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„Rothschild & Co.“

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„Rothschild & Co.“

Beitrag  checker am Sa Jun 18, 2016 4:38 am

„Rothschild & Co.“ (bis September 2015 Paris-Orléans SA.) ist die Finanzholding für die englischen und französischen Zweige der Bankiersfamilie Rothschild. Das Bankgeschäft des Unternehmens umfasst die vier Bereiche Global Financial Advisory, Wealth Management and Asset Management, Corporate Banking und Merchant Banking. Daneben geht das Unternehmen auf eigene Rechnung Investments im Bereich Private Equity ein. Rothschild & Co. ist an der Börse Euronext in Paris notiert (ISIN FR0000031684). Ursprünglich war es eine französische Eisenbahngesellschaft.

Rothschild & Co. SCA.

(bis September 2015 Paris-Orléans)
Rechtsform Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
ISIN FR0000031684
Gründung 1838
Sitz Paris

Leitung


David de Rothschild, Vorstandsvorsitzender
Nigel Higgins, Vizevorstandsvorsitzender
Olivier Pécoux, Vizevorstandsvorsitzender
Éric de Rothschild, Aufsichtsratsvorsitzender

Mitarbeiter 2.853
(Stand: 31. März 2015)
Branche Finanzholding
Website www.rothschildandco.com


Geschichte
Anfang als Eisenbahnunternehmen

Das Unternehmen wurde 1838 unter dem Namen Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans (P.O.) gegründet. Es besaß die Rechtsform einer Aktiengesellschaft und war mit einem Startkapital von 40 Millionen Francs ausgestattet. Zudem besaß die Gesellschaft eine von der französischen Regierung verliehene und auf 70 Jahre befristete Konzession, eine Eisenbahnstrecke zwischen den Städten Paris und Orléans zu errichten und zu betreiben.

Mit staatlicher Unterstützung übernahm die "Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans" am 27. März 1852 mehrere konkurrierende Bahnen. Mit diesen Zusammenschlüssen hatte die "Compagnie du chemin de fer de Paris à Orléans" fast ihre endgültige Ausdehnung erreicht.

1934 fusionierten die P.O. und die Chemin de Fer du Midi zur Chemin de Fer de Paris à Orléans et du Midi (PO-Midi). Um ein effizientes, einheitliches und landesweites Netz unter Staatskontrolle zu schaffen, wurde der Eisenbahnbetrieb der PO-Midi zum 1. Januar 1938 verstaatlicht und in die neu gegründete "Société nationale des chemins de fer français" (SNCF) eingebracht. Nach der Verstaatlichung des Bahnbetriebs, verblieb der "Chemin de Fer de Paris à Orléans et du Midi" aber noch ein umfangreicher Immobilienbesitz.

Mehrheitsübernahme durch die französischen Rothschilds

Der französische Zweig der Bankiersfamilie Rothschild übernahm nach dem Zweiten Weltkrieg die Mehrheit an der börsennotierten Gesellschaft und wandelte sie in eine Holding für ihre Bank- und Unternehmensbeteiligungen um.

Dazu zählten hauptsächlich die "Banque Rothschild" (Bank), die "SGIM" (Immobiliengesellschaft), die "SIACI" (Versicherungsmakler), die "Francarep" (Erdölgesellschaft) und die "SGDBR" (Weingüter).

Nach der Verstaatlichung der "Banque Rothschild" 1982 nutzten die französischen Rothschilds die nun "Paris-Orléans SA." genannte Gesellschaft als Ausgangsbasis für den Aufbau einer neuen Rothschildbank in Frankreich. Schon im folgenden Jahr gründete Paris-Orléans die "Paris-Orleans Gestion", aus der später die "Rothschild & Cie Banque" hervorging.

Zwischen 1987 und 1994 gab Francarep ihre Erdölaktivitäten schrittweise auf und konzentrierte sich stattdessen zunehmend auf "Private Equity" (Unternehmensbeteiligungen). Zugleich brachte Paris-Orléans seine Beteiligungen an SGIM, SIACI und SGDBR (Heute "Domaines Barons de Rothschild“, kurz "DBR") gegen einen erhöhten Kapitalanteil in Francarep ein. 2004 wurde Francarep schließlich ganz von Paris-Orléans übernommen und danach integriert. Seitdem ist Paris-Orléans neben dem Bankgeschäft auch direkt im Bereich des "Private Equity" tätig.

Durch die Fusion der Bankaktivitäten des britischen und französischen Zweiges der Familie Rothschild im Januar 2008 wurde die Gesellschaft “Paris Orléans SA.“ zur zentralen Holdinggesellschaft für die Geschäfte der Familie.

Am 4. April 2012 kündigte Paris-Orleans eine umfassende Reorganisation an. Hauptsächlich sollte dabei die Rechtsform des Unternehmens von einer Aktiengesellschaft (Frankreich) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (Frankreich) geändert und das Aktienkapital von “Rothschild & Cie Banque“ und von “Rothschild Continuation Holdings“ gänzlich übernommen werden. Aussenstehende Aktionäre dieser beiden Gesellschaften würden mit neu ausgegebenen Aktien von Paris-Orléans abgefunden werden. Mit dieser Restrukturierung sollte erreicht werden, dass neben einer gestrafften Gruppenorganisation und einer gestärkten Kapitalbasis, die Kontrolle des Unternehmens durch die Familie Rothschild auch in Zukunft gesichert ist.

Am 8. April 2015 kündigte das Unternehmen an, sich, falls die Hauptversammlung der Aktionäre am 24. September 2015 zustimmt, von “Paris-Orléans” in “Rothschild & Co.” umzubenennen. Die angestrebte Namensänderung stößt allerdings bei der “Edmond de Rothschild (Suisse) SA”, welche von dem Schweizer Familienzweig der Rothschilds beherrscht wird, auf Widerstand. Bei einer Namensänderung, so der Vorwurf, seien die Namen der beiden Bankengruppen zu ähnlich und die bisherige Differenzierung damit nicht mehr gegeben.[1][2]
Rothschild & Co. heute

„Rothschild & Co.“ hat insgesamt 56 Büros in 43 Ländern auf fünf Kontinenten und beschäftigt 2.855 Angestellte weltweit (Stand: Ende März 2015). Die Gruppe konzentriert sich im Bankgeschäft auf drei Geschäftsfelder:

„Global Financial Advisory“: Beratungsdienstleistungen für Fusionen und Übernahmen, sowie für deren Finanzierung;
„Wealth Management and Asset Management“: Vermögensverwaltung für private Anleger und Institutionelle Anleger;
„Merchant Banking“: Verwaltung von Private Equity Investments sowohl auf eigener Rechnung, als auch für Dritte.

Der ehemals vierte Bereich, „Bank & Asset Finance“, welcher sich mit der Kreditvergabe und Strukturierung von Finanzierungspaketen beschäftigt hat, wird seit 2008 schrittweise abgewickelt.[3]

Das Aktienkapital von „Rothschild & Co.“ wird zu 47,1 % (53,08% der Stimmrechte) von dem britischen und französischen Zweiges der Familie Rothschild kontrolliert. Weitere 7,83% des Aktienkapitals (10,42% der Stimmrechte) liegen bei der “Edmond de Rothschild (Suisse) SA”. Als größter familienfremder Aktionär hält die Jardine Matheson Holdings 5,93% des Aktienkapitals (7,97% der Stimmrechte). 36,51% des Aktienkapitals (28,54% der Stimmrechte) ist über die Börse breit gestreut (Stand Ende März 2015).

Die Tochtergesellschaften von „Rothschild & Co.“ werden über eine Zwischenholding, der "Rothschilds Continuation Holdings AG" (Zug), beherrscht. Die bedeutendsten sind (Stand Ende März 2014):

NM Rothschild & Sons Ltd, London (100 %);
Rothschild & Cie. Banque SCS (France), Paris (100 %);
Rothschild Bank AG (Switzerland), Zürich (72,7 %, weitere 12,1 % des Aktienkapitals liegen bei der “Edmond de Rothschild (Suisse) SA”).

Außerdem besitzt „Rothschild & Co.“ 8,4 % des Aktienkapitals der “Edmond de Rothschild (Suisse) SA”.[4]

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