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    Der Piper Verlag

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    Der Piper Verlag

    Beitrag  checker am So Apr 17, 2016 12:01 am

    Der Piper Verlag ist ein 1904 gegründeter Buchverlag für Belletristik und Sachbuch mit dem Geschäftssitz in München. Autoren des Verlages sind unter anderem Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann, Charlotte Roche, Hape Kerkeling, Alan Weisman, Markus Heitz, Sándor Márai, Sten Nadolny und Paul Watzlawick. Der Verlag gehört seit 1995 zur schwedischen Bonnier-Gruppe.

    Piper Verlag
    Rechtsform GmbH
    Gründung 19. Mai 1904
    Sitz München, Deutschland
    Leitung Christian Schniedermann
    Branche Verlag
    Website www.piper.de



    Das Verlagsgebäude in der Georgenstraße 4 ist eine von August Thiersch erbaute Villa.

    Geschichte
    Der Verlag von seiner Gründung bis 1932


    Umschlagillustration von Kandinsky zum Almanach Der Blaue Reiter

    Der Piper Verlag (München) wurde am 19. Mai 1904 vom damals 24-jährigen Reinhard Piper gegründet. Sein Schwerpunkt lag in den Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bei der künstlerischen Avantgarde Deutschlands. Bekannt wurde er durch die Veröffentlichung des Almanachs Der Blaue Reiter, herausgegeben von Wassily Kandinsky und Franz Marc im Mai 1912. Auch Christian Morgenstern ließ viele seiner Werke im Piper Verlag veröffentlichen.
    Der Verlag während der Zeit des Nationalsozialismus

    1935 musste der jüdische Teilhaber Robert Freund den Verlag verlassen. Er erhielt eine Abfindung, die durch den Verkauf des verlagseigenen Gebäudes erzielt wurde und der Piper Verlag zog in die Georgenstraße 4. Bis heute hat das Unternehmen dort in der von August Thiersch erbauten Villa seinen Sitz.

    Unrühmlich ist der Umgang mit dem jüdischen Übersetzer Isak Grünberg, dessen Céline-Übersetzung (Reise an das Ende der Nacht) nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 sofort an einen Kleinverlag verkauft wurde. Erst in den 1990er Jahren wurde der Übersetzer in den zahlreichen Neuauflagen benannt (inzwischen liegen die Rechte beim Rowohlt Verlag).

    Während der Zeit des Nationalsozialismus beschränkte der Verlag sich auf neutrale „Unterhaltungsliteratur“ und weniger bekannte – oft ausländische – Autoren, da viele der „Hausautoren“ nun als entartete Künstler gebrandmarkt wurden.
    Nachkriegszeit

    Als Reinhard Piper 1953 starb, gab er den Verlag an seinen Sohn Klaus weiter. In den Nachkriegsjahren veröffentlichte der Piper Verlag vor allem Taschenbücher und gründete 1960 mit 10 weiteren Verlagen den Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv). Piper blieb seinem Anspruch, anspruchsvolle Literatur zu veröffentlichen, treu. So erschienen neben deutschsprachigen (z. B. ein Gedichtband von Ingeborg Bachmann) auch besonders Werke von italienischen Autoren. Der Verlag erweiterte sein Repertoire stetig, unter anderem im Bereich der Naturwissenschaften, Zeitgeschichte, Theologie und Musik. Ab 1986 erschien die siebenbändige Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters.

    Als Problem erwies sich Hans Rößner: Erst nach seinem Tod (1997) wurde öffentlich, dass dieser langjährige Lektor und Verlagsleiter als Leiter des Referates III C 3 (Volkskultur und Kunst) im Reichssicherheitshauptamt tätig gewesen war. Bei Piper betreute er u. a. die Emigrantin Hannah Arendt. Seine Karriere nach 1945 ähnelt der vieler Akademiker aus der Generation des Unbedingten (Michael Wildt), die Netzwerke des Verschweigens und des sozialen Aufstiegs bildeten. Piper ist aber der wichtigste Verleger von Arendt.
    Aktuelle Verlagsentwicklung

    1995 ging der Piper Verlag in den Besitz der schwedischen Bonnier-Gruppe über. Ab 1995 war Viktor Niemann (* 1940) Geschäftsführer des Verlages. Er wurde von der Zeitschrift BuchMarkt als „Verleger des Jahres 1998“ ausgezeichnet. Von 2003 bis 2008 war Wolfgang Ferchl (* 1955) verlegerischer Geschäftsführer des Verlages. Von April 2009 bis Ende Januar 2016 übernahm Marcel Hartges, vorher verlegerischer Geschäftsführer des DuMont Buchverlags, diese Position.[1] Seine Nachfolgerin wurde mit Wirkung zum 15. März 2016 Felicitas von Lovenberg.[2] Anfang April 2016 wurde bekannt, dass aufgrund des Ausscheidens von Hartges auch der Erfolgsautor Ferdinand von Schirach den Piper Verlag verlässt.

    Ich bin dann mal weg – Hape Kerkelings Bericht seiner Pilgerreise auf dem Jakobsweg erschien 2006 bei Malik und gilt mit mehr als vier Millionen verkauften Exemplaren als erfolgreichstes deutschsprachiges Sachbuch der Nachkriegsgeschichte. Es befand sich nach seinem Erscheinen monatelang auf den vorderen Plätzen der deutschen Bestsellerlisten und verkaufte sich nach Auskunft des Verlages bis Ende 2007 rund 3 Millionen Mal[1] und belegte für 100 Wochen Platz 1 der Sachbuch-Bestsellerliste.

    Auf der Frankfurter Buchmesse 2015 wurde der Verlag mit dem Virenschleuder-Preis ausgezeichnet.

    Buchreihen vor 1945


    Was nicht im Baede­ker steht. Das Buch von Ungarn und Budapest (1928), Umschlag von Eugen Feiks

    Was nicht im „Baedeker“ steht

    Zu der Buchreihe im einzelnen:
    → Hauptartikel: Was nicht im „Baedeker“ steht

    Als augenzwinkernder Gegenentwurf zu den sehr sachlichen und auf das aus Sicht des Verlages Karl Baedeker Wesentliche beschränkten Baedeker-Inhalten erschien im Piper Verlag ab 1927 die vom Teilhaber des Verlags, Robert Freund, lektorierte Reihe Was nicht im „Baedeker“ steht[3] mit Startauflagen zwischen 5 000 und 10 000 Stück. U. a. gehörten Erika und Klaus Mann sowie Annemarie Schwarzenbach, Hans Reimann und Hermann von Wedderkop zu den Autoren der insgesamt 17 Bände, die bis auf die von Thomas W. Mac Callum ins Englische übertragene Ausgabe von Wien (The Vienna, that's not in the Baedeker) römisch nummeriert waren. Zu den Buchdeckeln bzw. den fragilen Schutzumschlägen von 14 dieser Titel, die in verschiedenen Einbandvarianten erschienen sind, zeichnete der Grafiker Walter Trier die farbigen Illustrationen auf gelbem Grund. Die mit Eugen Szatmaris Beschreibung von Berlin beginnenden und einer überarbeiteten Fassung von Wedderkops Bands für Rom 1938 endenden Texte wurden von verschiedenen Künstlern, wie Pablo Picasso, Henri Matisse, Otto Pankok, Olaf Gulbransson oder Ernst Aufseeser, mit schwarz-weiß Illustrationen versehen.

    Die Connewitzer Verlagsbuchhandlung aus Leipzig legte 1995 und 1997 von insgesamt fünf Titeln fotomechanische Nachdrucke vor.[4] Von dem Band Riviera der Mann-Geschwister wurden auch vom Rowohlt Verlag 2001 und 2004 Reprints vorgelegt, nachdem bereits 1989 der Berliner Verlag Silver & Goldstein eine mit zeitgenössischen Fotografien und einem Nachwort von Martin Ripkens ergänzte Ausgabe auf den Buchmarkt gebrachte hatte.
    Was nicht im Wörterbuch steht

