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Die Ströer SE & Co. KGaA

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Die Ströer SE & Co. KGaA

Beitrag  checker am Fr Jun 03, 2016 10:01 am

Die Ströer SE & Co. KGaA ist ein börsennotiertes deutsches, international tätiges Unternehmen, das in der Vermarktung von Außenwerbung tätig und in Deutschland einer der größten Anbieter von Out-of-Home-Medien ist. Darüber hinaus betreibt Ströer Media die Internetportale giga.de, Spieletipps.de (übernommen von der ECONA AG), t-online.de, wetter.info, zuhause.de, wanted.de, desired.de, feelgreen.de sowie betabuzz.de (alle übernommen von der Deutschen Telekom) und kino.de.


Rechtsform SE & Co. KGaA
ISIN DE0007493991
Gründung 1990
Sitz Köln, Deutschland

Leitung


Udo Müller,
Vorstandsvorsitzender
Christoph Vilanek, Aufsichtsratsvorsitzender

Mitarbeiter 2.380 (2014)[1]
Umsatz 721,1 Mio. EUR (2014)[1]
Branche Medien
Website stroeer.com


Konzept

Das Unternehmen organisiert Aufstellung, Pflege, Instandhaltung und teilweise Beleuchtung von Werbeflächen, z. B. Plakatwände an Hauswänden (Billboard), in Bahnhöfen usw., die es von privaten Eigentümer bzw. Kommunen anmietet. Auch Verkehrsmedien wie Straßenbahnen oder Busse werden als Werbeflächen angemietet.

Für die kostenlose Aufstellung von Wartehäuschen und anderen Elementen der Stadtmöblierung, z. B. an Straßenbahn- und Bushaltestellen, beansprucht das Unternehmen die dort erzielten Werbeeinnahmen. Nach dem gleichen Prinzip betreibt es Mega-Lights, verglaste und von innen beleuchteten Werbeträger an Straßenkreuzungen, in denen Plakate innerhalb weniger Sekunden automatisch rotieren, City-Light-Säulen, City-Light-Poster, City-Toiletten, Großuhren usw. Ein neues Angebot sind Fahrradmietstationen.

Seit den Übernahmen von und Mehrheitsbeteiligungen an Ströer Interactiv, FreeXMedia, Business Ad und Adscale 2012 von der Media Ventures GmbH, gehört Ströer zu den größten Vermarktern von Onlinewerbung in Deutschland und verdoppelte den Umsatz in dem neuen Geschäftsbereich auf 122,9 Mio. € in 2014.
Geschichte

Ab 1963 baute Heinz W. (Heiner) Ströer (1938–2004) das Unternehmen Aussenwerbung Heinz W. Ströer GmbH & Co. KG [2] mit den altbekannten Plakatwänden in Köln auf.

Sein späterer Partner Udo Müller (* 1962 in Rüdesheim als Sohn eines Beamten, aufgewachsen in Bad Godesberg)[3][4] studierte zunächst in Berlin Medizin und begann als Handballprofi bei den Reinickendorfer Füchsen. Nebenher war er Mitbetreiber einer Werbeagentur. In den 1980er Jahren hatte er die Idee, auch im Ostteil der Stadt nach Plakatierungsorten zu suchen, die im Westen gut zu sehen waren. Wider Erwarten konnte Müller sich mit der DDR geschäftlich einigen, auch wenn er schon einmal Plakatwände selbst anbringen musste. Als Ströer einige Flächen an Müller verlor, kontaktierte er ihn und schlug eine Kooperation vor. 1990 gründeten sie das gemeinsame Unternehmen Ströer City Marketing GmbH, an dem jeder 50 % hielt. Unter Einbezug inzwischen aufgekaufter Wettbewerber wurde daraus 2002 die Ströer Out-of-Home Media AG, deren Aktionäre Gründersohn Dirk Ströer (* 1969) und Udo Müller sind.

Mit Hilfe des New Yorker Private Equity Fonds Cerberus gelang Ströer 2004 für gut 400 Mio. Euro die Übernahme der als Deutsche Städte-Reklame GmbH gegründeten Deutsche Städte-Medien GmbH (DSM) und 2005 der Deutschen Eisenbahn-Reklame (DERG, mittlerweile Ströer DERG Media GmbH). Im Gegenzug erhielt Cerberus 15 Prozent der Anteile von Ströer Media. Seitdem ist Ströer in einer Vielzahl von Bahnhöfen vertreten und verfügt über 250.000 Werbeflächen. Auch der Uhrenaufsteller Zeit und Werbung GmbH (ZuW, mittlerweile Tochtergesellschaft der DSM unter der Bezeichnung DSM Zeit und Werbung GmbH) gehört zur Ströer Out-of-Home Media AG. Darüber hinaus ist Ströer in sechs weiteren Ländern aktiv: der Türkei[5], Polen[6], Großbritannien, Spanien, den Niederlanden und Belgien[7]. Als er erkannte, dass er sich in Frankreich gegen seinen Konkurrenten JCDecaux nicht durchsetzen konnte, verkaufte er 2005 sein dortiges Tochterunternehmen an den dortigen Marktführer.

Das Unternehmen erwirtschaftete 2004 mit 1.350 Mitarbeitern einen Umsatz von 548 Mio. Euro (Bruttowerbeerlöse). 2005 erzielte es einen Umsatz von 385 Mio. Euro, wovon fast 90 % auf den deutschen Markt entfielen.[8] 2007 belief sich der Umsatz auf 509 Mio. Euro, 2008 betrug der Umsatz 493 Mio. Euro.[9] Im Jahr 2009 ging der Umsatz aufgrund der Werbekrise auf rund 470 Mio. Euro zurück, die Profitabilität (bereinigte operative EBITDA-Marge) konnte dennoch gesteigert werden. Ende 2009 trennte sich die Ströer-Gruppe von ihrer Tochter Megaposter[10]. Im Geschäftsjahr 2013 erreichte das Unternehmen mit einem Umsatz von 634 Millionen Euro ein Rekordergebnis.

Seit Juli 2010 ist die Aktie der Ströer AG im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert, am 20. September 2010 ist sie in den SDAX und am 21. Dezember 2015 in den MDAX aufgenommen worden.[11][12] Im November 2011 hat Ströer die ECE flatmedia GmbH, eine Tochtergesellschaft der ECE und führender Anbieter für digitale Markenkommunikation und Verkaufsförderung in Einkaufszentren, erworben.[13] Das Angebot des Unternehmens umfasst damit neben digitalen Bewegtbildnetzen in den 200 größten deutschen Bahnhöfen, in U- und S-Bahnen sowie am Flughafen nun auch in den größten deutschen Einkaufszentren. 2011 hatte Ströer einen Verlust von 3,6 Millionen Euro verbucht und ist mittlerweile über 330 Millionen Euro verschuldet.[14] Im Juli 2012 verkaufte der Unternehmenserbe Dirk Ströer einen Teil seiner Beteiligung für 10,4 Millionen Euro. Hiermit reduzierte sich sein Anteil um 3,1 Prozentpunkte und der Streubesitz stieg durch die Transaktion auf 46,5 Prozent.[15]

Im September 2012 wurde bekannt, dass der damalige COO der WPP-Tochter Mediacom Christian Schmalzl (* 1973 in Passau)[16] zum Jahreswechsel in gleicher Funktion in den Ströer-Vorstand wechselt.[17]

Am 17. Dezember 2012 wurde bekannt, dass Ströer mit der Übernahme des Marktplatzes Adscale in den Bereich der Online-Werbung einsteigt. Des Weiteren übernimmt Ströer dazu noch drei Tochterunternehmen von Media Ventures.[18] Mit Wirkung zum 1. April 2015 erwarb Ströer die Mehrheit an der Hamburger Content Fleet GmbH, die sich auf Owned Media spezialisiert hat.[19]

Am 13. August 2015 gab die Deutsche Telekom bekannt, dass ein Verkauf der Online-Plattform t-online.de und des Digitalvermarkters InteractiveMedia CCSP GmbH an Ströer Media vereinbart sei. Die Telekom soll den Kaufpreis in Form von neu herausgegebenen Aktien der Ströer SE im Wert von 300 Mio. Euro erhalten.[20] Das Bundeskartellamt hat am 18. September 2015 grünes Licht für die Übernahme gegeben.[21]

Am 21. April 2016 wurde von Muddy Waters, einer amerikanischen Hedgefonds-Gesellschaft, ein Research-Report veröffentlicht, welcher die Geschäfte von Ströer Media stark kritisierte. In der Folge stürzte der Kurs der im MDAX notierten Aktie stark ab. Muddy Waters erklärte auch, Leerverkäufe der Ströer-Aktie getätigt zu haben. Eine Stellungnahme des Unternehmens bestritt alle Kritikpunkte und kritisierte das Vorgehen von Muddy Waters scharf.
Kennzahlen

Konzernumsatz:[1]

2014: EUR 721,1 Mio.
2013: EUR 634,8 Mio.
2012: EUR 560,6 Mio.
2011: EUR 577,10 Mio.
2010: EUR 531,30 Mio.
2009: EUR 469,80 Mio.
2008: EUR 493,36 Mio.

