Suchen
 
 

Ergebnisse in:
 


Rechercher Fortgeschrittene Suche

Neueste Themen
» ** Antimon **
So Jan 14, 2018 11:50 pm von Andy

» George Chapman
So Jan 14, 2018 11:36 pm von Andy

» Brechweinstein
So Jan 14, 2018 11:30 pm von Andy

» Das Erbschaftspulver
So Jan 14, 2018 10:57 pm von Andy

» Aqua Tofana
So Jan 14, 2018 10:53 pm von Andy

» Tufania (oder Tofana oder Teofania)
So Jan 14, 2018 10:50 pm von Andy

» Liselotte von der Pfalz
So Jan 14, 2018 10:42 pm von Andy

» Das Zentrum für Zeithistorische Forschung e.V. (ZZF)
So Jan 14, 2018 10:27 pm von Andy

» Die Rauhnächte
Fr Jan 05, 2018 11:35 pm von checker

Navigation
 Portal
 Index
 Mitglieder
 Profil
 FAQ
 Suchen
Partner
free forum
Januar 2018
MoDiMiDoFrSaSo
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031    

Kalender Kalender


Der Flamen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Der Flamen

Beitrag  checker am Do Jul 14, 2016 7:17 am

Ein Flamen (Plural: flamines) war in der altrömischen Religion der Einzel- und Opferpriester einer bestimmten Gottheit. Die Aufgabe der flamines war die Ehrung des ihnen zugeordneten Gottes bzw. der zugeordneten Göttin durch formalisierte Kulthandlungen wie die Durchführung von Trankopfern. Im Vergleich zu den durch Magistrate und Zeichendeuter durchgeführten Befragungs- und Sühneritualen hatten die Kulthandlungen der flamines geringes politisches Gewicht.[1]


Priesterliche Prozession auf einem Relief der Ara Pacis, in der Mitte die Flamines maiores mit dem Flamen Divi Iulii

Etymologie

Die Herkunft der Bezeichnung flamen ist unklar. Varro leitete das Wort von dem Wollfaden oder wollenen Band her, das Teil des Apex, der rituellen Kopfbedeckung der Priester, war, also von filum („Faden“) zu filamen/flamen.[2]

Georges Dumézil setzte das Wort in Beziehung zu Brahman, der Bezeichnung der indischen Priester.[3] Andere Ableitungen sind vom indogermanischen *flad(s)men und daraus gotisch blotan („verehren“).[4]
Flamines maiores und minores

Die drei großen Flamines (flamines maiores) waren seit frührömischer Zeit für den Kult der Götter Jupiter (Flamen Dialis), Mars (Flamen Martialis) und Quirinus (Flamen Quirinalis) zuständig gewesen. Zu ihnen trat zu Beginn des Prinzipats der Flamen für den als Divus Iulius zum Gott erhobenen Gaius Iulius Caesar (Flamen Divi Iulii).

Daneben gab es zwölf flamines minores für weitere Götter, die nicht alle bekannt sind:

Flamen Furrinalis (Priester der Furrina)
Flamen Carmentalis (Priester der Carmenta)
Flamen Volcanalis (Priester des Vulcanus)
Flamen Cerealis (Priester der Ceres)
Flamen Portunalis (Priester des Portunus)
Flamen Volturnalis (Priester des Volturnus)
Flamen Palatualis (Priester der Palatua)
Flamen Floralis (Priester der Flora)
Flamen Falacer (vermutlich im Zusammenhang mit dem sabinischen Ort Falacrinae)
Flamen Pomonalis (Priester der Pomona)
Flamen einer nicht überlieferten Gottheit (vielleicht Lucularis)
Flamen einer nicht überlieferten Gottheit (vielleicht Virbialis).

Alle flamines gehörten zum Kollegium der Pontifices und wurden von diesem beaufsichtigt. In Bezug auf ihre jeweilige Gottheit waren sie jedoch anders als die haruspices, augures und IIviri sacri faciundis als dem jeweiligen Gott bzw. Tempel zugewiesene Einzelpriester, und damit nicht kollegial, organisiert. Die Bestellung zum Priester erfolgte auf Lebenszeit; der flamen Dialis musste allerdings beim Tod seiner Frau zurücktreten.[5] Die flamines maiores mussten dem Patriziat entstammen, die flamines minores waren Plebejer oder in der Kaiserzeit Equites. Für alle flamines maiores galt die Vorschrift, dass sie Kinder von Eltern sein mussten, die mit dem Ritus der confarreatio verheiratet worden waren. Auch die designierten flamines maiores selbst mussten nach diesem alten Ritus verheiratet sein. Die Ehefrau eines Flamen wurde als Flaminica bezeichnet.

Anders als z. B. in der indischen Kastengesellschaft handelte es sich bei den römischen Priestern nicht um eine von der übrigen Gesellschaft abgeschlossene Personengruppe. Priester – ob flamen oder pontifex – konnte die Masse der römischen Bürger werden. De facto musste der Anwärter jedoch über ein ausreichendes politisches Gewicht verfügen – sprich den einflussreichen senatorischen Geschlechtern angehören oder nahestehen –, um einen entsprechenden Posten zu erhalten. Die flamines wurden hierbei vom pontifex maximus ernannt, wohingegen die restlichen Priesterschaften kooptierten, um ihre Sollstärke bei Bedarf aufzufüllen.[6]

Mit der Apotheose des Divus Augustus unter Kaiser Tiberius wurde auch für die vergöttlichten Angehörigen des Kaiserhauses (divi) nach ihrem Tode jeweils ein Flamen eingesetzt, die flamines divorum. Der ursprüngliche flamen Divi Iulii, der Priester des vergotteten Iulius Caesar, gehörte darüber hinaus den flamines maiores an und war aufgrund der Privilegien des Priesteramtes dem flamen Dialis vergleichbar, besaß allerdings weitreichende politische Freiheiten. Ferner gab es Flamines auch im Kollegium der Arvalbrüder und in einigen Städten des Reiches.

Das Leben der Flamines unterlag strikten rituellen Regelungen, die vor allem für den Flamen Dialis besonders restriktiv waren. Zum Beispiel musste er unter freiem Himmel stets die rituelle Kopfbedeckung bestehend aus Galerus und Apex tragen, die anderen Flamines mussten das nur bei rituellen Handlungen.

Quelle
avatar
checker
Moderator
Moderator

Anzahl der Beiträge : 32618
Anmeldedatum : 03.04.11
Ort : Braunschweig

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten