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Ernst Göhner Stiftung

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Ernst Göhner Stiftung

Beitrag  Andy am Sa Jun 11, 2016 10:55 pm

Da Ernst Göhner die Kontinuität des 1890 von Gottlieb Göhner gegründeten Familienunternehmen bzw. der daraus hervorgegangenen Unternehmungen ungeteilt erhalten wollte sowie damit das von ihm Geschaffene auch in seinem Geiste weitergeführt und ausgebaut werden konnte, errichtete er im Jahre 1957 mit der Zweckbestimmung, einmal seine Universalerbin zu werden, die Familienstiftung Aabach, die 1960 in Stiftung Aaborn und 1969 in Ernst Göhner Stiftung umbenannt wurde[7] und ihre definitiven Satzungen erhielt.[8] Die Familienstiftung diente ihm ab 1957 als Unternehmensholding für seinen weitverzweigten Konzern. Anlässlich der Gründung ordnete er der Familienstiftung als Mittel zur Zweckerfüllung sein Hauptasset, d. h. sämtliche Aktien der Ernst Göhner AG zu (Stiftung und testamentarische Zustiftung des Familienunternehmens).

Im Jahr 1960 leisteten alle Erbberechtigten von Ernst Göhner – die Ehefrau Amelia Göhner sowie seine Geschwister – Erbverzichtsverträge zugunsten der nunmehr gemischten Familienstiftung und ihrer Zwecksetzung als Universalerbin.[9] Dies erfolgte auch unter der Zielsetzung, eine unternehmerisch optimale und verantwortungsvolle Nachfolgelösung für den Konzern zu treffen und um die Arbeitsplätze zu erhalten. Das Kollektiv der Stiftung, bestehend aus Destinatären, Verwaltungsräten und Direktoren der Ernst Göhner AG, sollte nach dem Hinschied des Stifters an die Stelle von Ernst Göhner treten und «in seinem Geiste» das Lebenswerk erhalten und weiterführen.[10] Er brachte fast das gesamte Vermögen bereits zu Lebzeiten in die unternehmerisch, sozial zugunsten seiner Angestellten und Arbeiter, gemeinnützig sowie als Familienstiftung wirkende Ernst Göhner Stiftung ein.

Im Jahr 1971 – kurz vor dem Tod Ernst Göhners – verkaufte die Stiftung einen Teil der Unternehmungen an die Elektrowatt – Elektrische und Industrielle Unternehmungen, Zürich. Es waren dies die Gesellschaften: Ernst Göhner AG, EGO Werke AG, Bauwerk AG (an welcher seit 2009 erneut eine Beteiligung besteht), Teppichfabrik Ennenda AG und die Ibus-Bartels-Werke in Deutschland. Die restlichen Beteiligungen (Panalpina, Mercedes Benz Beteiligungen, Reedereien, etc.) sowie der Immobilienbesitz verblieben in der damals vielleicht grössten Stiftung der Schweiz, womit Ernst Göhner für den weiteren Ausbau nach seinem Tod die Weichen noch selbst richtig stellte. Der Sitz der Stiftung ist heute in Zug.

Die am 1. Februar 1972 beschlossene Satzungsänderung sah zunächst – im Sinne eines formellen Stiftungszweckes – eine nach explizit unternehmerischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführte, organisierte und verwaltete Stiftung vor (Corporate Governance Vorschrift). Die unternehmerische Verantwortung bzw. die Bestellung der Führungsgremien durfte damit nicht mehr wie bis anhin mehrheitlich in einer Familiennachfolge liegen, sondern muss gemäss dem Stiftungszweck nach den für Unternehmen dieser Grössenordnung in der Wirtschaft üblichen Gesichtspunkten und Governanceaspekten wahrgenommen werden. Die Ernst Göhner Stiftung ist vermutlich die einzige Stiftung der Schweiz, welche derart klare unternehmerische Governancekriterien im eigentlichen Zweckartikel zwingend vorschreibt. Daher wird die Ernst Göhner Stiftung seither in der Rechtsliteratur als exemplarisches Beispiel der Verbindung einer Unternehmensstiftung mit einer Familienstiftung betrachtet.[11]

Ein besonderes Anliegen war Ernst Göhner darüber hinaus die soziale Verantwortung der Stiftung gegenüber den Belegschaften und Pensionären, was sich im Stiftungszweck und den damit verbundenen Zuwendungen zur sozialen Sicherung ausdrücken sollte. In Übereinstimmung zu den Ideen seines Freundes Gottlieb Duttweiler bei der Migros (Migros Kulturprozent zur Förderung sozialer und kultureller Aufgaben[12]) sollen auch seine Unternehmen über seine Stiftung ihre Verantwortung gemäss dem Gedankengut der sozialen Marktwirtschaft übernehmen.

Die Leistungen für gemeinnützige Zwecke, welche durch Ernst Göhner über seine Stiftung und seine Unternehmungen jährlich erbracht wurden, waren ebenfalls bedeutend. So erhielten Spitäler, Studentenheime und andere Institutionen, die dem Wohle der Allgemeinheit dienen, bereits zu seinen Lebzeiten und auch heute noch namhafte Zuwendungen.

Damit verfolgt die Ernst Göhner Stiftung gemäss den Definitionen der Rechtslehre neben einem wirtschaftlichen Unternehmensstiftungszweck einen gemeinnützigen Zweck und zwei privatnützige Zwecke, d. h. einen sozialen Zweck zugunsten verdienter Angestellter/Arbeiter und einen Familienstiftungszweck.[13] Die Satzungen entsprechen damit in gewisser Weise dem heute verbreiteten Stakeholder Ansatz.

Die Ernst Göhner Stiftung ist heute noch mit rund 43 Prozent an der mittlerweile börsenkotierten Panalpina Welttransport (Holding) AG (PWT) beteiligt. Eine vollständige Tochtergesellschaft der Stiftung, die EGS Beteiligungen AG, ist seit 1988 mit 10 Prozent an der Wasserwerke Zug AG beteiligt, seit 2005 an der FAES AG in Wollerau, seit 2007 mit 40 Prozent am Optoelektronikhersteller CEDES Holding, seit 2009 mit 40 Prozent am Parkettbodenhersteller Bauwerk Parkett, seit 2010 mit 24 Prozent am Büromaterialhersteller Biella und seit 2012 mit 40 Prozent am marktführenden Schweizer Elektrovelo-Hersteller BikeTec (Marke: Flyer) beteiligt. Beteiligungen werden auch an Huber+Suhner, der liechtensteinischen VP Bank und weiteren Firmen gehalten.[14] Zudem besitzt die Stiftung mehr als 200 Immobilien und Beteiligungen an Immobiliengesellschaften, vorwiegend im Raum Zürich, aber auch im Ausland, die in der Tochtergesellschaft Seewarte Holding AG zusammengefasst sind.[15]

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