    Weitere Ausführungen zu der Buchreihe finden sich im:
    → Hauptartikel: Was nicht im Wörterbuch steht

    1931 folgte anknüpfend an das Motto der alternativen Reiseführer mit Hans Reimanns Sächsisch, der damit erneut als Autor in Erscheinung trat, der erste Band der nur siebenbändigen Reihe „Was nicht im Wörterbuch steht“, die die deutschen Dialekte und die mit ihr verbundene Heimatkultur thematisiert. Unter den weiteren Autoren waren Hans Sassmann (Wienerisch), Hans Ostwald (Berlinerisch) und Fritz Specht (Plattdeutsch). Ein zunächst als Band II geplanter Reihentitel Kölsch von Kuhlemann erschien nicht. Die Ausstattung (Umschlaggestaltung, Illustrationen und Einbindungen) war ähnlich wie bei der Reihe Was nicht im Baedeker steht. Wiederum lieferte also Walter Trier die Einbandentwürfe; es gab jedoch keine Pappbände, da diese sich bei der Reiseführer-Reihe als nicht robust genug erwiesen hatten. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten einige Bände Neuauflagen, teilweise in veränderter Aufmachung und sogar bei anderen Verlagen. Zu einer Reprintausgabe der Connewitzer Verlagsbuchhandlung kam es bei dieser Reihe nur beim Band Sächsisch im Jahre 1995.
    Piperbote

    Von 1924 bis 1936 erschien quartalsweise Der Piperbote für Kunst und Literatur. Mit diesen kostenlos im Abonnement abgegebenen Verlagsschriften, in denen u. a. kleinere Erzählungen der Hausautoren und Leseproben aus ihren größeren Werken sowie Autorenporträts enthalten waren, machte Piper zusätzlich zu den üblichen Werbeprospekten auf die aktuelle Verlagsproduktion aufmerksam.
    Piper-Almanach

    Mehrfach wurden zu Verlagsjubiläen Almanache in Broschurform herausgegeben, die, beginnend 1914, grundsätzlich im Abstand von zehn Jahren über den aktuellen Stand der Verlagsarbeit, u.a. mit Leseproben, berichteten und auch Verzeichnisse der Verlagsproduktion der zurückliegenden Jahre enthielten. Zusätzliche Ausgaben gab es 1929 nach einem Vierteljahrhundert, 1939 nach 35 Jahren sowie 1979 nach dem 75-jährigen Jubiläum. Dagegen entfiel kriegsbedingt der für 1944 anstehende Almanach. Der bislang jüngste Band erschien 2004 zum einhundertjährigen Verlagsjubiläum unter dem Titel „100 Jahre Piper. Die Geschichte eines Verlags“. Er wurde von Edda Ziegler herausgegeben. Seit 1924 waren den Almanachen Illustrationen beigegeben. Ein namentlicher Herausgeber wurde erstmals mit Klaus Piper 1954 im Band genannt. Zuvor hatte der Verlag nur in anonymisierter Form für die Herausgeberschaft verantwortlich gezeichnet.
    Buchreihen nach dem Zweiten Weltkrieg
    Piper Bücherei

    1946 kam mit Beethovens Denkmal im Wort von Richard Benz der erste Band der nummerierten Piper-Bücherei im Broschureinband und Taschenbuchformat auf den Markt. Die bis 1966 in über 200 Nummern im Hoch- und Querformat erschienene Reihe umfasste zum einen literarische Texte von Autoren, wie Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Gustave Flaubert oder Herman Melville. Später erschienen zum anderen auch viele Titel von und über Künstler sowie zu kunstwissenschaftlichen Themen, wie Matthias Grünewald's Isenheimer Altar (PB 2, 1947), Michelangelos Weltgericht (PB 29, 1949) oder, von Erhard Göpel herausgegeben, Max Beckmann Der Zeichner (PB 74, 1954). Mag die Namensgebung vielleicht auch ein wenig von der schon über 30 Jahre länger, sehr erfolgreich verlegten Insel-Bücherei inspiriert worden sein, entwickelte die ab 1948 zumeist im Pappband aufgebundene Reihe doch ein eigenständiges Profil mit einem starken Akzent im künstlerischen Bereich.
    Serie Piper

