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NXP Semiconductors

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NXP Semiconductors

Beitrag  Andy am Fr Sep 02, 2016 10:54 pm

NXP (für Next eXPerience) Semiconductors ist ein niederländischer Halbleiterhersteller. NXP ist der 2006 ausgegliederte Halbleiterbereich der Royal Philips. NXP bietet Halbleiter und Systemlösungen für den Automobilmarkt, für Fernseher, Set-Top-Boxen, Mobiltelefone sowie Sicherheitslösungen für Bankkarten, elektronische Ausweise, Reisepässe und Gesundheitskarten. Chips mit MIFARE-Technik werden in zahlreichen Verkehrssystemen und Veranstaltungszentren weltweit eingesetzt. Nach der Übernahme des Halbleiterherstellers Freescale ist NXP der größte Halbleiterhersteller Europas. 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 4,8 Milliarden US-Dollar.


Rechtsform Aktiengesellschaft (NASDAQ: NXPI)
ISIN NL0009538784
Gründung September 2006, vorher ein Unternehmensbereich von Philips
Sitz Eindhoven / Niederlande
Leitung Peter Bonfield (Chairman), Richard L. Clemmer (Präsident & CEO)
Mitarbeiter 25.691 (2013)[1]
Umsatz 4,8 Milliarden USD (2013)[1]
Branche Halbleiterhersteller / Elektronikindustrie
Website www.nxp.com


Geschichte

NXP entstand aus Philips Semiconductors, der Halbleitersparte von Philips. Diese Sparte hatte Philips, basierend auf den eigenen, zunächst Radioröhren- und späteren Halbleiterfirmen wie Valvo (Deutschland), Mullard (Großbritannien) und die Integration zugekaufter Hersteller, ausgebaut: Signetics wurde 1975 gekauft, VLSI Technology kam 1999 dazu.[2]

Am 29. September 2006 verkaufte der Philips-Konzern 80,1 Prozent seiner Halbleitersparte an ein Konsortium von privaten Beteiligungsgesellschaften, Philips selbst behielt 19,9 Prozent der Anteile. Das Konsortium bestand aus den Finanzinvestoren KKR, Bain Capital, Silver Lake, Apax und AlpInvest Partners N.V. Die Neugründung wurde 2006 auf der Internationalen Funkausstellung Berlin von dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Frans van Houten (inzwischen Vorstandsvorsitzender von Philips) bekanntgegeben.

Während der anschließenden Umorganisation brachte NXP im Jahr 2008 seinen Geschäftszweig „Mobile & Personal“ in ein Joint Venture mit STMicroelectronics mit dem Namen ST-NXP-Wireless ein. Im folgenden Jahr übernahm STMicroelectronics auch den verbliebenen 20-Prozent-Anteil von NXP und brachte ST-NXP-Wireless in ein erneutes Joint Venture ST-Ericsson mit der Sparte Ericsson Mobile Platforms (EMP) des schwedischen Unternehmens Ericsson ein.[3]

Im Rahmen der Umorganisation wurden verschiedenen Halbleiterfabriken geschlossen, 2008 auch jene in Böblingen.

Am 31. Dezember 2008 gab Frans van Houten seinen sofortigen Rücktritt bekannt und verließ das Unternehmen noch am selben Tag. An seiner Stelle wurde Richard L. Clemmer eingesetzt, der früher schon für Agere und Texas Instruments und zuletzt für KKR aktiv war.

Nach Abschluss der Restrukturierung kündigte NXP im Frühjahr 2010 seinen geplanten Börsengang an, der am 6. August 2010 stattfand.

Am 2. März 2015 wurde bekanntgegeben, dass NXP Freescale Semiconductor übernehmen wird. Die Übernahme wird sowohl in Aktien wie auch in bar zum zweiten Halbjahr 2015 abgeschlossen sein. Am neuen Unternehmen halten die ehemaligen Freescale Aktionäre dann circa ein Drittel.

Das Unternehmen gehört zu den ersten Hauptmitgliedern der FIDO-Allianz, die den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat.

Hauptmärkte

NXP konzentriert sich auf Halbleiterprodukte und Systemlösungen für die folgenden Märkte:

Automobil (Sicherheit, Komfort, Unterhaltung) – z. B. ABS-Sensoren (ABS: Antiblockiersystem), Funkschlüssel, elektronische Wegfahrsperre, Bordnetze, Autoradio, Infotainment-Systeme, Telematik
Identifikation – (Sicherheit und Logistik basierend auf RFID- und NFC-Technologie) – z. B. kontaktbehaftete und kontaktlose Bankkarten, elektronische Reisepässe, Ausweise, elektronische Einlass- und Fahrkarten, Nachverfolgung von Lagerbeständen.
Heimelektronik (Fernseher, Set-Top-Boxen) – z. B. Tuner (Empfang)-Chipsets, Hochfrequenz-Bauteile, Video-Postprozessoren
Standard-Halbleiter (Multimarket) – z. B. ARM-basierte Mikrocontroller, diskrete Bauelemente, Standard-Logikbausteine und Interfaceprodukte für z. B serielle Schnittstellen (UARTs) oder Bauteile mit I²C-Bus.
Software – z. B. für mobile Multimediaanwendungen

Aktivitäten in Deutschland

Der Hauptsitz von NXP in Deutschland ist in Hamburg-Lokstedt. Mit Produktion, Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie weltweiter Geschäftsverantwortung für drei von fünf Abteilungen (sogenannter Business Units für Automotive, Security&Connectivity und Standard Products) spielt der Standort Hamburg eine bedeutende Rolle innerhalb des Konzerns. In Lokstedt befindet sich auch eine der größten Fabriken der Welt für diskrete Halbleiter: Pro Jahr werden etwa 70 Milliarden einzelne Bausteine produziert, was ungefähr einem Viertel aller weltweit verkauften Dioden und Transistoren entspricht. Weitere Standorte sind in Dresden (Forschung und Entwicklung) sowie Vertriebsniederlassungen in München und Stuttgart. Der Standort in Starnberg wurde 2006 (während Philips Zeiten), ein anderer in Hausbruch Ende 2010 geschlossen. Die Mitarbeiterzahl der NXP Semiconductors Germany GmbH wurde inzwischen auf weniger als 2.000 Mitarbeiter reduziert (Stand: 2010).

Die Bundesregierung hat NXP als Hauptlieferanten der Sicherheitschips für die neuen Personalausweise beauftragt; aus Gründen der Liefersicherheit vergibt sie solche Aufträge in der Regel an mindestens zwei Hersteller.[4] Neben dem neuen deutschen Personalausweis liefert NXP auch mehrheitlich die Sicherheitschips für den elektronischen Reisepass sowie für die elektronischen Fahrkarten des eTicket Deutschland.[5]
Beteiligungen

NXP hält Beteiligungen an folgenden Unternehmen:[6]

Systems on Silicon Manufacturing Cooperation (SSMC), 61 %, Halbleiterfabrik in Singapur
Advanced Semiconductor Manufacturing (ASMC), 27 %, Halbleiterfabrik in Shanghai[7]
Jilin NXP Semiconductors, 60 %, Halbleiterfabrik in China
Suzhou ASEN Semiconductors, 40 %, Halbleiterfabrik in China
Trident Microsystems, 59 %, Hersteller von Display-Prozessoren für Flachbildschirme


Quelle
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