte man beispielsweise die COREX-, Horizontal-Stranggieß- und Bandgießtechnologie, Konverter- und Elektroofenprozesse wurden weiterentwickelt und der Elektrolichtbogenofen eingeführt. 1988 wurde schließlich der VOEST-ALPINE Industrieanlagenbau (VAI) eine eigene GesmbH im Rahmen der neugegründeten Maschinen- und Anlagenbauholding AG unter der Dachgesellschaft ÖIAG.
1995 – 2005 VA Tech

1995 wurde die VAI aus der voestalpine AG herausgelöst und eine 100 %-Tochter der damals neu gegründeten VA Technologie AG (kurz VA Tech). Die VA Tech wiederum ging aus dem Mischkonzern Austrian Industries hervor.

2005 – 2014 Siemens VAI


Bürogebäude der Siemens-VAI in Linz

2005 wurde die VA Tech von Siemens gekauft und die VAI als Siemens VAI Metals Technologies in den Siemens-Konzern eingegliedert. Im Mai 2014 gab Siemens bekannt, dass die VAI wieder aus dem Konzern herausgelöst wird und in ein Joint Venture mit Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery eingebracht wird. Aufgrund der Krise der Stahlbranche und einer Anpassung der strategischen Ausrichtung galt das Geschäft nicht mehr als Kernkompetenz.
Geschichte Mitsubishi-Hitachi Metals Machinery

Parallel zur Aufsplittung von Voestalpine entwickelte sich das Geschäft der Japaner:[1]

1984: Erste Installation bei Nippon Steel in Japan
1990: Erste Lieferung nach Südkorea für POSCO
2000: Gründung des Jointventures mit Hitachi
2004: Tochtergesellschaft in den USA mit nachfolgender Akquisition von New Gencoat, Inc.
2006: Erste Lieferung nach China mit nachfolgender Gründung einer Tochtergesellschaft
2010: Gemeinsame Technologieentwicklung mit Hitachi und POSCO; Gründung einer Südasien-Tochter
2012: Eintritt in den brasilianischen Markt
2013: Erwerb von IHI Metaltech, Concast Ltd. (Indien) und Hasegawa Gear Works Ltd.

Seit 2015 Primetals Technologies

MHI konsolidiert das Jointventure in seiner Konzernberichterstattung. Siemens hält eine Minderheit von 49 %, die als Beteiligung in der Bilanz geführt wird. Der neue Konzern hat den klaren Anspruch, die Marktführerschaft zu übernehmen und zu verteidigen. Als Stärke wird hervorgehoben, dass der deutsch-japanische Konzern nicht nur komplette Anlagen liefert, sondern auch Automatisierungstechnik, Energiemanagementlösungen und Finanzierungsdienstleistungen.

Zum Dezemberquartal 2015 berichtet MHI von einer guten Geschäftsentwicklung von Primetals mit Synergien aus der Integration.[2]


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