    Die Serie Piper ist die aktuelle Taschenbuchreihe des Verlages. Sie wurde bereits 1970 begründet und in den 1980er-Jahren stark ausgebaut, indem nicht nur Hardcover-Titel als preiswerte, broschierte Nachauflagen zweitverwertet wurden, sondern auch viele Erst- und Originalausgaben erschienen. 1995 wurde die Serie Piper von dem Trendforscher Peter Wippermann komplett neu gestaltet. Derzeit werden jeden Monat bis zu 25 neue Titel veröffentlicht, von denen etwa 60 Prozent aus dem Hardcover-Programm des Verlages stammen.
    Gebrauchsanweisung

    Schon 1978 war Paul Watzlawicks "Gebrauchsanweisung für Amerika" entstanden, der Pilotband für die erfolgreiche "Gebrauchsanweisungen"-reihe. Seither erscheinen jährlich neue Titel, in denen namhafte Autoren wie z.B. Kai Strittmatter, Antje Rávic, Birgit Vanderbeke oder Bruno Jonas ihre Eindrücke und ortskundigen Geschichten veröffentlichen. So ermöglichen die Autoren auf ungewöhnliche und literarische Weise einen persönlichen Blick und eine authentische Annäherung an Länder, Regionen, Städte sowie seit kurzem Sport und sportliche Phänomene.
    Denkanstöße

    Seit 30 Jahren steht die Serie "Denkanstöße" regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Das Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft erscheint einmal jährlich und gibt eine Orientierung in der Welt des Wissens. Die Gesamtauflage liegt bei über 2 Millionen verkauften Büchern.
    Imprints, Tochterverlage

    Mit dem Erwerb des Neuen Malik-Verlags (1996) und des Kabel Verlags (1997) konnte das Programm ausgeweitet werden, ebenso 2004, als die Heyne-Fantasy-Reihe vom Piper Verlag übernommen wurde. Im Juni 2008 kaufte Piper den Pendo Verlag, und schließlich wurde auch der Westend-Verlag in Frankfurt am Main als Imprint der Piper-Gruppe übernommen.[5]

    Ebenfalls seit 2008 gehört die Taschenbuchreihe Malik National Geographic. Sie entsteht in Kooperation mit National Geographic Deutschland und umfasst Reiseerzählungen und Abenteuerberichte. [6]

    Im Februar 2012 wurde der Berlin Verlag / Bloomsbury Berlin an die schwedische Bonnier-Gruppe verkauft und kooperiert innerhalb von Bonnier Media Deutschland mit dem Piper Verlag.[7]
    Malik

    Ausgelöst durch den fesselnden Reisebericht In eisige Höhen von Jon Krakauer bei Malik, der über ein Jahr lang die Bestsellerlisten anführte, etablierte sich der Malik Verlag als Marke für dieses Genre und bietet seitdem eine besondere Programmmischung aus Abenteuer, Reiseerfahrung und Literatur an.[8]
    Autoren

    Alessandro Baricco, Arne Dahl, Jennifer Donnelly, Anne Holt, Francois Lelord, Sten Nadolny, Anita Shreve, Maarten ´t Hart, Sándor Márai, Judith Lennox, Volker Klüpfel und Michael Kobr, Charlotte Roche, Heinrich Steinfest, Alissa Walser, Hannah Arendt, Richard P.Feynman, Hans Küng, Hape Kerkeling, Remo H. Largo, Michael Moore, Gabort Steingard, Paul Watzlawik, Brigitte Hamann, Sybil Gräfin Schönfeldt, Andreas Kieling, Rüdiger Nehberg, Reinhold Messner, Stephan Orth, Ilja Trojanow, John Krakauer, Steve House, Carmen Rohrbach, Dieter Kreuzkamp, Markus Heitz, Ralf Isau, Michael Peinkofer, Stephenie Meyer, Wolfgang Hohlbein, Robert Jordan u.v.m

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