Ergebnis nach Steuern:[1]

2014: EUR 24,0 Mio.
2013: EUR 5,1 Mio.
2012: EUR −1,8 Mio.
2011: EUR −3,6 Mio.
2010: EUR 55,8 Mio.
2009: EUR 1,2 Mio.

Konzernbeschäftigte:[1]

2014: 2380 (weltweit)
2013: 2223 (weltweit)
2012: 1750 (weltweit)
2011: 1730 (weltweit)
2010: 1731 (weltweit)
2009: 1587 (weltweit)
2008: 1701 (weltweit)

Ströer-Gruppe

Zur Ströer-Gruppe gehören unter anderem:

Arge Schönefeld GbR
blowUP media GmbH, Deutschland (sowie deren Tochtergesellschaften in Großbritannien, Spanien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden)
City Design Gesellschaft für Außenwerbung mbH
City Plakat BMA GmbH (mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2010 auf ihre Muttergesellschaft, die Ströer Media Deutschland GmbH, verschmolzen worden)
Content Fleet GmbH (Mehrheitsbeteiligung)
CulturePlak Marketing GmbH
DERG Vertriebs GmbH
Digital Media Products GmbH (Hauptsitz Darmstadt, ehemals T-Online bis November 2015)
DSM Decaux GmbH

DSM Deutsche Städte Medien GmbH, Deutschland (seit Anfang 2004)
DSM Deutsche Städte-Medien Nordwest GmbH, Deutschland (seit Anfang 2004, zum 30. November 2006 auf die DSM Deutsche Städte-Medien GmbH verschmolzen worden)
DSM Krefeld Außenwerbung GmbH
DSM Mediaposter GmbH
DSM Zeit und Werbung GmbH
ECE Flatmedia GmbH
Go Public! Eventmedia GmbH
Hamburger Außenwerbung GmbH (mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2010 auf ihre Muttergesellschaft, die DSM Deutsche Städte Medien GmbH, verschmolzen worden)
Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH
Infoscreen Hamburg Gesellschaft für Informationssysteme mbH
InteractiveMedia (seit November 2015)[22]
Kölner Aussenwerbung GmbH, Deutschland (gemeinsam mit Stadtwerke Köln GmbH)
Kultur-Medien Hamburg GmbH
mediateam Werbeagentur GmbH/Ströer Media Deutschland GmbH & Co. KG GbR
Mega-Light Staudenraus & Ströer GbR
News Outdoor Poland sp. z o. o.[23]
RegioHelden GmbH
Stadtkultur Rhein-Ruhr GmbH Büro für Kultur- und Produktinformation
StayFriends
Ströer DERG Media GmbH, Deutschland (seit 2005; bis 2006 unter der Firmierung Deutsche Eisenbahn-Reklame GmbH)
Ströer Deutsche Städte Medien GmbH
Ströer Digital Media GmbH (Hamburg, Online-Vermarkter)
Ströer Infoscreen GmbH (vorher unter der Firmierung Infoscreen Gesellschaft für Stadtinformationsanlagen mbH, Deutschland)
Ströer Kentvizyon Reklam Pazarlama Ltd., Türkei
Ströer Kulturmedien GmbH (vorher unter der Firmierung SK Kulturwerbung Bremen-Hannover GmbH und SK Kulturwerbung Rhein-Main GmbH)
Ströer Media Deutschland GmbH
Ströer Polska Sp. z o.o.
Ströer Sales & Services GmbH, Deutschland
The Performance Network Group GmbH, Deutschland
Trierer Gesellschaft für Stadtmöblierung mbH
TubeOne Networks GmbH
Werbering GmbH
X-CITY MARKETING Hannover GmbH, Deutschland (gemeinsam mit der üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG)

Siehe auch

Verkehrsmittelwerbung
Ernst Litfaß


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